{"id":2178,"date":"2026-03-14T10:56:42","date_gmt":"2026-03-14T09:56:42","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2178"},"modified":"2026-03-14T10:56:42","modified_gmt":"2026-03-14T09:56:42","slug":"flemings-verschimmelte-petrischale-vom-urlaubsgluck-zur-antibiotika-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/flemings-verschimmelte-petrischale-vom-urlaubsgluck-zur-antibiotika-revolution\/","title":{"rendered":"Flemings verschimmelte Petrischale: Vom Urlaubsgl\u00fcck zur Antibiotika-Revolution"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der Medizin ist reich an Mythen, doch wenige sind so hartn\u00e4ckig und zugleich so facettenreich wie die Entdeckung des Penicillins. Sie liest sich wie ein Drehbuch: Ein unordentlicher Professor f\u00e4hrt in den Urlaub, vergisst eine Bakterienkultur auf der Arbeitsbank, und ein Schimmelpilz aus der Luft vollbringt das Wunder, das Millionen Menschen retten wird. Die Realit\u00e4t, die der schottische Bakteriologe Alexander Fleming selbst stets mit seinem trockenen Humor kommentierte, ist jedoch komplexer, lehrreicher und wirft ein Schlaglicht auf die Natur des wissenschaftlichen Fortschritts. Es ist eine Geschichte \u00fcber Disziplin und Chaos, \u00fcber Beobachtungsgabe und Zufall, \u00fcber fr\u00fche Visionen und sp\u00e4te Anerkennung \u2013 und nicht zuletzt \u00fcber die Schattenseiten eines der gr\u00f6\u00dften Triumple der Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Unfall im Labor: Vom \u00c4rgernis zur Sensation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Jahrhundertwende steckte die wissenschaftliche Medizin noch in den Kinderschuhen. Zwar waren die Ursachen von Infektionen durch die Arbeit von Louis Pasteur und Robert Koch bekannt, doch eine wirksame Behandlung gegen die oft t\u00f6dlich verlaufenden Krankheiten fehlte. Als junger Arzt hatte Alexander Fleming im Ersten Weltreich die Sinnlosigkeit der damaligen Mittel erlebt. Antiseptika wie Karbols\u00e4ure, die auf offene Wunden gegeben wurden, zerst\u00f6rten die k\u00f6rpereigenen Abwehrzellen oft schneller als die Bakterien selbst&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Erfahrung brannte sich in sein Ged\u00e4chtnis ein und trieb seine Forschung an: die Suche nach einer Substanz, die Bakterien unsch\u00e4dlich macht, ohne den menschlichen K\u00f6rper zu vergiften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 1922 gelang Fleming ein erster wichtiger Fund. Er entdeckte das Lysozym, ein Enzym in Tr\u00e4nenfl\u00fcssigkeit und Nasensekret, das Bakterien aufl\u00f6sen konnte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/alexander-fleming-1881-1955-penicillin-c7b23327-bccf-4e83-953c-ab128eb6d913#comments\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Euphorie w\u00e4hrte jedoch nicht lange: Lysozym war zwar interessant, aber gegen gef\u00e4hrliche Krankheitserreger weitgehend wirkungslos. Fleming suchte weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ber\u00fchmte &#8222;Unfall&#8220; ereignete sich im September 1928. Fleming, damals stellvertretender Leiter des Labors am St. Mary&#8217;s Hospital in London, hatte vor seiner Abreise in den Sommerurlaub zahlreiche Petrischalen mit Staphylokokken-Kulturen beimpft. Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung der &#8222;schottischen Schlamperei&#8220;, die gerne als Grund angef\u00fchrt wird, war es wohl eher die schiere Menge an Kulturen, die sein Labor \u00fcberflutete, dass einige Schalen ungereinigt auf einer Bank liegen blieben&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/medizingeschichten-alexander-fleming-entdecker-des-penicillins\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/mdr-kommentare.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/penicillin-viagra-roentgen-dialyse-nobelpreis-medizingeschichte-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Als er Ende September zur\u00fcckkehrte, fiel ihm unter vielen anderen eine Schale besonders auf. Ein blaugr\u00fcner Schimmelpilz, sp\u00e4ter als&nbsp;<em>Penicillium notatum<\/em>&nbsp;identifiziert, hatte sich darin ausgebreitet. Das eigentlich Interessante war jedoch die Ver\u00e4nderung in der Bakterienkolonie rund um den Pilz: Die Staphylokokken hatten sich &#8222;aufgel\u00f6st&#8220;, sie waren durchsichtig und glasig geworden. Um den Schimmel herum hatte sich eine klare Zone gebildet&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo ein anderer Forscher die verdorbene und kontaminierte Kultur angewidert entsorgt h\u00e4tte, erkannte Fleming das Potenzial des Ph\u00e4nomens. Seine langj\u00e4hrige Erfahrung mit Antibakteriellen Substanzen, insbesondere seine Entt\u00e4uschung mit dem Lysozym, hatte seinen Blick gesch\u00e4rft. &#8222;H\u00e4tte ich nicht meine fr\u00fchere Erfahrung mit Lysozym gemacht, dann h\u00e4tte ich die Platten vermutlich einfach weggeworfen&#8220;, schrieb er sp\u00e4ter&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es war also nicht nur der Zufall, sondern vor allem die&nbsp;<strong>vorbereitete Wahrnehmung<\/strong>, die aus einem \u00e4rgerlichen Missgeschick eine wissenschaftliche Sensation werden lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Schimmelpilz zum Wundermittel: Ein steiniger Weg<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fleming z\u00fcchtete den Pilz weiter und fand heraus, dass die von ihm produzierte gelbliche Br\u00fche, die er &#8222;Penicillin&#8220; taufte, eine erstaunliche Eigenschaft besa\u00df: Sie t\u00f6tete eine ganze Reihe von gef\u00e4hrlichen Bakterien ab, darunter die Erreger von Diphtherie, Scharlach, Lungenentz\u00fcndung und Gonorrh\u00f6, ohne dabei die wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen zu sch\u00e4digen \u2013 ein entscheidender Fortschritt gegen\u00fcber den damaligen Antiseptika&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/meilenstein-der-medizingeschichte?tx_felogin_pi1%5bforgot%5d=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. 1929 ver\u00f6ffentlichte er seine Ergebnisse im&nbsp;<em>British Journal of Experimental Pathology<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dann kam die Ern\u00fcchterung. Die Aufmerksamkeit der Fachwelt war gering. Der Hauptgrund: Penicillin erwies sich als \u00e4u\u00dferst instabil und schwierig zu isolieren. Flemings Versuche, den Wirkstoff anzureichern und zu reinigen, schlugen fehl. Innerhalb weniger Tage verlor die &#8222;Pilzbr\u00fche&#8220; ihre Wirksamkeit. F\u00fcr eine medizinische Anwendung, so schien es, war sie v\u00f6llig ungeeignet. Resigniert gab Fleming seine Versuche um 1930 auf. Penicillin geriet f\u00fcr ein Jahrzehnt in die zweite Reihe der wissenschaftlichen Forschung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es fehlte schlicht das chemische und biochemische Wissen, um aus einem vielversprechenden Naturph\u00e4nomen ein anwendbares Medikament zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Impuls kam Ende der 1930er-Jahre aus Oxford. Der australische Pathologe Howard Florey und der deutsch-j\u00fcdische Biochemiker Ernst Boris Chain suchten systematisch nach antibakteriellen Substanzen und stie\u00dfen bei der Durchsicht alter Literatur auf Flemings Arbeit&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Mit einem Team, zu dem der geniale Verfahrenstechniker Norman Heatley geh\u00f6rte, gelang es ihnen, ein Verfahren zu entwickeln, um Penicillin zu extrahieren und zu stabilisieren. 1940 war der Durchbruch im Tierversuch gelungen: Mit Penicillin behandelte M\u00e4use \u00fcberlebten eine t\u00f6dliche Infektion, die unbehandelten starben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Einsatz am Menschen im Jahr 1941 war ein dramatisches Beispiel f\u00fcr Fortschritt und Trag\u00f6die zugleich. Der Polizist Albert Alexander hatte sich an einem Rosendorn verletzt und lag mit einer lebensbedrohlichen Sepsis im Sterben. Nach der Verabreichung von Penicillin besserte sich sein Zustand dramatisch. Doch der Vorrat an dem kostbaren Medikament war ersch\u00f6pft. Es gelang nicht, schnell genug neues Penicillin zu gewinnen, und der Patient verstarb&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieser Fall zeigte eindringlich sowohl das ungeheure Potenzial als auch das dr\u00e4ngendste Problem: Ohne ein Verfahren zur Massenproduktion blieb Penicillin eine wissenschaftliche Kuriosit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Krieg als Katalysator: Die industrielle Revolution des Penicillins<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zweite Weltkrieg wurde zum entscheidenden Katalysator. Die Notwendigkeit, verwundete Soldaten vor Wundinfektionen und Wundbrand zu sch\u00fctzen, war enorm. Gro\u00dfbritannien, im Krieg gegen Deutschland schwer umk\u00e4mpft, fehlten die industriellen Kapazit\u00e4ten. Florey und Heatley reisten deshalb in die USA, um die dortige Pharmaindustrie und Regierung f\u00fcr das Projekt zu gewinnen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.apotheke-adhoc.de\/nachrichten\/detail\/pharmazie\/antibiotika-alexander-fleming-wunderwaffe-durch-zufall\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was folgte, war eine beispiellose Kraftanstrengung von Wissenschaft und Industrie. Amerikanische Forscher und Unternehmen wie Pfizer, Merck und Squibb optimierten den Produktionsprozess grundlegend. Ein entscheidender Schritt war die Suche nach einem ertragreicheren Pilzstamm. Weltweit wurden Proben gesammelt, von verschimmeltem Obst und Gem\u00fcse bis hin zu Erde. Der Superproduzent wurde schlie\u00dflich auf einem Markt in Peoria, Illinois, gefunden: eine verschimmelte Cantaloupe-Melone, die einen Stamm von&nbsp;<em>Penicillium chrysogenum<\/em>&nbsp;beherbergte, der siebzigmal mehr Penicillin produzierte als Flemings urspr\u00fcnglicher Pilz&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/pilze-und-gespiegelte-formen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In Kombination mit neuen Fermentationstechniken, der sogenannten&nbsp;<strong>Submersfermentation<\/strong>, bei der der Pilz in riesigen Tanks in der N\u00e4hrl\u00f6sung w\u00e4chst, wurde die industrielle Massenproduktion m\u00f6glich&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zur Invasion in der Normandie 1944 wurde Penicillin bereits standardm\u00e4\u00dfig bei den alliierten Truppen eingesetzt. Es rettete unz\u00e4hligen Soldaten das Leben und revolutionierte die Behandlung von Geschlechtskrankheiten. 1945 erhielten Fleming, Florey und Chain gemeinsam den Nobelpreis f\u00fcr Medizin. Fleming, der zeitlebens die Bedeutung seiner Entdeckerleistung bescheiden herunterspielte (&#8222;Ich habe Penicillin nicht erfunden, die Natur hat das getan&#8220;), wurde gefeiert, w\u00e4hrend die eigentlichen &#8222;Entwickler&#8220; Florey und Chain im Schatten des Ruhms standen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/alexander-fleming-1881-1955-penicillin-c7b23327-bccf-4e83-953c-ab128eb6d913#comments\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/medizingeschichten-alexander-fleming-entdecker-des-penicillins\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verm\u00e4chtnis mit Schatten: Die \u00c4ra der Antibiotika und die Krise der Resistenzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einf\u00fchrung des Penicillins markierte den Beginn der&nbsp;<strong>\u00c4ra der Antibiotika<\/strong>. Krankheiten wie Syphilis, Lungenentz\u00fcndung oder Kindbettfieber, die \u00fcber Jahrtausende hinweg Todesurteile waren, verloren ihren Schrecken. Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg rasant an. Die moderne Chirurgie, die Transplantationsmedizin und die Krebstherapie, die das Immunystem schw\u00e4chen, w\u00e4ren ohne die M\u00f6glichkeit, Infektionen zu kontrollieren, undenkbar&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch schon in seiner Nobelpreisrede 1945 schlug Fleming warnende T\u00f6ne an. Er erkannte die Gefahr, dass Penicillin durch falsche oder zu geringe Dosierung Bakterien resistent machen k\u00f6nnte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Warnung war prophetisch. Bakterien sind Meister der Anpassung; ihre kurzen Generationszeiten erlauben es ihnen, rasant auf Selektionsdruck zu reagieren. Die Produktion von Enzymen wie Penicillinase (auch Betalactamase genannt), die das Penicillin-Molek\u00fcl zerst\u00f6ren, ist nur ein Beispiel f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Resistenzmechanismen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist die&nbsp;<strong>Antibiotikaresistenz<\/strong>&nbsp;eine der gr\u00f6\u00dften globalen Gesundheitskrisen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.apotheke-adhoc.de\/nachrichten\/detail\/pharmazie\/antibiotika-alexander-fleming-wunderwaffe-durch-zufall\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der \u00fcberm\u00e4\u00dfige und oft unn\u00f6tige Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin, aber vor allem auch in der Massentierhaltung, hat diesen Prozess massiv beschleunigt. Multiresistente Keime (MRSA, ESBL-Bildner) sind zur t\u00f6dlichen Bedrohung in Krankenh\u00e4usern geworden. Die Forschung hat die Entwicklung neuer Antibiotika jahrzehntelang vernachl\u00e4ssigt, da sie f\u00fcr Pharmafirmen wirtschaftlich unattraktiv ist \u2013 ein neues Antibiotika sollte m\u00f6glichst selten und nur im Notfall eingesetzt werden, was schlecht f\u00fcrs Gesch\u00e4ft ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte von Flemings Urlaub und der verschimmelten Petrischale ist also weit mehr als eine Anekdote. Sie ist eine Fallstudie \u00fcber das Wesen der Entdeckung, die eine seltene Mischung aus Zufall, Neugier, Vorbereitung und Beharrlichkeit erfordert. Sie zeigt, dass der Weg von der Idee zum medizinischen Segen ein hochkomplexer, arbeitsteiliger Prozess ist, der erst durch das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen und den Druck eines Weltkriegs zum Erfolg gef\u00fchrt wurde. Und sie ist eine eindringliche Mahnung an den Fortschritt, der oft einen Schatten wirft. Der Sieg \u00fcber die Bakterien war nie endg\u00fcltig, er gleicht eher einer Waffenruhe in einem endlosen Wettr\u00fcsten. Flemings Entdeckung hat uns eine lebensrettende Waffe an die Hand gegeben \u2013 doch der sorgsame Umgang mit ihr entscheidet dar\u00fcber, ob sie eines Tages wieder stumpf wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/alexander-fleming-1881-1955-penicillin-c7b23327-bccf-4e83-953c-ab128eb6d913#comments\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Goddemeier, C. (2006). Alexander Fleming (1881\u20131955): Penicillin.&nbsp;<em>Deutsches \u00c4rzteblatt<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/alexander-fleming-1881-1955-penicillin-c7b23327-bccf-4e83-953c-ab128eb6d913\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">aerzteblatt.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Gie\u00dfen, H. (2003). 75 Jahre Penicillin.&nbsp;<em>Pharmazeutische Zeitung<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/pharm7-37-2003\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">pharmazeutische-zeitung.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/drugs.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Drugs.com<\/a>.&nbsp;(2025). Who discovered Penicillin and why does it still matter today?&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/medical-answers\/who-discovered-penicillin-why-matter-today-3581262\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">drugs.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/pilze-und-gespiegelte-formen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Scinexx. (2025). Pilze und gespiegelte Formen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/pilze-und-gespiegelte-formen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">scinexx.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Schettler, E. (2013). Gl\u00fccksfall einer verdorbenen Bakterienkultur.&nbsp;<em>PTA-Forum<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pta-forum.de\/ausgabe-102013\/gluecksfall-einer-verdorbenen-bakterienkultur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">pta-forum.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/medizingeschichten-alexander-fleming-entdecker-des-penicillins\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Regner, A. (2021). Medizingeschichten: Alexander Fleming, Entdecker des Penicillins.&nbsp;<em>Die PTA<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/medizingeschichten-alexander-fleming-entdecker-des-penicillins\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">diepta.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/meilenstein-der-medizingeschichte?tx_felogin_pi1%5bforgot%5d=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Stumpf, H. (2014). Meilenstein der Medizingeschichte.&nbsp;<em>Die PTA in der Apotheke<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.diepta.de\/news\/meilenstein-der-medizingeschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">diepta.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.apotheke-adhoc.de\/nachrichten\/detail\/pharmazie\/antibiotika-alexander-fleming-wunderwaffe-durch-zufall\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Apotheke Adhoc. (2015). Alexander Fleming: Wunderwaffe durch Zufall.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.apotheke-adhoc.de\/nachrichten\/detail\/pharmazie\/antibiotika-alexander-fleming-wunderwaffe-durch-zufall\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">apotheke-adhoc.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/mdr-kommentare.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/penicillin-viagra-roentgen-dialyse-nobelpreis-medizingeschichte-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Kelch, J. (2022). Penicillin, R\u00f6ntgenstrahlen und Viagra: Meilensteine der Medizin mit und ohne Nobelpreis.&nbsp;<em>MDR<\/em>.&nbsp;<a href=\"http:\/\/mdr-kommentare.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/penicillin-viagra-roentgen-dialyse-nobelpreis-medizingeschichte-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mdr-kommentare.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de\/wunderwaffen-mit-schattenseiten\/?id=impressum_pta\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;PTA-Forum. (2019). Antibiotika: Wunderwaffen mit Schattenseiten.&nbsp;<em>Pharmazeutische Zeitung<\/em>.&nbsp;<a href=\"https:\/\/ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de\/wunderwaffen-mit-schattenseiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Medizin ist reich an Mythen, doch wenige sind so hartn\u00e4ckig und zugleich so facettenreich wie die Entdeckung des Penicillins. Sie liest sich wie ein Drehbuch: Ein unordentlicher Professor f\u00e4hrt in den Urlaub, vergisst eine Bakterienkultur auf der Arbeitsbank, und ein Schimmelpilz aus der Luft vollbringt das Wunder, das Millionen Menschen retten wird. 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