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Peladn WO5 mit Core i5-13500H: Ein Raptor-Lake-Mini-PC zwischen Bürotauglichkeit und Gaming-Realität

Von DerSchneider

Einleitung

Als Peladn Anfang September 2026 eine neue Variante seines Mini-PCs WO5 mit dem betagten AMD Ryzen 5 3500U vorstellte, war die Überraschung groß – weniger wegen der Leistung, sondern wegen des Preises von umgerechnet rund 185 Euro . Nur wenige Tage später folgt die zweite Überraschung: Dieselbe Grundplattform ist nun auch mit einem Intel Core i5-13500H erhältlich, einem zwölfkernigen Raptor-Lake-H-Prozessor, der die Einstiegsvariante laut Herstellerangaben um bis zu 243 Prozent übertreffen soll . Das wirft eine naheliegende Frage auf: Kann ein derart kompaktes Gerät – mit verlötetem LPDDR4-Speicher, integrierter Iris-Xe-Grafik und einem auf 35 bis 45 Watt konfigurierbaren Prozessor – tatsächlich als vollwertiger Desktop-Ersatz dienen, oder handelt es sich um ein Nischenprodukt für sehr spezifische Einsatzszenarien?

Der Prozessor: Raptor Lake H im Mini-Format

Der Intel Core i5-13500H stammt aus der Raptor-Lake-Generation und wird im Intel-7-Prozess gefertigt. Er vereint vier Performance-Kerne mit acht Effizienz-Kernen zu insgesamt zwölf Kernen und 16 Threads. Der maximale Turbo-Takt liegt bei 4,7 GHz, der L3-Cache umfasst 18 MB . Entscheidend für die Einordnung in einem Mini-PC ist jedoch die Leistungsaufnahme: Intel spezifiziert eine Processor Base Power von 45 Watt, eine Minimum Assured Power von 35 Watt und eine maximale Turbo Power von 115 Watt . Peladn gibt für den WO5 eine Konfiguration mit 35 Watt TDP an, was auf eine eher konservative Kühlungsdimensionierung hindeutet .

Leistungsmäßig verortet Notebookcheck den i5-13500H auf dem Niveau des Arrow-Lake-Chips Core Ultra 5 225H und knapp oberhalb des AMD Ryzen 5 8640HS . Für alltägliche Produktivitätslasten – zahlreiche Browser-Tabs, Office-Anwendungen, leichte Bildbearbeitung oder auch 1080p-Videoschnitt – dürfte die CPU-Leistung mehr als ausreichend sein. Der Vergleich mit dem Ryzen 5 3500U hingegen ist wenig aussagekräftig: Letzterer basiert auf der Zen+-Architektur von 2019 und verfügt über lediglich vier Kerne mit acht Threads . Ein Leistungsvorsprung von mehreren hundert Prozent ist unter diesen Voraussetzungen erwartbar und kein Ausweis außergewöhnlicher Optimierung.

Speicher und Erweiterbarkeit: Drei M.2-Steckplätze als Alleinstellungsmerkmal

Die auffälligste Besonderheit des WO5 in der i5-Konfiguration ist die Speicherarchitektur. Obwohl das Gehäuse mit einer Grundfläche von nur 11,6 × 10,6 Zentimetern und einer Höhe von 3,75 Zentimetern extrem kompakt ausfällt , beherbergt es drei M.2-Steckplätze:

SteckplatzFormfaktorAnbindungTypische Nutzung
M.2 12280PCIe 4.0 x4System-SSD, hohe Transferraten
M.2 22280SATA 3Datengrab, große Kapazitäten
M.2 32242SATA 3Sekundäres Datengrab

Diese Aufteilung ist ungewöhnlich großzügig für einen Mini-PC dieser Preisklasse. Ein Kritikpunkt betrifft jedoch die einseitige Verteilung: Nur ein Steckplatz bietet PCIe-4.0-Anbindung, die beiden SATA-Ports limitieren die maximale Transferrate auf etwa 550 MB/s . Für Nutzer, die primär ein schnelles Systemlaufwerk benötigen und sekundären Speicherplatz für Medienarchive oder Backups vorhalten, ist das dennoch eine praktikable Lösung.

Der Arbeitsspeicher ist mit 16 GB LPDDR4-3200 bestückt und fest verlötet . Während 16 GB für die überwiegende Mehrheit der Büro- und Multimedia-Anwendungen ausreichen, bedeutet die Verlötung eine endgültige Obergrenze. Nutzer, die perspektivisch mit 32 GB oder mehr planen – etwa für virtuelle Maschinen oder umfangreiche Datenanalyse –, sind mit diesem Gerät an eine feste Konfiguration gebunden. Hier zeigt sich eine bewusste Designentscheidung, die Platz und Kosten spart, aber Flexibilität opfert.

Grafikleistung: Der entscheidende Kompromiss

Die integrierte Intel Iris Xe Graphics G7 mit 80 Execution Units bildet die einzige GPU des Systems . Eine dedizierte Grafikkarte lässt sich nicht nachrüsten. Notebookcheck vergleicht die Leistung mit einem Einstiegsmodell der Radeon-840M-Klasse, was bedeutet: Für einfache Grafikaufgaben, Videowiedergabe in 4K und ältere oder weniger anspruchsvolle Spiele (etwa League of Legends, CS2 auf niedrigen Einstellungen) reicht es aus. Moderne AAA-Titel oder GPU-beschleunigte Workloads wie 3D-Rendering oder professioneller Videoschnitt in 4K sind hingegen nicht sinnvoll realisierbar .

Diese Einschränkung ist kein spezifisches Problem des WO5, sondern dem Formfaktor geschuldet. Wer dedizierte Grafikleistung benötigt, muss zwangsläufig zu größeren Gehäusen greifen – oder auf externe Lösungen über Thunderbolt setzen, die der WO5 allerdings nicht bietet.

Anschlussausstattung

Die I/O-Ausstattung fällt für die Preisklasse solide aus:

  • Video: 2× HDMI 2.0, 1× USB-C (DisplayPort-Alt-Mode), unterstützt bis zu drei Displays mit 4K bei 60 Hz
  • Daten: 4× USB 3.2 Gen 2 Type-A (10 Gbit/s), 1× USB-C
  • Netzwerk: 2,5-Gbit/s-Ethernet, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2
  • Audio: 3,5-mm-Klinkenbuchse

Der 2,5-Gigabit-Ethernet-Port ist ein sinnvolles Detail für Nutzer mit NAS- oder Hochgeschwindigkeitsnetzwerk-Anforderungen. Das Fehlen eines DisplayPorts ist angesichts der Zielgruppe verschmerzbar.

Bezugsquellen und Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Gerät ist bislang ausschließlich in China erhältlich, primär über JD.com . Die Preise:

KonfigurationPreis (Yuan)ca. Euroca. USDMit chinesischer Subvention (ca.)
16 GB RAM, ohne SSD2.699~354 €~378 $~321 $
16 GB RAM, 512 GB SSD3.199~418 €~448 $~381 $

Ein internationaler Launch gilt als wahrscheinlich, da Peladn seine Produkte regelmäßig außerhalb Chinas anbietet – die WO5-Variante mit Ryzen 5 4300U ist bereits über den deutschen Peladn-Shop erhältlich . Für den i5-13500H gibt es jedoch noch keine offizielle Ankündigung für Europa oder Nordamerika.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ambivalent zu bewerten. Auf der Habenseite stehen zwölf CPU-Kerne, 16 GB RAM und drei M.2-Steckplätze zu einem Preis, für den anderswo kaum vergleichbare Mini-PCs mit dieser CPU-Klasse zu finden sind. Auf der Sollseite stehen die nicht erweiterbare RAM-Konfiguration, die ausschließlich integrierte Grafik und die Einschränkung auf einen einzigen PCIe-4.0-Steckplatz. Wer rein CPU-lastige Workloads ohne GPU-Abhängigkeit ausführt – Kompilieren, Datenbankabfragen, Virtualisierung in begrenztem Umfang – findet hier ein sehr günstiges Einstiegsgerät. Wer hingegen Gaming, GPU-beschleunigte Kreativanwendungen oder zukünftige Speichererweiterungen jenseits der drei M.2-Slots benötigt, sollte die Einschränkungen sorgfältig abwägen.

Fazit und Ausblick

Der Peladn WO5 mit Core i5-13500H positioniert sich als ein Mini-PC, der die Stärken der Raptor-Lake-H-Plattform – hohe Multi-Core-Leistung, gute Energieeffizienz im unteren TDP-Bereich, moderne Medien-Engines – in ein extrem kompaktes und preislich attraktives Gehäuse bringt. Die drei M.2-Steckplätze sind ein pragmatisches Alleinstellungsmerkmal, das den Speicherhunger vieler Nutzer ohne externe Gehäuse stillt.

Gleichzeitig markieren der verlötete LPDDR4-Speicher und die ausschließlich integrierte Grafik klare Grenzen. Dies ist kein Allrounder, sondern ein spezialisiertes Arbeitstier für Büro-, Coding- und leichte Kreativlasten. Für diese Zielgruppe ist der Preis – insbesondere mit chinesischer Subvention – äußerst attraktiv. Für alle anderen gilt: Die Einschränkungen sind real, und die Konkurrenz durch Geräte mit erweiterbarem RAM und dedizierter GPU beginnt nur wenig oberhalb dieser Preisklasse.

Ob Peladn das Modell international anbieten wird, bleibt abzuwarten. Die Historie des Herstellers deutet darauf hin, dass eine globale Verfügbarkeit zu einem leicht höheren Preis wahrscheinlich ist . Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach kompakten, leistungsfähigen Arbeitsplatzrechnern – befeuert durch hybride Arbeitsmodelle und platzsparende Home-Office-Setups – dürfte der WO5 mit i5-13500H auch außerhalb Chinas Abnehmer finden, sofern Peladn die Preisgestaltung beibehält und die Zielgruppe präzise adressiert.


Kategorien: hardware-im-test, elektrotechnik

Schlagworte: Peladn WO5, Core i5-13500H, Mini-PC, Raptor Lake, Iris Xe, M.2-Steckplätze, Preis-Leistungs-Verhältnis


Quellen:

  1. Notebookcheck: „Günstiger Mini-PC setzt auf Raptor Lake H und viel Speicher“, 17.09.2026
  2. PConline (太平洋科技): „你的全能桌面搭子!磐镭WO5 13500H迷你主机上新“, 17.09.2026
  3. iXBT.com: „Доступный мини-ПК на Core i5-13500H с тремя слотами для накопителей“, 18.09.2026
  4. Intel Product Specifications: „Intel® Core™ i5-13500H Processor (18M Cache, up to 4.70 GHz)“, abgerufen 2026
  5. Notebookcheck: „Neuer Mini-PC bietet sparsamen AMD-Prozessor“ (Ryzen 5 3500U), 13.09.2026
  6. Bilibili: „磐镭WO5——搭载13500H的办公用迷你主机“, 18.09.2026
  7. abit.ee: „Peladn Launches Budget Mini PC WO5 With Core i5-13500H“, 18.09.2026
  8. Peladn.de: „PELADN WO5 AMD Ryzen 5 4300U MINI PC“, Produktseite
  9. 数码之家: „两千七就能拿下12核i5加三硬盘位,这台国产迷你机又来卷性价比了“, 2026

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