{"id":2274,"date":"2026-03-18T17:41:01","date_gmt":"2026-03-18T16:41:01","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2274"},"modified":"2026-03-18T17:41:01","modified_gmt":"2026-03-18T16:41:01","slug":"vom-schrecken-des-netzes-zum-gefeierten-professor-die-zwei-leben-des-robert-tappan-morris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/vom-schrecken-des-netzes-zum-gefeierten-professor-die-zwei-leben-des-robert-tappan-morris\/","title":{"rendered":"Vom Schrecken des Netzes zum gefeierten Professor: Die zwei Leben des Robert Tappan Morris"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Novembertag im Jahr 1988 ver\u00e4ndert die digitale Welt f\u00fcr immer. Ein kleiner Programmierfehler eines 23-j\u00e4hrigen Studenten legt das gerade erst entstehende Internet lahm, infiziert tausende Rechner und wirft die Frage auf, wie verwundbar diese neue Vernetzung wirklich ist. Der Urheber dieser beispiellosen Attacke war Robert Tappan Morris. Doch w\u00e4hrend sein Name f\u00fcr immer mit dem ersten Computerwurm der Geschichte verbunden sein wird, ist die Geschichte seines Lebens damit nicht zu Ende \u2013 sie nimmt eine \u00fcberraschende Wendung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Der S\u00fcndenfall des jungen Genies<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellen Sie sich eine digitale Welt ohne Virenscanner, Firewalls oder Sicherheitsupdates vor. Eine Welt, in der das Netz ein vertrauensvoller, fast idyllischer Ort f\u00fcr den Austausch zwischen Universit\u00e4ten und Forschungseinrichtungen ist. In diese Welt, die man heute als das &#8220; digitale Mayberry&#8220; bezeichnen k\u00f6nnte&nbsp;<a href=\"https:\/\/smartermsp.com\/tech-time-warp-morris-worm-internet-security\/?share=facebook#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, platzte am 2. November 1988 eine kleine Programmierarbeit eines Studenten der Cornell University. Robert Tappan Morris, Sohn des renommierten Kryptografen und NSA-Wissenschaftlers Robert Morris Sr., setzte einen Code in Umlauf, der als &#8222;Morris Worm&#8220; in die Annalen der Technikgeschichte eingehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was als harmloser Versuch gedacht war, das gerade erst entstehende Internet zu vermessen und auf seine Sicherheitsl\u00fccken hinzuweisen, geriet zu einem veritablen digitalen Desaster&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/webarchiveweb.wayback.bac-lac.canada.ca\/web\/20151105142845\/https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein verh\u00e4ngnisvoller Programmierfehler lie\u00df den Wurm au\u00dfer Kontrolle geraten. Er reproduzierte sich nicht, wie geplant, gem\u00e4chlich, sondern exponentiell und verwandelte infizierte Rechner in hilflose, \u00fcberlastete Maschinen. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit waren etwa 10% der damals rund 60.000 an das Internet angeschlossenen Rechner lahmgelegt oder schwer beeintr\u00e4chtigt \u2013 darunter Systeme an Eliteuniversit\u00e4ten wie MIT und Harvard, milit\u00e4rische Einrichtungen und Forschungslabore&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.upi.com\/Archives\/1988\/11\/05\/Cornell-University-said-today-the-nations-worst-ever-case-of\/1076594709200\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerworld.com\/article\/1364682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/groups.csail.mit.edu\/mac\/classes\/6.805\/articles\/morris-worm.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die wirtschaftlichen Sch\u00e4den wurden sp\u00e4ter auf bis zu 10 Millionen US-Dollar gesch\u00e4tzt&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Morris, der den Wurm vom MIT aus startete, um seine Spur zu verwischen, wurde schnell \u00fcberf\u00fchrt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.upi.com\/Archives\/1988\/11\/05\/Cornell-University-said-today-the-nations-worst-ever-case-of\/1076594709200\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sein Vater \u00e4u\u00dferte sich \u00f6ffentlich und betonte, dass sein Sohn wohl keine b\u00f6swillige Absicht gehabt habe&nbsp;<a href=\"https:\/\/tvnews.vanderbilt.edu\/broadcasts\/560052\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Doch das war nur der Auftakt einer Geschichte, die Morris vom ersten Verurteilten des neu geschaffenen &#8222;Computer Fraud and Abuse Act&#8220; (CFAA) zu einem der angesehensten Informatiker seiner Generation und einer festen Gr\u00f6\u00dfe im Silicon Valley werden lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hauptteil<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Initialz\u00fcndung: Der Wurm und sein Sch\u00f6pfer<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Tappan Morris war kein gew\u00f6hnlicher Student. Aufgewachsen in einer Familie, in der die Grundlagen des modernen Computings (wie Unix) mitentwickelt wurden, war ihm Technik in die Wiege gelegt&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/baike.baidu.com\/item\/%E7%BD%97%E4%BC%AF%E7%89%B9%C2%B7%E8%8E%AB%E9%87%8C%E6%96%AF\/17955026?fromModule=lemma_inlink\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sein Vater, Robert Morris Sr., war nicht nur bei den Bell Labs, sondern sp\u00e4ter auch leitender Wissenschaftler am National Computer Security Center, einer Abteilung der NSA&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Sohn hatte also nicht nur Zugang zu exzellentem Wissen, sondern auch zu einem tiefen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sicherheitsarchitekturen von Netzwerken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von ihm entwickelte Wurm war ein Meisterst\u00fcck an technischer Finesse. Er nutzte gleich drei verschiedene Einfallstore, um sich zu verbreiten&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/webarchiveweb.wayback.bac-lac.canada.ca\/web\/20151105142845\/https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/wayback.archive-it.org\/all\/20130201195359\/http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Sicherheitsl\u00fccke im Debug-Modus des weit verbreiteten E-Mail-Programms\u00a0<strong>Sendmail<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li>Einen\u00a0<strong>Puffer\u00fcberlauf<\/strong>\u00a0im &#8222;fingerd&#8220;-Dienst, der es erlaubte, Informationen \u00fcber Nutzer abzufragen.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Programm namens\u00a0<strong>rexec\/rsh<\/strong>, das es Rechnern erlaubte, einander ohne Passwort zu vertrauen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Genialit\u00e4t lag jedoch in seinem heuristischen Kern. Der Wurm war so programmiert, dass er pr\u00fcfte, ob ein Rechner bereits infiziert war. Um einer Entdeckung durch falsche Positivmeldungen zu entgehen, ignorierte Morris diesen Check jedoch in 14% der F\u00e4lle und infizierte den Rechner trotzdem&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieser Mechanismus, der die Widerstandsf\u00e4higkeit des Wurms erh\u00f6hen sollte, wurde zu seinem Verh\u00e4ngnis. Die exponentielle Vermehrung f\u00fchrte zu einer solchen Systemlast, dass die befallenen Rechner praktisch nicht mehr nutzbar waren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Erwachen des Internets und ein historisches Urteil<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Panik, die der Wurm ausl\u00f6ste, war enorm. Teams von Programmierern an der UC Berkeley und dem MIT arbeiteten fieberhaft an Gegenma\u00dfnahmen, w\u00e4hrend viele betroffene Einrichtungen ihre Netzverbindungen komplett kappten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern&nbsp;<a href=\"https:\/\/groups.csail.mit.edu\/mac\/classes\/6.805\/articles\/morris-worm.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Inmitten dieses Chaos schickte Morris anonym eine Nachricht von der Harvard University mit einer Anleitung, wie der Wurm zu stoppen sei \u2013 doch die Nachricht kam aufgrund der \u00fcberlasteten Netze zu sp\u00e4t&nbsp;<a href=\"https:\/\/groups.csail.mit.edu\/mac\/classes\/6.805\/articles\/morris-worm.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folgen f\u00fcr Morris waren gravierend. 1989 wurde er angeklagt und 1990 im Prozess &#8222;United States v. Morris&#8220; zu drei Jahren auf Bew\u00e4hrung, 400 Stunden gemeinn\u00fctziger Arbeit und einer Geldstrafe von 10.050 US-Dollar verurteilt&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerworld.com\/article\/1364682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/groups.csail.mit.edu\/mac\/classes\/6.805\/articles\/morris-worm.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Er war der erste Mensch, der jemals nach dem 1986 erlassenen &#8222;Computer Fraud and Abuse Act&#8220; verurteilt wurde \u2013 ein Gesetz, das bis heute die Grundlage f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Computerkriminalit\u00e4t in den USA bildet und oft im Zentrum kontroverser Debatten steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Urteilsbegr\u00fcndung und das Verfahren offenbarten eine tiefe Ambivalenz. Morris\u2018 Anw\u00e4lte argumentierten, er habe nur auf die Sicherheitsprobleme aufmerksam machen wollen. Das Gericht sah dies \u00e4hnlich, verurteilte ihn jedoch f\u00fcr seine Fahrl\u00e4ssigkeit&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Unterscheidung zwischen&nbsp;<strong>gut gemeinter, aber katastrophal ausgef\u00fchrter Forschung und b\u00f6swilliger Sabotage<\/strong>&nbsp;pr\u00e4gt die Wahrnehmung seiner Tat bis heute. &#8222;Considering what others have done since then, I think the penalty he got was too harsh&#8220;, so der renommierte Sicherheitsexperte Gene Spafford Jahre sp\u00e4ter. &#8222;I think he should even be considered for a pardon&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.computerworld.com\/article\/1364682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rehabilitation und Aufstieg: Vom Verurteilten zum Vision\u00e4r<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Urteil kehrte Morris der \u00d6ffentlichkeit den R\u00fccken zu \u2013 aber nicht der Wissenschaft. Er promovierte an der Harvard University mit einer Arbeit \u00fcber &#8222;Scalable TCP Congestion Control&#8220;, einem Thema, das sich mit der Stabilit\u00e4t und Effizienz von Netzwerken befasst&nbsp;<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/webarchiveweb.wayback.bac-lac.canada.ca\/web\/20151105142845\/https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Er ging dorthin, wo er als Denker und Entwickler am besten aufgehoben war: zur\u00fcck an die Spitze der Forschung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein weiterer Lebensweg ist eine einzige Erfolgsgeschichte und liest sich wie das Who-is-Who der Tech-Elite:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Der Entrepreneur (1995):<\/strong>\u00a0Zusammen mit seinem Freund Paul Graham gr\u00fcndete er\u00a0<strong>Viaweb<\/strong>, einen der ersten webbasierten Dienste zur Erstellung von Online-Shops\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es war eine bahnbrechende Idee.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Exit (1998):<\/strong>\u00a0Yahoo! erkannte das Potenzial und kaufte Viaweb f\u00fcr\u00a0<strong>49 Millionen US-Dollar<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Technologie wurde zu &#8222;Yahoo! Store&#8220;. Zu Ehren von Morris benannte Graham die zugrundeliegende Programmiersprache\u00a0<strong>RTML (Robert T. Morris Language)<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Akademiker (1999):<\/strong>\u00a0Morris wurde als Professor an das renommierte\u00a0<strong>Massachusetts Institute of Technology (MIT)<\/strong>\u00a0berufen, wo er sich mit Netzwerkarchitekturen, verteilten Systemen und drahtlosen Mesh-Netzwerken besch\u00e4ftigt\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/webarchiveweb.wayback.bac-lac.canada.ca\/web\/20151105142845\/https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. 2006 erhielt er eine\u00a0<strong>Festanstellung (Tenure)<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerworld.com\/article\/1364682\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Super-Angel (2005):<\/strong>\u00a0Gemeinsam mit Paul Graham, Trevor Blackwell und Jessica Livingston gr\u00fcndete er\u00a0<strong>Y Combinator<\/strong>. Diese Start-up-Schmiede wurde zum vielleicht einflussreichsten Brutkasten des Silicon Valley und finanzierte und f\u00f6rderte Unternehmen wie Dropbox, Airbnb, Stripe und Reddit\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Morris ist dort bis heute Partner.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die h\u00f6chsten Weihen:<\/strong>\u00a02014 wurde er zum\u00a0<strong>Fellow der Association for Computing Machinery (ACM)<\/strong>\u00a0ernannt, 2019 folgte die Wahl in die\u00a0<strong>National Academy of Engineering<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Tappan_Morris,_Jr.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit\/Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage &#8222;Was wurde aus Robert Tappan Morris?&#8220; ist eine der bemerkenswertesten Metamorphosen der Technikgeschichte. Er ist nicht nur der &#8222;Wurm-Bastler&#8220;, sondern der Inbegriff eines&nbsp;<strong>Computer Scientists<\/strong>, der die Grenzen des M\u00f6glichen auslotet. Sein Leben ist eine einzige Differenzierung des Begriffs &#8222;Hacker&#8220; im urspr\u00fcnglichen Sinne: als neugieriger T\u00fcftler, der Systeme versteht und erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ironie der Geschichte ist offensichtlich: Der Mann, der das Internet lahmlegte, half mit, die Grundlagen f\u00fcr dessen kommerzielle und soziale Explosion zu legen. Er zeigte, dass ein einziger Fehltritt eine Karriere nicht beenden muss, sofern die Intention nicht b\u00f6sartig war und die F\u00e4higkeiten au\u00dfergew\u00f6hnlich sind. Sein Leben wirft ein Schlaglicht auf ein zentrales Dilemma unserer Zeit: Wie gehen wir mit jenen um, die aus Entdeckergeist handeln und dabei Schaden anrichten? Morris\u2018 Weg von der Verurteilung zu Y Combinator und dem MIT legt nahe, dass die Antwort in der Anerkennung von K\u00f6nnen und der Bereitschaft zur zweiten Chance liegen kann \u2013 eine Debatte, die mit jedem neuen Hacker-Vorfall neu aufflammt. Heute, im Jahr 2025, ist Robert Tappan Morris eine lebende Legende, deren Einfluss auf die digitale Gegenwart gar nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>United States v. Morris (1991),<\/strong>\u00a0928 F.2d 504 (2d Cir. 1991). Das grundlegende Gerichtsurteil, das den Morris-Fall und die Auslegung des CFAA definiert.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Brendan P. Kehoe (2007).<\/strong>\u00a0&#8222;The Robert Morris Internet Worm&#8220;. Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ein zeitgen\u00f6ssischer Bericht \u00fcber den Wurm und seine Auswirkungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wikipedia-Eintrag zu &#8222;Robert Tappan Morris&#8220;<\/strong>. Bietet eine umfassende, belegte Biografie und Zeitleiste seines Lebens.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>UPI-Archiv (5. November 1988).<\/strong>\u00a0&#8222;Cornell University said today the nation&#8217;s worst-ever case of&#8230;&#8220; Zeitgen\u00f6ssische Berichterstattung \u00fcber die ersten Ermittlungen gegen Morris.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Computerworld (30. Oktober 2008).<\/strong>\u00a0&#8222;Where is Robert Morris now?&#8220; Ein R\u00fcckblick zum 20. Jahrestag des Wurms mit Interviews von Zeitzeugen wie Eric Allman, Steve Bellovin und Gene Spafford.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Smarter MSP (2. November 2017).<\/strong>\u00a0&#8222;Tech Time Warp: Morris worm exposes Internet security issues&#8220;. Ein Artikel, der die historische Bedeutung des Wurms f\u00fcr die Entstehung der Cybersecurity-Branche einordnet.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Novembertag im Jahr 1988 ver\u00e4ndert die digitale Welt f\u00fcr immer. Ein kleiner Programmierfehler eines 23-j\u00e4hrigen Studenten legt das gerade erst entstehende Internet lahm, infiziert tausende Rechner und wirft die Frage auf, wie verwundbar diese neue Vernetzung wirklich ist. Der Urheber dieser beispiellosen Attacke war Robert Tappan Morris. Doch w\u00e4hrend sein Name f\u00fcr immer mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[40,18,19,32],"tags":[],"class_list":["post-2274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-denkwerkzeuge","category-im-kopf-methoden-werkzeuge","category-im-ruckspiegel","category-techarchaologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2274"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2274\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}