{"id":2863,"date":"2026-04-02T07:23:54","date_gmt":"2026-04-02T05:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=2863"},"modified":"2026-04-02T07:23:54","modified_gmt":"2026-04-02T05:23:54","slug":"die-letzte-residenz-wie-kyoto-den-overtourism-mit-einem-guide-zwang-bandigen-will-und-was-dahintersteckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-letzte-residenz-wie-kyoto-den-overtourism-mit-einem-guide-zwang-bandigen-will-und-was-dahintersteckt\/","title":{"rendered":"Die letzte Residenz: Wie Kyoto den Overtourism mit einem Guide-Zwang b\u00e4ndigen will \u2013 und was dahintersteckt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute durch das Gion-Viertel in Kyoto schlendert, k\u00f6nnte meinen, sich auf einem Filmset zu befinden \u2013 w\u00e4re da nicht das Gedr\u00e4nge. Zwischen Holzh\u00e4usern aus der Edo-Zeit und flanierenden Touristen in geliehenen Kimonos huschen gelegentlich noch echte Geiko und Maiko vorbei, nur um sofort von Smartphones umzingelt zu werden. Diese Szenerie ist das Epizentrum eines Konflikts, der die einstige Kaiserstadt seit Jahren ersch\u00fcttert. Die japanische Regierung hat j\u00fcngst einen Schritt erwogen, der in der freien Welt als Affront gegen den Individualtourismus gelten w\u00fcrde: die Einf\u00fchrung einer Guide-Pflicht f\u00fcr Besucher bestimmter Viertel. Wer ohne lizenzierten F\u00fchrer erwischt wird, dem droht eine Geldstrafe. Was auf den ersten Blick wie eine \u00fcberzogene Verwaltungsma\u00dfnahme wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als die letzte Eskalationsstufe in einem jahrzehntelangen Kampf um die Seele der Stadt. Es ist die Geschichte einer Stadt, die an ihrer eigenen Beliebtheit zu ersticken droht \u2013 und nun notgedrungen die Notbremse zieht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Einleitung: Vom &#8222;Muskeltonus der Nation&#8220; zur Touristenfalle<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die aktuelle Zuspitzung zu verstehen, muss man in die Vergangenheit reisen. Kyoto ist keine instinktlose Touristendestination wie etwa Las Vegas; der Tourismus war hier seit jeher ein politisches und kulturelles Programm. Bereits 1930, in einer Zeit, in der der Massentourismus noch in den Kinderschuhen steckte, richtete die Stadt als erste Kommune Japans eine eigene Tourismusabteilung im Rathaus ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/muse.jhu.edu\/chapter\/1706524\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Damals ging es nicht prim\u00e4r um Profit, sondern um Nation-Building: Reisen galt als &#8222;Muskeltonus der Nation&#8220;, als Mittel zur St\u00e4rkung der nationalen Identit\u00e4t. Nach dem Zweiten Weltkrieg untermauerte der japanische Staat diese Sonderstellung mit dem &#8222;Gesetz zum Aufbau Kyotos als internationale Kultur- und Tourismusstadt&#8220; (\u662d\u548c\u6587\u5316\u90fd\u5e02\u6cd5) von 1950&nbsp;<a href=\"https:\/\/hourei.ndl.go.jp\/simple\/detail?lawId=0000042918&amp;current=10\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Gesetz, das bis heute in Kraft ist, sch\u00fctzt das historische Erbe, f\u00f6rdert aber gleichzeitig explizit die touristische Nutzung \u2013 ein schmaler Grat, auf dem Kyoto seither balanciert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese historische Weichenstellung erkl\u00e4rt das Dilemma: Kyoto ist rechtlich und historisch dazu verdammt, ein Museumsdorf zu sein, w\u00e4hrend es gleichzeitig eine lebendige Heimat f\u00fcr 1,47 Millionen Menschen ist. Der Bruch kam mit der globalen Massenmobilit\u00e4t ab 2010. War es fr\u00fcher eine Reise wert, wurde der Besuch der Tempelstadt zum Massenph\u00e4nomen. Waren es 2006 noch magere 500.000 ausl\u00e4ndische Besucher, stieg ihre Zahl innerhalb eines Jahrzehnts auf \u00fcber 8 Millionen pro Jahr. Addiert man die einheimischen G\u00e4ste, kamen zeitweise \u00fcber 52 Millionen Menschen j\u00e4hrlich in die Stadt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nippon.com\/cn\/japan-topics\/c07701\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Fassungsverm\u00f6gen des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs und die Geduld der Anwohner waren endg\u00fcltig ersch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Historische Betrachtung: Das Erbe der &#8222;Windsch\u00f6nheit&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuellen Restriktionen sind kein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, sondern die logische Konsequenz einer tief in der japanischen Stadtplanung verwurzelten \u00c4sthetik. In der Forschung spricht man vom Prinzip der &#8222;F\u016bshi&#8220; (\u98a8\u81f4) \u2013 der landschaftlichen Sch\u00f6nheit oder dem &#8222;Windgeist&#8220; eines Ortes. Bereits im alten Stadtplanungsgesetz der 1920er Jahre wurden in Kyoto &#8222;F\u016bshi-Gebiete&#8220; ausgewiesen, um die visuelle Harmonie zu sch\u00fctzen&nbsp;<a href=\"https:\/\/kaken.nii.ac.jp\/report\/KAKENHI-PROJECT-16K21126\/16K21126seika\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Gebiete, zu denen heute das Kerngebiet von Gion geh\u00f6rt, unterliegen strengen Bauvorschriften. Was damals gegen unsch\u00f6ne Fabriken half, richtet sich heute gegen r\u00fccksichtsloses Touristenverhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem versch\u00e4rfte sich in den 2010er Jahren rasant. Ein besonders neuralgischer Punkt ist das Verh\u00e4ltnis zu den Geiko und Maiko. Diese Kunsthandwerkerinnen der Unterhaltungskunst sind keine Stra\u00dfenk\u00fcnstler f\u00fcr Instagram. Die Jagd auf sie, bei der Touristen die Frauen durch die Gassen verfolgen, ihre Kimonos anfassen oder ohne Erlaubnis fotografieren, wurde von der Stadt bereits vor einigen Jahren unter Strafe gestellt. Wer eine Geisha bel\u00e4stigt, zahlt umgerechnet bis zu 90 US-Dollar&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.travelmarketreport.com\/Air\/articles\/Add-Kyoto-to-World-Cities-Trying-to-Manage-Overtourism\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die aktuellen \u00dcberlegungen zu einer generellen Guide-Pflicht sind nur der n\u00e4chste Schritt in dieser Eskalationsspirale. Die Stadtverwaltung appelliert nun eindringlich: &#8222;Gion ist nicht nur ein Touristenziel; es ist ein Ort, an dem Menschen leben&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/kyoto.travel\/en\/news\/sightseeing-guidelines\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Der aktuelle Konflikt: Sanktionen statt Bitten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngste Entwicklung (Stand Anfang 2026) zeigt eine deutliche Radikalisierung der st\u00e4dtischen Politik. Das freundliche Bitten um Etikette ist einer harten, \u00f6konomischen Steuerung gewichen. Die Stadtregierung unter B\u00fcrgermeister Koji Matsui hat erkannt, dass moralische Appelle an eine Masse von 50 Millionen Menschen pro Jahr wirkungslos verhallen. Das neue Regime setzt auf drei S\u00e4ulen: Guide-Pflicht, gestaffelte Steuern und Durchsetzung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">a) Die Guide-Pflicht als Filter<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einf\u00fchrung einer Pflicht zur Nutzung lizenzierter Guides in sensiblen Wohnvierteln dient als effektiver Besucherfilter. Dadurch werden nicht nur die individuellen St\u00f6rungen minimiert, weil der Guide f\u00fcr das Verhalten der Gruppe haftet, sondern es wird auch die Zahl der gleichzeitig anwesenden Personen reduziert. Reiseveranstalter m\u00fcssen im Voraus Genehmigungen einholen, was eine nat\u00fcrliche Obergrenze f\u00fcr den Zutritt schafft. Diese Ma\u00dfnahme richtet sich gezielt gegen den sogenannten &#8222;Billig-Sackgassen-Tourismus&#8220;, bei dem Rucksacktouristen ohne jegliche Vorbereitung die Wohnstra\u00dfen verstopfen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">b) Die Revolution der Bettensteuer (2026)<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite, finanziell weitaus einschneidendere Ma\u00dfnahme ist die Reform der Unterkunftssteuer. Seit M\u00e4rz 2026 gilt ein drastisch progressives Modell&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.id\/berita\/artikel\/over-tourism-crackdown-kyoto-introduces-massive-accommodation-tax-that-could-make-travellers-think-twice-in-japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.lv\/jaunumi\/raksts\/Kioto-Jap%C4%81nas-izmitin%C4%81%C5%A1anas-nodok%C4%BCa-reforma-ir-noz%C4%ABm%C4%ABgs-solis-p%C4%81rm%C4%93r%C4%ABga-t%C5%ABrisma-p%C4%81rvald%C4%ABb%C4%81-un-ilgtsp%C4%93j%C4%ABgas-ce%C4%BCo%C5%A1anas-veicin%C4%81%C5%A1an%C4%81.-L%C5%ABk--kas-jums-j%C4%81zina.\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Kategorie (\u00dcbernachtungspreis pro Person)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Alte Steuer (bis 2026)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Neue Steuer (ab 2026)<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Bis 6.000 Yen (Budget)<\/td><td>200 Yen<\/td><td><strong>200 Yen<\/strong>&nbsp;(unver\u00e4ndert)<\/td><\/tr><tr><td>6.000 \u2013 20.000 Yen<\/td><td>200 Yen<\/td><td><strong>1.000 Yen<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>20.000 \u2013 50.000 Yen<\/td><td>500 Yen<\/td><td><strong>4.000 Yen<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>50.000 \u2013 100.000 Yen<\/td><td>500 Yen<\/td><td><strong>10.000 Yen (ca. 62 \u20ac)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>\u00dcber 100.000 Yen (Luxus)<\/td><td>500 Yen<\/td><td><strong>10.000 Yen<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuer auf ein Luxus-Suite (\u00fcber 100.000 Yen) hat sich verzwanzigfacht. Das Ziel ist nicht prim\u00e4r die Abschreckung, sondern die Lenkung. Die Einnahmen (gesch\u00e4tzte Verdopplung auf \u00fcber 13 Milliarden Yen) flie\u00dfen direkt in Anti-Overtourism-Ma\u00dfnahmen: Expressbusse zur Entlastung der Wohngebiete, digitale Kampagnen f\u00fcr &#8222;versteckte Kyoto&#8220;-Ziele und die Finanzierung von Durchsetzungskr\u00e4ften&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.org.es\/noticia\/artigo\/kyoto-introduces-resident-priority-pricing-for-buses-and-public-facilities-balancing-their-tourism-growth-with-local-needs-for-sustainable-tourism-development\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Kontroversen: Das Trauma der &#8222;Alten Steuer&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders brisant an diesen Pl\u00e4nen ist ein historisches Trauma, das wie ein Damoklesschwert \u00fcber jeder Kyoto-Steuerdebatte schwebt: die &#8222;Koto-Ze&#8220; (\u53e4\u90fd\u7a0e) von 1985. Damals versuchte die Stadt verzweifelt, ihre klammen Kassen zu sanieren, indem sie eine Pauschalsteuer von 50 Yen auf Tempelbesuche erhob. Die Reaktion war verheerend. Die m\u00e4chtigen Tempel \u2013 die ohnehin schon keine Grundsteuer zahlen \u2013 sperrten ihre Tore oder drohten mit der Schlie\u00dfung. Der Aufschrei in der religi\u00f6sen und politischen Gemeinschaft war so gro\u00df, dass das Gesetz nur zwei Jahre sp\u00e4ter wieder gekippt wurde&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nippon.com\/cn\/japan-topics\/c07701\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Niederlage sitzt tief in der Stadtverwaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist die Lage anders. Die Tempel sehen selbst, wie ihre G\u00e4rten von Selfie-Stangen zertrampelt werden. Die Buddhistenpriester, einst Gegner jeder Abgabe, sind heute oft die lautesten Bef\u00fcrworter von Besucherlimits. W\u00e4hrend die Stadt jedoch 1985 scheiterte, weil sie die religi\u00f6sen St\u00e4tten direkt besteuern wollte, umgeht sie dieses Problem heute \u00fcber die Hotellerie. Der Gast zahlt, nicht der Tempel. Dennoch bleibt das Trauma der &#8222;Alten Steuer&#8220; eine unsichtbare Grenze: Die Stadt wird sich davor h\u00fcten, jemals wieder direkt die Hand nach den kulturellen Heiligt\u00fcmern auszustrecken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Fazit &amp; Ausblick: Der globale Pr\u00e4zedenzfall<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kyoto ist dabei, ein Modell f\u00fcr die post-moderne Tourismusregulation zu entwicknen. Die Stadt bewegt sich weg vom &#8222;Angebotswettbewerb&#8220; (wir bauen mehr Hotels) hin zur &#8222;Nachfragesteuerung&#8220; (wir regulieren, wer wann kommt). Die Guide-Pflicht, die drastische Luxussteuer und die bereits existierenden Verbote f\u00fcr das Fotografieren in Wohnstra\u00dfen&nbsp;<a href=\"https:\/\/kyoto.travel\/en\/news\/sightseeing-guidelines\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;bilden ein dreistufiges Abwehrsystem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch bleibt die Ma\u00dfnahme nicht unumstritten. Kritiker, wie der ehemalige Stadtrat und Autor von&nbsp;<em>Kyoto Destroyed by Tourism<\/em>, Shoei Murayama, argumentieren, dass dies zu einer &#8222;Theme-Park-ification&#8220; der Stadt f\u00fchre&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nippon.com\/cn\/japan-topics\/c07701\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Wenn nur noch gef\u00fchrte Gruppen durch Gion laufen d\u00fcrfen, geht der authentische Charme des zuf\u00e4lligen Entdeckens verloren. Die Stadt wird zur Inszenierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet das f\u00fcr den Reisenden? Die Botschaft ist klar:&nbsp;<strong>Billigtourismus ist in Kyoto am Ende.<\/strong>&nbsp;Die Tage des g\u00fcnstigen Hostels direkt im Herzen Gions sind gez\u00e4hlt. Der Urlauber von morgen in Kyoto wird entweder sehr tief in die Tasche greifen (f\u00fcr Luxushotels und Guides) oder sich auf die weniger bekannten Bezirke der Stadt einlassen m\u00fcssen. F\u00fcr die Stadt selbst ist dieser Schritt ein riskantes Experiment. Entweder gelingt es, die fragile Balance zwischen Erbe und Leben zu retten \u2013 oder Kyoto verwandelt sich endg\u00fcltig in ein elit\u00e4res Freilichtmuseum, das sich die Mittelschicht nicht mehr leisten kann. Eines ist sicher: Die Welt wird genau nach Kyoto schauen. Denn was hier in den n\u00e4chsten Jahren gelingt oder scheitert, wird die Blaupause f\u00fcr Venedig, Barcelona und Amsterdam sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\ud83d\udcda Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Japanisches Gesetz Nr. 251 vom 22. Oktober 1950:\u00a0<em>Gesetz zum Aufbau Kyotos als internationale Kultur- und Tourismusstadt<\/em>\u00a0(\u4eac\u90fd\u56fd\u969b\u6587\u5316\u89b3\u5149\u90fd\u5e02\u5efa\u8a2d\u6cd5), in Kraft seit 1950.\u00a0<a href=\"https:\/\/hourei.ndl.go.jp\/simple\/detail?lawId=0000042918&amp;current=10\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Richard D\u2019Ambrosio:\u00a0<em>Add Kyoto to World Cities Trying to Manage Overtourism<\/em>. Travel Market Report, 6. November 2019.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.travelmarketreport.com\/Air\/articles\/Add-Kyoto-to-World-Cities-Trying-to-Manage-Overtourism\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><em>4 Guidelines to Follow When Visiting Kyoto<\/em>. Kyoto City Official Travel Guide, Aktualisiert 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/kyoto.travel\/en\/news\/sightseeing-guidelines\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Stadt Kyoto \/ Travel and Tour World:\u00a0<em>Kyoto Introduces Resident-Priority Pricing for Buses and Public Facilities<\/em>. 13. Februar 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.org.es\/noticia\/artigo\/kyoto-introduces-resident-priority-pricing-for-buses-and-public-facilities-balancing-their-tourism-growth-with-local-needs-for-sustainable-tourism-development\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/nippon.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nippon.com<\/a>:\u00a0<em>\u82e6\u4e8e\u201c\u89c2\u5149\u516c\u5bb3\u201d \u7684\u4eac\u90fd &#8212;-\u8bbf\u6751\u5c71\u7965\u8363<\/em>. Interview mit Shoei Murayama, 23. M\u00e4rz 2020.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nippon.com\/cn\/japan-topics\/c07701\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Travel and Tour World (Mehrere Ausgaben):\u00a0<em>Over-Tourism Crackdown: Kyoto Introduces Massive Accommodation Tax<\/em>. M\u00e4rz 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.id\/berita\/artikel\/over-tourism-crackdown-kyoto-introduces-massive-accommodation-tax-that-could-make-travellers-think-twice-in-japan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.travelandtourworld.lv\/jaunumi\/raksts\/Kioto-Jap%C4%81nas-izmitin%C4%81%C5%A1anas-nodok%C4%BCa-reforma-ir-noz%C4%ABm%C4%ABgs-solis-p%C4%81rm%C4%93r%C4%ABga-t%C5%ABrisma-p%C4%81rvald%C4%ABb%C4%81-un-ilgtsp%C4%93j%C4%ABgas-ce%C4%BCo%C5%A1anas-veicin%C4%81%C5%A1an%C4%81.-L%C5%ABk--kas-jums-j%C4%81zina.\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Keita Yamaguchi (Kyoto University):\u00a0<em>Historical research on the evaluation, utilization and improvement of scenic beauty based on urban planning<\/em>. KAKEN Project Number 16K21126, Abschlussbericht 2019.\u00a0<a href=\"https:\/\/kaken.nii.ac.jp\/report\/KAKENHI-PROJECT-16K21126\/16K21126seika\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Japan Policy Forum:\u00a0<em>\u5bf9\u8c08\uff1a\u5bf9\u201c\u8fc7\u5ea6\u89c2\u5149\u201d\u8bf4\u4e0d \u8ba9\u201c\u6587\u5316\u57ce\u5e02\u201d\u4eac\u90fd\u514d\u906d\u89c2\u5149\u516c\u5bb3<\/em>. Gespr\u00e4ch mit Alex Kerr &amp; B\u00fcrgermeister Kadokawa, 18. Juli 2019.\u00a0<a href=\"https:\/\/cn.japanpolicyforum.jp\/culture\/pt201907191750517649.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Projekt MUSE \/ Kenneth J. Ruoff:\u00a0<em>Imperial Heritage Tourism<\/em>. Aus:\u00a0<em>Japan\u2019s Imperial Dilemma in the Second World War<\/em>, 2017.\u00a0<a href=\"https:\/\/muse.jhu.edu\/chapter\/1706524\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer heute durch das Gion-Viertel in Kyoto schlendert, k\u00f6nnte meinen, sich auf einem Filmset zu befinden \u2013 w\u00e4re da nicht das Gedr\u00e4nge. Zwischen Holzh\u00e4usern aus der Edo-Zeit und flanierenden Touristen in geliehenen Kimonos huschen gelegentlich noch echte Geiko und Maiko vorbei, nur um sofort von Smartphones umzingelt zu werden. 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