{"id":1774,"date":"2026-03-07T08:20:03","date_gmt":"2026-03-07T07:20:03","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=1774"},"modified":"2026-03-07T08:20:03","modified_gmt":"2026-03-07T07:20:03","slug":"gottfried-schenker-der-mann-der-die-leerfahrten-abschaffte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/gottfried-schenker-der-mann-der-die-leerfahrten-abschaffte\/","title":{"rendered":"Gottfried Schenker \u2013 Der Mann, der die Leerfahrten abschaffte"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie ein Schweizer Querdenker die Logistik neu erfand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Prolog \u2013 Wien 1872, eine Spedition in der Inneren Stadt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Donaumetropole raucht, stampft und w\u00e4chst. Es ist das Jahr der Weltausstellung, und Wien ist das Tor zum Osten. In einem schlichten B\u00fcro in der Inneren Stadt sitzt ein Mann um die drei\u00dfig, Schweizer, geb\u00fcrtig aus D\u00e4niken bei Olten. Er hat Jus studiert, abgebrochen, als Journalist gearbeitet, dann bei der Eisenbahn. Gottfried Schenker heftet einen Brief ab, lehnt sich zur\u00fcck und blickt aus dem Fenster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drau\u00dfen rollen Fuhrwerke durch die Gassen. Pferde\u00e4pfel, Staub, Geschrei. Jeder Wagen ist f\u00fcr einen einzigen Kunden unterwegs. Einer bringt Tuche, der n\u00e4chste Gew\u00fcrze, der dritte Maschinenteile. Sie alle fahren halb leer, manche ganz leer zur\u00fcck. Schenker sieht es und rechnet. Die Zahlen, die ihm durch den Kopf gehen, sind vernichtend: Kilometergeld f\u00fcr Pferd und Kutscher, Zeitverlust, verschwendete Kapazit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er greift zur Feder. Nicht um eine Bestellung zu notieren, sondern um eine Idee zu skizzieren, die alles ver\u00e4ndern wird. Eine Idee so einfach, dass sie genial ist: B\u00fcndeln, was zusammengeh\u00f6rt. Aus vielen kleinen Sendungen einen gro\u00dfen Waggon machen. Die Eisenbahn f\u00fcr die weite Strecke nutzen, die Pferde nur noch f\u00fcrs erste und letzte St\u00fcck. Und das alles aus einer Hand, mit einem Preis, den der Kunde vorher kennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schenker wei\u00df nicht, dass er in diesem Moment die moderne Logistik erfindet. Er will nur eines: die Leerfahrten abschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Mensch \u2013 Der Schlosserjunge, der rechnen konnte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottfried Schenker kam 1842 als Sohn eines Schlossers zur Welt. Eine kinderreiche Familie, kein Geld f\u00fcr gro\u00dfe Spr\u00fcnge. Aber der Junge war hellwach. Er machte die Matura in Aarau, begann in Heidelberg Jura zu studieren, brach ab \u2013 die trockene Aktenarbeit war nicht seins. Stattdessen zog es ihn in die Praxis: Er wurde Journalist, dann Angestellter der Schweizerischen Centralbahn&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Schenker?oldid=28327551\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort, bei der Bahn, ging ihm ein Licht auf. Er sah, was das neue Verkehrsmittel konnte: gro\u00dfe Mengen schnell und preiswert \u00fcber weite Strecken bewegen. Aber er sah auch, was es nicht konnte: die letzte Meile, die T\u00fcr des Kunden, das kleine Dorf abseits der Schiene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Blick ging nach Osten. Wien war der Knoten, an dem die Str\u00e4nge zusammenliefen. Von hier aus lie\u00df sich der Handel mit dem Balkan erschlie\u00dfen, mit dem Osmanischen Reich, mit dem Osten Europas. 1872, mit drei\u00dfig Jahren, wagte er den Sprung. Zusammen mit zwei Partnern gr\u00fcndete er in Wien die Spedition Schenker &amp; Co.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Schenker?oldid=28327551\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war kein Erfinder im technischen Sinne. Er erfand keine Maschine, kein Bauteil, keinen neuen Werkstoff. Er erfand ein System. Und das ist manchmal wertvoller als jedes Zahnrad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Problem \u2013 Der Tarif-Dschungel und die leeren Wagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, was Schenker leistete, muss man das Chaos begreifen, das damals Spedition hie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell dir vor, du bist Kaufmann in Wien und willst eine Kiste mit Mechanikteilen nach Budapest schicken. Du suchst dir einen Fuhrunternehmer. Der kommt mit seinem Pferdewagen, l\u00e4dt die Kiste, f\u00e4hrt los \u2013 und kommt leer zur\u00fcck, wenn er keinen R\u00fcckfracht findet. Die Kosten f\u00fcr die Leerfahrt zahlst du mit, indirekt. Oder du suchst dir einen Spediteur, der dir einen Preis nennt \u2013 aber welcher Preis? Es gab keine festen Tarife. Jede Sendung wurde einzeln ausgehandelt, je nach Tagesform, nach Wetter, nach Laune des Kutschers. Ein undurchdringlicher Dschungel aus willk\u00fcrlichen Zahlen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem war nicht der Transport an sich. Das Problem war die Organisation. Die Zersplitterung. Das Nebeneinander von tausend kleinen Fuhrleuten, die jeder ihr eigenes S\u00fcppchen kochten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann war da noch die Eisenbahn. Sie war schnell und billig, aber sie hielt nur an den Bahnh\u00f6fen. Die letzte Meile \u2013 vom Bahnhof zur T\u00fcr des Kunden \u2013 blieb ein Problem. Und die R\u00fcckfracht blieb ein Problem. Die Waggons rollten oft halb leer durchs Land, weil niemand die kleinen Sendungen zu einer gro\u00dfen b\u00fcndelte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schenker erkannte: Die L\u00f6sung lag nicht in mehr Pferden oder mehr Waggons. Die L\u00f6sung lag in der Kombination. Und in der Berechenbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Bau \/ Die Funktionsweise \u2013 Der Sammelgutverkehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schenkers Idee war so einfach, dass sie heute selbstverst\u00e4ndlich klingt. Aber 1872 war sie revolution\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er nannte es&nbsp;<strong>Sammelgutverkehr<\/strong>. Das Prinzip: Viele kleine Sendungen verschiedener Versender, die alle in die gleiche Richtung wollen, werden gesammelt und zu einer gro\u00dfen Sendung geb\u00fcndelt. Diese gro\u00dfe Sendung \u2013 ein ganzer Eisenbahnwaggon \u2013 rollt auf der Schiene zum Zielbahnhof. Dort wird sie wieder aufgeteilt, und Pferdefuhrwerke bringen die einzelnen St\u00fccke an ihre endg\u00fcltige Adresse&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechnung ging auf: Der Hauptlauf auf der Schiene war billig. Die B\u00fcndelung sparte Platz und Kosten. Und der Kunde bekam alles aus einer Hand \u2013 vom Abholen bis zum Zustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1873, nur ein Jahr nach der Gr\u00fcndung, schickte Schenker den ersten Sammelgutwaggon auf die Reise. Er fuhr von Paris nach Wien. Geladen war, was die feine Wiener Gesellschaft begehrte: Champagner, Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren und andere Luxusartikel f\u00fcr die k.u.k.-Hofgesellschaft&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein Waggon voller Genussmittel, geb\u00fcndelt aus Dutzenden kleinen Sendungen, organisiert von einem Mann, der noch kein Jahr im Gesch\u00e4ft war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber Schenker h\u00f6rte nicht auf. Er trieb die Idee weiter. Er kn\u00fcpfte ein Netz von Niederlassungen: 1874 Budapest, dann Prag, Belgrad, Istanbul&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Schenker?oldid=28327551\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Immer dem Lauf der Waren hinterher, immer dorthin, wo der Handel pulsierte. Ende des 19. Jahrhunderts war Schenker das einzige Unternehmen, das von London bis Istanbul durchgehend kalkulierte Tarife anbieten konnte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein logistisches Imperium, gekn\u00fcpft aus F\u00e4den, die andere nicht einmal sahen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Herzst\u00fcck \u2013 Der fixe Tarif<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eigentliche Genie Schenkers aber lag nicht in der Organisation der Wagen. Es lag in der Organisation der Zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er f\u00fchrte etwas ein, das es vorher nicht gab: einen&nbsp;<strong>fixen Frachttarif f\u00fcr St\u00fcckgut<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute, wo wir Preise googeln und vergleichen, k\u00f6nnen wir kaum ermessen, was das bedeutete. Damals war jeder Transport eine Verhandlungssache. Der Fuhrunternehmer taxierte den Kunden, sch\u00e4tzte ab, was er verlangen konnte. Der Kaufmann hatte keine Grundlage, keine Vergleichszahlen, keine Sicherheit. Schenker schaffte das ab. Er legte fest: F\u00fcr diese Strecke, f\u00fcr dieses Gewicht, f\u00fcr diese Ware gilt dieser Preis. Klipp und klar. Kein Feilschen, kein \u00dcberraschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war nicht nur fair. Das war klug. Denn der feste Tarif schuf Vertrauen. Und Vertrauen schaffte Kunden. In einem Meer von Willk\u00fcr war Schenkers Preis der Leuchtturm, an dem man sich orientieren konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eLicht in den Tarif-Dschungel\u201c \u2013 so nannte es sp\u00e4ter die Fachpresse&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein sch\u00f6nes Bild. Aber es war mehr als Licht. Es war ein Versprechen: Du kannst dich auf mich verlassen. Ich sage dir vorher, was es kostet, und dabei bleibt es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das war die eigentliche Erfindung. Nicht der Waggon. Nicht die Schiene. Die Idee, dass Logistik berechenbar sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Ende \u2013 Vom Pionier zum Weltkonzern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottfried Schenker starb am 26. November 1901 in Wien. Er wurde 59 Jahre alt&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Schenker?oldid=28327551\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sein Grab liegt auf dem Heiligenst\u00e4dter Friedhof, nicht weit von dem Ort, an dem er sein Lebenswerk aufbaute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was er hinterlie\u00df, war ein Unternehmen mit 32 Niederlassungen in 13 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein Netz, das von der Nordsee bis zum Bosporus reichte. Und ein Prinzip, das bis heute gilt: Von Haus zu Haus aus einer Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte endet hier nicht. Schenkers Firma wuchs weiter, wurde mehrfach verkauft, landete schlie\u00dflich bei der Deutschen Bahn. Heute ist Schenker einer der gr\u00f6\u00dften Logistikdienstleister der Welt: rund 91.000 Mitarbeiter, 2.000 Standorte, global unterwegs&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein Gigant, gewachsen aus der Idee eines Schweizers, der die Leerfahrten nicht mehr ertragen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Gr\u00f6\u00dfe ist nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, dass das Prinzip lebt. Jedes Mal, wenn heute ein Paketdienst mehrere Sendungen in einen Transporter packt, arbeitet er nach Schenkers Idee. Jedes Mal, wenn ein Logistiker einen festen Preis nennt, folgt er Schenkers Spur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2010 wurde Gottfried Schenker postum in die&nbsp;<strong>Logistics Hall of Fame<\/strong>&nbsp;aufgenommen. Die Begr\u00fcndung der Jury: Er habe vor fast 150 Jahren ein Transportsystem geschaffen, das bis heute Bestand habe und zu den Meilensteinen der Logistik gez\u00e4hlt werden m\u00fcsse&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Er reiht sich ein in die Riege der Gro\u00dfen: neben Malcom McLean, dem Vater des Containers, neben William Tunner, dem Organisator der Berliner Luftbr\u00fccke, neben Taiichi Ohno, dem Erfinder des Just-in-time-Prinzips&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein schlechter Platz f\u00fcr einen Schlosserjungen aus D\u00e4niken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Epilog \u2013 Was bleibt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sa\u00df neulich in einem Regionalzug, irgendwo zwischen Frankfurt und K\u00f6ln. Gegen\u00fcber ein Paketfahrer, Feierabend, die gelbe Jacke \u00fcber der Lehne. Er bl\u00e4tterte in seinen Lieferzetteln. \u201eMorgen wieder volle H\u00fctte\u201c, murmelte er. \u201eAber besser voll als leer.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich musste an Schenker denken. An den Mann, der vor 150 Jahren genau das dachte. Der den leeren Raum im Wagen nicht ertragen konnte und etwas dagegen tat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt von ihm? Keine Maschine, die man im Museum bestaunen kann. Kein Bauwerk, das seinen Namen tr\u00e4gt. Aber ein Prinzip. Eine Haltung. Die Idee, dass man Dinge besser machen kann, indem man sie anders denkt. Nicht gr\u00f6\u00dfer, nicht schneller, nicht lauter. Sondern kl\u00fcger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schenker hat die Logistik nicht erfunden. Aber er hat sie denkbar gemacht. Er hat aus einem Haufen von Fuhrleuten eine Branche gemacht. Aus Willk\u00fcr Berechenbarkeit. Aus Leerfahrten volle Wagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn heute ein Paket p\u00fcnktlich kommt, wenn der Preis stimmt, wenn alles klappt \u2013 dann ist das auch sein Verdienst. Unsichtbar, ungenannt, aber da. So wie die Schiene unter dem Zug, auf dem ich sitze. Man sieht sie nicht. Aber ohne sie ginge nichts.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Darstellung st\u00fctzt sich auf folgende Quellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wikipedia-Artikel \u201eGottfried Schenker\u201c<\/strong>\u00a0(Version vom 25. Februar 2007) \u2013 enth\u00e4lt biografische Grunddaten zu Geburt, Studium, Abbruch und ersten beruflichen Stationen sowie die Gr\u00fcndung in Wien\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried_Schenker?oldid=28327551\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>LOGISTIK express \/ MJR MEDIA: \u201eGottfried Schenker zieht in die Logistik Hall of Fame ein\u201c<\/strong>\u00a0(13. Oktober 2010) \u2013 ausf\u00fchrliche Darstellung der Aufnahme in die Ruhmeshalle, des Prinzips des Sammelgutverkehrs, des ersten Waggons Paris\u2013Wien (1873) mit detaillierter Ladungsaufstellung (Champagner, Cognac, Modewaren) sowie der fixen Tarife\u00a0<a href=\"https:\/\/www.logistik-express.com\/gottfried-schenker-zieht-in-die-logistik-hall-of-fame-ein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Eurotransport \/ Transportwelt: \u201eGottfried Schenker posthum geehrt\u201c<\/strong>\u00a0(13. Oktober 2010) \u2013 Best\u00e4tigung der Kernfakten zum Sammelgutverkehr, zur Tarifeinf\u00fchrung und zu den aktuellen Unternehmenszahlen (91.000 Mitarbeiter, 2.000 Standorte)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eurotransport.de\/logistik\/spedition-und-logistik\/fahrzeuge-gottfried-schenker-posthum-geehrt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wikipedia-Artikel \u201eThurn und Taxis\u201c<\/strong>\u00a0\u2013 erg\u00e4nzend herangezogen f\u00fcr die historische Einordnung fr\u00fcher Kurierdienste als Kontrast zu Schenkers systemischer Innovation\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thurn_und_Taxis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Informationen zur ersten AutoStore-Installation (2005 bei Elotec) stammen aus dem Fachbeitrag von&nbsp;<strong>Element Logic \u201e20 Jahre Innovation: Die weltweit erste AutoStore-Installation bei Elotec\u201c<\/strong>&nbsp;(29. September 2025)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.elementlogic.net\/de\/news\/20-jahre-innovation-die-weltweit-erste-autostore-installation-bei-elotec\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;sowie aus der Ank\u00fcndigung der Aufnahme Hattelands und Hognalands in die Logistics Hall of Fame durch die&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/fritz-medal.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">fritz-medal.net<\/a><\/strong>&nbsp;<a href=\"http:\/\/fritz-medal.net\/de\/blog-de\/cube-storage-pioniere-ziehen-in-die-logistics-hall-of-fame-ein\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Darstellung der DHL-Boote in Lagos folgt den Berichten von&nbsp;<strong>TRANSPORT &#8211; die Zeitung f\u00fcr den G\u00fcterverkehr<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/transport-online.de\/galerien\/dhl-group-zustellung-gondel-seilbahn-oder-boot-fotostrecke-178831.html?galerie=3&amp;page=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und&nbsp;<strong>Logistik Heute<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/logistik-heute.de\/galerien\/venedig-zugspitze-niger-delta-wie-dhl-schwer-zugaenglichen-orten-pakete-zustellt-207861.html?galerie=1#galerie-anchor\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein Schweizer Querdenker die Logistik neu erfand Prolog \u2013 Wien 1872, eine Spedition in der Inneren Stadt Die Donaumetropole raucht, stampft und w\u00e4chst. Es ist das Jahr der Weltausstellung, und Wien ist das Tor zum Osten. 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