{"id":4168,"date":"2026-05-11T10:28:19","date_gmt":"2026-05-11T08:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=4168"},"modified":"2026-05-11T10:28:19","modified_gmt":"2026-05-11T08:28:19","slug":"kuka-roboter-und-automation-zwischen-augsburger-ingenieurskunst-und-globaler-transformation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/kuka-roboter-und-automation-zwischen-augsburger-ingenieurskunst-und-globaler-transformation\/","title":{"rendered":"KUKA Roboter und Automation: Zwischen Augsburger Ingenieurskunst und globaler Transformation"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwischen Gr\u00f6\u00dfenwahn und Pr\u00e4zision<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KUKA \u2013 das sind nicht nur die orange-metallic-gl\u00e4nzenden Knickarmroboter, die in nahezu jeder modernen Autofabrik der Welt schwei\u00dfen, kleben, hantieren. KUKA ist auch ein Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich und strategisch neu sortieren musste. 2026 verf\u00fcgt KUKA \u00fcber ein Produktportfolio, das von winzigen Pr\u00e4zisionsrobotern f\u00fcr die Elektronikfertigung (3 kg) bis zu gigantischen Schwerlastrobotern (800\u20131.300 kg) reicht, mit denen sich ganze Flugzeugr\u00fcmpfe oder Windkraftanlagen fertigen lassen. Dieser Artikel beleuchtet die harten Fakten: Ums\u00e4tze, Mitarbeiterzahlen, Absatzmengen, die wichtigsten Modelle, technische Detailvergleiche, kuriose Anekdoten und eine kritische Einordnung. Denn KUKA mag heute im Mehrheitsbesitz des chinesischen Hausger\u00e4tekonzerns Midea sein, doch die Ingenieurskunst sitzt weiterhin in Augsburg \u2013 und sie ist so vielf\u00e4ltig wie nie.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umsatz, Mitarbeiter und wirtschaftliche Lage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KUKA verarbeitete 2024 einige herbe R\u00fcckschl\u00e4ge. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 % auf rund 3,7 Milliarden Euro, das EBIT (operativer Gewinn) brach um 51,6 % auf 76,5 Millionen Euro ein<a href=\"https:\/\/www.kuka.com\/de-de\/unternehmen\/presse\/news\/2025\/04\/kuka-finanzzahlen-2024\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Auftragseingang hingegen stieg leicht um 1,3 % auf rund 4,1 Milliarden Euro, die Book-to-Bill-Ratio (Auftragseingang zu Umsatz) verbesserte sich auf 1,09 \u2013 ein positives Signal f\u00fcr die Auslastung in den Folgejahren<a href=\"https:\/\/www.kuka.com\/de-de\/unternehmen\/presse\/news\/2025\/04\/kuka-finanzzahlen-2024\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die EBIT-Marge 2024 lag bei moderaten 2,1 %, der Free Cashflow stieg gleichzeitig auf 223,7 Millionen Euro<a href=\"https:\/\/www.kuka.com\/de-de\/unternehmen\/presse\/news\/2025\/04\/kuka-finanzzahlen-2024\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In Zahlen ausgedr\u00fcckt: KUKA setzte 2024 damit rechnerisch pro Mitarbeiter (rund 15.000) etwa 247.000 Euro um \u2013 ein solider, aber f\u00fcr die Branche nicht herausragender Wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2025 hat sich das Blatt gewendet: Der Umsatz stieg um 4 % auf 3,8 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl lag bei 14.542<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuka_(Unternehmen)#Gesch%C3%A4ftsbereiche\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/kuka-steigert-umsatz-insbesondere-in-china\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Erstmals in der Unternehmensgeschichte \u00fcberschritt der Umsatz in China die Milliardengrenze \u2013 ein Beleg daf\u00fcr, dass die strategische Wende nach der Midea-\u00dcbernahme (2016) Fr\u00fcchte tr\u00e4gt<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/kuka-steigert-umsatz-insbesondere-in-china\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die F&amp;E-Investitionen kletterten 2025 auf Rekordh\u00f6he: 213 Millionen Euro flossen in neue Technologien, vor allem in KI-gest\u00fctzte Steuerungen und das Betriebssystem iiQKA.OS2<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/kuka-steigert-umsatz-insbesondere-in-china\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Blick auf die globale Pr\u00e4senz:<\/strong>&nbsp;KUKA erzielt seine Ums\u00e4tze ann\u00e4hernd parit\u00e4tisch: Ein Drittel aus der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika), ein Drittel aus Amerika und ein Drittel aus Asien-Pazifik<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/kuka-steigert-umsatz-insbesondere-in-china\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Konkurrenten wie Fanuc (Japan) oder ABB (Schweiz\/Schweden) sind st\u00e4rker in Asien verwurzelt; KUKA profitiert dagegen von seiner starken europ\u00e4ischen Basis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Absatzzahlen der Roboter<\/strong>&nbsp;\u2013 hier wird es schwieriger: KUKA ver\u00f6ffentlicht keine j\u00e4hrlichen St\u00fcckzahlen f\u00fcr reine Industrieroboter. Allerdings installierte der Konzern 2024 weltweit rund 55.200 Roboter-Einheiten (inklusive der Tochter Swisslog) \u2013 ein Plus von 7 % gegen\u00fcber 2023. Die installierte Basis insgesamt d\u00fcrfte damit 2026 bei \u00fcber 400.000 Robotern weltweit liegen, davon allein \u00fcber 100.000 aus der Quantec-Familie<a href=\"https:\/\/automationspraxis.industrie.de\/partner\/kuka\/kuka-legt-roboter-verkaufsschlager-quantec-neu-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ber\u00fchmtesten KUKA-Roboter im Detail: Vom Leichtgewicht zum Titanen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Meistverkauftes Modell: Die Quantec-Serie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>KR Quantec<\/strong>&nbsp;ist der absolute Bestseller. Seit der Markteinf\u00fchrung 2010 wurden \u00fcber 100.000 Exemplare ausgeliefert \u2013 eine beeindruckende Zahl, die den Roboter zum unangefochtenen Volumenmodell macht<a href=\"https:\/\/automationspraxis.industrie.de\/partner\/kuka\/kuka-legt-roboter-verkaufsschlager-quantec-neu-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Quantec-Serie deckt Traglasten von 120 bis 300 kg ab, mit Reichweiten von 2.700 bis 3.900 mm<a href=\"https:\/\/www.directindustry.de\/prod\/kuka-ag\/product-17587-2124861.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Einsatzgebiete: Karosseriebau, Gie\u00dfereiwesen, Bearbeitung, Palettierung und selbst der Medical-Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Technische Highlights der neuen Quantec-Generation (2025 vorgestellt):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Digitale Motion Modes<\/strong>\u00a0\u2013 Weltweit erster Industrieroboter mit nachr\u00fcstbaren Software-Add-ons f\u00fcr Bewegungsprofile. Der\u00a0<em>Dynamic Mode<\/em>\u00a0reduziert Taktzeiten um rund 10 %, der\u00a0<em>Path Mode<\/em>\u00a0erh\u00f6ht die Pr\u00e4zision auf Mikrometer-Niveau<a href=\"https:\/\/www.directindustry.de\/prod\/kuka-ag\/product-17587-2124861.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Baukastenprinzip<\/strong>\u00a0\u2013 15 Robotergrundtypen mit diversen Montagevarianten (Boden, Decke, Wand, Winkel) bieten maximale Flexibilit\u00e4t<a href=\"https:\/\/www.industrial-production.de\/mrk---cobots\/bilder\/robotertechnik---roboterserie-quantec-1.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Senkung der Betriebskosten<\/strong>\u00a0\u2013 Durch optimierte Kabel- und Energiezuf\u00fchrung sowie reduzierte Ersatzteilvielfalt sinken die Total Cost of Ownership (TCO) deutlich<a href=\"https:\/\/automationspraxis.industrie.de\/partner\/kuka\/kuka-legt-roboter-verkaufsschlager-quantec-neu-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Preisrahmen<\/strong>&nbsp;(Quelle: Standard Bots 2026): Die Quantec-Modelle bewegen sich je nach Ausstattung zwischen 75.000 und 120.000 US-Dollar \u2013 wobei ma\u00dfgeschneiderte Sonderl\u00f6sungen deutlich teurer sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Technisches Spitzenmodell: Der KR Fortec Ultra<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es um absolute Pr\u00e4zision und Tragf\u00e4higkeit geht, ist der&nbsp;<strong>KR Fortec Ultra<\/strong>&nbsp;das Ma\u00df der Dinge. Dieses Modell aus der Schwerlastklasse erreicht eine Wiederholgenauigkeit von \u00b10,08 mm \u2013 bei Traglasten von bis zu 800 kg in der Standardversion und Sondervarianten mit bis zu 1.300 kg. Zum Vergleich: Das sind Lasten, die einem Kleinwagen entsprechen; positioniert auf wenige hundertstel Millimeter genau. Die KR Fortec Ultra ist das, was in der Branche als&nbsp;<em>best performing robot<\/em>&nbsp;gehandelt wird, und kommt vor allem in der Luftfahrtindustrie, im Werkzeugmaschinenbau und in der Schwermetallverarbeitung zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Kompakte Power: Die KR Cybertech-Serie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>KR Cybertech<\/strong>&nbsp;ist das Pendant f\u00fcr die unteren und mittleren Traglastklassen (bis 35 kg) und \u00fcberzeugt durch eine au\u00dfergew\u00f6hnlich hohe Leistungsdichte<a href=\"https:\/\/www.kuka.com\/sv-se\/produkter-tj%c3%a4nster\/robotsystem\/industrirobotar\/kr-cybertech\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sie ist ideal f\u00fcr kompakte Zellkonzepte, wo auf kleinstem Raum H\u00f6chstgeschwindigkeit gefragt ist \u2013 etwa in der Elektronikfertigung, f\u00fcr Leichtbauteile-Handling oder f\u00fcr die Maschinenbest\u00fcckung. Ein gro\u00dfer Pluspunkt: Die Cybertech ist bereits f\u00fcr das KI-f\u00e4hige Betriebssystem iiQKA.OS2 und den neuen schlanken Controller KR C5 vorbereitet und damit zukunftssicher<a href=\"https:\/\/www.kuka.com\/sv-se\/produkter-tj%c3%a4nster\/robotsystem\/industrirobotar\/kr-cybertech\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Der Delta-Roboter f\u00fcr H\u00f6chstgeschwindigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Verpackungsindustrie und Hochgeschwindigkeits-Pick-and-Place-Anwendungen bietet KUKA die Delta-Roboter-Familie an. Diese Parallelkinematik-Roboter erreichen Taktraten von \u00fcber 200 Greifvorg\u00e4ngen pro Minute \u2013 ideal f\u00fcr die Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Ein typischer Vertreter ist der KR Delta mit Traglasten zwischen 3 und 15 kg, der h\u00e4ufig in Hygienevarianten (Edelstahl, IP69K-Schutzart) gefertigt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Cobots: LBR iiwa und die neue iisy-Familie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die&nbsp;<strong>LBR iiwa<\/strong>&nbsp;(Leichtbauroboter f\u00fcr intuitive, interaktive Anwendungen) war 2013 der Durchbruch f\u00fcr kollaborierende Roboter. Mit sieben Achsen und integrierten Kraft-\/Momentensensoren kann der Roboter Kr\u00e4fte bis in den Bereich weniger Newton erf\u00fchlen \u2013 er stoppt, sobald er auf ein Hindernis (oder einen Menschen) trifft. Die Nachfolgerin ist die&nbsp;<strong>iisy-Familie<\/strong>&nbsp;mit Traglasten von 11 kg und 15 kg, die noch einfacher per Handf\u00fchrung programmiert werden kann. Sie ist der Versuch von KUKA, f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen einfache Automatisierung zu liefern \u2013 auch wenn man hier im Wettbewerb mit Universal Robots (D\u00e4nemark) und Fanuc immer noch hinterherhinkt. Eine interessante Entwicklung: die mobile Variante&nbsp;<strong>KMR iisy<\/strong>, die einen kollaborierenden Arm mit einem autonomen Mobilen Roboter (AMR) kombiniert.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kuriosit\u00e4ten: Als KUKA einen Roboter f\u00fcr eine Kneipe baute<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Robotik-Geschichte von KUKA hat durchaus wundersame, skurrile Episoden zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der autonome Barkeeper \u201eCarl\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der bekanntesten Kuriosit\u00e4ten ist der Prototyp eines vollautomatischen Barkeeper-Roboters, der in den fr\u00fchen 2000er-Jahren entstand. Ein KUKA-Knickarmroboter \u2013 technisch gesehen ein KR 5 \u2013 wurde in einer M\u00fcnchner Cocktailbar so programmiert, dass er auf Knopfdruck Cocktails mixt: Er griff Flaschen exakt aus einem Regal, \u00f6ffnete sie (ja, das war mechanisch eine Meisterleistung), sch\u00fcttete die Zutaten in ein R\u00fchrglas und servierte das fertige Getr\u00e4nk. Der Name des Roboters:&nbsp;<strong>Carl<\/strong>. Das Projekt blieb eine Werbeaktion, zeigt aber eindrucksvoll, was ein Industrieroboter eigentlich alles kann, wenn man ihn mit entsprechenden Endeffektoren ausstattet. Ein Nachfolger, der KR 6, war in der Folge auf Messen als \u201eRoboter der Zukunft\u201c zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der KR Famulus \u2013 und die Geschichte hinter seinem Namen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste KUKA-Roboter (1973) hie\u00df&nbsp;<strong>KR FAMULUS<\/strong>, benannt nach dem lateinischen Begriff f\u00fcr \u201eDiener\u201c oder \u201eKnecht\u201c \u2013 und das ist eine nette Ironie, denn dieser Roboter war seinem US-amerikanischen hydraulischen Vorg\u00e4nger technisch himmelweit \u00fcberlegen. Der Famulus war der weltweit erste elektrisch angetriebene Industrieroboter mit sechs Achsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Anekdote aus der Entwicklungszeit: Ein knappes Dutzend Ingenieure arbeitete Anfang der 1970er-Jahre in einer kleinen Werkshalle in Augsburg. Um die Bewegungsabl\u00e4ufe zu testen, programmierten sie den Roboter, um Bierflaschen zu greifen \u2013 die Entwickler waren Augsburger, schlie\u00dflich. Ein fr\u00fcher Use Case f\u00fcr die Getr\u00e4nkeindustrie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch damals revolution\u00e4r: W\u00e4hrend hydraulische Roboter st\u00e4ndig \u00d6l verloren und aufgrund ihrer starren Bewegungsabl\u00e4ufe f\u00fcr viele Aufgaben ungeeignet waren, bot der Famulus sechs Freiheitsgrade und konnte komplexe Bahnbewegungen fahren. Seine Steuerung war PC-basiert \u2013 damals eine Sensation. Heute steht ein Exemplar im Deutschen Museum in M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wenn der Roboter den Akku wechselt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Highlight aus der Kuka-Schmiede: Autonome mobile Roboter (AMR) von KUKA (z.\u202fB. die KMR-Serie) werden derzeit in Lagerhallen und Produktionsst\u00e4tten getestet \u2013 und zwar nicht nur als Transportroboter, sondern als System, das selbstst\u00e4ndig seine Akkus wechselt. Die Roboter fahren zu einer Ladestation, entladen ihre leeren Akkus und wechseln sie per Roboterarm gegen frisch geladene aus. Ein autarker Kreislauf, der zeigt, wohin die Reise geht: zur vollst\u00e4ndigen Roboter-\u00d6konomie, in der Maschinen andere Maschinen warten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die gl\u00e4sernen Roboter \u2013 Kunstprojekt und Marketing<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2018 installierte KUKA in einer Berliner Galerie einen transparenten KR 16, dessen gesamte Mechanik durch eine Acrylglasverkleidung sichtbar war. Er tanzte (in Zeitlupe) eine Choreografie zu elektronischer Musik. Mehrere hunderttausend Klicks auf YouTube sp\u00e4ter zeigt sich, dass KUKA nicht nur Nutzlastwerte, sondern auch kulturelles Kapital zu vermarkten versteht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umsatz- und Marktanteile im globalen Ma\u00dfstab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weltweiten Marktanteile f\u00fcr Industrieroboter verteilen sich 2025\/2026 wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Unternehmen<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Gesch\u00e4tzter Marktanteil (Wert)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Regionale St\u00e4rken<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Taktik<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Fanuc<\/td><td>23 %<\/td><td>Japan, Asien, USA<\/td><td>Geschlossenes \u00d6kosystem, extrem robuste Hardware<\/td><\/tr><tr><td>ABB<\/td><td>18 %<\/td><td>Europa, China, USA<\/td><td>Breites Portfolio, Elektrifizierung<\/td><\/tr><tr><td><strong>KUKA<\/strong><\/td><td><strong>13 %<\/strong><\/td><td><strong>Europa, China<\/strong><\/td><td><strong>Systembau, KI-Offenheit<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Yaskawa<\/td><td>10 %<\/td><td>Japan, Asien<\/td><td>Servotechnik, Schwei\u00dfroboter<\/td><\/tr><tr><td>Andere (China, etc.)<\/td><td>36 %<\/td><td>China<\/td><td>Preiswettbewerb<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KUKA h\u00e4lt also seine Position in der Weltspitze, muss sich aber dem zunehmenden Wettbewerd aus China (Estun, Siasun, u.\u202fa.) stellen. Bisher rettet das Unternehmen sein Know-how im Systembau: KUKA liefert nicht nur Roboter, sondern ganze schl\u00fcsselfertige Fertigungsstra\u00dfen. Das ist im Markt selten \u2013 und sichert Margen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Technische Vielfalt und wirtschaftliche Herausforderungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KUKA ist technologisch heute breiter aufgestellt denn je. Vom 3-kg-Pr\u00e4zisionsroboter f\u00fcr die Elektronikindustrie \u00fcber den meistverkauften Quantec-Mittelkl\u00e4ssler (120\u2013300 kg) bis zum KR Fortec Ultra mit 1.300 kg Traglast und \u00b5-Genauigkeit \u2013 kaum ein anderer Hersteller deckt ein derart breites Spektrum ab. Die Quantec-Serie ist das \u00f6konomische R\u00fcckgrat, die Cobots (LBR iiwa \/ iisy) das strategische Zukunftsfeld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kommenden Jahre werden zeigen, ob KUKA es schafft, in der Breite zu wachsen. Das KI-\u00d6kosystem (Partnerschaft mit Microsoft, NVIDIA), die Rekordinvestitionen in Software und die St\u00e4rke im Systembau sprechen daf\u00fcr. Kritisch bleibt die Abh\u00e4ngigkeit vom schw\u00e4chelnden europ\u00e4ischen Automobilmarkt und der politische Druck durch die chinesische Muttergesellschaft Midea.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kuka baut nicht nur Roboter. Kuka baut Werkzeuge f\u00fcr die Zukunft der Arbeit \u2013 ob in der Fabrik, im Lager oder in der Cocktailbar.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>KUKA AG: Presseinformation \u201eHerausforderndes Gesch\u00e4ftsjahr 2024 f\u00fcr KUKA\u201c, 30. April 2025.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/k-zeitung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">K-zeitung.de<\/a>:\u00a0\u201eKuka steigert Umsatz \u2013 insbesondere in China\u201c, 31. M\u00e4rz 2026.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/industrie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Industrie.de<\/a>:\u00a0\u201eKuka legt Roboter-Topseller Quantec neu auf\u201c, 17. Januar 2019.<\/li>\n\n\n\n<li>DirectIndustry: \u201eNew KR QUANTEC &#8211; Knickarmroboter\u201c, Datenblatt 2025.<\/li>\n\n\n\n<li>KUKA GmbH: Produktseiten zu KR Cybertech, KR Fortec Ultra, KR Quantec, LBR iiwa\/iisy.<\/li>\n\n\n\n<li>IFR (International Federation of Robotics): World Robotics 2025 \u2013 Industrial Robots.<\/li>\n\n\n\n<li>Standard Bots: \u201eKUKA robot pricing: A complete 2026 guide\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia-Eintrag \u201eKuka (Unternehmen)\u201c, abgerufen April 2026.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Gr\u00f6\u00dfenwahn und Pr\u00e4zision KUKA \u2013 das sind nicht nur die orange-metallic-gl\u00e4nzenden Knickarmroboter, die in nahezu jeder modernen Autofabrik der Welt schwei\u00dfen, kleben, hantieren. KUKA ist auch ein Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich und strategisch neu sortieren musste. 2026 verf\u00fcgt KUKA \u00fcber ein Produktportfolio, das von winzigen Pr\u00e4zisionsrobotern f\u00fcr die Elektronikfertigung (3 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,46,21,26],"tags":[1246,3309,3887,3888,3889,3950,4462],"class_list":["post-4168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-ruckspiegel","category-industrie-4-0","category-industriegeschichte","category-mit-den-handen","tag-cobots-lbr-iisy","tag-industrieroboter-traglasten","tag-kr-famulus-geschichte","tag-kr-fortec-ultra","tag-kr-quantec","tag-kuka-umsatz-2025","tag-meistverkaufter-roboter"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4168\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}