{"id":3138,"date":"2026-04-07T06:49:24","date_gmt":"2026-04-07T04:49:24","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3138"},"modified":"2026-04-07T06:49:24","modified_gmt":"2026-04-07T04:49:24","slug":"von-der-atombombe-zum-leuchtpunkt-william-higinbotham-und-die-geburt-des-videospiels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/von-der-atombombe-zum-leuchtpunkt-william-higinbotham-und-die-geburt-des-videospiels\/","title":{"rendered":"Von der Atombombe zum Leuchtpunkt: William Higinbotham und die Geburt des Videospiels"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">von DerSchneider<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist eine jener Geschichten, die fast zu sch\u00f6n klingen, um wahr zu sein. Ein Kernphysiker, der am Bau der Atombombe mitwirkte, erfindet aus Langeweile und p\u00e4dagogischem Eifer das erste Videospiel \u2013 nur um es dann wieder zu vergessen, ohne einen Cent damit zu verdienen. Die Reise von William Higinbothams \u201eTennis for Two\u201c ist nicht nur die Geschichte einer technologischen Geburtsstunde. Sie ist eine tiefgr\u00fcndige Parabel \u00fcber die Doppelnatur wissenschaftlicher Entdeckungen, die verschlungenen Pfade der Innovation und die manchmal tragische Ironie des Erfinderruhms.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war der 18. Oktober 1958, als in der Turnhalle des Brookhaven National Laboratory (BNL) in Upton, New York, ein ungew\u00f6hnliches Ger\u00e4t das erste Mal der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurde<a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Auf einem winzigen, f\u00fcnf Zoll messenden Oszilloskop-Bildschirm tanzte ein heller, gr\u00fcnlicher Punkt \u00fcber ein Netz, gesteuert von zwei Menschen mit klobigen, selbstgebauten Controllern<a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Besucher des \u201eVisitors\u2018 Day\u201c ahnten nicht, dass sie Zeugen eines Moments wurden, der die Unterhaltungskultur des n\u00e4chsten halben Jahrhunderts pr\u00e4gen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der untypische Erfinder: Vom Manhattan-Projekt zur \u00f6ffentlichen Wissenschaft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Entstehung von \u201eTennis for Two\u201c zu verstehen, muss man zuerst den Menschen hinter der Erfindung verstehen: William Alfred Higinbotham, geboren am 25. Oktober 1910 in Bridgeport, Connecticut<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sein Lebensweg ist gepr\u00e4gt von einer tiefen Ambivalenz gegen\u00fcber der eigenen Arbeit. Nach seinem Physikstudium am Williams College und der Cornell University<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;wurde Higinbotham w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs eine Schl\u00fcsselfigur im Manhattan-Projekt. Als Leiter der Elektronikabteilung in Los Alamos arbeitete er an den Z\u00fcndmechanismen f\u00fcr die ersten Atombomben<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.theengineer.co.uk\/content\/in-depth\/late-great-engineers-atom-bomb-pioneer-and-games-designer-william-higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Erfahrung sollte ihn zeitlebens pr\u00e4gen. Nach dem verheerenden Abwurf \u00fcber Hiroshima und Nagasaki, den er pers\u00f6nlich miterlebte, wandelte sich Higinbotham vom Waffenentwickler zum \u00fcberzeugten Friedensaktivisten. Er wurde der erste Generalsekret\u00e4r der Federation of American Scientists, einer Organisation, die sich f\u00fcr die zivile Kontrolle der Kernenergie und gegen die weitere Verbreitung von Atomwaffen einsetzte<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1947 leitete Higinbotham die Instrumentation Division am BNL<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Labor, das der friedlichen Nutzung der Atomenergie verpflichtet war, veranstaltete j\u00e4hrliche Tage der offenen T\u00fcr, um der \u00d6ffentlichkeit seine Arbeit zu pr\u00e4sentieren. Higinbotham war frustriert \u00fcber die statischen, unzug\u00e4nglichen Ausstellungen. Seine Idee war ebenso einfach wie vision\u00e4r: Ein interaktives Spiel, das den Besuchern nicht nur Spa\u00df macht, sondern ihnen auch zeigt, dass die \u201ewissenschaftlichen Bem\u00fchungen Relevanz f\u00fcr die Gesellschaft haben\u201c<a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der analoge Ursprung: Wie ein Oszilloskop zum Spiele-Bildschirm wurde<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der direkte Funke f\u00fcr die Idee sprang aus der Bedienungsanleitung eines Ger\u00e4ts: des Donner Model 30 Analogcomputers. Dieser massive, r\u00f6hrenbest\u00fcckte Rechner war das Herzst\u00fcck der Messabteilung. In der Anleitung fand Higinbotham einen Schaltkreis, der den ballistischen Flug einer Kugel unter dem Einfluss von Schwerkraft und Luftwiderstand berechnen und auf einem Kathodenstrahlr\u00f6hren-Bildschirm darstellen konnte<a href=\"https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/websites\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer pl\u00f6tzlichen Eingebung erkannte der Physiker, dass diese Flugkurve nichts anderes als der Flug eines Tennisballs \u00fcber das Netz war. Die Idee f\u00fcr \u201eTennis for Two\u201c war geboren. Der Schaltplan war in nur wenigen Stunden skizziert<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/a-587049.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Bau des Spiels, bei dem ihm die Techniker Robert V. Dvorak und David Potter halfen, dauerte dann etwa drei Wochen<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es war ein technisches Wunderwerk seiner Zeit, gebaut aus Komponenten, die eigentlich f\u00fcr v\u00f6llig andere Zwecke bestimmt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das folgende Ger\u00e4t, das die Besucher im Oktober 1958 bestaunen konnten, war eine Meisterleistung der Analogelektronik:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Komponente<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Spezifikation \/ Details<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Funktion im Spiel<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Prozessor<\/strong><\/td><td>Donner Model 30 (Vakuumr\u00f6hren-basierter Analogcomputer)<a href=\"https:\/\/www.wired.com\/2010\/12\/tennis-for-two\/#main-content\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><td>Berechnung der Ballflugbahn (Parabel) unter variabler Schwerkraft.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Anzeige<\/strong><\/td><td>DuMont 304-A Oszilloskop mit 5\u00bd-Zoll (ca. 14 cm) Kathodenstrahlr\u00f6hre<a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><td>Anzeige des Spielfelds (zwei Linien f\u00fcr Platz und Netz) und des Balles als beweglichen Leuchtpunkt.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Controller<\/strong><\/td><td>Zwei rechteckige Aluminiumgeh\u00e4use<\/td><td>Jeder Controller verf\u00fcgte \u00fcber einen Drehknopf (zur Einstellung des Abschlagswinkels) und einen Knopf (zum \u201eSchlagen\u201c des Balls)<a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/a-587049.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Spielmechanik<\/strong><\/td><td>Simulierte Seitensicht eines Tennisplatzes<\/td><td>Zwei Spieler schlugen einen leuchtenden Ball \u00fcber ein Netz. Der Ball hinterlie\u00df eine Leuchtspur. Verfehlte ein Spieler den Ball, erschien er sofort wieder beim Gegner f\u00fcr den n\u00e4chsten Aufschlag<a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/a-587049.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Higinbotham nutzte vier Operationsverst\u00e4rker des Analogrechners, um die Bewegung des Balls zu generieren. Ein separater Schaltkreis erzeugte beim Abschlag einen charakteristischen Piepton, ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr In-Game-Audio<a href=\"https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/websites\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/nl.wikipedia.org\/api\/rest_v1\/page\/html\/Tennis_for_Two\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die damalige Diskrepanz zwischen dem klobigen, mehrere Meter breiten Aufbau und der minimalistischen Darstellung auf dem Oszilloskop ist f\u00fcr heutige Verh\u00e4ltnisse kaum vorstellbar<a href=\"https:\/\/8bit-museum.de\/vor-60-jahren-das-erste-videospiel-tennis-for-two-wird-vorgestellt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine vergessene Revolution: Von der Turnhalle in die Anonymit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Resonanz auf das Spiel war \u00fcberw\u00e4ltigend. Besucher, insbesondere die Sch\u00fcler der Highschool, standen in langen Schlangen an, um die Neuheit selbst auszuprobieren<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. F\u00fcr viele war dies die erste Begegnung mit einem interaktiven Computerspiel \u00fcberhaupt. Angesichts des Erfolgs wurde \u201eTennis for Two\u201c (ein Name, den Higinbotham nie offiziell verwendete; er nannte es schlicht ein \u201eTennisspiel f\u00fcr zwei\u201c<a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>) im darauffolgenden Jahr mit einem gr\u00f6\u00dferen Oszilloskop und einer komplexeren Schaltung, die verschiedene Schwerkraftniveaus simulieren konnte, erneut gezeigt<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dann geschah das Unglaubliche: Nach dem zweiten \u201eVisitors\u2018 Day\u201c im Jahr 1959 wurde das Ger\u00e4t abgeschaltet, auseinandergenommen und seine Einzelteile f\u00fcr andere Forschungsprojekte wiederverwendet<a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der teure Analogrechner und das Oszilloskop waren bundesfinanzierte Ger\u00e4te, deren offizielle Bestimmung die \u00f6ffentliche Unterhaltung nicht vorsah. F\u00fcr Higinbotham selbst war sein \u201eTennis for Two\u201c nie mehr als eine kleine, nette Abwechslung. Er hielt es technisch f\u00fcr nicht patentw\u00fcrdig, da es auf den Standard-Schaltkreisen aus dem Handbuch basierte<a href=\"https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So versank das erste Videospiel f\u00fcr fast zwei Jahrzehnte in v\u00f6lliger Vergessenheit. W\u00e4hrend Higinbotham seiner Arbeit als Atomkontrolleur nachging, entwickelte sich die Unterhaltungselektronik ohne ihn weiter. 1972 ver\u00f6ffentlichte Atari \u201ePong\u201c, ein im Kern identisches Spiel, das jedoch zum globalen Ph\u00e4nomen wurde und eine ganze Industrie aus der Taufe hob.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sp\u00e4te Ehre und eine verpasste Chance<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst Anfang der 1980er-Jahre, als Rechtsstreitigkeiten \u00fcber Videospielpatente tobten, wurde Higinbothams Werk wiederentdeckt. In einem Verfahren von Magnavox gegen Nintendo sagte der inzwischen gealterte Physiker als Zeuge aus, um zu belegen, dass es seine Erfindung bereits lange vor den bestehenden Patenten gegeben hatte<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Gerichte erkannten sein Ger\u00e4t zwar als Vorarbeit an, aber nicht als eine patentrechtlich verwertbare Videospielkonsole<a href=\"https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeitschrift \u201eCreative Computing\u201c brachte 1982 eine Titelgeschichte \u00fcber das vergessene Spiel und pries Higinbotham als den wahren Erfinder des ersten Videospiels<a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Zu diesem Zeitpunkt war die Branche bereits ein Milliardengesch\u00e4ft. R\u00fcckblickend gab Higinbotham selbst zu, dass er ein Patent h\u00e4tte anmelden sollen, relativierte diesen Fehler jedoch: Die Rechte w\u00e4ren ohnehin an die US-Regierung gegangen, und reich w\u00e4re er davon auch nicht geworden<a href=\"https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Am 10. November 1994 starb William Higinbotham, der Mann, der die Atombombe mitbaute und die Videospielindustrie erfand, ohne jemals den finanziellen Lohn f\u00fcr seine zweite, weitaus friedlichere Sch\u00f6pfung zu erhalten<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Analyse: Die vielen V\u00e4ter eines Mythos<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte von \u201eTennis for Two\u201c ist aber auch eine Geschichte \u00fcber die Schwierigkeit, den einen \u201eersten\u201c Erfinder zu k\u00fcren. Der Titel \u201eerstes Videospiel\u201c ist umstritten. Bereits 1947 reichten Thomas T. Goldsmith Jr. und Estle Ray Mann ein Patent f\u00fcr eine \u201eCathode-Ray Tube Amusement Device\u201c ein, bei der Spieler mit einer Pistole auf Radar-artige Ziele auf einem Oszilloskop schie\u00dfen konnten<a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Apparatur zeigte jedoch keine sich bewegenden, interaktiven Grafiken im heutigen Sinne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1962 folgte am MIT das legend\u00e4re \u201eSpacewar!\u201c, ein Weltraumkampf-Spiel auf einem Minicomputer, das einen enormen Einfluss auf die fr\u00fche Hackerkultur hatte. Doch \u201eSpacewar!\u201c ben\u00f6tigte eine teure PDP-1-Gro\u00dfrechenanlage und war nie f\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was \u201eTennis for Two\u201c aus der Masse hervorhebt, ist seine einzigartige Position an der Schnittstelle von milit\u00e4rischer High-Tech und \u00f6ffentlicher Zug\u00e4nglichkeit. Es war kein Nebenprodukt der akademischen Forschung oder der kommerziellen Entwicklung, sondern ein bewusst geschaffenes&nbsp;<strong>Entertainment-Produkt f\u00fcr den Laien<\/strong><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In dieser Hinsicht ist es der direkte, wenn auch vergessene Urgro\u00dfvater von \u201ePong\u201c und allen darauffolgenden Arcade-Automaten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wikipedia: Tennis for Two. (Abgerufen M\u00e4rz 2026).\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two<\/a><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tennis_for_Two#:~:text=The%20game%20was%20very%20popular,could%20simulate%20different%20gravity%20levels.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia: William Higinbotham. (Abgerufen M\u00e4rz 2026).\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Brookhaven National Laboratory: History \u2013 The First Video Game? (Abgerufen M\u00e4rz 2026).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php<\/a><a href=\"https:\/\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php#:~:text=Goldsmith%20Jr.,screen%2C%20dovetailing%20the%20game's%20action.\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Strong National Museum of Play: Following The Bouncing Ball: Tennis for Two\u2026at The Strong! (13. Januar 2017).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.museumofplay.org\/blog\/following-the-bouncing-ball-tennis-for-two-at-the-strong\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>U.S. Government Publishing Office (<a href=\"https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">permanent.access.gpo.gov<\/a>):\u00a0The First Video Game? (2008).\u00a0<a href=\"https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/websites\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/websites\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php.htm<\/a><a href=\"https:\/\/permanent.access.gpo.gov\/websites\/www.bnl.gov\/about\/history\/firstvideo.php.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Engineer: Late great engineers: Atom bomb pioneer and games designer William Higinbotham. (13. Juni 2022).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theengineer.co.uk\/content\/in-depth\/late-great-engineers-atom-bomb-pioneer-and-games-designer-william-higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.theengineer.co.uk\/content\/in-depth\/late-great-engineers-atom-bomb-pioneer-and-games-designer-william-higinbotham<\/a><a href=\"https:\/\/www.theengineer.co.uk\/content\/in-depth\/late-great-engineers-atom-bomb-pioneer-and-games-designer-william-higinbotham\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wired: Engineers Restore 1958 &#8218;Tennis For Two&#8216; Game, Now With Vacuum Tubes. (14. Dezember 2010).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wired.com\/2010\/12\/tennis-for-two\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.wired.com\/2010\/12\/tennis-for-two\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.wired.com\/2010\/12\/tennis-for-two\/#main-content\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>MobyGames: Tennis for Two Trivia. (Abgerufen M\u00e4rz 2026).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.mobygames.com\/game\/88305\/tennis-for-two\/trivia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/8bit-museum.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">8bit-museum.de<\/a>:\u00a0Vor 60 Jahren: Das erste Videospiel \u201eTennis for Two\u201c wird vorgestellt. (2018).\u00a0<a href=\"https:\/\/8bit-museum.de\/vor-60-jahren-das-erste-videospiel-tennis-for-two-wird-vorgestellt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/8bit-museum.de\/vor-60-jahren-das-erste-videospiel-tennis-for-two-wird-vorgestellt\/<\/a><a href=\"https:\/\/8bit-museum.de\/vor-60-jahren-das-erste-videospiel-tennis-for-two-wird-vorgestellt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/manager-magazin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">manager-magazin.de<\/a>:\u00a050 Jahre Computerspiele: Am Anfang war ein gr\u00fcner Punkt. (29. Oktober 2008).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/a-587049.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.manager-magazin.de\/digitales\/it\/a-587049.html<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von DerSchneider Es ist eine jener Geschichten, die fast zu sch\u00f6n klingen, um wahr zu sein. Ein Kernphysiker, der am Bau der Atombombe mitwirkte, erfindet aus Langeweile und p\u00e4dagogischem Eifer das erste Videospiel \u2013 nur um es dann wieder zu vergessen, ohne einen Cent damit zu verdienen. 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