{"id":3441,"date":"2026-04-23T18:33:09","date_gmt":"2026-04-23T16:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3441"},"modified":"2026-04-23T18:33:09","modified_gmt":"2026-04-23T16:33:09","slug":"die-joh-c-tecklenborg-werft-vom-holzschiffbauer-zur-legende-des-segelschiffbaus-an-der-geeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-joh-c-tecklenborg-werft-vom-holzschiffbauer-zur-legende-des-segelschiffbaus-an-der-geeste\/","title":{"rendered":"Die Joh. C. Tecklenborg Werft: Vom Holzschiffbauer zur Legende des Segelschiffbaus an der Geeste"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eKaptein, si ohne Sorg\u2019, din Schip is baut bi Tecklenborg.\u201c Dieser Spruch, \u00fcberliefert im bremischen und bremerhavener Raum, war mehr als nur eine Werbefloskel. Er war das Versprechen von Qualit\u00e4t, ein G\u00fctesiegel, das um die Welt segelte&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Zwischen 1841 und 1928 pr\u00e4gte die Schiffswerft Joh. C. Tecklenborg \u00fcber sieben Jahrzehnte hinweg nicht nur die Ufer der Geeste, sondern auch den Ruf Bremerhavens als eine der renommiertesten Adressen des internationalen Schiffbaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel beleuchtet die faszinierende Geschichte eines Unternehmens, das seinen Weg vom kleinen Holzschiffbaubetrieb zum technologisch f\u00fchrenden Stahlschiffbauer fand. Dabei geht es nicht allein um Schiffe und Tonnage, sondern um die Menschen, die Vision\u00e4re, die politischen Spannungen zwischen Bremen und Hannover und ein architektonisches Erbe, das bis heute sichtbar ist. Wir folgen den Spuren der Werft von ihrer Gr\u00fcndung \u00fcber ihre Bl\u00fctezeit bis zu ihrem unr\u00fchmlichen Ende \u2013 und betrachten jene Wohnanlage, die heute noch an die Gr\u00f6\u00dfe dieser \u00c4ra erinnert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geburt einer Legende: Von Abegg zu Tecklenborg (1841\u20131845)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anf\u00e4nge der Tecklenborg-Werft sind untrennbar mit den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des fr\u00fchen 19. Jahrhunderts verbunden. Bremerhaven, 1827 von Bremen am rechten Ufer der Geeste gegr\u00fcndet, um dem traditionellen Hanseaten die direkte Nordseeanbindung zu sichern, war ein Ort des Aufbruchs. Hier entstanden nicht nur Hafenanlagen, sondern auch die ersten Werften \u2013 darunter 1839 die von R. C. Rickmers&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der gescheiterte Start von Jan Simon Abegg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 30. September 1841 schloss Jan Simon Abegg einen Vertrag mit der bremischen Deputation zur Verwaltung der \u00f6ffentlichen Grundst\u00fccke ab, um neben der Rickmers-Werft eine weitere Werft zu errichten. Der Widerstand der alteingesessenen Werftbesitzer war gro\u00df, und die Bedingungen f\u00fcr Abegg waren hart: Die Pacht war doppelt so hoch wie die von Rickmers&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Finanziell unterst\u00fctzt wurde er von Franz Tecklenborg (1807\u20131886), einem Bremer Kaufmann, Segelmacher und Reeder&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Abegg gelang es zwar, einige Schiffe zu bauen, doch die Anfangsschwierigkeiten \u2013 mangelnde Erfahrung im Werftgesch\u00e4ft und hohe Kosten \u2013 erwiesen sich als un\u00fcberwindbar. Bereits 1843 musste er den Betrieb aufgeben&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der richtige Mann zur richtigen Zeit: Franz und Johann Carl Tecklenborg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Franz Tecklenborg \u00fcbernahm den Betrieb, jedoch nicht allein. Er holte seinen j\u00fcngeren Bruder Johann Carl Tecklenborg (1820\u20131873) ins Boot \u2013 einen Schiffsbauer mit praktischer Erfahrung aus Amerika&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg?oldid=130596163\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.albert-gieseler.de\/dampf_de\/firmen0\/firmadet1777.shtml\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. W\u00e4hrend Franz das kaufm\u00e4nnische und reederische Know-how einbrachte, zeichnete Johann Carl als technischer Leiter und Schiffszimmerbaas verantwortlich. Im Januar 1845 \u00fcbernahm Johann Carl den Mietvertrag und f\u00fchrte die Werft von nun an unter dem Namen&nbsp;<strong>Joh. C. Tecklenborg<\/strong>&nbsp;weiter&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Arbeitsteilung \u2013 der Kaufmann und der Handwerker \u2013 war der Grundstein f\u00fcr den sp\u00e4teren Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Fundament der Qualit\u00e4t: Das K\u00f6nig-Georg-Dock (1852\u20131855)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Bau immer gr\u00f6\u00dferer Schiffe stie\u00df die Werft auf dem urspr\u00fcnglichen Gel\u00e4nde in Bremerhaven bald an ihre Grenzen. Zudem fehlte eine moderne Infrastruktur f\u00fcr Reparaturen. Johann Carl Tecklenborg erkannte die Notwendigkeit eines Trockendocks. Da auf der bremischen (rechten) Seite der Geeste kein Platz mehr war, wich er 1852 auf das gegen\u00fcberliegende Ufer nach&nbsp;<strong>Geestem\u00fcnde<\/strong>&nbsp;aus \u2013 das damals zum K\u00f6nigreich Hannover geh\u00f6rte&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entscheidung war riskant: Sie bedeutete, im \u201eAusland\u201c zu bauen, fern der bremischen Verwaltung. Doch sie war zukunftsweisend. Unter der Leitung des hannoverschen Wasserbauinspektors Dincklage entstand das&nbsp;<strong>K\u00f6nig-Georg-Dock<\/strong>, ein f\u00fcr die damalige Zeit ingenieurtechnisch herausragendes Bauwerk. Am 26. April 1855 wurde die Bremer Brigg&nbsp;<em>Mathilde<\/em>&nbsp;als erstes Schiff in diesem Dock gedockt&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Dock war nicht nur ein Symbol f\u00fcr technischen Fortschritt, sondern sicherte der Werft \u00fcber Jahrzehnte ein stabiles Einkommen durch Reparaturauftr\u00e4ge \u2013 eine strategische Weitsicht, die viele reine Neubauwerften nicht hatten&nbsp;<a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Standortwechsel und die industrielle Revolution im Schiffbau (1881\u20131890)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste entscheidende Schritt war die vollst\u00e4ndige Verlagerung des gesamten Werftbetriebes nach Geestem\u00fcnde. Unter der technischen Leitung von&nbsp;<strong>Georg Wilhelm Claussen<\/strong>, der nach Johann Carls Tod 1873 die F\u00e4den zog, kaufte die Werft 1881 Grundst\u00fccke auf dem so genannten W\u00e4hl Acker, einer Halbinsel im Geestebogen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der \u00dcbergang vom Holz zum Stahl<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1882 vollzog Tecklenborg den endg\u00fcltigen Bruch mit der Tradition: Der \u00dcbergang vom Holz- zum Eisenschiffbau. In diesem Jahr entstanden auf dem neuen Gel\u00e4nde drei moderne Hellingen, und mit der&nbsp;<em>Eberstein<\/em>&nbsp;f\u00fcr den Norddeutschen Lloyd lief das erste eiserne Schiff vom Stapel&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. 1888 folgte ein weiterer Meilenstein: Mit der&nbsp;<em>Najade<\/em>&nbsp;entstand das erste in Deutschland aus&nbsp;<strong>Stahl<\/strong>&nbsp;gefertigte Vollschiff&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieser Schritt war nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich revolution\u00e4r. Stahl war fester und leichter als Eisen, erm\u00f6glichte gr\u00f6\u00dfere und belastbarere R\u00fcmpfe \u2013 die Grundvoraussetzung f\u00fcr die gigantischen Gro\u00dfsegler und Dampfer der Jahrhundertwende.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die goldenen Jahre: F\u00fcnfmaster, Prestige und Weltruf (1895\u20131914)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit um die Jahrhundertwende war die unangefochtene Bl\u00fctephase der Tecklenborg-Werft. Sie war nun eine Aktiengesellschaft (seit 1897) und zog mit ihren Innovationen die Aufmerksamkeit der ganzen Schifffahrtswelt auf sich&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die K\u00f6nige der L\u00fcfte: Potosi und Preu\u00dfen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entgegen dem allgemeinen Trend, der l\u00e4ngst zum Dampfschiff tendierte, hielt Tecklenborg am Segelschiffbau fest \u2013 nicht aus Nostalgie, sondern aus \u00f6konomischer Ratio. Georg Wilhelm Claussen, ein Vision\u00e4r, bewies, dass gut konstruierte Windjammer auf bestimmten Routen (z. B. dem Salpeterhandel von S\u00fcdamerika nach Europa) durchaus konkurrenzf\u00e4hig waren&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Paradebeispiel hierf\u00fcr ist die&nbsp;<strong>Potosi<\/strong>&nbsp;(1895), ein F\u00fcnfmaster, der zu den schnellsten Segelschiffen ihrer Zeit geh\u00f6rte. Sie wurde zum Prototyp einer neuen Generation von Gro\u00dfseglern. Ihr Nachfolger, die&nbsp;<strong>Preu\u00dfen<\/strong>&nbsp;(1902), war mit f\u00fcnf Masten und einer Gr\u00f6\u00dfe von \u00fcber 5.000 BRT bei ihrem Stapellauf das gr\u00f6\u00dfte Segelschiff der Welt&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese Schiffe, gebaut f\u00fcr die legend\u00e4re Hamburger Reederei F. Laeisz, die auch als die \u201eFlying P-Liner\u201c bekannt wurde, zementierten den Ruf der Werft als unangefochtene Spezialistin f\u00fcr h\u00f6chste Segelschiffbaukunst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Expansion und technische H\u00f6chstleistungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg machte weitere Investitionen n\u00f6tig. Um gr\u00f6\u00dfere Schiffe bauen zu k\u00f6nnen, wurde die Geeste reguliert und 1904 eine neue Drehbr\u00fccke errichtet&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Gleichzeitig entstand das markante Stahlger\u00fcst \u00fcber den Helgen 6 und 7 \u2013 eine Silhouette, die das Gesicht der Werft pr\u00e4gte. Ein 150-Tonnen-Elektrokran und moderne Werkstatthallen (Kesselschmiede, Jugendstil-Verwaltungsgeb\u00e4ude, der \u201eGraue Esel\u201c) unterstrichen den Status eines modernen Industriebetriebes&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Neben Segelschiffen baute Tecklenborg nun auch hochwertige Passagierdampfer f\u00fcr den Norddeutschen Lloyd, wie die&nbsp;<em>Prinz Friedrich Wilhelm<\/em>&nbsp;(1908), und Spezialschiffe wie den ersten deutschen Tankdampfer&nbsp;<em>August Korff<\/em>&nbsp;(1894)&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Erbe aus Backstein: Die Tecklenborg-Wohnanlage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Schlie\u00dfung der Werft 1928 verfielen die Anlagen zunehmend. Heute ist von der einstigen Industriekathedrale nur noch ein stilles Zeugnis geblieben: die&nbsp;<strong>Tecklenborg-Wohnanlage<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese steht an einem der historisch bedeutendsten Orte der Werftgeschichte \u2013 dem Areal des ersten&nbsp;<strong>K\u00f6nig-Georg-Docks<\/strong>&nbsp;von 1855 in Geestem\u00fcnde&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg?oldid=130596163\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Trockendock wurde sp\u00e4ter zugesch\u00fcttet, und auf dem Fundament dieses Pionierbauwerks entstand ein Wohnquartier. Die Claussenstra\u00dfe, benannt nach dem langj\u00e4hrigen technischen Direktor Georg Wilhelm Claussen, durchschneidet das Gel\u00e4nde, und das markante&nbsp;<strong>Tecklenborg-Wohnhaus<\/strong>&nbsp;erinnert mit seinem Namen an die alte Werftdynastie&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg?oldid=130596163\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anlage ist mehr als nur eine Wohnsiedlung. Sie ist ein Ort der&nbsp;<strong>Industriearch\u00e4ologie im Wohnzimmer<\/strong>. Sie symbolisiert den Wandel Bremerhavens vom reinen Industrie- und Arbeiterstandort zu einer modernen Dienstleistungs- und Wohnstadt. Zwar sind die Hallen und Kr\u00e4ne verschwunden, doch die Topografie \u2013 der Bogen der Geeste, die Struktur der Stra\u00dfen \u2013 erz\u00e4hlt noch immer die Geschichte des \u201eW\u00e4hl Ackers\u201c, wo einst die gr\u00f6\u00dften Segelschiffe der Welt entstanden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Niedergang und unr\u00fchmliches Ende (1918\u20131928)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erste Weltkrieg brachte den abrupten Wendepunkt. Zwar war die Werft mit Kriegsauftr\u00e4gen (U-Boote, Minensucher) ausgelastet, doch nach 1918 brach der zivile Schiffbaumarkt zusammen&nbsp;<a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Reparationsforderungen und die Abtretung der deutschen Handelsflotte taten ihr \u00dcbriges. In der Inflation der fr\u00fchen 1920er Jahre versuchte man sich \u00fcber Wasser zu halten, doch die Strukturkrise im deutschen Schiffbau war zu tief.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz solider Auftragsb\u00fccher wurde die Joh. C. Tecklenborg Werft 1926 von der&nbsp;<strong>Actien-Gesellschaft \u201eWeser\u201c<\/strong>&nbsp;\u00fcbernommen und in den neu gegr\u00fcndeten Gro\u00dfkonzern&nbsp;<strong>Deschimag<\/strong>&nbsp;(Deutsche Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft) eingegliedert&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es folgte, was viele maritime Historiker bis heute als Skandal empfinden: 1928 wurde der Betrieb trotz guter wirtschaftlicher Kennzahlen stillgelegt und die Anlagen demontiert&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Bremerhaven verlor sein traditionsreichstes Unternehmen, um keine Konkurrenz f\u00fcr die Bremer Deschimag-Werften zu schaffen \u2013 ein fr\u00fches, schmerzhaftes Beispiel f\u00fcr das, was man heute \u201ebetriebswirtschaftliche Rationalisierung\u201c \u00fcber historische und regionale Interessen hinweg nennen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Mehr als nur Schiffe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der Joh. C. Tecklenborg Werft ist eine deutsche Chronik im Kleinen. Sie zeigt den Aufstieg eines Unternehmens vom handwerklichen Betrieb zur industriellen Gro\u00dfmacht, den schwierigen \u00dcbergang von Holz zu Stahl und den Mut, an einer Technologie (dem Segelschiff) festzuhalten, obwohl die Zukunft dem Dampf geh\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr Verm\u00e4chtnis lebt auf mehreren Ebenen fort:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Auf den Weltmeeren:<\/strong>\u00a0Die\u00a0<strong>Padua<\/strong>\u00a0(heute russische\u00a0<em>Krusenstern<\/em>), das letzte gro\u00dfe Segelschiff von Tecklenborg aus dem Jahr 1926, segelt noch heute als Windjammer und ist ein fahrendes Museum dieser \u00c4ra\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>In Bremerhaven:<\/strong>\u00a0In der Tecklenborg-Wohnanlage und dem erhaltenen Verwaltungsgeb\u00e4ude, die an den Geesteb\u00f6gen an die gro\u00dfe Zeit erinnern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Im kollektiven Ged\u00e4chtnis:<\/strong>\u00a0Der Spruch vom \u201eSchiff ohne Sorg\u2018\u201c ist eine Legende, die die Werft \u00fcberdauert hat. Sie mahnt uns, dass industrielle Exzellenz nicht immer an Gr\u00f6\u00dfe, sondern auch an Qualit\u00e4t, Innovation und dem Mut zum Risiko gemessen wird.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Werft ist verschwunden, aber ihr Echo \u2013 das Echo von 100.000 Nieten und dem Klang der Meere unter den Masten der&nbsp;<em>Preu\u00dfen<\/em>&nbsp;\u2013 ist noch heute in den Stra\u00dfen Geestem\u00fcndes zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wikipedia: Joh. C. Tecklenborg\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joh._C._Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/bremerhaven.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bremerhaven.de<\/a>:\u00a0J.C. Tecklenborg\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bremerhaven.de\/de\/freizeit-kultur\/stadtarchiv\/geschichte-der-stadtteile\/suedliche-innenstadt\/j-c-tecklenborg.56563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia: Johann Carl Tecklenborg\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg?oldid=130596163\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Carl_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia: Franz Tecklenborg\u00a0<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Tecklenborg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>WW2DB: Joh. C. Tecklenborg Schiffswerft- und Maschinenfabrik AG\u00a0<a href=\"https:\/\/zh.ww2db.com\/facility\/Joh_C_Tecklenborg_Schiffswerft-_und_Maschinenfabrik_AG\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Albert Gieseler: Schiffswerft und Maschinenfabrik von Joh. C. Tecklenborg AG<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung \u201eKaptein, si ohne Sorg\u2019, din Schip is baut bi Tecklenborg.\u201c Dieser Spruch, \u00fcberliefert im bremischen und bremerhavener Raum, war mehr als nur eine Werbefloskel. Er war das Versprechen von Qualit\u00e4t, ein G\u00fctesiegel, das um die Welt segelte&nbsp;. Zwischen 1841 und 1928 pr\u00e4gte die Schiffswerft Joh. C. 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