{"id":3778,"date":"2026-04-18T20:55:15","date_gmt":"2026-04-18T18:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=3778"},"modified":"2026-04-18T20:55:15","modified_gmt":"2026-04-18T18:55:15","slug":"27-schleifenimpedanz-in-it-systemen-besonderheiten-und-messverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/27-schleifenimpedanz-in-it-systemen-besonderheiten-und-messverfahren\/","title":{"rendered":"27 \u2013 Schleifenimpedanz in IT-Systemen: Besonderheiten und Messverfahren"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor:<\/strong>&nbsp;DerSchneider<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Wenn der erste Fehler noch kein Kurzschluss ist<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">IT-Systeme (isoliert geerdet) verhalten sich in der Fehlerschleife v\u00f6llig anders als TN- oder TT-Systeme. Bei einem ersten Isolationsfehler flie\u00dft nur ein kleiner kapazitiver Strom \u2013 die Schleifenimpedanz ist sehr hoch. Erst beim zweiten Fehler (auf einem anderen Au\u00dfenleiter) entsteht ein Kurzschluss, der abgeschaltet werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel erkl\u00e4rt, wie die Schleifenimpedanz im IT-System gemessen wird, welche Grenzwerte gelten und welche Fallstricke es gibt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Warum ist die Schleifenimpedanz im IT-System anders?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im IT-System ist der Sternpunkt des Transformators nicht direkt geerdet (oder nur hochohmig). Daher ist der Pfad f\u00fcr einen einfachen Erdschluss (L1 gegen PE) nicht geschlossen. Der Fehlerstrom wird nur durch die Kapazit\u00e4ten der Leitungen gegen Erde begrenzt \u2013 er ist klein (meist unter 1 A).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schleifenimpedanz Z_s (L-PE) ist daher sehr hoch (k\u03a9 bis M\u03a9). Eine Messung mit dem normalen Schleifenimpedanzmesser ist oft nicht m\u00f6glich, weil das Ger\u00e4t einen niederohmigen Pfad erwartet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Messung der Schleifenimpedanz im IT-System \u2013 Ist sie \u00fcberhaupt sinnvoll?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den&nbsp;<strong>ersten Fehler<\/strong>&nbsp;ist die Schleifenimpedanz irrelevant \u2013 es wird nicht abgeschaltet. F\u00fcr den&nbsp;<strong>zweiten Fehler<\/strong>&nbsp;(z.\u202fB. L1 gegen PE und L2 gegen PE an verschiedenen Stellen) entsteht ein Kurzschluss zwischen L1 und L2 \u00fcber die beiden Erdungspunkte. Hier gelten dann \u00e4hnliche Bedingungen wie im TN-System.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Norm verlangt daher:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>F\u00fcr den zweiten Fehler muss die Abschaltbedingung (Schleifenimpedanz) gepr\u00fcft werden. Dazu wird der schlimmste Fall angenommen: Die beiden Fehler treten an den entferntesten Punkten auf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Messverfahren:<\/strong><br>Man misst die Schleifenimpedanz zwischen zwei Au\u00dfenleitern (L1-L2) am Ende der Leitung \u2013 nicht zwischen L und PE. Das ist die relevante Schleife f\u00fcr den zweiten Fehler.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Praktische Durchf\u00fchrung (vereinfacht)<\/h3>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Anlage spannungsfrei schalten.<\/li>\n\n\n\n<li>Einen k\u00fcnstlichen Fehler herstellen (z.\u202fB. L1 und L2 mit PE verbinden) \u2013 aber das ist gef\u00e4hrlich und in der Praxis nicht \u00fcblich. Stattdessen: Messung zwischen L1 und L2 mit einem niederohmigen Messger\u00e4t (Durchgangspr\u00fcfer) reicht nicht. Besser: Mit einem Schleifenimpedanzmesser, der im Zweileiter-Verfahren zwischen L1 und L2 misst (die meisten Ger\u00e4te k\u00f6nnen das).<\/li>\n\n\n\n<li>Der gemessene Wert muss so niedrig sein, dass der \u00dcberstromschutz (LS) im Fehlerfall ausl\u00f6st.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Grenzwerte:<\/strong>&nbsp;Wie im TN-System (abh\u00e4ngig vom LS).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Typische Fehler bei IT-System-Messungen<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Fehler<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Folge<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Messung zwischen L und PE mit normalem Schleifenimpedanzmesser<\/td><td>Ger\u00e4t zeigt \u00dcberbereich oder falsch hohen Wert an<\/td><\/tr><tr><td>Annahme, dass im IT-System keine Schleifenimpedanzmessung n\u00f6tig sei<\/td><td>Zweiter Fehler k\u00f6nnte unerkannt zu lange Abschaltzeiten haben<\/td><\/tr><tr><td>Verwendung von RCDs im IT-System ohne Anpassung<\/td><td>RCD kann bei erstem Fehler ausl\u00f6sen (unerw\u00fcnscht)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Isolations\u00fcberwachungsger\u00e4t (I\u00dc) als Alternative<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im IT-System ist das I\u00dc wichtiger als die Schleifenimpedanzmessung. Es \u00fcberwacht dauerhaft den Isolationswiderstand und gibt Alarm bei Unterschreitung eines Grenzwerts (z.\u202fB. 50 k\u03a9). So wird der erste Fehler erkannt, bevor ein zweiter auftritt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxistipp:<\/strong>&nbsp;Pr\u00fcfen Sie regelm\u00e4\u00dfig die Funktion des I\u00dc (Testtaste).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Checkliste f\u00fcr die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Handelt es sich um ein IT-System (isoliert oder hochohmig geerdet)?<\/li>\n\n\n\n<li>Wurde die Schleifenimpedanz f\u00fcr den zweiten Fehler zwischen zwei Au\u00dfenleitern gemessen (nicht L-PE)?<\/li>\n\n\n\n<li>Ist die gemessene Impedanz niedrig genug f\u00fcr die Abschaltbedingungen des LS (wie im TN-System)?<\/li>\n\n\n\n<li>Ist ein Isolations\u00fcberwachungsger\u00e4t (I\u00dc) vorhanden und funktionsgepr\u00fcft?<\/li>\n\n\n\n<li>Wurde die I\u00dc-Funktion (Alarm bei Grenzwertunterschreitung) getestet?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schleifenimpedanz im IT-System ist nur f\u00fcr den zweiten Fehler relevant. Wichtiger ist die Isolations\u00fcberwachung. Wer beides beachtet, beherrscht das IT-System sicher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im n\u00e4chsten Artikel (28) verlassen wir die elektrischen Messungen und wenden uns der W\u00e4rmebildtechnik zu:&nbsp;<strong>\u201eThermografie in der Elektroinstallation: Fr\u00fcherkennung von Schwachstellen\u201c<\/strong>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor:&nbsp;DerSchneider Einleitung: Wenn der erste Fehler noch kein Kurzschluss ist IT-Systeme (isoliert geerdet) verhalten sich in der Fehlerschleife v\u00f6llig anders als TN- oder TT-Systeme. Bei einem ersten Isolationsfehler flie\u00dft nur ein kleiner kapazitiver Strom \u2013 die Schleifenimpedanz ist sehr hoch. Erst beim zweiten Fehler (auf einem anderen Au\u00dfenleiter) entsteht ein Kurzschluss, der abgeschaltet werden muss. 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