{"id":2514,"date":"2026-03-26T19:08:58","date_gmt":"2026-03-26T18:08:58","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2514"},"modified":"2026-03-26T19:08:58","modified_gmt":"2026-03-26T18:08:58","slug":"das-verschwinden-der-vag-wie-volkswagen-seinen-konzernnamen-strategisch-neu-erfand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/das-verschwinden-der-vag-wie-volkswagen-seinen-konzernnamen-strategisch-neu-erfand\/","title":{"rendered":"Das Verschwinden der VAG: Wie Volkswagen seinen Konzernnamen strategisch neu erfand"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Mehr als ein blo\u00dfer Namenswechsel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute nach der \u201eVAG\u201c sucht, landet entweder bei einem Versicherungsgesetz oder bei den Verkehrsbetrieben in N\u00fcrnberg. Der Volkswagen-Konzern hingegen hei\u00dft seit Jahrzehnten offiziell \u201eVolkswagen AG\u201c \u2013 doch das war nicht immer so. Zwischen den sp\u00e4ten 1970er- und den fr\u00fchen 1990er-Jahren war \u201eVAG\u201c im deutschen Sprachraum das gel\u00e4ufige K\u00fcrzel f\u00fcr den aufstrebenden Mehrmarken-Automobilkonzern aus Wolfsburg. Dass diese Abk\u00fcrzung heute weitgehend aus dem \u00f6ffentlichen Erscheinungsbild verschwunden ist, markiert eine der folgenreichsten strategischen Neuausrichtungen in der Unternehmensgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Transformation vom \u201eVolkswagenwerk\u201c zum global agierenden Konzernverbund unter einem klaren Markendach ist kein blo\u00dfes Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte, sondern ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie tiefgreifend Namenspolitik, Eigent\u00fcmerstrukturen und Markenidentit\u00e4t ineinandergreifen. Der folgende Artikel zeichnet diese Entwicklung nach \u2013 von der Geburt der VAG als Vertriebsorganisation bis zur endg\u00fcltigen Verabschiedung des K\u00fcrzels aus der Au\u00dfendarstellung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">I. Die Geburt der VAG: Vom Einzelhersteller zum Mehrmarkenkonzern<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.1 Die Ausgangslage: Volkswagen zwischen Wiederaufbau und Expansion<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich die Volkswagenwerk GmbH, sp\u00e4ter Volkswagenwerk AG, als R\u00fcckgrat der deutschen Automobilindustrie. Mit dem K\u00e4fer verf\u00fcgte das Unternehmen \u00fcber ein massentaugliches Produkt, das den Wirtschaftswunder-Deutschland pr\u00e4gte wie kein zweites. Doch schon in den 1960er-Jahren erkannte die Konzernf\u00fchrung, dass langfristiges Wachstum nur durch Diversifikation zu erreichen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kauf von Auto Union und NSU in den Jahren 1964\/65 legte den Grundstein f\u00fcr die sp\u00e4tere Marke Audi. Mit der \u00dcbernahme des Motorenherstellers NSU und der Fusion zur Audi NSU Auto Union AG entstand erstmals ein organisatorisches Gebilde, das \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Premiummarke verf\u00fcgte. Parallel dazu wurden weitere Beteiligungen aufgebaut: Seat in Spanien (ab 1982 sukzessive \u00fcbernommen), \u0160koda in der Tschechoslowakei (ab 1991) sowie sp\u00e4ter die Expansion nach Osteuropa und Asien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.2 Die V\u00b7A\u00b7G als Vertriebsdach<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die wachsende Zahl an Marken zu koordinieren, wurde die gemeinsame Vertriebs- und Marketingorganisation&nbsp;<strong>V\u00b7A\u00b7G \u2013 Volkswagen-Audi-Gruppe<\/strong>&nbsp;geschaffen. Sie diente als organisatorisches Dach f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen den Marken Volkswagen und Audi, sp\u00e4ter auch f\u00fcr die Integration weiterer Konzernmarken. Unter diesem K\u00fcrzel traten Niederlassungen, Vertragsh\u00e4ndler und Servicebetriebe auf: \u201eIhr Volkswagen- und Audi-Partner\u201c war eine landauf, landab bekannte Formulierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser \u00c4ra wurde die Abk\u00fcrzung VAG zum Synonym f\u00fcr den gesamten Konzernverbund \u2013 intern wie extern. Sie stand nicht mehr nur f\u00fcr \u201eVolkswagenwerk Aktiengesellschaft\u201c, sondern f\u00fcr die Idee eines gemeinsamen, aber nach au\u00dfen hin differenzierten Markenkosmos. In dieser Zeit entstand auch der legend\u00e4re Konzerninterne Sprachgebrauch, der bis heute fortwirkt: Die VAG war die Mutter aller Markenaktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">II. Der strategische Bruch: Die Umbenennung 1985 als erster Schritt<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1 Der Beschluss der Hauptversammlung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 28. Juni 1985 fasste die Hauptversammlung der Volkswagenwerk AG einen Beschluss, der zun\u00e4chst formaljuristisch anmutete, in seiner Tragweite aber weit dar\u00fcber hinausging: Die Gesellschaft wurde in&nbsp;<strong>Volkswagen AG<\/strong>&nbsp;umbenannt. Der urspr\u00fcngliche Name, der auf das staatliche \u201eVolkswagenwerk\u201c der NS-Zeit und die Nachkriegsstruktur zur\u00fcckging, wich einem modernen, international lesbaren K\u00fcrzel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Umfirmierung war nicht nur kosmetischer Natur. Sie signalisierte einen Wandel vom national gepr\u00e4gten Produktionsbetrieb hin zu einem global agierenden Konzern mit eigenst\u00e4ndigem Markenauftritt. Die Handelsregistereintr\u00e4ge wurden entsprechend ge\u00e4ndert, die Firmierung im Gesch\u00e4ftsverkehr vollzog die neue Bezeichnung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2 Der Imagewandel: Das \u201eVolksauto\u201c als B\u00fcrde<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch warum dieser Schritt gerade Mitte der 1980er-Jahre? Ein bis heute aufschlussreicher Bericht des SPIEGEL aus dem Jahr 1992 (siehe Quellen) liefert hier die entscheidende Erkl\u00e4rung: Ziel der Namensbereinigung war es,&nbsp;<strong>\u201eunliebsame Volksauto-Assoziationen bei den Autok\u00e4ufern endg\u00fcltig zu l\u00f6schen\u201c<\/strong>. Der Begriff \u201eVolkswagen\u201c war zwar weltweit bekannt, aber in den oberen Marktsegmenten zunehmend hinderlich. Der Konzern strebte in die Premiumklasse \u2013 mit Modellen wie dem Audi V8, sp\u00e4ter dem Phaeton und einer zeitweise geplanten Horch-Limousine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Name \u201eVolkswagenwerk\u201c klang nach Produktionsst\u00e4tte, nach demokratischem Auto f\u00fcr die breite Masse \u2013 nicht nach einem Konzern, der mit Mercedes und BMW konkurrieren wollte. Die Umbenennung in \u201eVolkswagen AG\u201c l\u00f6ste dieses semantische Problem: \u201eVolkswagen\u201c blieb als Marke f\u00fcr die Kernmarke erhalten, w\u00e4hrend die Konzernholding einen neutraleren, zugleich international gebr\u00e4uchlichen Namen erhielt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">III. Die Vollendung: Aufl\u00f6sung der V\u00b7A\u00b7G 1992<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1 Der endg\u00fcltige Bruch mit der Vertriebsstruktur<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umbenennung von 1985 war nur der erste Akt. Entscheidend f\u00fcr das Verschwinden des K\u00fcrzels \u201eVAG\u201c aus der \u00d6ffentlichkeit war die&nbsp;<strong>Aufl\u00f6sung der gemeinsamen Vertriebs- und Marketingorganisation V\u00b7A\u00b7G im Jahr 1992<\/strong>. Von da an wurden die Marken Volkswagen und Audi \u2013 und sp\u00e4ter auch Seat und \u0160koda \u2013 profilgetrennt gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Trennung war radikal: Eigene Vertriebsgesellschaften, eigene H\u00e4ndlernetze, eigenes Marketing. Jede Marke sollte einen unverwechselbaren Charakter entwickeln, ohne den Beigeschmack einer \u201eKonzernmarke aus dem Volkswagenverbund\u201c. F\u00fcr den Kunden bedeutete dies: Der Audi-H\u00e4ndler war nicht mehr gleichzeitig der Volkswagen-H\u00e4ndler, und die gemeinsame Werkstattorganisation wurde aufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.2 Die strategische Logik: Profilsch\u00e4rfe statt Verbunddenken<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus heutiger Sicht war dieser Schritt folgerichtig. Die 1990er-Jahre waren die \u00c4ra der Markendifferenzierung. Volkswagen setzte auf den \u201eFahrvergn\u00fcgen\u201c-Ansatz, Audi etablierte sich mit dem Slogan \u201eVorsprung durch Technik\u201c und sp\u00e4ter dem quattro-Antrieb als Technologief\u00fchrer. Eine gemeinsame Vertriebsorganisation h\u00e4tte diese Differenzierung verw\u00e4ssert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem kamen neue Marken hinzu: Seat wurde als junge, sportliche Marke positioniert, \u0160koda als preiswerte, solide Alternative. Auch sie ben\u00f6tigten eigenst\u00e4ndige Profile. Die alte V\u00b7A\u00b7G war daf\u00fcr nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">IV. Die Rolle der Eigent\u00fcmerstrukturen: Machtverschiebungen und ihre Folgen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.1 Das VW-Gesetz als Sicherungsmechanismus<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die tiefere Dimension des Namenswandels zu verstehen, muss man die besondere Eigent\u00fcmerstruktur des Konzerns in den Blick nehmen. \u00dcber Jahrzehnte war die Volkswagenwerk AG bzw. sp\u00e4ter die Volkswagen AG durch das sogenannte \u201eVW-Gesetz\u201c gesch\u00fctzt. Es sah vor, dass wichtige Aktion\u00e4rsbeschl\u00fcsse einer Mehrheit von 80 Prozent der Stimmrechte bedurften. Da das Land Niedersachsen stets rund 20 Prozent der Anteile hielt, hatte es faktisch ein Vetorecht und sicherte die Unabh\u00e4ngigkeit des Konzerns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Konstruktion verhinderte feindliche \u00dcbernahmen, schr\u00e4nkte aber auch die strategische Flexibilit\u00e4t ein. Der Konzern agierte in einem politischen Spannungsfeld zwischen privaten Anteilseignern und \u00f6ffentlicher Hand.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.2 Die Aufhebung des VW-Gesetzes und die Porsche-\u00dcbernahme<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2007 erkl\u00e4rte der Europ\u00e4ische Gerichtshof das VW-Gesetz f\u00fcr rechtswidrig. Damit fiel ein zentraler Schutzmechanismus weg. Was folgte, war eine der spektakul\u00e4rsten \u00dcbernahmeschlachten der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Die Porsche Automobil Holding SE, kontrolliert von der Familie Porsche\/Pi\u00ebch, versuchte, die Mehrheit an der Volkswagen AG zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem komplizierten, von B\u00f6rsenspekulationen begleiteten Prozess gelang 2009 die faktische \u00dcbernahme. Die Porsche SE h\u00e4lt bis heute die Mehrheit der Stimmrechte am VW-Konzern. Diese Machtverschiebung hatte weitreichende Folgen f\u00fcr die Markenstrategie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.3 Konsequenzen f\u00fcr die Markenarchitektur<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der \u00dcbernahme durch die Porsche-Familie, die selbst eine starke Premiummarke besitzt, wurde die Abgrenzung zwischen den Konzernmarken noch wichtiger. Die alte Formel \u201eVAG\u201c als gemeinsamer Nenner von Volkswagen und Audi widersprach dieser Logik fundamental. Unter dem Dach der Porsche SE wurden die Marken Volkswagen, Audi, Porsche, Seat\/Cupra, \u0160koda und die Nutzfahrzeugsparten noch klarer voneinander getrennt. Jede Marke erhielt eigene Entwicklungszentren, eigene Produktionsstrukturen und \u2013 wo m\u00f6glich \u2013 eigene Vertriebswege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Erbe der VAG als gemeinsame Vertriebsidee war damit endg\u00fcltig beerdigt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">V. Das Nachleben von \u201eVAG\u201c im Konzern<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5.1 Interne Sprache und Konzernkultur<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl der Name nach au\u00dfen hin verschwunden ist, lebt die Abk\u00fcrzung \u201eVAG\u201c im internen Sprachgebrauch des Konzerns bis heute fort. In Wolfsburg, Ingolstadt, Zuffenhausen und Mlad\u00e1 Boleslav ist die Bezeichnung allgegenw\u00e4rtig. Sie steht dort f\u00fcr das gemeinsame Konzerngebilde jenseits der einzelnen Marken: die VAG-IT, die VAG-F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung, der VAG-Betriebsrat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese interne Weiternutzung ist kein Versehen, sondern Ausdruck einer tief verwurzelten Konzernkultur. Sie zeigt, dass die organisatorische und historische Einheit auch dort Bestand hat, wo sie nach au\u00dfen nicht mehr kommuniziert wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5.2 Tochtergesellschaften mit VAG im Namen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Relikt finden sich bei Konzernt\u00f6chtern, die den historischen Namen bewahrt haben. So tr\u00e4gt etwa die&nbsp;<strong>VW OTLG (Original Teile Logistik GmbH)<\/strong>&nbsp;bis heute die historische Abk\u00fcrzung im erweiterten Firmennamen \u2013 ein Beispiel daf\u00fcr, wie sich alte Strukturen in neuen Gew\u00e4ndern fortsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Bereich der Konzernfinanzierung und -verwaltung taucht die Bezeichnung in internen Dokumenten, Berichten und Arbeitsgruppen auf. Wer heute in Wolfsburg \u201ezur VAG\u201c geht, meint die Konzernzentrale \u2013 auch wenn kein offizielles Schild mehr darauf hinweist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">VI. Ausblick: Was bleibt von der VAG?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der VAG ist mehr als eine Fu\u00dfnote der Automobilgeschichte. Sie verdeutlicht, wie eng Markenpolitik, Eigent\u00fcmerstrukturen und unternehmerische Transformation zusammenh\u00e4ngen. Der scheinbar einfache Namenswechsel von 1985 und die Aufl\u00f6sung der Vertriebsorganisation 1992 waren tats\u00e4chlich Meilensteine auf dem Weg vom deutschen Automobilhersteller zum globalen Konzernverbund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute steht die Volkswagen AG vor neuen Herausforderungen: der Transformation zur Elektromobilit\u00e4t, dem Softwarekonzern CARIAD, neuen Wettbewerbern aus China. In dieser Phase wird die Frage nach der Konzernidentit\u00e4t erneut relevant. Die Erfahrungen mit der VAG zeigen, dass solche Identit\u00e4tsfragen nicht durch Namenswechsel allein zu l\u00f6sen sind, sondern einer konsistenten Strategie bed\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abk\u00fcrzung VAG ist aus dem \u00f6ffentlichen Bewusstsein verschwunden \u2013 doch ihr Erbe wirkt fort. Im internen Sprachgebrauch, in den Strukturen und in der Art, wie der Konzern seine Marken orchestriert. Wer die Volkswagen AG heute verstehen will, muss die Geschichte der VAG kennen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>SPIEGEL-Redaktion (1992):<\/strong>\u00a0<em>VAG wird abgewickelt \u2013 Das Ende einer Vertriebsgemeinschaft<\/em>. In: Der Spiegel, Heft 16\/1992, S. 98\u2013100.<br><em>Hinweis: Dieser Artikel dokumentiert die zeitgen\u00f6ssische Wahrnehmung der Aufl\u00f6sung der gemeinsamen Vertriebsorganisation und die dahinterstehenden Strategien.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Volkswagen AG (Hrsg.) (1985):<\/strong>\u00a0<em>Hauptversammlungsunterlagen 1985 \u2013 Bericht des Vorstands \u00fcber die Umbenennung der Gesellschaft<\/em>. Wolfsburg: Volkswagen AG.<br><em>Dokumentiert den Beschluss der Hauptversammlung zur Umfirmierung von Volkswagenwerk AG in Volkswagen AG.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Europ\u00e4ischer Gerichtshof (2007):<\/strong>\u00a0*Urteil in der Rechtssache C-112\/05 \u2013 Kommission der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften gegen Bundesrepublik Deutschland*. Luxemburg: EuGH.<br><em>Rechtsgrundlage f\u00fcr die Aufhebung des VW-Gesetzes, das die besondere Eigent\u00fcmerstruktur des Konzerns jahrzehntelang abgesichert hatte.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Porsche Automobil Holding SE (2009):<\/strong>\u00a0<em>Gesch\u00e4ftsbericht 2009 \u2013 Darstellung der \u00dcbernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Volkswagen AG<\/em>. Stuttgart: Porsche SE.<br><em>Offizielle Darstellung der \u00dcbernahmetransaktion und der daraus resultierenden Konzernstruktur.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Handelsblatt (2009):<\/strong>\u00a0<em>Chronologie \u2013 Der lange Weg zur Porsche-\u00dcbernahme von VW<\/em>. D\u00fcsseldorf: Handelsblatt.<br><em>\u00dcberblicksdarstellung der \u00dcbernahmeschlacht und ihrer strategischen Implikationen.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Volkswagen AG (Hrsg.) (2024):<\/strong>\u00a0<em>Gesch\u00e4ftsbericht 2023 \u2013 Konzernstruktur und Markenportfolio<\/em>. Wolfsburg: Volkswagen AG.<br><em>Aktuelle Darstellung der Konzernarchitektur und der Markenstrategie.<\/em><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Einleitung: Mehr als ein blo\u00dfer Namenswechsel Wer heute nach der \u201eVAG\u201c sucht, landet entweder bei einem Versicherungsgesetz oder bei den Verkehrsbetrieben in N\u00fcrnberg. Der Volkswagen-Konzern hingegen hei\u00dft seit Jahrzehnten offiziell \u201eVolkswagen AG\u201c \u2013 doch das war nicht immer so. Zwischen den sp\u00e4ten 1970er- und den fr\u00fchen 1990er-Jahren war \u201eVAG\u201c im deutschen Sprachraum das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,21],"tags":[1924,3867,4352,5450,7314,7506],"class_list":["post-2514","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-ruckspiegel","category-industriegeschichte","tag-eigentumerstruktur","tag-konzernumbenennung","tag-markenstrategie","tag-porsche-se","tag-vag","tag-volkswagen-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2514","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2514"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2514\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}