{"id":2276,"date":"2026-03-18T17:42:30","date_gmt":"2026-03-18T16:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2276"},"modified":"2026-03-18T17:42:30","modified_gmt":"2026-03-18T16:42:30","slug":"iomega-laufwerke-aufstieg-und-fall-eines-speicherpioniers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/iomega-laufwerke-aufstieg-und-fall-eines-speicherpioniers\/","title":{"rendered":"Iomega-Laufwerke: Aufstieg und Fall eines Speicherpioniers"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die orange-schwarze H\u00fclse der Zip-Diskette war in den 1990er Jahren allgegenw\u00e4rtig. Sie steckte in Hemdtaschen von Grafikern, lag auf den Tischen der Redaktionsstuben und galt als Rettung in der Not, wenn die 1,44-MB-Diskette l\u00e4ngst \u00fcberfordert war. Iomega, das Unternehmen hinter diesem Ph\u00e4nomen, schrieb eine der faszinierendsten und lehrreichsten Geschichten der Computertechnik \u2013 eine Geschichte \u00fcber technischen Pioniergeist, geschicktes Marketing, aber auch \u00fcber propriet\u00e4re Strategien, Kinderkrankheiten und das unerbittliche Tempo des Fortschritts.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Als eine Diskette pl\u00f6tzlich 100 MB fasste<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Bedeutung von Iomega zu verstehen, muss man sich in die Speicherwelt der fr\u00fchen 1990er Jahre versetzen. Betriebssysteme wuchsen, erste digitale Bilder und komplexere Grafiken entstanden \u2013 und die altehrw\u00fcrdige 3,5-Zoll-Diskette mit ihren mageren 1,44 Megabyte (MB) stie\u00df \u00fcberall an ihre Grenzen. Ein einziges Foto in halbwegs brauchbarer Aufl\u00f6sung? Brauchte drei Disketten. Eine Pr\u00e4sentation mit eingebetteten Grafiken? Ein Albtraum. Die Branche hungerte nach einem Nachfolger f\u00fcr die Floppy-Disk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diese L\u00fccke stie\u00df 1994 ein Unternehmen aus San Diego: Iomega. Mit dem Zip-Laufwerk und seinen 100 MB fassenden Disketten bot es eine L\u00f6sung, die einfach zu bedienen, erschwinglich und schnell genug war. Der Erfolg war atemberaubend \u2013 und machte Iomega innerhalb weniger Jahre zu einem der bekanntesten Namen in der Computerbranche&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pctipp.ch\/bildergalerie\/geschichte-datenspeicherung-1767702.html?seite=5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Doch der Aufstieg war steil, der Fall umso j\u00e4her. Die Geschichte von Iomega ist nicht nur eine Chronik von Ger\u00e4ten, sondern ein Lehrst\u00fcck \u00fcber Technologiezyklen, Markenbindung und die Gefahr, die eigene Innovation zu verschlafen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Anf\u00e4nge: Das Bernoulli-Prinzip als Fundament<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Erfolgsgeschichte beginnt nicht erst mit dem Zip-Laufwerk. Iomega wurde 1980 gegr\u00fcndet&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und brachte bereits 1983 sein erstes Produkt auf den Markt: die&nbsp;<strong>Bernoulli-Box<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/2699\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Benannt war sie nach dem Schweizer Mathematiker Daniel Bernoulli, dessen Entdeckung der Fluiddynamik hier technisch adaptiert wurde. Das Prinzip: Eine flexible Magnetscheibe rotierte mit hoher Geschwindigkeit \u00fcber einem starren Lesekopf. Durch den Luftstrom wurde die Scheibe dicht und gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Kopf gezogen \u2013 eine clevere Konstruktion, die Staunempfindlichkeit reduzierte und Kopfaufsetzer (Head-Crashes) weniger wahrscheinlich machte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bernoulli-Box war ein solides, aber teures System f\u00fcr professionelle Anwender, oft im SCSI-Format f\u00fcr Apple Macintosh oder IBM-kompatible PCs&nbsp;<a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/2699\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sie etablierte Iomega als ernstzunehmenden Speicherspezialisten, blieb jedoch ein Nischenprodukt. Das \u00e4nderte sich erst mit der n\u00e4chsten Generation.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Zip-Laufwerk: Der Durchbruch zum Massenprodukt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1994 betrat Iomega mit dem Zip-Laufwerk die B\u00fchne \u2013 und traf den Nerv der Zeit. Die Rechnung war einfach: Biete ein Laufwerk f\u00fcr unter 200 Dollar und Medien f\u00fcr etwa 20 Dollar, die mit 100 MB Kapazit\u00e4t die 1,44-MB-Diskette in den Schatten stellen&nbsp;<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Technik und Varianten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch basierte das Zip-Laufwerk auf einer Weiterentwicklung des Bernoulli-Prinzips, arbeitete jedoch nicht mit einer flexiblen, sondern einer semi-flexiblen Magnetscheibe in einem stabilen Kunststoffgeh\u00e4use&nbsp;<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Laufwerke kamen in verschiedenen Ausf\u00fchrungen auf den Markt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Interne Modelle<\/strong>: F\u00fcr den Einbau in 3,5-Zoll-Sch\u00e4chte, meist mit ATA\/IDE-Schnittstelle\u00a0<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Externe Modelle<\/strong>: Mit Anschluss \u00fcber Parallelport (druckertauglich, aber langsam), SCSI (schnell, aber teuer und konfigurationsaufwendig) oder sp\u00e4ter auch USB und FireWire\u00a0<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Clou: Externe Laufwerke lie\u00dfen sich ohne gro\u00dfen Aufwand an verschiedenen Rechnern nutzen \u2013 ein Segen f\u00fcr den Datentransport in einer Zeit ohne Cloud und fl\u00e4chendeckendes Breitband-Internet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Generationen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg der ersten 100-MB-Generation veranlasste Iomega zu Weiterentwicklungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zip 250<\/strong>: Mehr Kapazit\u00e4t, aber leicht eingeschr\u00e4nkte Abw\u00e4rtskompatibilit\u00e4t.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zip 750<\/strong>: Die letzte Generation mit 750 MB, die 100-MB-Medien nur noch lesen, aber nicht mehr beschreiben konnte\u00a0<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der &#8222;Click of Death&#8220; \u2013 Ein Schatten auf dem Erfolg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch so beliebt das Zip-Laufwerk war, so sehr litt sein Ruf unter einem hartn\u00e4ckigen technischen Problem: dem&nbsp;<strong>&#8222;Click of Death&#8220;<\/strong>. Anwender berichteten von einem wiederholten, bedrohlichen Klickger\u00e4usch aus dem Laufwerk, gefolgt von Lesefehlern. Oft war danach nicht nur die Diskette, sondern auch das Laufwerk selbst unbrauchbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ursache waren meist thermische Ausdehnung, Fertigungstoleranzen oder Verschmutzung, die zu einer Dejustage des Schreib-\/Lesekopfes f\u00fchrten. Der Kopf verfehlte die Spur, versuchte neu zu justieren \u2013 und schlug im schlimmsten Fall auf die Medienoberfl\u00e4che auf (Head-Crash)&nbsp;<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/8697\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Iomega k\u00e4mpfte lange mit diesem Imageproblem, das von Konkurrenten und Kritikern eifrig thematisiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die gro\u00dfe Schwester: Das Jaz-Laufwerk<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Anwender, denen 100 oder 250 MB nicht reichten, hatte Iomega eine leistungsf\u00e4higere Alternative im Angebot: das&nbsp;<strong>Jaz-Laufwerk<\/strong>. Es war technisch v\u00f6llig anders aufgebaut. W\u00e4hrend die Zip-Technologie von der Diskette abstammte, war das Jaz-Laufwerk eine echte&nbsp;<strong>Festplatte im Wechselrahmen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Inneren rotierten zwei Magnetscheiben, die von vier Schreib-\/Lesek\u00f6pfen bearbeitet wurden&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega_Jaz#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Spindelmotor befand sich im Laufwerk, die Medien waren staubdicht verschlossen. Das machte sie schnell, zuverl\u00e4ssig und mit Kapazit\u00e4ten von zun\u00e4chst 1 GB, sp\u00e4ter 2 GB f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse riesig&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega_Jaz#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Jaz-Laufwerk-Jaz-Drive\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zielgruppe Profi<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Jaz-Laufwerk war der Star in der Kreativwirtschaft. Grafiker, Layouter, Druckvorstufen-Techniker und Videobearbeiter nutzten es, um ihre massiven Datenmengen zu transportieren. Eine ganze Druckvorlage, inklusive aller Schriften und hochaufl\u00f6sender Bilder, passte auf eine einzige Jaz-Disk \u2013 das war ein Quantensprung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/print\/noimages\/ende-einer-schnapsidee,627198\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Anbindung erfolgte meist \u00fcber SCSI, was f\u00fcr professionelle Mac- und Unix-Workstations damals Standard war&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Jaz-Laufwerk-Jaz-Drive\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Ende der Jaz-\u00c4ra<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch auch die Jaz-Laufwerke hatten ein Verfallsdatum. Ende 2001 stellte Iomega die Produktion ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/print\/noimages\/ende-einer-schnapsidee,627198\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Nachfolger hie\u00df&nbsp;<strong>Peerless<\/strong>&nbsp;\u2013 ein System mit komplett gekapselten Platten, das 10 oder 20 GB fasste, aber nicht zu den alten Jaz-Medien kompatibel war. Das f\u00fchrte zu einem Aufschrei in der Fachpresse, als Iomega zun\u00e4chst ank\u00fcndigte, nach Ablauf der Garantie keine Reparaturen mehr an Jaz-Laufwerken durchzuf\u00fchren. Kunden, die auf das inkompatible Peerless-System umsteigen sollten, f\u00fchlten sich im Stich gelassen. Erst auf massiven Druck lenkte Iomega ein und sicherte eine erweiterte Reparaturbereitschaft zu&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/print\/noimages\/ende-einer-schnapsidee,627198\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Exoten und Experimente: Ditto, Clik! und MO<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iomega war in seiner Bl\u00fctezeit ein erfindungsreiches Unternehmen. Neben den bekannten Produkten gab es eine Reihe von Experimenten und Nischenprodukten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Ditto<\/strong>: Bandlaufwerke f\u00fcr den Heim- und B\u00fcrobereich, die als g\u00fcnstige Backup-L\u00f6sung beworben wurden. Sie konkurrierten mit Travan-Technologien, konnten sich aber nie wirklich gegen die aufkommenden CD-Brenner durchsetzen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Clik!<\/strong>\u00a0(sp\u00e4ter PocketZip): Ein ultrakompaktes Laufwerk f\u00fcr 40-MB-Disketten, das vor allem in Digitalkameras und sp\u00e4ter als MP3-Player-Speicher (HipZip) zum Einsatz kommen sollte. Die Idee war gut, doch die Kapazit\u00e4t war schnell zu gering, und die Medien blieben teuer\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>HipZip<\/strong>: Ein tragbarer MP3-Player, der auf Clik!-Disketten setzte. Er war eine direkte Antwort auf den Rio-Player, scheiterte aber an der geringen Speicherkapazit\u00e4t und dem Aufkommen von Flash-basierten Playern\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>REV<\/strong>: Ein sp\u00e4ter Versuch, das Jaz-Erbe anzutreten. Die REV-Laufwerke nutzten eine Festplatte in einer festen Kassette und erreichten bis zu 120 GB \u2013 technisch ausgereift, aber zu sp\u00e4t und im Preis nicht konkurrenzf\u00e4hig gegen\u00fcber externen Festplatten\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega_Jaz#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Magneto-optische Laufwerke<\/strong>: Um 2001 brachte Iomega auch MO-Laufwerke mit 1,3 GB heraus, die sowohl magnetisch als auch optisch arbeiteten. Auch sie konnten sich gegen die g\u00fcnstigeren Alternativen nicht durchsetzen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/magnetisch-und-optisch-laufwerk-fuer-datenarchivierung-von-iomega,624250\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Niedergang: Was schiefging<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Niedergang von Iomega als eigenst\u00e4ndiger Gr\u00f6\u00dfe im Speichermarkt hatte mehrere Ursachen \u2013 und er geschah nicht \u00fcber Nacht, sondern war ein schleichender Prozess, der um die Jahrtausendwende an Fahrt aufnahm.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Technologischer Wandel von au\u00dfen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung kam nicht von einem direkten Konkurrenten, sondern von einer v\u00f6llig anderen Technologie: dem&nbsp;<strong>CD-Brenner<\/strong>. Wiederbeschreibbare CD-Rohlinge (CD-RW) wurden ab etwa 1999 erschwinglich. Eine CD fasste 650\u2013700 MB, die Rohlinge kosteten nur noch wenige Mark, und jedes neue Betriebssystem unterst\u00fctzte das Brennen nativ. Noch vernichtender war der&nbsp;<strong>USB-Stick<\/strong>. Als er um 2002\/2003 erstmals in gr\u00f6\u00dferen St\u00fcckzahlen auftauchte, war das Ende besiegelt. Ein USB-Stick war kleiner, schneller, robuster, ben\u00f6tigte kein separates Laufwerk und wurde von Jahr zu Jahr preiswerter und gr\u00f6\u00dfer&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/8697\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Propriet\u00e4re Sackgasse<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iomega setzte auf propriet\u00e4re Medien. Wer ein Zip-Laufwerk kaufte, war gezwungen, teure Iomega-Disketten nachzukaufen. Das war ein profitables Gesch\u00e4ftsmodell \u2013 solange das System alternativlos war. Sobald aber offene Standards wie CD-R und USB das gleiche Problem g\u00fcnstiger und einfacher l\u00f6sten, brach das Kartenhaus zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Technische Anf\u00e4lligkeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der &#8222;Click of Death&#8220; vergiftete das Markenimage nachhaltig. Wer einmal Daten durch ein defektes Laufwerk verloren hatte, wechselte nur zu gern auf vermeintlich sicherere Alternativen \u2013 auch wenn Festplatten und CDs ihre eigenen T\u00fccken hatten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. \u00dcbernahme und Zerschlagung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten blieben nicht verborgen. Im Juni 2008 wurde Iomega schlie\u00dflich vom Speicherriesen&nbsp;<strong>EMC Corporation<\/strong>&nbsp;f\u00fcr 213 Millionen US-Dollar \u00fcbernommen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Iomega wurde zur Tochtergesellschaft und sollte sich auf Netzwerkspeicher (NAS) konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2012 gr\u00fcndeten EMC und Lenovo ein Joint Venture, um genau diese NAS-Sparte voranzutreiben. Die Produkte wurden ab Juni 2013 nicht mehr unter dem Namen Iomega, sondern als&nbsp;<strong>LenovoEMC<\/strong>&nbsp;verkauft&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Marke Iomega verschwand damit endg\u00fcltig aus dem Handel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das letzte Kapitel folgte 2015, als&nbsp;<strong>Dell EMC<\/strong>&nbsp;kaufte. Die \u00dcbernahme durch Dell besiegelte das Ende des Joint Ventures mit Lenovo, und auch die Marke LenovoEMC wurde eingestellt&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein Pionier mit bleibenden Spuren<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R\u00fcckblickend war Iomega mehr als nur ein Hersteller von Laufwerken. Das Unternehmen war ein&nbsp;<strong>Wegbereiter der mobilen Datenspeicherung<\/strong>, wie wir sie heute kennen. Lange vor USB-Sticks und Cloud-Diensten erm\u00f6glichte es Iomega, Daten physisch von A nach B zu transportieren \u2013 schnell, einfach und in f\u00fcr die Zeit gewaltigen Mengen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bernoulli-Box, das Zip- und das Jaz-Laufwerk sind heute Objekte der&nbsp;<strong>Tech-Arch\u00e4ologie<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/2699\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/8697\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sie finden sich in Computermuseen und in den Kellern von Grafikern, die sich noch an die Zeiten erinnern, als man Druckdaten pers\u00f6nlich vorbeibrachte \u2013 auf einer Jaz-Disk. Iomega zeigte, wie sehr Technologie den Arbeitsalltag ver\u00e4ndern kann, aber auch, wie schnell scheinbar unverr\u00fcckbare Standards verschwinden, wenn eine bessere Idee kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte von Iomega ist eine Warnung vor propriet\u00e4rer Selbstzufriedenheit und eine Hommage an den Erfindergeist einer \u00c4ra, in der die digitale Welt noch physisch begreifbar war \u2013 in Form einer kleinen orangefarbenen Diskette.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Wikipedia: LenovoEMC \/ Iomega. Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega&amp;title=Iomega\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia: Iomega Jaz. Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Iomega_Jaz#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>HTW Berlin \u2013 Computermuseum: Iomega ZIP 100. Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/computermuseum.htw-berlin.de\/index.php\/exhibit\/W\/2013\/05\/00033\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>FAU Erlangen-N\u00fcrnberg \u2013 Sammlung ISER: Iomega Beta 44A (Bernoulli-Box). Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/2699\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>FAU Erlangen-N\u00fcrnberg \u2013 Sammlung ISER: Externes Iomega Zip 250. Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/iser.wisski.data.fau.de\/wisski\/navigate\/8697\/view\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/channelpartner.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ChannelPartner.de<\/a>:\u00a0Ende einer Schnapsidee (zum Produktionsende von Jaz-Laufwerken). 6. Juni 2002.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/print\/noimages\/ende-einer-schnapsidee,627198\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/channelpartner.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ChannelPartner.de<\/a>:\u00a0Magnetisch und optisch \u2013 Laufwerk f\u00fcr Datenarchivierung von Iomega. 22. Februar 2001.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/magnetisch-und-optisch-laufwerk-fuer-datenarchivierung-von-iomega,624250\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/computerweekly.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ComputerWeekly.de<\/a>:\u00a0Was ist Jaz-Laufwerk (Jaz-Drive)? Abgerufen am 17. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Jaz-Laufwerk-Jaz-Drive\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/pctipp.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PCtipp.ch<\/a>:\u00a0Die Geschichte der Datenspeicherung (Bildergalerie). 16. September 2021.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pctipp.ch\/bildergalerie\/geschichte-datenspeicherung-1767702.html?seite=5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Die orange-schwarze H\u00fclse der Zip-Diskette war in den 1990er Jahren allgegenw\u00e4rtig. Sie steckte in Hemdtaschen von Grafikern, lag auf den Tischen der Redaktionsstuben und galt als Rettung in der Not, wenn die 1,44-MB-Diskette l\u00e4ngst \u00fcberfordert war. 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