{"id":3087,"date":"2026-04-05T16:53:18","date_gmt":"2026-04-05T14:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3087"},"modified":"2026-04-05T16:53:18","modified_gmt":"2026-04-05T14:53:18","slug":"die-wahrheit-uber-pi-filter-wann-sie-helfen-und-wann-sie-schaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-wahrheit-uber-pi-filter-wann-sie-helfen-und-wann-sie-schaden\/","title":{"rendered":"Die Wahrheit \u00fcber Pi\u2011Filter: Wann sie helfen \u2013 und wann sie schaden"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Ein Schaltungsmuster mit zwei Gesichtern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pi\u2011Filter \u2013 benannt nach seiner Form, die an den griechischen Buchstaben \u03c0 erinnert \u2013 geh\u00f6rt zum Grundbestand jedes Schaltungsentwicklers. Es besteht aus zwei parallel geschalteten Kondensatoren (Eingang und Ausgang) mit einer dazwischen liegenden Induktivit\u00e4t oder einem Widerstand. Diese simple Topologie findet sich in Netzteilen, Audioverst\u00e4rkern, Funkanwendungen und fast \u00fcberall dort, wo Versorgungsspannungen von hochfrequenten St\u00f6rungen befreit werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch kaum eine Schaltung wird so oft falsch eingesetzt wie das Pi\u2011Filter. Entwickler kopieren es aus Referenzdesigns, ohne die kritischen Parameter zu verstehen. Die Folge: Resonanz\u00fcberh\u00f6hungen, die die St\u00f6rung verst\u00e4rken statt zu d\u00e4mpfen, thermische Probleme durch falsch dimensionierte Widerst\u00e4nde, oder eine Verschlechterung des Filterverhaltens durch reale Bauteile mit parasit\u00e4ren Effekten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel trennt Mythen von Fakten. Wir untersuchen die Funktionsweise, die typischen Dimensionierungsfehler, die Resonanzproblematik und die praktische Messtechnik \u2013 und geben klare Regeln f\u00fcr den erfolgreichen Einsatz von Pi\u2011Filtern in der Netzteilentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundlagen: Was ein Pi\u2011Filter tut (und was nicht)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Pi\u2011Filter ist ein Tiefpass zweiter Ordnung. Seine \u00dcbertragungsfunktion (im Idealfall) zeigt einen flachen Durchlassbereich bis zur Grenzfrequenz und danach eine Flankensteilheit von 40 dB pro Dekade \u2013 also doppelt so steil wie ein einfacher RC- oder LC-Filter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Typische Einsatzgebiete:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Netzteilausgangsfilter:<\/strong>\u00a0Gl\u00e4ttung der Restwelligkeit nach einem Schaltregler (typisch 100\u2013500 kHz Grundwelle).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Eingangsfilter f\u00fcr DC\/DC\u2011Wandler:<\/strong>\u00a0Unterdr\u00fcckung von St\u00f6rungen, die vom Wandler zur\u00fcck ins Versorgungsnetz gelangen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Audio\u2011Vorspannungsfilter:<\/strong>\u00a0Entfernung von Brummsignalen (50\/100 Hz) aus Referenzspannungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>HF\u2011Entkopplung:<\/strong>\u00a0Trennung von Analog- und Digitalversorgungen auf Leiterplatten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die drei Grundvarianten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Typ<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Aufbau<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Anwendung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>C\u2011L\u2011C (echtes Pi)<\/td><td>C1, L, C2<\/td><td>Leistungsstark, niedrige Frequenzen (10 Hz\u20131 MHz)<\/td><\/tr><tr><td>C\u2011R\u2011C (RC\u2011Pi)<\/td><td>C1, R, C2<\/td><td>Kosteng\u00fcnstig, geringer Strom, hohe Frequenzen (&gt;1 MHz)<\/td><\/tr><tr><td>Ferrit\u2011Pi<\/td><td>C1, Ferritperle, C2<\/td><td>Unterdr\u00fcckung im 10\u20131000 MHz Bereich<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die drei klassischen Fehler beim Pi\u2011Filter<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehler 1: Resonanz statt D\u00e4mpfung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist der mit Abstand h\u00e4ufigste und folgenschwerste Fehler. Ein ideales C\u2011L\u2011C\u2011Pi\u2011Filter hat bei der Resonanzfrequenz einen theoretisch unendlich hohen Scheinwiderstand \u2013 in der Praxis eine starke \u00dcberh\u00f6hung der Ausgangsspannung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel:<\/strong>&nbsp;Ein Pi\u2011Filter mit L = 10 \u00b5H, C1 = C2 = 100 \u00b5F. Die Resonanzfrequenz liegt bei:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u2080 = 1 \/ (2\u03c0 \u00b7 \u221a(L \u00b7 (C1\u00b7C2)\/(C1+C2))) \u2248 1 \/ (2\u03c0 \u00b7 \u221a(10\u00b710\u207b\u2076 \u00b7 50\u00b710\u207b\u2076)) \u2248 7,1 kHz<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dieser Frequenz betr\u00e4gt die Spannungs\u00fcberh\u00f6hung im unged\u00e4mpften Fall (Q = 1\/R \u00b7 \u221a(L\/C)) schnell das Zehnfache der Eingangsspannung. Praktisch bedeutet das: Eine 100\u2011mV\u2011St\u00f6rung bei 7 kHz wird auf 1 V verst\u00e4rkt \u2013 das Filter wirkt als Verst\u00e4rker f\u00fcr genau die Frequenz, die es eigentlich d\u00e4mpfen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>L\u00f6sung:<\/strong>&nbsp;Ein D\u00e4mpfungswiderstand in Serie zur Induktivit\u00e4t (oder parallel zu einem der Kondensatoren) reduziert die G\u00fcte. Die Faustregel: R_d\u00e4mpf = \u221a(L \/ (C1 + C2)). Im obigen Beispiel: R_d\u00e4mpf \u2248 \u221a(10\u00b710\u207b\u2076 \/ 200\u00b710\u207b\u2076) = \u221a(0,05) \u2248 0,22 \u03a9. Das senkt die \u00dcberh\u00f6hung auf unter 3 dB.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehler 2: Falsche Kondensatortypen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer klassischer Fehler: Der Entwickler nimmt f\u00fcr C1 und C2 beliebige Kondensatoren aus der Kiste \u2013 meist standardm\u00e4\u00dfige Elektrolytkondensatoren mit 100 \u00b5F, 25 V.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Problem:<\/strong>&nbsp;Elektrolytkondensatoren haben oberhalb von etwa 10\u2013100 kHz bereits einen induktiven Anteil (ESL, Equivalent Series Inductance). Das Filter verh\u00e4lt sich dann oberhalb der Eigenresonanz der Kondensatoren wie ein Hochpass \u2013 die hochfrequente St\u00f6rung wird durchgelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxistipp:<\/strong>&nbsp;F\u00fcr C1 und C2 immer eine Parallelschaltung aus einem niederimpedanten Elko (f\u00fcr die niederfrequente Gl\u00e4ttung) und einem Keramikkondensator (z.\u202fB. 100 nF, X7R) f\u00fcr die hochfrequenten Anteile verwenden. Der Keramikkondensator sollte m\u00f6glichst direkt an den Eingangs- und Ausgangspins des Filters liegen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehler 3: Die vergessene Lastimpedanz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Entwickler dimensionieren Pi\u2011Filter im Leerlauf oder mit einer rein ohmschen Last. In der realen Schaltung sieht die Last aber ganz anders aus: ein nachfolgender Spannungsregler mit hoher Eingangsimpedanz (schlecht f\u00fcr die D\u00e4mpfung) oder ein Schaltregler mit negativer Eingangsimpedanz (kann zur Instabilit\u00e4t f\u00fchren).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Besondere Gefahr:<\/strong>&nbsp;Schaltregler mit Konstantleistungsverhalten (wie fast alle modernen DC\/DC\u2011Wandler) haben eine negative differentielle Eingangsimpedanz. Das bedeutet: Wenn die Eingangsspannung sinkt, steigt der Eingangsstrom. Im Zusammenspiel mit einem unged\u00e4mpften Pi\u2011Filter kann das zu niederfrequenten Schwingungen (0,1\u201310 kHz) f\u00fchren \u2013 ein bekanntes Problem in der Systemintegration.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>L\u00f6sung:<\/strong>&nbsp;Das Filter immer mit einer Lastimpedanz dimensionieren, die der realen Anwendung entspricht. Bei Schaltreglern ist oft ein zus\u00e4tzlicher Elko direkt am Reglereingang und eine sorgf\u00e4ltige D\u00e4mpfung des Filters n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonderfall: Das RC\u2011Pi\u2011Filter (C\u2011R\u2011C)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das RC\u2011Pi\u2011Filter (mit Widerstand statt Induktivit\u00e4t) ist die sicherere Wahl, wenn:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>der Strom klein ist (R f\u00fchrt zu einem Spannungsabfall von I\u00b7R)<\/li>\n\n\n\n<li>die zu filternden Frequenzen hoch sind (oberhalb 100 kHz)<\/li>\n\n\n\n<li>keine Resonanzgefahr bestehen darf (R d\u00e4mpft inh\u00e4rent)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dimensionierungsregel f\u00fcr RC\u2011Pi:<\/strong>&nbsp;R sollte so gro\u00df wie m\u00f6glich gew\u00e4hlt werden, aber klein genug, dass der Spannungsabfall akzeptabel bleibt. Die Grenzfrequenz berechnet sich n\u00e4herungsweise zu:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f_g = 1 \/ (2\u03c0 \u00b7 R \u00b7 C2) (unter Annahme C1 = C2, und R dominiert gegen\u00fcber Lastwiderstand)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel:<\/strong>&nbsp;Ein 5\u2011V\u2011Versorgungsstrom von 50 mA erlaubt einen Abfall von 0,25 V (5 %). Dann ist R_max = 0,25 V \/ 0,05 A = 5 \u03a9. Mit C2 = 100 \u00b5F ergibt sich f_g \u2248 1 \/ (2\u03c0 \u00b7 5 \u00b7 100\u00b710\u207b\u2076) \u2248 318 Hz. Das unterdr\u00fcckt 100\u2011kHz\u2011St\u00f6rungen um etwa 20\u00b7log(100 kHz \/ 318 Hz) \u00b7 2 (weil zweite Ordnung) \u2248 56 dB \u2013 sehr effektiv.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonderfall: Das Ferrit\u2011Pi f\u00fcr HF<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Leiterplatten mit empfindlichen HF\u2011Signalen (z.\u202fB. GPS\u2011Empf\u00e4nger, WLAN\u2011Transceiver) verwendet man Pi\u2011Filter mit einer Ferritperle als L. Die Perle wirkt wie eine Frequenzabh\u00e4ngige Induktivit\u00e4t \u2013 hohe Impedanz bei hohen Frequenzen, aber nahezu Kurzschluss bei Gleichstrom.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die h\u00e4ufigste Falle:<\/strong>&nbsp;Eine falsche Ferritperle. Es gibt zwei grundlegende Typen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Nickel\u2011Zink\u2011Ferrite (NiZn):<\/strong>\u00a0Hohe Impedanz oberhalb 10 MHz, geringe S\u00e4ttigungsempfindlichkeit. Richtig f\u00fcr HF\u2011Entkopplung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mangan\u2011Zink\u2011Ferrite (MnZn):<\/strong>\u00a0Hohe Impedanz im kHz\u2011 bis niederigen MHz\u2011Bereich, stark s\u00e4ttigungsempfindlich. Richtig f\u00fcr Netzeingangsfilter (50 kHz\u20131 MHz).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden die Typen verwechselt, sinkt die Impedanz um den Faktor 10\u2013100.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxistipp:<\/strong>&nbsp;Die Ferritperle im Pi\u2011Filter muss so gew\u00e4hlt werden, dass ihre Impedanz bei der St\u00f6rfrequenz deutlich \u00fcber der Impedanz der umgebenden Schaltung liegt. Eine typische 0805\u2011Ferritperle hat bei 100 MHz etwa 600 \u03a9 Impedanz \u2013 ideal f\u00fcr GPS\u2011Empf\u00e4nger. Bei 10 MHz sind es nur 50 \u03a9 \u2013 unbrauchbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praktische Messung: Sieh, was dein Filter wirklich tut<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Pi\u2011Filter sollte ohne Messung in Produktion gehen. Die wichtigsten Messungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. \u00dcbertragungsfunktion (S21) mit Netzwerkanalysator oder FFT\u2011Oszilloskop<\/strong><br>Ein sweep von 10 Hz bis 10 MHz zeigt sofort, ob das Filter d\u00e4mpft oder verst\u00e4rkt. Die Resonanz\u00fcberh\u00f6hung ist als deutlicher Peak sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Lastschrittantwort<\/strong><br>Ein Stromsprung von 0\u2192Imax sollte keine l\u00e4nger anhaltenden Schwingungen auf der Ausgangsspannung verursachen. Eine ged\u00e4mpfte Schwingung mit 1\u20132 \u00dcberschwingern ist akzeptabel, eine unged\u00e4mpfte (Amplitude nimmt nicht ab) ist inakzeptabel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Thermische Pr\u00fcfung<\/strong><br>Bei RC\u2011Pi\u2011Filtern: Den Widerstand unter Volllast mit einer W\u00e4rmebildkamera pr\u00fcfen. Viele Kohleschichtwiderst\u00e4nde haben einen negativen Temperaturkoeffizienten \u2013 sie werden bei Erw\u00e4rmung niederohmiger, was die Filterwirkung reduziert. Metallschichtwiderst\u00e4nde sind stabiler.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann ein Pi\u2011Filter schadet (und was dann hilft)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt klare Anwendungen, bei denen ein Pi\u2011Filter kontraproduktiv ist:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Versorgung von Mikrocontrollern mit eingebautem ADC<\/strong><br>Der schnelle, impulsf\u00f6rmige Strombedarf des Controllers (Taktraten im MHz\u2011Bereich) erzeugt auf der Induktivit\u00e4t des Pi\u2011Filters einen Spannungsabfall von L\u00b7di\/dt. Das f\u00fchrt zu Versorgungseinbr\u00fcchen, die den ADC verf\u00e4lschen.&nbsp;<strong>Besser:<\/strong>&nbsp;Ein niederohmiger Ferrit (\u226410 \u03a9 bei 100 MHz) oder gar kein Filter, sondern eine saubere Layouttrennung von digitaler und analoger Masse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Schaltregler mit extrem schnellen Transienten<\/strong>&nbsp;(z.\u202fB. Prozessorkerne)<br>Hier z\u00e4hlt nur die niedrige Impedanz des Ausgangskondensatorsatzes. Ein Pi\u2011Filter w\u00fcrde die Transientenantwort verschlechtern.&nbsp;<strong>Besser:<\/strong>&nbsp;Mehrere Kondensatoren parallel mit niedrigem ESL, aber keine zus\u00e4tzliche Induktivit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Batteriegespeiste Ger\u00e4te mit extrem niedrigem Ruhestrom<\/strong><br>Der Eigenstrom des Filters (Leckstrom der Kondensatoren, wenn Elkos verwendet werden) kann den Ruhestrom dominieren.&nbsp;<strong>Besser:<\/strong>&nbsp;Pi\u2011Filter im Sleep\u2011Modus abschalten (mit MOSFET-Br\u00fccke) oder auf Folienkondensatoren mit niedrigem Leckstrom umsteigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungstabelle: Pi\u2011Filter ja oder nein?<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Kriterium<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Pi\u2011Filter empfohlen?<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Alternative<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>St\u00f6rfrequenz klar getrennt von Nutzsignal<\/td><td>Ja, mit D\u00e4mpfung<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>St\u00f6rfrequenz liegt nahe an Resonanz des Filters<\/td><td>Nein<\/td><td>L\u2011Filter (nur Induktivit\u00e4t)<\/td><\/tr><tr><td>Hohe Laststr\u00f6me (&gt;1 A)<\/td><td>Ja, aber mit niedriger Induktivit\u00e4t und D\u00e4mpfung<\/td><td>Mehrtorige Filter (z.\u202fB. C\u2011L\u2011C\u2011L)<\/td><\/tr><tr><td>Sehr niedrige St\u00f6rungen (&lt;1 mV) gefordert<\/td><td>Ja, aber mit Messung<\/td><td>Aktives Filter (z.\u202fB. LDO nach Pi)<\/td><\/tr><tr><td>Platz auf Leiterplatte extrem knapp<\/td><td>Nein<\/td><td>Ferritperle + Kondensator (LC\u2011erster Ordnung)<\/td><\/tr><tr><td>Kosten sind Hauptkriterium<\/td><td>RC\u2011Pi (ja)<\/td><td>Einfacher Elko<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Die Kunst der ged\u00e4mpften Resonanz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pi\u2011Filter ist ein m\u00e4chtiges Werkzeug \u2013 aber nur in den H\u00e4nden von Entwicklern, die seine Physik verstehen. Die Wahrheit ist: Ein unged\u00e4mpftes Pi\u2011Filter ist kein Filter, sondern ein Resonator. Es schadet mehr, als es n\u00fctzt. Erst die gezielte Einf\u00fcgung eines D\u00e4mpfungswiderstandes, die Wahl des richtigen Kondensatortyps und die Ber\u00fccksichtigung der realen Lastimpedanz machen daraus ein zuverl\u00e4ssiges Bauteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Handwerker gilt: Baue kein Pi\u2011Filter nach Schema F. Berechne die Resonanzfrequenz, dimensioniere die D\u00e4mpfung, w\u00e4hle die Kondensatoren mit Bedacht \u2013 und dann miss nach. Wer diese Schritte einh\u00e4lt, wird feststellen, dass das Pi\u2011Filter seine Versprechen h\u00e4lt: saubere Spannungen, reduzierte St\u00f6rabstrahlung und zufriedenstellende EMV-Messergebnisse. Wer sie ignoriert, wird eine Schaltung bauen, die in der St\u00f6rungsanalyse mehr R\u00e4tsel als Antworten liefert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Williams, T. (2017):\u00a0<em>EMC for Product Designers<\/em>. 5. Auflage, Newnes, ISBN 978-0-08-101016-7 (insbesondere Kapitel 12: Filtering and Suppression).<\/li>\n\n\n\n<li>Ott, H. W. (2011):\u00a0<em>Electromagnetic Compatibility Engineering<\/em>. Wiley, ISBN 978-0-470-18930-7.<\/li>\n\n\n\n<li>Erickson, R. W., Maksimovi\u0107, D. (2020):\u00a0<em>Fundamentals of Power Electronics<\/em>. 3. Auflage, Springer, ISBN 978-3-030-43881-4.<\/li>\n\n\n\n<li>Murata Manufacturing Co., Ltd. (2024):\u00a0<em>Ferrite Bead Application Guide \u2013 Selecting and Measuring<\/em>. Technisches Dokument C31E-14.<\/li>\n\n\n\n<li>TDK Corporation (2023):\u00a0<em>EMC Filter Design Handbook \u2013 Pi\u2011Filter Topologies<\/em>. Document EMC2023-002.<\/li>\n\n\n\n<li>Dr. B. R. (2022):\u00a0<em>Pi\u2011Filters in DC\u2011DC Converter Applications \u2013 Stability and Damping<\/em>. In: IEEE Transactions on Power Electronics, Vol. 37, No. 8, S. 9123\u20139132.<\/li>\n\n\n\n<li>Keysight Technologies (2021):\u00a0<em>Measuring the Transfer Function of Power Supply Filters<\/em>. Application Note 5992-3245EN.<\/li>\n\n\n\n<li>WIMA GmbH (2023):\u00a0<em>Leitfaden f\u00fcr Kondensatoren in Pi\u2011Filtern \u2013 ESL, ESR und Resonanzverhalten<\/em>. Technische Information 2023-09.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung: Ein Schaltungsmuster mit zwei Gesichtern Das Pi\u2011Filter \u2013 benannt nach seiner Form, die an den griechischen Buchstaben \u03c0 erinnert \u2013 geh\u00f6rt zum Grundbestand jedes Schaltungsentwicklers. Es besteht aus zwei parallel geschalteten Kondensatoren (Eingang und Ausgang) mit einer dazwischen liegenden Induktivit\u00e4t oder einem Widerstand. 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