{"id":3100,"date":"2026-04-03T10:21:00","date_gmt":"2026-04-03T08:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3100"},"modified":"2026-04-03T10:21:00","modified_gmt":"2026-04-03T08:21:00","slug":"metropolis-1927-die-geburtsstunde-des-modernen-science-fiction-kinos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/metropolis-1927-die-geburtsstunde-des-modernen-science-fiction-kinos\/","title":{"rendered":"Metropolis (1927): Die Geburtsstunde des modernen Science-Fiction-Kinos"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">von DerSchneider<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist eine Vision, die bis heute nachwirkt: eine vertikale Stadt, in der die Reichen in gl\u00e4sernen G\u00e4rten \u00fcber den Wolken schweben, w\u00e4hrend die Arbeiter wie Sklaven in den Tiefen der Maschinen schuften. Eine k\u00fcnstliche Frau, erschaffen von einem wahnsinnigen Wissenschaftler, die die Massen zur Revolte anstiftet. Und das Credo, das wie ein Monument \u00fcber der Stadt thront: \u201eZwischen Hirn und Hand muss das Herz vermitteln\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fritz Langs \u201eMetropolis\u201c ist weit mehr als ein Stummfilm von 1927. Er ist die erste gro\u00dfe Science-Fiction-Produktion der Filmgeschichte, ein technisches Wunderwerk seiner Zeit und eine bis heute g\u00fcltige Blaupause f\u00fcr unsere Zukunfts\u00e4ngste. Das transatlantische Gemeinschaftsprojekt der deutschen UFA-Studios mit Paramount Pictures aus Hollywood kostete die damals astronomische Summe von f\u00fcnf Millionen Reichsmark (laut anderen Quellen sechs bis sieben Millionen) \u2013 mehr als jeder andere deutsche Film zuvor. 310 Drehtage, rund 36.000 Komparsen und 620.000 Meter Negativfilm waren n\u00f6tig, um diese dystopische Welt zu erschaffen<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/page\/259\/?attachment_id\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Entstehung eines vision\u00e4ren Films<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Inspiration zu \u201eMetropolis\u201c holte sich Fritz Lang 1924 auf seiner ersten Reise nach New York. Als sein Schiff in den Hafen von Manhattan einlief, bot sich ihm der Anblick der Skyline: ein Wald aus Wolkenkratzern, die sich in der untergehenden Sonne abzeichneten<a href=\"https:\/\/www.bfi.org.uk\/film\/bda6ff8a-ed7e-5942-980d-c2910c0120ec\/metropolis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In diesem Moment war die Grundidee der vertikalen Mega-City geboren \u2013 eine Vision, die bis heute als archetypisches Bild einer futuristischen Stadt fungiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in Deutschland begann die aufwendige Produktion. Lang war bekannt f\u00fcr seinen Perfektionismus. Die ber\u00fchmte Flutsequenz, die beinahe apokalyptisch wirkt, entstand durch wochenlange Dreharbeiten, bei denen Statisten stundenlang im eiskalten Wasser ausharren mussten. So entstand nebenbei auch der erste gro\u00dfe Katastrophenfilm der Kinogeschichte. Ein Gro\u00dfteil der Requisiten und Miniaturmodelle wird bis heute in der Deutschen Kinemathek in Berlin aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die revolution\u00e4ren Filmtechniken: Handwerkliche Geniestreiche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was \u201eMetropolis\u201c jedoch wirklich von allen anderen Filmen seiner Zeit abhebt, ist die schier unglaubliche Bandbreite an Spezialeffekten. Kameramann Eugen Sch\u00fcfftan entwickelte eigens f\u00fcr den Film das nach ihm benannte&nbsp;<strong>Sch\u00fcfftan-Verfahren<\/strong>, eine Technik, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als Standard f\u00fcr Kombinationstricks gelten sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Sch\u00fcfftan-Verfahren im Detail<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verfahren funktioniert folgenderma\u00dfen: Ein Spiegel wird in einem Winkel von 45 Grad zwischen Filmkamera und Miniaturkulisse aufgestellt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%BCfftan-Verfahren\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Anschlie\u00dfend werden die Teile der Spiegelschicht, an denen sp\u00e4ter die Darsteller zu sehen sein sollen, mit einem Messer entfernt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%BCfftan-Verfahren\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Wo der Spiegel intakt bleibt, erscheint das Spiegelbild der Kulisse \u2013 dort, wo er abgekratzt ist, wird die Glasscheibe durchsichtig, und die Kamera kann die dahinter agierenden Schauspieler aufnehmen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%BCfftan-Verfahren\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieser Trick wurde unter anderem f\u00fcr die legend\u00e4re Szene eingesetzt, in der sich die unterirdischen Maschinen der Stadt in den antiken Gott Moloch verwandeln, der die Arbeiter verschlingt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weitere visuelle Meisterleistungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Sch\u00fcfftan-Verfahren war jedoch nur ein Element unter vielen. Die Er\u00f6ffnungsaufnahmen der Stadt \u2013 mit fliegenden Autos, Hochbahnen und fahrenden Taxis \u2013 entstanden durch aufwendige&nbsp;<strong>Stop-Motion-Animationen<\/strong>. Arbeiter verr\u00fcckten jedes Auto, jeden Zug und jedes Flugzeug Millimeter f\u00fcr Millimeter, um die Illusion von Verkehr zu erzeugen \u2013 wochenlange Arbeit f\u00fcr eine einzige Sequenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Suche nach Suchscheinwerfern am Himmel der Stadt realisierte Lang durch eine Kombination aus Zeichnungen und Stop-Motion: Ein Millimeter nach dem anderen wurde auf einer mit Lack versiegelten Zeichnung der Scheinwerfer-Strahl weiterbewegt, um den Eindruck bewegter Lichter zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Mehrfachbelichtung und das erste Bildtelefon<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Szene, in der Joh Fredersen, der Herrscher von Metropolis, mit seinem Sohn Freder per Bildschirm telefoniert, verwendete Lang eine weitere revolution\u00e4re Technik: die&nbsp;<strong>Mehrfachbelichtung<\/strong>. Er spulte den Film immer wieder zur\u00fcck, um die Bilder zu \u00fcberlagern, wodurch eine fast halluzinative Bild\u00e4sthetik entstand. Dies war das erste Bildtelefon der Kinogeschichte \u2013 fast ein Jahrhundert bevor Videoschalten und Teamskonferenzen zur Normalit\u00e4t wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die \u201eMenschmaschine\u201c und die Transformation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der technisch anspruchsvollsten Sequenzen ist die Verwandlung des Roboters in die Gestalt Marias. Die Transformation von Metall in Fleisch und Blut erforderte eine pr\u00e4zise Abfolge von Blenden, \u00dcberblendungen und optischen T\u00e4uschungen, die den Zuschauer bis heute in ihren Bann zieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Architektur des Grauens: Expressionismus als Bildsprache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese technischen Raffinessen w\u00e4ren jedoch nur halb so effektiv ohne die \u00e4sthetische Grundierung, die ihnen zugrunde liegt. \u201eMetropolis\u201c ist das vielleicht reinste Beispiel des&nbsp;<strong>deutschen Expressionismus<\/strong>&nbsp;im Film. Charakteristisch sind die stark verzerrten, scharfkantigen und \u00fcberh\u00f6hten Kulissen, die Schattenw\u00fcrfe, die wie Gitterst\u00e4be \u00fcber die Gesichter der Figuren fallen, und die klaustrophobische Enge der unterirdischen Maschinenhallen<a href=\"https:\/\/www.bfi.org.uk\/film\/bda6ff8a-ed7e-5942-980d-c2910c0120ec\/metropolis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese stilisierte Darstellung war nicht nur eine k\u00fcnstlerische Entscheidung, sondern eine dramaturgische Notwendigkeit: Sie machte die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Unterdr\u00fcckern und Unterdr\u00fcckten unmittelbar sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Thea von Harbou: Die vergessene Autorin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dem monumentalen Werk stand nicht nur der geniale Regisseur, sondern auch eine Frau, deren Geschichte bis heute ambivalent bleibt:&nbsp;<strong>Thea von Harbou<\/strong>. Sie schrieb das Drehbuch zu \u201eMetropolis\u201c (und verfasste zeitgleich den gleichnamigen Roman) und war zu dieser Zeit mit Fritz Lang verheiratet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Thea von Harbou war eine der produktivsten Drehbuchautorinnen der Weimarer Republik. Gemeinsam mit Lang schuf sie nicht nur \u201eMetropolis\u201c, sondern auch Meisterwerke wie \u201eDie Nibelungen\u201c und \u201eM \u2013 Eine Stadt sucht einen M\u00f6rder\u201c<a href=\"https:\/\/www.literaturportal-bayern.de\/themen?task=lpbtheme.default&amp;id=1105\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch ihre sp\u00e4tere Biografie wirft einen dunklen Schatten auf ihr Werk. Nachdem Fritz Lang \u2013 dessen Mutter j\u00fcdisch war \u2013 1933 vor den Nazis ins Exil in die USA floh, lie\u00df sie sich von ihm scheiden, trat in die NSDAP ein und schrieb fortan Propagandadrehb\u00fccher f\u00fcr das Regime<a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/kultur\/article104238664\/Thea-von-Harbous-Naziverstrickungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ihre Wege kreuzten sich nie wieder. Diese Tatsache macht die Rezeption von \u201eMetropolis\u201c bis heute zu einer Herausforderung: Wie trennt man das k\u00fcnstlerische Genie von der politischen \u00dcberzeugung seiner Sch\u00f6pferin?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Zukunftsfilm von 1927: Handlung und Vision<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Handlung spielt im fiktiven Jahr 2026. Die Stadt ist streng zweigeteilt: oben die glitzernde Oberwelt der Eliten, unten die d\u00fcstere, unterirdische Arbeiterstadt, in der Menschen wie Maschinenteile ausgebeutet werden. Freder Fredersen, der Sohn des Stadt-Herrschers, begegnet der jungen Maria, einer Prophetin der Vers\u00f6hnung. Gemeinsam wollen sie die soziale Kluft \u00fcberwinden. Doch Rotwang, ein verr\u00fcckter Wissenschaftler, entf\u00fchrt Maria und \u00fcbertr\u00e4gt ihre Gestalt auf eine \u201eMenschmaschine\u201c, einen Roboter. Der k\u00fcnstliche Maria soll die Arbeiter beruhigen \u2013 stattdessen hetzt er sie zur Revolte auf, die in einer Katastrophe endet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das finale Motto \u2013 \u201eZwischen Hirn und Hand muss das Herz vermitteln\u201c \u2013 ist heute umstritten. Kritiker sehen darin eine konservative, fast faschistoide Botschaft, die den Klassenkampf durch eine harmonisierende Instanz ersetzen will. Andere interpretieren es als humanistischen Appell, der vor der Entfremdung durch die reine Technik warnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die verlorene Originalfassung und ihre abenteuerliche Wiederentdeckung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Berliner Premiere am 10. Januar 1927 floppte \u201eMetropolis\u201c. Die Kritiken waren vernichtend, die Zuschauer blieben aus<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/page\/259\/?attachment_id\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Science-Fiction-Pionier H. G. Wells nannte den Film in seiner Rezension f\u00fcr die New York Times \u201ethe silliest film\u201c \u2013 den albernsten Film, den er je gesehen habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die US-amerikanischen Verleiher k\u00fcrzten den Film daraufhin um fast ein Drittel<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/page\/259\/?attachment_id\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Lange Zeit existierte keine vollst\u00e4ndige Fassung mehr. Die Originalversion galt als verschollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann, im Jahr 2008, die Sensation: Im Museo del Cine in Buenos Aires wurde eine verkleinerte 16-mm-Kopie der Originalfassung entdeckt<a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/metropolis-original-ist-stark-ramponiert\/a-3461750\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Filmmaterial war stark besch\u00e4digt, aber es enthielt viele als verloren geglaubte Einstellungen<a href=\"https:\/\/murnau-stiftung.de\/stiftung\/projekte\/projekt-metropolis-2710\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung begann eine aufwendige digitale Restaurierung<a href=\"https:\/\/murnau-stiftung.de\/stiftung\/projekte\/projekt-metropolis-2710\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 12. Februar 2010, mehr als 80 Jahre nach der Premiere, feierte die restaurierte Fassung ihre Doppelpremiere \u2013 im Berliner Friedrichstadtpalast bei der Berlinale und gleichzeitig in der Alten Oper Frankfurt<a href=\"https:\/\/murnau-stiftung.de\/stiftung\/projekte\/projekt-metropolis-2710\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Erstmals konnten Zuschauer \u201eMetropolis\u201c wieder in seiner urspr\u00fcnglichen L\u00e4nge von knapp zweieinhalb Stunden erleben<a href=\"https:\/\/blogs.fu-berlin.de\/bibliotheken\/page\/259\/?attachment_id\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der lange Weg der Restaurierungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war nicht der erste Versuch, den Film wiederzubeleben. In den 1980er Jahren produzierte der italienische Disco-Produzent&nbsp;<strong>Giorgio Moroder<\/strong>&nbsp;eine eigene Version: Er f\u00e4rbte einzelne Szenen ein, k\u00fcrzte den Film auf 84 Minuten und unterlegte ihn mit einem zeitgen\u00f6ssischen Pop-Soundtrack, an dem K\u00fcnstler wie Freddie Mercury, Pat Benatar und Adam Ant mitwirkten<a href=\"https:\/\/emuseum.duesseldorf.de\/en\/objects\/364805\/metropolis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. F\u00fcr Puristen ein Sakrileg \u2013 f\u00fcr eine ganze Generation der erste Zugang zu diesem Meisterwerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 2010er Restaurierung der Murnau-Stiftung hingegen arbeitete mit gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Werktreue. Anhand der Original-Filmmusik von Gottfried Huppertz, die \u00fcber 1000 detaillierte Stichworte zur Handlung enthielt, konnten die Fehlstellen identifiziert und nach M\u00f6glichkeit mit Originalmaterial gef\u00fcllt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Verm\u00e4chtnis: Wie \u201eMetropolis\u201c die Popkultur pr\u00e4gte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bedeutung von \u201eMetropolis\u201c l\u00e4sst sich kaum \u00fcbersch\u00e4tzen. Der Film wurde 2001 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe \u201eMemory of the World\u201c aufgenommen<a href=\"https:\/\/murnau-stiftung.de\/stiftung\/projekte\/projekt-metropolis-2710\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Aber sein wahres Erbe lebt in der Popkultur weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vertikale Stadtarchitektur wurde zur Vorlage f\u00fcr Ridley Scotts&nbsp;<strong>\u201eBlade Runner\u201c<\/strong>&nbsp;(1982)<a href=\"https:\/\/www.bfi.org.uk\/film\/bda6ff8a-ed7e-5942-980d-c2910c0120ec\/metropolis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, f\u00fcr&nbsp;<strong>\u201eStar Wars\u201c<\/strong>&nbsp;und f\u00fcr Tim Burtons&nbsp;<strong>\u201eBatman\u201c<\/strong>-Filme. Der wahnsinnige Wissenschaftler Rotwang mit seinem zerzausten Haar und seinen knisternden Apparaturen wurde zum Archetypen f\u00fcr jeden \u201everr\u00fcckten Professor\u201c im Kino, von&nbsp;<strong>\u201eFrankenstein\u201c<\/strong>&nbsp;(1931) bis hin zu&nbsp;<strong>\u201eZur\u00fcck in die Zukunft\u201c<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Roboter, die \u201eMenschmaschine\u201c Maria, gilt als die Ur-Mutter aller k\u00fcnstlichen Wesen im Film:&nbsp;<strong>C-3PO<\/strong>&nbsp;aus \u201eStar Wars\u201c, der&nbsp;<strong>Terminator<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Ava<\/strong>&nbsp;aus&nbsp;<strong>\u201eEx Machina\u201c<\/strong>&nbsp;sind ihre direkten Nachfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in der Musik ist die Bildsprache von \u201eMetropolis\u201c allgegenw\u00e4rtig. Queen lie\u00df sich f\u00fcr das Video zu&nbsp;<strong>\u201eRadio Ga Ga\u201c<\/strong>&nbsp;direkt inspirieren, Madonna f\u00fcr&nbsp;<strong>\u201eExpress Yourself\u201c<\/strong>&nbsp;und Beyonc\u00e9 griff mehrfach auf den ikonischen \u201esexy Maria Robot\u201c-Look zur\u00fcck<a href=\"https:\/\/www.tallahassee.com\/story\/entertainment\/2017\/03\/10\/game-changers-metropolis-how-1927s-world-tomorrow-changed-pop-culture-today\/98702994\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit: Ein Film, der nie altern wird<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMetropolis\u201c ist weit mehr als ein historisches Artefakt. Es ist ein Film, der unsere kollektiven \u00c4ngste vor der Zukunft bis heute auf beklemmende Weise einf\u00e4ngt: die Angst vor Massen\u00fcberwachung, vor der Entfremdung durch die Maschine, vor der gesellschaftlichen Spaltung zwischen Arm und Reich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fritz Langs Meisterwerk ist kein perfekter Film. Die Handlung ist holprig, die Moralpredigt am Ende wirkt naiv, und die politische Botschaft ist alles andere als eindeutig. Aber gerade diese Unvollkommenheit macht ihn lebendig. \u201eMetropolis\u201c ist ein Film \u00fcber unsere Hoffnungen und \u00c4ngste, \u00fcber die Frage, wohin uns der Fortschritt f\u00fchrt \u2013 eine Frage, die heute, fast 100 Jahre nach seiner Entstehung, aktueller ist denn je.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kategorisierung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>im-rueckspiegel \/ techarchaeologie<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schlagworte:<\/strong><br>Metropolis, Fritz Lang, Stummfilm, Science-Fiction, Sch\u00fcfftan-Verfahren, Filmtechnik, Thea von Harbou, UNESCO-Weltdokumentenerbe<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Deutsche Welle (2026):\u00a0*Metropolis (1927): Wie Fritz Langs Meisterwerk bis heute Science-Fiction pr\u00e4gt*\u00a0(YouTube-Dokumentation)<\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia:\u00a0<em>Sch\u00fcfftan-Verfahren<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia:\u00a0<em>Sch\u00fcfftan process<\/em>\u00a0(englisch)<\/li>\n\n\n\n<li>Morgenpost:\u00a0<em>Thea von Harbous Naziverstrickungen<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Literaturportal Bayern:\u00a0<em>Metropolis \u2013 Thea von Harbou<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Deutsche Welle (2008):\u00a0<em>&#8222;Metropolis&#8220;-Original ist stark ramponiert<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung:\u00a0*PROJEKT: METROPOLIS 27\/10*<\/li>\n\n\n\n<li>Blogs der Freien Universit\u00e4t Berlin:\u00a0<em>Ein Daumen f\u00fcr Fritz Lang<\/em>\u00a0(2010)<\/li>\n\n\n\n<li>BFI (British Film Institute):\u00a0<em>Metropolis (1927)<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/tallahassee.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tallahassee.com<\/a>:\u00a0<em>Game Changers: &#8218;Metropolis&#8216;<\/em>\u00a0(2017)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/kino-zeit.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kino-Zeit.de<\/a>:\u00a0<em>Metropolis (1927)<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Lapham&#8217;s Quarterly:\u00a0<em>Mr. Wells Reviews a &#8222;Current&#8220; Film<\/em>\u00a0(H.G. Wells, 1927)<\/li>\n\n\n\n<li>SlashFilm:\u00a0<em>The Landmark Sci-Fi Movie That H. G. Wells Hated<\/em>\u00a0(2025)<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von DerSchneider Einleitung Es ist eine Vision, die bis heute nachwirkt: eine vertikale Stadt, in der die Reichen in gl\u00e4sernen G\u00e4rten \u00fcber den Wolken schweben, w\u00e4hrend die Arbeiter wie Sklaven in den Tiefen der Maschinen schuften. Eine k\u00fcnstliche Frau, erschaffen von einem wahnsinnigen Wissenschaftler, die die Massen zur Revolte anstiftet. 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