{"id":3207,"date":"2026-05-03T10:42:00","date_gmt":"2026-05-03T08:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3207"},"modified":"2026-05-03T10:42:00","modified_gmt":"2026-05-03T08:42:00","slug":"sony-ericsson-aufstieg-hohenflug-und-fall-eines-joint-ventures","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/sony-ericsson-aufstieg-hohenflug-und-fall-eines-joint-ventures\/","title":{"rendered":"Sony Ericsson: Aufstieg, H\u00f6henflug und Fall eines Joint Ventures"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Von DerSchneider<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Mobilfunkunternehmen der \u00c4ra vor dem Smartphone vermittelt noch heute ein so starkes Gef\u00fchl von Design, technischer Innovation und Retro-Charme wie Sony Ericsson. Gegr\u00fcndet im Oktober 2001, schien das 50:50-Joint Venture zwischen dem schwedischen Telekommunikationsgiganten Ericsson und dem japanischen Unterhaltungselektronikkonzern Sony die perfekte Symbiose zu sein: die technologische Basis und Netzexpertise der einen Seite, die Multimedia-Kompetenz und das Design-Know-how der anderen. Der Zusammenschluss wurde als Reaktion auf die Krise von Ericsson geschmiedet, das nach einem verheerenden Gro\u00dfbrand bei einem Zulieferer im Jahr 2000 seine dominante Marktposition eingeb\u00fc\u00dft hatte und auf die Unterst\u00fctzung von Sony angewiesen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den folgenden Jahren gelang dem Gemeinschaftsunternehmen ein beeindruckender Aufstieg. Ikonische Modelle wie das T610, die Walkman- und Cyber-shot-Serien sowie fr\u00fche Symbian-Smartphones setzten Branchenstandards. Das Unternehmen erreichte 2007 mit 103 Millionen verkauften Ger\u00e4ten seinen H\u00f6hepunkt und k\u00e4mpfte sich aus anf\u00e4nglichen Verlusten zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Nokia, Samsung und Motorola hoch. Doch das Joint Venture scheiterte letztlich \u2013 an der strategischen Tr\u00e4gheit in der Smartphone-Transformation und an inneren Zielkonflikten. Im Oktober 2011 kaufte Sony den Anteil von Ericsson f\u00fcr 1,05 Milliarden Euro, die Marke Sony Ericsson verschwand, und Sony Mobile Communications trat als Alleinerbe eine schwere Erblast an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel zeichnet den technologischen Werdegang eines der markantesten Unternehmen der Mobilfunkgeschichte nach, analysiert seine gr\u00f6\u00dften Erfolge und erkl\u00e4rt die Gr\u00fcnde f\u00fcr seinen Niedergang.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Ehe der Notwendigkeit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte von Sony Ericsson beginnt mit einer Schw\u00e4chephase. Ericsson, einst ein f\u00fchrender Handyhersteller, k\u00e4mpfte zu Beginn des neuen Jahrtausends mit massiven Absatzproblemen. Das Unternehmen hatte es vers\u00e4umt, seine Ger\u00e4te an die sich wandelnden Konsumentengeschm\u00e4cker anzupassen, w\u00e4hrend Nokia und andere Wettbewerber aggressiv Marktanteile eroberten. Die Gespr\u00e4che \u00fcber ein Joint Venture wurden im April 2001 \u00f6ffentlich, die offizielle Gr\u00fcndung erfolgte am 1. Oktober desselben Jahres.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Aspekt<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Details<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Gr\u00fcndungsdatum<\/strong><\/td><td>1. Oktober 2001<\/td><\/tr><tr><td><strong>Joint-Venture-Partner<\/strong><\/td><td>Sony Corporation (Japan) &amp; Ericsson (Schweden)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Aufteilung<\/strong><\/td><td>Jeweils 50 %<\/td><\/tr><tr><td><strong>Hauptsitz<\/strong><\/td><td>London, Gro\u00dfbritannien<\/td><\/tr><tr><td><strong>Hauptgr\u00fcnde<\/strong><\/td><td>Finanzielle Krise von Ericsson; Bedarf an Multimedia-Kompetenz von Sony<\/td><\/tr><tr><td><strong>Ziel<\/strong><\/td><td>F\u00fchrender Anbieter von mobilen Multimedia-Produkten werden<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strategie war klar: Sony sollte seine St\u00e4rken in den Bereichen Design, Audio- und Bildverarbeitung sowie Unterhaltungsinhalte einbringen, Ericsson die Telekommunikationstechnologie und die globale Vertriebsinfrastruktur. Die erste gemeinsame Ver\u00f6ffentlichung, das T68i \u2013 ein \u00fcberarbeitetes Ericsson-Modell \u2013 war noch ein tastender Anfang. Erst mit dem folgenden Ger\u00e4t sollte der wahre Durchbruch gelingen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Magie des Designs: Das T610 als Katalysator<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2003 ver\u00f6ffentlichte Sony Ericsson das Mobiltelefon, das f\u00fcr immer mit seinem Namen verbunden sein sollte: das T610. Dieses Ger\u00e4t war nicht nur ein Telefon, sondern ein Statement. Sein elegantes, minimalistisches Aluminiumgeh\u00e4use, das nur 93 Gramm wog und etwa die Gr\u00f6\u00dfe einer Zehnerpackung Taschent\u00fccher hatte, setzte neue Ma\u00dfst\u00e4be in der Mobilger\u00e4te-\u00c4sthetik. Das Designkonzept war nicht oberfl\u00e4chlich, sondern folgte einer tiefgr\u00fcndigen Philosophie: \u201eTrigger all senses\u201c \u2013 ein Design, das sowohl den rationalen Verstand als auch die Emotionen ansprechen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das T610 war mehr als ein h\u00fcbsches \u00c4u\u00dferes. Mit seinem 65.536 Farben darstellenden Display (128\u00d7160 Pixel), einer integrierten VGA-Kamera (640\u00d7480 Pixel), Bluetooth, GPRS und einer beeindruckenden Standby-Zeit von bis zu 315 Stunden stellte es die Konkurrenz in den Schatten. Es war der Beginn einer \u00c4ra, in der Mobiltelefone nicht mehr nur Kommunikationswerkzeuge, sondern vielseitige Begleiter f\u00fcr den Alltag wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das T610 war der kommerzielle und kulturelle Durchbruch f\u00fcr das Joint Venture. Es gewann Designpreise, erhielt hervorragende Kritiken und verkaufte sich millionenfach. Es zeigte, dass die Fusion von japanischer Design-Philosophie und schwedischer Ingenieurskunst nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Produkt funktionieren konnte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwei Marken, zwei Welterfolge: Walkman und Cyber-shot<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Erfolg des T610 verfolgte Sony Ericsson eine konsequente Zwei-Marken-Strategie, die auf die Kernkompetenzen von Sony zur\u00fcckgriff. Mit den Serien&nbsp;<strong>Walkman<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Cyber-shot<\/strong>&nbsp;wurden zwei der st\u00e4rksten Marken der Unterhaltungselektronik in Mobiltelefone integriert. Dies war ein Geniestreich: Statt einer un\u00fcbersichtlichen Modellflut schuf das Unternehmen klare, wiedererkennbare Produktlinien, die jeweils ein spezifisches Nutzungsversprechen einl\u00f6sten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Serie<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Erstes Modell (Jahr)<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Kern-Feature<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Technologischer Meilenstein<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Walkman<\/strong><\/td><td>W800i (2005)<\/td><td>Dedizierter MP3-Player<\/td><td>Walkman-Taste f\u00fcr Sofortzugriff auf Musik<\/td><\/tr><tr><td><strong>Cyber-shot<\/strong><\/td><td>K750i (2005)<\/td><td>Hochwertige Digitalkamera<\/td><td>2 Megapixel mit Autofokus<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das&nbsp;<strong>K750i<\/strong>&nbsp;(Codename \u201eClara\u201c) erschien im zweiten Quartal 2005 und l\u00e4utete die \u00c4ra der ernstzunehmenden Kamerahandys ein. Mit seiner 2-Megapixel-Kamera, Autofokus und einer intuitiven Benutzeroberfl\u00e4che (QuickShare) wurde das Fotografieren mit dem Handy erstmals zu einem echten Erlebnis. Es war die Geburtsstunde der Cyber-shot-Reihe, die sp\u00e4ter Modelle mit Xenon-Blitz, Gesichtserkennung und schlie\u00dflich einer 8,1-Megapixel-Kamera im C905 hervorbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel dazu erschien das&nbsp;<strong>W800i<\/strong>&nbsp;als erstes Walkman-Modell. Es basierte weitgehend auf der gleichen Hardware-Plattform wie das K750i, legte den Schwerpunkt aber auf die Musikwiedergabe. Eine dedizierte Walkman-Taste startete die Musik-App, der Klang war hervorragend, und die mitgelieferten In-Ear-Kopfh\u00f6rer setzten neue Ma\u00dfst\u00e4be. Die Walkman-Serie wurde zu einem kulturellen Ph\u00e4nomen, das an die glorreichen Tage der tragbaren Audioger\u00e4te von Sony ankn\u00fcpfte. Mit Modellen wie dem W810i, W880i und dem sp\u00e4teren W902, das von manchen bereits als \u201eCyber-Walkman-Shot\u201c bezeichnet wurde, trieb Sony Ericsson die Konvergenz von Musik und Fotografie weiter voran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00c4ra der Feature-Phones war die goldene Zeit von Sony Ericsson. Die Ger\u00e4te liefen auf firmeneigenen Plattformen wie der A100- und A200-Plattform, die einen reibungslosen Betrieb von Java-Anwendungen, einen verbesserten Media-Player und ein gro\u00dfes Telefonbuch erm\u00f6glichten. Das Unternehmen hatte sich als Trendsetter in den Bereichen Mobilfotografie und mobile Musik etabliert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Vorhut des Smartphones: Symbian und die P-Serie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zu seinen Mainstream-Feature-Phones verfolgte Sony Ericsson eine ambitionierte Smartphone-Strategie, die auf dem Betriebssystem Symbian basierte. Bereits 2003, lange vor der Markteinf\u00fchrung des iPhones, brachte das Unternehmen mit dem&nbsp;<strong>P800<\/strong>&nbsp;das erste Smartphone auf den Markt, das die UIQ-Plattform (UIQ 2.0 auf Basis von Symbian OS 7.0) nutzte. Das P800 war der Nachfolger des Ericsson R380 und bot ein gro\u00dfes, ber\u00fchrungsempfindliches Display im PDA-Format.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Modell<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Erscheinungsjahr<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Betriebssystem<\/strong><\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Hauptmerkmale<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>P800<\/strong><\/td><td>2002 (als Sony Ericsson)<\/td><td>UIQ 2.0 (Symbian OS 7.0)<\/td><td>Erstes UIQ-Phone, Touchscreen, Klapptastatur<\/td><\/tr><tr><td><strong>P900<\/strong><\/td><td>2003<\/td><td>UIQ 2.1 (Symbian OS 7.0)<\/td><td>Verbesserte Hardware, r\u00fcckw\u00e4rtskompatibel<\/td><\/tr><tr><td><strong>P910<\/strong><\/td><td>2004<\/td><td>UIQ 2.1<\/td><td>Physische QWERTZ-Tastatur, mehr Speicher<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das P900, das 2003 auf den Markt kam, verfeinerte das Konzept mit einem schnelleren Prozessor und einem verbesserten Display. F\u00fcr Gesch\u00e4ftsanwender und Technikbegeisterte waren diese Ger\u00e4te die Speerspitze der Mobiltechnologie. Sie erm\u00f6glichten E-Mail, Office-Anwendungen, Webbrowsing und Multitasking, noch bevor diese Konzepte f\u00fcr die breite Masse relevant wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau hier lag ein strategisches Problem. W\u00e4hrend Nokia mit seiner Series-60-Plattform eine vereinheitlichte Benutzererfahrung auf verschiedenen Ger\u00e4ten schuf, blieb UIQ eine Nische. Sony Ericsson investierte Ressourcen in diese komplexen, teuren Business-Smartphones, w\u00e4hrend sich der Markt zunehmend auf einfachere, intuitivere Ger\u00e4te zubewegte. Die P-Serie war technisch beeindruckend, aber sie erreichte nie die Massenmarkt-Durchdringung, die n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, um eine tragf\u00e4hige Plattform-\u00d6kologie aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Niedergang: Strategische Blindheit im Smartphone-Zeitalter<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg von Sony Ericsson erreichte 2007 mit einem Verkaufsrekord von 103 Millionen Ger\u00e4ten seinen H\u00f6hepunkt \u2013 im selben Jahr, in dem Apple das erste iPhone vorstellte. Was folgte, war ein beispielloser Niedergang. Die Absatzzahlen brachen ein: 2010 wurden nur noch 43 Millionen Ger\u00e4te verkauft, und das Unternehmen verzeichnete 2011 einen Nettoverlust von \u00fcber 200 Millionen Pfund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Absturz sind vielschichtig, lassen sich aber auf drei Hauptfaktoren zur\u00fcckf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Die verpasste Smartphone-Revolution.<\/strong>&nbsp;Sony Ericsson war zu stark auf seine erfolgreichen Feature-Phones fokussiert. W\u00e4hrend Apple mit dem iPhone und sp\u00e4ter Google mit Android das Paradigma des Mobilcomputings neu definierten, hielt das Joint Venture an seinen etablierten Produktlinien Walkman und Cyber-shot fest. Die ersten Android-Smartphones von Sony Ericsson, die Xperia-Reihe, kamen mit veralteter Hardware auf den Markt und erhielten oft versp\u00e4tete Updates. Das Unternehmen war chronisch langsam in der Anpassung an die neuen Plattformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Der Konflikt der Kulturen und Strategien.<\/strong>&nbsp;Das Joint Venture litt unter inneren Spannungen. Sony, das auf Inhalte, Design und Unterhaltungselektronik setzte, und Ericsson, das eher als B2B-Netzwerkausr\u00fcster dachte, verfolgten zunehmend unterschiedliche Ziele. W\u00e4hrend Sony das Mobile-Gesch\u00e4ft als wichtigen Bestandteil seiner \u201eOne Sony\u201c-Strategie f\u00fcr vernetzte Unterhaltungsger\u00e4te betrachtete, sah Ericsson keinen strategischen Wert mehr in der eigenen Handyproduktion. Diese mangelnde strategische Koh\u00e4renz f\u00fchrte zu einer L\u00e4hmung in entscheidenden Momenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Vers\u00e4umnis bei Technologie und Innovation.<\/strong>&nbsp;Nach einer Phase der Innovation in den Bereichen Kamera und Musik verlor Sony Ericsson den Anschluss. W\u00e4hrend Samsung aggressiv in Displaytechnologien (AMOLED) und Prozessoren investierte, blieb Sony Ericsson konservativ. Die Konkurrenz aus China, insbesondere Huawei und Xiaomi, eroberte mit preiswerten, aber technologisch fortschrittlichen Ger\u00e4ten schnell die M\u00e4rkte. Die fehlende Anpassungsf\u00e4higkeit an die neuen Konsumentenbed\u00fcrfnisse des App-\u00d6kosystems war das endg\u00fcltige Urteil.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ende einer \u00c4ra: Sony \u00fcbernimmt das Ruder<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Trennung war unausweichlich. Am 27. Oktober 2011 gab Sony bekannt, dass es den Anteil von Ericsson am Joint Venture f\u00fcr 1,05 Milliarden Euro \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Am 15. Februar 2012 wurde das Unternehmen offiziell in \u201eSony Mobile Communications\u201c umbenannt, die Marke Sony Ericsson verschwand vom Markt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcbernahme war ein klares Bekenntnis von Sony zum Mobilfunkmarkt, aber auch ein riskanter Neuanfang. Sony erbte ein angeschlagenes Unternehmen ohne klare Smartphone-Identit\u00e4t. Die folgenden Xperia-Modelle, obwohl technisch solide, konnten nie an die kulturelle Bedeutung der Walkman- und Cyber-shot-\u00c4ra ankn\u00fcpfen. Das Erbe von Sony Ericsson lebt jedoch fort: In jedem modernen Smartphone steckt die Idee eines Ger\u00e4ts, das Kommunikation, Fotografie und Unterhaltung nahtlos vereint \u2013 eine Vision, die Sony Ericsson bereits 2005 mit dem K750i und W800i vorwegnahm.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Eine brillante Symbiose mit tragischem Ende<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sony Ericsson ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die Chancen und Risiken eines strategischen Joint Ventures in der Hochtechnologie. In seinen besten Jahren gelang es dem Unternehmen, durch die gelungene Verbindung von japanischem Design und schwedischer Ingenieurskunst Produkte zu schaffen, die weit \u00fcber ihre Funktion als Telefon hinausgingen. Das T610, die Walkman- und Cyber-shot-Serien sind Ikonen einer \u00c4ra, in der Mobiltelefone noch echte Pers\u00f6nlichkeit und klare Zwecke hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dieselben St\u00e4rken wurden im Zeitalter des Smartphones zu Schw\u00e4chen. Die Fixierung auf etablierte Produktlinien, die kulturellen Differenzen zwischen den Partnern und die strategische Tr\u00e4gheit f\u00fchrten dazu, dass Sony Ericsson die gr\u00f6\u00dfte technologische Transformation der Branche verschlief. Die \u00dcbernahme durch Sony war die logische Konsequenz, aber auch das Eingest\u00e4ndnis eines Scheiterns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verm\u00e4chtnis von Sony Ericsson ist dennoch bemerkenswert: Es hat gezeigt, wie sich Telekommunikation und Unterhaltungselektronik verbinden lassen, und hat damit den Weg f\u00fcr die modernen Smartphones geebnet. F\u00fcr viele bleibt die Marke ein Symbol f\u00fcr eine \u00c4ra, in der ein Handy mehr war als ein gl\u00e4serner Touchscreen \u2013 es war ein Ausdruck von Stil und Lebensgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Prim\u00e4rquellen und Fachberichte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Ericsson (2024).\u00a0*2001 &#8211; Sony Ericsson is created*.\u00a0<a href=\"https:\/\/wcm.ericsson.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wcm.ericsson.net<\/a>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Sony Corporation (2001).\u00a0<em>Ericsson and Sony to Create World leader in Mobile Phones<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/sony.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">sony.com<\/a>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Reuters (2011).\u00a0<em>Sony buys Ericsson out of mobile phone venture<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/reuters.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">reuters.com<\/a>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/teltarif.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">teltarif.de<\/a>\u00a0(2012).\u00a0<em>Sony: Kommt die Gl\u00fcckseligkeit ohne Ericsson?<\/em>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/inspireip.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">inspireip.com<\/a>\u00a0(2023).\u00a0<em>Sony Ericsson Failure Case Study: 6 Reasons Why<\/em>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/techbook.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">techbook.de<\/a>\u00a0(2024).\u00a0<em>Warum die Smartphones von Sony Ericsson scheiterten<\/em>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/gsmarena.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gsmarena.com<\/a>\u00a0(2017).\u00a0<em>Counterclockwise: Sony Ericsson and Symbian UIQ, the early days of the touchscreen smartphone<\/em>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia.\u00a0<em>Sony Mobile<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">en.wikipedia.org<\/a>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/heise.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">heise.de<\/a>\u00a0(2003).\u00a0<em>Handys zum Knipsen und Spielen<\/em>\u00a0(zum T610).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/zdnet.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZDNet.de<\/a>\u00a0(2003).\u00a0<em>Das perfekte Business-Handy im Praxistest<\/em>\u00a0(T610).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Vietnamnet (2005).\u00a0<em>N\u0103m m\u1eabu \u0111i\u1ec7n tho\u1ea1i m\u1edbi t\u1eeb Sony Ericsson<\/em>\u00a0(zu K750i\/W800i).\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Ericsson (2016).\u00a0<em>Sony Ericsson T610 from 2003<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/ericsson.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ericsson.com<\/a>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/itc.ua\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">itc.ua<\/a>\u00a0(2024).\u00a0<em>The best phones without OS: the golden days of Sony Ericsson<\/em>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>ePrice (2017).\u00a0<em>\u7d93\u5178\u56de\u9867 Sony \u6536\u8cfc SE \u6240\u6709\u80a1\u4efd\uff0c\u96d9\u54c1\u724c\u8d70\u5165\u6b77\u53f2<\/em>.\u00a0<\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Kaum ein Mobilfunkunternehmen der \u00c4ra vor dem Smartphone vermittelt noch heute ein so starkes Gef\u00fchl von Design, technischer Innovation und Retro-Charme wie Sony Ericsson. 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