{"id":2312,"date":"2026-03-20T07:13:01","date_gmt":"2026-03-20T06:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2312"},"modified":"2026-03-20T07:13:01","modified_gmt":"2026-03-20T06:13:01","slug":"unser-smartes-klassenzimmer-teil-4-die-personalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/unser-smartes-klassenzimmer-teil-4-die-personalisierung\/","title":{"rendered":"Unser smartes Klassenzimmer \u2013 Teil 4: Die Personalisierung"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Von DerSchneider<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Wenn Technik ein Gesicht bekommt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schaut euch in eurem Klassenzimmer um. Was seht ihr? Tische, St\u00fchle, eine Tafel, vielleicht ein paar Poster an den W\u00e4nden. Alles Dinge, die einen Zweck erf\u00fcllen. Aber habt ihr zu ihnen eine Beziehung? W\u00fcrdet ihr weinen, wenn der Tisch wegk\u00e4me? W\u00fcrdet ihr euch freuen, wenn ihr den Stuhl morgen wiederseht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt schaut auf eure Sensoren. Diese kleinen blauen Platinen mit den Kabeln und dem silbernen Kern. Bisher waren sie Werkzeuge. N\u00fctzlich. Interessant. Aber waren sie mehr als das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Tagen habt ihr ihnen beigebracht zu f\u00fchlen. Ihr habt gesehen, wie sie auf euch reagieren. Ihr habt ihre Daten auf dem gro\u00dfen Bildschirm beobachtet. Sie sind euch vertraut geworden. Aber sind sie schon&nbsp;<strong>eure<\/strong>&nbsp;W\u00e4chter?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wird sich das \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute bekommen eure Sensoren ein Gesicht. Heute werden aus n\u00fctzlichen Werkzeugen&nbsp;<strong>Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong>. Heute erschafft ihr Wesen, die f\u00fcr immer Teil eures Klassenzimmers sein werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Willkommen zur vierten Einheit. Willkommen zur Geburt der W\u00e4chter.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hauptteil: Die Verwandlung<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">1. Die letzte Nacht der namenlosen Technik<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stunde beginnt mit einem Blick auf den gro\u00dfen Bildschirm. Die Kurven laufen, die Daten flie\u00dfen. \u00dcber Nacht ist die Temperatur gesunken, die Helligkeit war stundenlang bei null, dann stieg sie mit dem Sonnenaufgang wieder an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kinder kommentieren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Guck mal, um 3 Uhr nachts war es am k\u00e4ltesten.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Das Licht ging erst um 7.30 Uhr wieder an \u2013 da ist die Sonne aufgegangen.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Die Luftfeuchtigkeit ist gestiegen, als es hell wurde.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie lesen die Daten wie ein Buch. Sie sehen die Geschichte der Nacht. Aber die Geschichte hat keine Helden. Nur Kurven. Nur Linien. Nur Zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin fragt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Wenn ihr morgen fr\u00fch hereinkommt und diese Kurven seht \u2013 wisst ihr dann noch, welcher Sensor wo h\u00e4ngt? Wisst ihr noch, wer von euch ihn gebaut hat? Wisst ihr noch, warum er dort ist?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kinder \u00fcberlegen. Dann:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Eigentlich nicht. Es sind ja nur Nummern.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Man sieht nicht, dass das unser Sensor ist.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Es k\u00f6nnte jeder sein.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin nickt.&nbsp;<strong>&#8222;Genau. Und das \u00e4ndern wir heute.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">2. Die Idee: Vom Messger\u00e4t zum Charakter<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin holt eine Kiste hervor. Darin: buntes Papier, Filzstifte, Kleber, Wackelaugen, kleine Holzperlen, Stoffreste, Knete, alles, was die Bastelabteilung der Schule hergibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Jeder Sensor bekommt heute ein Geh\u00e4use. Aber nicht irgendeins. Jedes Team gestaltet seinen W\u00e4chter so, wie er zu euch passt. Wie sieht euer W\u00e4chter aus? Ist er ein freundlicher Roboter? Ein wachsames Tier? Eine geheimnisvolle Wolke? Ein grimmiger W\u00e4chter? Ein lustiger Kobold?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kinder sind sofort Feuer und Flamme. Endlich d\u00fcrfen sie kreativ sein. Endlich geht es nicht nur um Code und Zahlen, sondern um&nbsp;<strong>Farbe und Form und Fantasie<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin f\u00e4hrt fort:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Aber ihr gestaltet nicht nur irgendwas. Jeder W\u00e4chter soll zu seiner Aufgabe passen. Ein Temperaturw\u00e4chter k\u00f6nnte zum Beispiel etwas sein, das friert oder schwitzt. Ein Lichtsp\u00e4her k\u00f6nnte gro\u00dfe Augen haben. Ein Alarmtaster k\u00f6nnte ein gro\u00dfes Maul haben, das schreit. \u00dcberlegt gut: Was ist die Pers\u00f6nlichkeit eures Sensors?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">3. Die Planung: Jedes Team wird zur Design-Agentur<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor die Bastelmaterialien verteilt werden, bekommt jedes Team einen Auftrag. Sie sollen ihren W\u00e4chter zuerst auf Papier entwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf einem Blatt zeichnen sie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie soll der W\u00e4chter aussehen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Farben hat er?<\/li>\n\n\n\n<li>Hat er Augen? Einen Mund? Arme? Beine?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo wird der Sensor sein? (Das ist wichtig \u2013 das Gitter des DHT22 oder die Linse des Lichtsensors muss frei bleiben, damit er weiterhin f\u00fchlen kann.)<\/li>\n\n\n\n<li>Wo wird das ESP32-Board sein? (Es darf nicht kurzgeschlossen werden, muss aber erreichbar bleiben, falls man es neu programmieren will.)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Teams diskutieren, skizzieren, verwerfen, zeichnen neu. Es wird ernsthaft gearbeitet. Denn es geht um&nbsp;<strong>ihr<\/strong>&nbsp;Werk,&nbsp;<strong>ihr<\/strong>&nbsp;Ding, das f\u00fcr immer hier h\u00e4ngen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Temperaturw\u00e4chter zeichnen einen Pinguin, der friert. Oder einen Yeti, der im Warmen schmilzt. Oder eine Sonne, die strahlt, wenn es warm ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lichtsp\u00e4her entwerfen eine Eule mit gro\u00dfen Augen. Oder eine Blume, die sich zur Sonne dreht. Oder einen Roboter mit riesigen Brillengl\u00e4sern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Alarmtaster denken an eine Sirene, einen L\u00f6wen, ein gro\u00dfes rotes Maul, das aufgerissen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Luftdetektive malen vielleicht einen Elefanten mit langem R\u00fcssel oder eine Wolke, die schwebt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">4. Die Werkstatt: Es wird gebastelt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Planungsphase geht es ans Eingemachte. Die Bastelmaterialien werden verteilt. Jedes Team sucht sich seinen Platz. Und dann beginnt das gro\u00dfe Gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird geschnitten, geklebt, gemalt, gebaut. Die einen formen aus Knete einen K\u00f6rper um das Board. Die anderen bauen aus Pappe ein kleines H\u00e4uschen mit Fenstern. Wieder andere wickeln bunte F\u00e4den um Kabel oder kleben Wackelaugen auf den Sensor selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei passiert etwas Wunderbares: Die Kinder reden mit ihren W\u00e4chtern.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Du kriegst noch einen Mund, damit du sprechen kannst.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Pass auf, dass ich dich nicht bekleckse.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;So, jetzt siehst du aus wie ein echter W\u00e4chter.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Technik, die gestern noch abstrakt war, wird heute zu einem&nbsp;<strong>Gegen\u00fcber<\/strong>. Einem Wesen, das eine Geschichte hat, einen Namen, eine Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">5. Die Namen: Die Taufe der W\u00e4chter<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Geh\u00e4use fertig sind, kommt der feierlichste Moment. Jedes Team gibt seinem W\u00e4chter einen&nbsp;<strong>Namen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Namen sind so vielf\u00e4ltig wie die Kinder selbst:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>&#8222;W\u00e4rmflasche&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 der Temperaturw\u00e4chter, der immer dann warm wird, wenn die Heizung an ist.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>&#8222;Glubschi&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 der Lichtsp\u00e4her mit den riesigen Wackelaugen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>&#8222;Schreihals&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 der Alarmtaster, der bald alle warnen wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>&#8222;Schn\u00fcffel&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 der Luftdetektiv mit dem langen R\u00fcssel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>&#8222;Blinky&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 ein Sensor, der eine eingebaute LED hat und bei jedem Messwert blinkt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>&#8222;Frau Rabe&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 ein schwarzer, geheimnisvoller W\u00e4chter, der \u00fcber der Tafel thront.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Namen werden auf kleine Schilder geschrieben oder direkt auf das Geh\u00e4use gemalt. Jetzt sind sie nicht mehr &#8222;der Sensor von Gruppe 3&#8220;. Jetzt sind sie&nbsp;<strong>Glubschi<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>W\u00e4rmflasche<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Schreihals<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">6. Die Standortwahl: Wo geh\u00f6rt der W\u00e4chter hin?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt kommt der zweite wichtige Schritt. Die W\u00e4chter m\u00fcssen einen festen Platz im Klassenzimmer bekommen. Einen Ort, an dem sie bleiben werden \u2013 f\u00fcr immer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Teams \u00fcberlegen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wo kann mein W\u00e4chter am besten f\u00fchlen?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Temperaturw\u00e4chter: Sollen sie an die kalte Au\u00dfenwand? Oder neben die Heizung? Oder in die Mitte des Raumes, wo alle sind?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Lichtsp\u00e4her: Sollen sie ans Fenster, wo sie die Sonne sehen? Oder an die Tafel, wo sie messen, ob genug Licht zum Lesen da ist?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Alarmtaster: Wo ist der beste Ort f\u00fcr einen Alarmknopf? Neben der T\u00fcr? Am Lehrerpult? In einer geheimen Ecke?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Luftdetektive: Sollen sie hoch oben sein, wo die warme Luft steigt? Oder unten, wo die kalte Luft liegt?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird diskutiert, verhandelt, entschieden. Manche Teams wollen ihren W\u00e4chter gut sichtbar haben, andere lieber versteckt. Wieder andere wollen, dass er von \u00fcberall zu sehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich einigen sich alle. Die Lehrerin holt Klettband oder kleine N\u00e4gel (mit Erlaubnis der Schulleitung) und dann werden die W\u00e4chter&nbsp;<strong>installiert<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Glubschi<\/strong>\u00a0kommt ans Fensterbrett, mit Blick nach drau\u00dfen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>W\u00e4rmflasche<\/strong>\u00a0wird neben die Heizung geklettet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schreihals<\/strong>\u00a0bekommt einen Platz neben der T\u00fcr, damit jeder ihn dr\u00fccken kann, der hereinkommt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schn\u00fcffel<\/strong>\u00a0h\u00e4ngt von der Decke (an einem d\u00fcnnen Faden) \u2013 ein schwebender Detektiv.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Team befestigt sein Werkst\u00fcck mit Stolz. Es ist jetzt&nbsp;<strong>ihr<\/strong>&nbsp;Platz,&nbsp;<strong>ihr<\/strong>&nbsp;W\u00e4chter,&nbsp;<strong>ihr<\/strong>&nbsp;Beitrag zum smarten Klassenzimmer.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">7. Der erste Test: Leben die W\u00e4chter an ihrem neuen Ort?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Installation wird getestet. Jedes Team geht zu seinem W\u00e4chter und \u00fcberpr\u00fcft:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ist er noch mit Strom versorgt? (Das USB-Kabel muss irgendwo hin \u2013 vielleicht zu einer Mehrfachsteckdose, die versteckt ist.)<\/li>\n\n\n\n<li>Sendet er noch Daten? (Auf dem gro\u00dfen Bildschirm m\u00fcssen die Kurven weiterlaufen.)<\/li>\n\n\n\n<li>Funktioniert der Sensor noch? (Ein Test: Hand draufhalten, draufhauchen, den Knopf dr\u00fccken.)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles funktioniert. Die W\u00e4chter leben an ihren neuen Orten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann passiert etwas, das nicht geplant war. Ein Kind aus der Lichtsp\u00e4her-Gruppe geht zu&nbsp;<strong>Glubschi<\/strong>&nbsp;am Fenster und sagt leise:&nbsp;<strong>&#8222;Gute Nacht, bis morgen.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es spricht mit ihm. Es verabschiedet sich. Der W\u00e4chter ist kein Ding mehr. Er ist ein Begleiter.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">8. Die Reflexion: Was bedeutet das?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende der Stunde versammelt sich die Klasse wieder vor dem gro\u00dfen Bildschirm. Die Kurven laufen \u2013 aber jetzt sehen die Kinder mehr als nur Linien. Sie sehen&nbsp;<strong>Glubschis<\/strong>&nbsp;Lichtkurve, die langsam sinkt, weil die Sonne untergeht. Sie sehen&nbsp;<strong>W\u00e4rmflasches<\/strong>&nbsp;Temperatur, die f\u00e4llt, weil die Heizung ausgeht. Sie sehen&nbsp;<strong>Schreihals<\/strong>, der still ist \u2013 aber jeder wei\u00df: Wenn er losschreit, werden alle aufspringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin fragt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Was hat sich heute ver\u00e4ndert? Was ist anders als gestern?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antworten kommen leiser als sonst. Nachdenklicher.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Jetzt geh\u00f6ren sie zu uns.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Wenn ich morgens reinkomme, gucke ich zuerst nach Glubschi.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Ich will wissen, ob es ihm gut geht.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Das ist unser Raum. Richtig unser Raum.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin nickt. Sie sagt nichts. Sie muss nichts sagen. Die Kinder haben es selbst begriffen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">9. Die Verantwortung: Wer passt auf die W\u00e4chter auf?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt stellt die Lehrerin eine letzte, wichtige Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Die W\u00e4chter bleiben hier. Auch nachts. Auch am Wochenende. Auch in den Ferien. Wer passt auf sie auf?&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stille. Dann:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Wir alle.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Jeder kann gucken, ob sie noch leuchten.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Wenn einer ausf\u00e4llt, sagen wir Bescheid.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lehrerin schl\u00e4gt vor, zwei&nbsp;<strong>W\u00e4chter-Meister<\/strong>&nbsp;zu bestimmen. Zwei Kinder aus der Klasse, die in der n\u00e4chsten Zeit besonders aufpassen. Die anderen nicken. Zwei melden sich freiwillig. Sie bekommen eine kleine Urkunde, ein Symbol f\u00fcr ihre Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verantwortung wird geteilt. Das Projekt lebt weiter \u2013 \u00fcber die Projektwoche hinaus.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abschluss: Die Geburt eines Ortes<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende der vierten Einheit ist das Klassenzimmer nicht mehr wiederzuerkennen. \u00dcberall h\u00e4ngen, kleben, stehen kleine Wesen. Sie blinken, sie leuchten, sie messen. Und auf dem gro\u00dfen Bildschirm tanzen ihre Kurven.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kinder gehen nach Hause. Aber sie lassen etwas zur\u00fcck. Etwas, das ihnen geh\u00f6rt. Etwas, das sie erschaffen haben. Etwas, das auf sie wartet, wenn sie morgen wiederkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Raum hat jetzt nicht nur ein Ged\u00e4chtnis. Er hat eine&nbsp;<strong>Seele<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Seele, die sie ihm gegeben haben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Einleitung: Wenn Technik ein Gesicht bekommt Schaut euch in eurem Klassenzimmer um. Was seht ihr? Tische, St\u00fchle, eine Tafel, vielleicht ein paar Poster an den W\u00e4nden. Alles Dinge, die einen Zweck erf\u00fcllen. Aber habt ihr zu ihnen eine Beziehung? W\u00fcrdet ihr weinen, wenn der Tisch wegk\u00e4me? 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