{"id":2767,"date":"2026-03-31T10:12:36","date_gmt":"2026-03-31T08:12:36","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2767"},"modified":"2026-03-31T10:12:36","modified_gmt":"2026-03-31T08:12:36","slug":"die-mathematik-der-musik-die-musik-der-mathematik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-mathematik-der-musik-die-musik-der-mathematik\/","title":{"rendered":"Die Mathematik der Musik \u2013 Die Musik der Mathematik"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Von DerSchneider<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum eine Verbindung zwischen einer Naturwissenschaft und einer Kunst ist so alt, so tief und so missverstanden wie die zwischen Mathematik und Musik. W\u00e4hrend die eine als Inbegriff logischer Strenge und trockener Abstraktion gilt, wird die andere als Ausdruck reinster Emotionalit\u00e4t und grenzenloser Kreativit\u00e4t gefeiert. Doch dieser Gegensatz ist eine Erfindung der Romantik. In Wahrheit ist Musik ohne Mathematik nicht denkbar \u2013 von den Schwingungsverh\u00e4ltnissen eines einzelnen Tons \u00fcber den Aufbau von Tonleitern bis hin zur Struktur komplexer Kompositionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel zeichnet die faszinierende Geschichte dieser Beziehung nach, von den mystischen Zahlenspekulationen der Pythagoreer bis zu den algorithmischen Kompositionen der Gegenwart. Er zeigt, wie mathematische Probleme die Entwicklung der Musik vorangetrieben haben und wie umgekehrt musikalische Bed\u00fcrfnisse immer wieder neue mathematische L\u00f6sungen erzwangen. Vor allem aber r\u00e4umt er mit einem hartn\u00e4ckigen Missverst\u00e4ndnis auf: dass Musik \u201enur\u201c klingende Mathematik sei.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Der Ursprung: Pythagoras und die Entdeckung der Zahlenverh\u00e4ltnisse<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Legende ist ber\u00fchmt: Der Philosoph Pythagoras soll an einer Schmiede vorbeigegangen sein und bemerkt haben, dass die H\u00e4mmer im Einklang klangen, wenn ihre Gewichte in einfachen ganzzahligen Verh\u00e4ltnissen zueinander standen \u2013 1:2, 2:3, 3:4. Ob wahr oder nicht, die Konsequenz war revolution\u00e4r: Die Sch\u00f6nheit der Musik, so die \u00dcberzeugung, lie\u00dfe sich auf mathematische Gesetze zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pythagoreer erkannten, dass die Konsonanzen \u2013 die Intervalle, die als angenehm empfunden werden \u2013 genau jenen Verh\u00e4ltnissen entsprechen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Intervall<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Frequenzverh\u00e4ltnis<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Cent-Wert (rein)<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Oktave<\/td><td>2:1<\/td><td>1200 Cent<\/td><\/tr><tr><td>Quinte<\/td><td>3:2<\/td><td>702 Cent<\/td><\/tr><tr><td>Quarte<\/td><td>4:3<\/td><td>498 Cent<\/td><\/tr><tr><td>Gro\u00dfe Terz<\/td><td>5:4<\/td><td>386 Cent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Pythagoreer war dies der Beweis, dass das Universum nach mathematischen Prinzipien aufgebaut sei \u2013 die ber\u00fchmte&nbsp;<em>Harmonie der Sph\u00e4ren<\/em>. Musik war nicht blo\u00dfe Unterhaltung, sondern ein Teil des&nbsp;<em>Quadriviums<\/em>, der vier mathematischen Disziplinen (neben Arithmetik, Geometrie und Astronomie)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Denkweise pr\u00e4gte \u00fcber 2000 Jahre die abendl\u00e4ndische Musiktheorie. Augustinus definierte Musik noch im 4. Jahrhundert n. Chr. als&nbsp;<em>&#8222;die Wissenschaft vom richtigen Abmessen&#8220;<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Das Problem: Der Quintenzirkel, das Komma und der Wolf<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So elegant die pythagoreische Idee auch war, sie hatte einen entscheidenden Fehler. Er tritt zutage, wenn man versucht, eine Tonleiter nicht nur von einem Ton aus, sondern in alle Tonarten zu bauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Prinzip der pythagoreischen Stimmung ist einfach: Man startet bei einem Ton (z.\u202fB. C) und schichtet reine Quinten (3:2) \u00fcbereinander: C \u2013 G \u2013 D \u2013 A \u2013 E \u2013 H \u2013 Fis \u2013 Cis \u2013 Gis \u2013 Dis \u2013 Ais \u2013 Eis \u2013 His. Nach zw\u00f6lf Quinten landet man theoretisch wieder auf einem C (enharmonisch verwechselt). Das Problem: Zw\u00f6lf reine Quinten sind nicht gleich sieben Oktaven.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">12 Quinten: (3\/2)\u00b9\u00b2 \u2248 129,746<br>7 Oktaven: 2\u2077 = 128<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Differenz ist das&nbsp;<strong>pythagoreische Komma<\/strong>&nbsp;\u2013 etwa ein Viertel eines Halbtons&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.isbn.de\/ebook\/9783658151867\/pythagoras-der-quintenwolf-und-das-komma\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieser scheinbar kleine Fehler ist in der Praxis verheerend. Schlie\u00dft man den Quintenzirkel gewaltsam, erh\u00e4lt man eine extrem dissonante Quinte, den sogenannten&nbsp;<strong>Quintenwolf<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrhundertelang umgingen Musiker dieses Problem, indem sie Instrumente nur in wenigen Tonarten stimmten. Die&nbsp;<em>mittelt\u00f6nigen Stimmungen<\/em>&nbsp;opferten die Reinheit der Quinten f\u00fcr makellose gro\u00dfe Terzen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der ber\u00fchmte Streit zwischen Claudio Monteverdi und Giovanni Artusi um 1600, bei dem es um die Zul\u00e4ssigkeit von Terzen und Sexten ging, ist ein Ausdruck dieses Ringens um die richtige Balance zwischen mathematischer Reinheit und musikalischer Ausdruckskraft&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Die L\u00f6sung: Die gleichstufige Stimmung als genialer Kompromiss<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die endg\u00fcltige L\u00f6sung des Problems war ein mathematischer Geniestreich: die&nbsp;<strong>gleichstufige Stimmung<\/strong>. Anstatt sich gegen das Komma zu wehren, wurde es einfach gleichm\u00e4\u00dfig auf alle zw\u00f6lf Quinten verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Jeder Halbton hat das exakt gleiche Frequenzverh\u00e4ltnis von&nbsp;<strong>\u00b9\u00b2\u221a2 \u2248 1,059463<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Konsequenz ist radikal. Eine Tabelle verdeutlicht die Unterschiede zwischen den wichtigsten historischen Stimmungen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Intervall<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Reine Stimmung (ideal)<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Pythagoreisch<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Gleichstufig<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Gro\u00dfe Terz (C-E)<\/strong><\/td><td>5:4 = 386 Cent<\/td><td>81:64 = 408 Cent<\/td><td>400 Cent<\/td><\/tr><tr><td><strong>Kleine Terz (E-G)<\/strong><\/td><td>6:5 = 316 Cent<\/td><td>32:27 = 294 Cent<\/td><td>300 Cent<\/td><\/tr><tr><td><strong>Quinte (C-G)<\/strong><\/td><td>3:2 = 702 Cent<\/td><td>3:2 = 702 Cent<\/td><td>700 Cent<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Daten basierend auf Standardintervallberechnungen&nbsp;<a href=\"http:\/\/rmg.zum.de\/index.php?title=Benutzer:Grieninger_Sebastian\/Facharbeit1\/Vergleich_der_Stimmungen&amp;oldid=39630\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/rmg.zum.de\/index.php?title=Benutzer:Grieninger_Sebastian\/Facharbeit1\/Vergleich_der_Stimmungen&amp;diff=prev&amp;oldid=39643\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der gleichstufigen Stimmung ist&nbsp;<strong>kein einziges Intervall mehr rein<\/strong>&nbsp;(bis auf die Oktave). Die gro\u00dfen Terzen sind um 14 Cent zu hoch, die kleinen Terzen um 16 Cent zu tief. Trotzdem \u2013 oder gerade deshalb \u2013 war dies die Geburtsstunde der modernen Harmonik. Johann Sebastian Bachs&nbsp;<em>&#8222;Das Wohltemperierte Klavier&#8220;<\/em>&nbsp;war die praktische Demonstration dieses Prinzips, auch wenn er nicht die gleichstufige, sondern eine seiner&nbsp;<em>wohltemperierten<\/em>&nbsp;Varianten verwendete&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der gro\u00dfe Cellist Pablo Casals brachte es auf den Punkt:&nbsp;<em>&#8222;Erschrick nicht, wenn Du eine andere Intonation als das Klavier hast. Das liegt am Klavier, das verstimmt ist.&#8220;<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 1584 berechnete der chinesische Prinz Zhu Zaiyu die gleichstufige Stimmung mit bemerkenswerter Genauigkeit \u2013 etwa ein Jahrhundert vor ihren europ\u00e4ischen Entdeckern&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Jenseits des Kompromisses: Moderne Forschung und digitale R\u00e4ume<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte endet nicht mit der gleichstufigen Stimmung. Im Gegenteil: Die Erkenntnis, dass unsere vertraute Klavierstimmung ein Kompromiss ist, hat die Forschung neu belebt. Wie das Projekt&nbsp;<em>&#8222;Virtual Tonal Spaces&#8220;<\/em>&nbsp;der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg zeigt, werden heute dreidimensionale, interaktive R\u00e4ume entwickelt, um tonale Beziehungen sichtbar und begreifbar zu machen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.uni-wuerzburg.de\/projekte\/wuedive\/projekte\/virtual-tonal-spaces\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesen virtuellen Umgebungen werden musikalische Parameter wie Klangfarbe oder Lautst\u00e4rke mit visuellen Parametern wie Farbe oder Lichtrichtung assoziiert. Studierende der Musikwissenschaft, aber auch der Informatik und Mathematik, k\u00f6nnen so tonale Strukturen im wahrsten Sinne des Wortes \u201ebegreifen\u201c&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.uni-wuerzburg.de\/projekte\/wuedive\/projekte\/virtual-tonal-spaces\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dies ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie moderne Mathematik und Informatik nicht nur alte Probleme l\u00f6sen, sondern v\u00f6llig neue Zug\u00e4nge zur Musik schaffen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Kontroversen: Ist Musik also doch nur klingende Mathematik?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird die Differenzierung entscheidend. Nach allem, was wir geh\u00f6rt haben, k\u00f6nnte man meinen, Leibniz hatte recht, als er sagte:&nbsp;<em>&#8222;Musik ist die versteckte arithmetische T\u00e4tigkeit der Seele, die sich nicht dessen bewusst ist, dass sie rechnet&#8220;<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese Sichtweise ignoriert die entscheidende Komponente: den Menschen. Die akustische Physik erkl\u00e4rt, warum eine Quinte konsonant klingt (weil die Obertonreihen der beiden T\u00f6ne verschmelzen). Aber sie sagt nichts dar\u00fcber aus, ob eine Melodie sch\u00f6n, eine Harmoniefolge spannend oder ein Rhythmus mitrei\u00dfend ist. Schon Leibniz selbst r\u00e4umte ein:&nbsp;<em>&#8222;Zuf\u00e4llig gefallen Dissonanzen bisweilen dennoch&#8220;<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Komponist Johann Mattheson stellte im 18. Jahrhundert klar, dass eine Melodie keine Mathematik, sondern eine emotionale&nbsp;<em>&#8222;Klangrede&#8220;<\/em>&nbsp;sei&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Und Hermann von Helmholtz, der gro\u00dfe Physiologe und Physiker, betonte, dass die Toleranz f\u00fcr \u201eRauigkeit\u201c im Klang eine Frage von&nbsp;<em>&#8222;Geschmack und Gew\u00f6hnung&#8220;<\/em>&nbsp;sei&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Was in einer Kultur als Dissonanz gilt, ist in einer anderen die reinste Konsonanz.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit &amp; Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mathematik der Musik ist unbestreitbar. Sie ist das Fundament, auf dem die Musik ruht \u2013 von der Physik des Tons \u00fcber die Konstruktion von Instrumenten bis hin zu den logischen Strukturen von Kompositionen. Ohne Mathematik g\u00e4be es keine Temperierung, keine Synthesizer, keine digitale Audiotechnik. Die moderne Musikforschung nutzt zunehmend mathematische Modelle, wie das Konzept der&nbsp;<em>&#8222;Pulse Interference&#8220;<\/em>&nbsp;von Joseph Schillinger, um Rhythmen und Skalen algorithmisch zu generieren&nbsp;<a href=\"https:\/\/creo.sae.edu.au\/staffscholarshipnz\/6\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Mathematik ist nicht die Musik selbst. Sie ist das Regelwerk, nicht das Spiel; die Grammatik, nicht die Poesie. Die Magie der Musik entsteht erst im Spannungsfeld zwischen diesem rationalen Fundament und der irrationalen, kreativen Freiheit des Komponisten, des Interpreten und des H\u00f6renden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wahre Lehre aus 2500 Jahren Musikgeschichte ist daher eine der Demut gegen\u00fcber der Komplexit\u00e4t unseres eigenen Geistes. Die Mathematik kann beschreiben,&nbsp;<em>dass<\/em>&nbsp;uns ein Akkord ber\u00fchrt, aber sie wird niemals vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren k\u00f6nnen,&nbsp;<em>warum<\/em>&nbsp;er uns zu Tr\u00e4nen r\u00fchrt. Genau darin liegt die bleibende Faszination \u2013 in der unaufl\u00f6sbaren, sch\u00f6pferischen Spannung zwischen Zahl und Gef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sch\u00fcffler, Karlheinz:\u00a0<em>Pythagoras, der Quintenwolf und das Komma<\/em>. Springer Spektrum, 2017.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.isbn.de\/ebook\/9783658151867\/pythagoras-der-quintenwolf-und-das-komma\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><em>Gleichstufige Stimmung<\/em>. In: Wikipedia.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gleichstufige_Stimmung\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Heiberg, Johan L.:\u00a0<em>Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften im Altertum<\/em>. M\u00fcnchen, 1925.\u00a0<a href=\"https:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/heiberg1925\/0091\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><em>Virtual Tonal Spaces<\/em>. Projekt der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.uni-wuerzburg.de\/projekte\/wuedive\/projekte\/virtual-tonal-spaces\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><em>Ist Music nur klingende Mathematik?<\/em>\u00a0In: Brawoo, 2022.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.brawoo.de\/ist-music-nur-klingende-mathematik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Brown, A. &amp; Chechelashvili, D.:\u00a0<em>Pulse, Pattern, Permutation: Applying Schillinger\u2019s Pulse Interference<\/em>. 2025.\u00a0<a href=\"https:\/\/creo.sae.edu.au\/staffscholarshipnz\/6\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><em>Vergleich der Stimmungen<\/em>. RMG-Wiki (Zentrale f\u00fcr Unterrichtsmedien im Internet).\u00a0<a href=\"http:\/\/rmg.zum.de\/index.php?title=Benutzer:Grieninger_Sebastian\/Facharbeit1\/Vergleich_der_Stimmungen&amp;oldid=39630\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/rmg.zum.de\/index.php?title=Benutzer:Grieninger_Sebastian\/Facharbeit1\/Vergleich_der_Stimmungen&amp;diff=prev&amp;oldid=39643\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Einleitung Kaum eine Verbindung zwischen einer Naturwissenschaft und einer Kunst ist so alt, so tief und so missverstanden wie die zwischen Mathematik und Musik. W\u00e4hrend die eine als Inbegriff logischer Strenge und trockener Abstraktion gilt, wird die andere als Ausdruck reinster Emotionalit\u00e4t und grenzenloser Kreativit\u00e4t gefeiert. Doch dieser Gegensatz ist eine Erfindung der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,44,17],"tags":[305,2808,4752,5627,5628,5673],"class_list":["post-2767","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-digitalkultur","category-ethik-gewissen","category-im-herz","tag-akustik","tag-gleichstufige-stimmung","tag-musiktheorie","tag-pythagoras","tag-pythagoreisches-komma","tag-quintenzirkel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2767\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}