{"id":4374,"date":"2026-05-02T07:35:43","date_gmt":"2026-05-02T05:35:43","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=4374"},"modified":"2026-05-02T07:35:43","modified_gmt":"2026-05-02T05:35:43","slug":"vom-schwarzen-quadrat-zum-digitalen-schweizer-messer-die-geschichte-technik-und-zukunft-des-qr-codes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/vom-schwarzen-quadrat-zum-digitalen-schweizer-messer-die-geschichte-technik-und-zukunft-des-qr-codes\/","title":{"rendered":"Vom schwarzen Quadrat zum digitalen Schweizer Messer: Die Geschichte, Technik und Zukunft des QR-Codes"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kleine, quadratische Schwarz-Wei\u00df-Grafik ist aus dem modernen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob auf Werbeplakaten, Speisekarten, Eintrittskarten oder Impfzertifikaten \u2013 der QR-Code verbindet die physische mit der digitalen Welt. Doch was als schn\u00f6de Weiterentwicklung des Strichcodes begann, hat eine \u00fcberraschend vision\u00e4re Entstehungsgeschichte, die tief in der japanischen Unternehmenskultur der 1990er-Jahre verwurzelt ist. Kaum eine andere Erfindung der vergangenen Jahrzehnte zeigt so deutlich, wie eine spezifische Probleml\u00f6sung f\u00fcr eine Fabrikhalle den gesamten Globus erobern kann, wenn die Bedingungen stimmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geburtsstunde: Eine Problemstellung aus der Fabrikhalle<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des QR-Codes beginnt nicht in einem Startup-Inkubator im Silicon Valley, sondern in der Entwicklungsabteilung des japanischen Automobilzulieferers&nbsp;<strong>Denso Wave<\/strong>, einer Tochter des Toyota-Konzerns. Mitte der 1990er-Jahre stand das Unternehmen vor einem logistischen Problem, das die Produktion zunehmend ausbremste. Die in der Automobilproduktion verwendeten Strichcodes (Barcodes) stie\u00dfen an ihre Grenzen. Sie konnten nur etwa 20 alphanumerische Zeichen speichern, und in der betrieblichen Praxis mussten Mitarbeiter mitunter \u00fcber 1.000 Barcodes pro Tag scannen \u2013 eine ineffiziente und fehleranf\u00e4llige T\u00e4tigkeit, die dem eigentlichen Ziel der Arbeitserleichterung zuwiderlief<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kam ein struktureller Wandel: Die Industrie bewegte sich weg von der Massenproduktion eines Produkttyps hin zu flexibleren Fertigungsmethoden mit zunehmend kleineren Bauteilen und h\u00f6heren Anforderungen an die Produktionskontrolle<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Alphabet-Latein-Lastigkeit herk\u00f6mmlicher Barcodes erwies sich insbesondere in Japan als problematisch, denn die logografischen chinesischen Schriftzeichen (Kanji) lie\u00dfen sich mit der bestehenden Technik nicht ohne Weiteres kodieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der damalige Entwickler&nbsp;<strong>Masahiro Hara<\/strong>, der zuvor an Barcode-Scannern und optischer Zeichenerkennung (OCR) gearbeitet hatte, erhielt 1992 von den Produktionsst\u00e4tten den Auftrag, eine schnellere und leistungsf\u00e4higere L\u00f6sung zu entwickeln<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Anfangs versuchte Hara, das Problem durch die Verbesserung bestehender Barcode-Scanner zu beheben, doch er erkannte schnell die grunds\u00e4tzlichen Beschr\u00e4nkungen des eindimensionalen Systems<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Gemeinsam mit seinen Teammitgliedern&nbsp;<strong>Takayuki Nagaya, Motoaki Watabe, Tadao Nojiri und Yuji Uchiyama<\/strong>&nbsp;begann er mit der Entwicklung eines v\u00f6llig neuen 2D-Codesystems<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die technische Kernherausforderung: Von der Idee zur Positionserkennung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde bei der Entwicklung eines 2D-Codes war nicht die Speicherkapazit\u00e4t, sondern die&nbsp;<strong>Lesegeschwindigkeit<\/strong>. W\u00e4hrend ein eindimensionaler Barcode in einer eindeutigen Richtung gelesen werden kann, muss ein Scanner bei einer zweidimensionalen Matrix erst einmal erkennen, wo der Code \u00fcberhaupt beginnt und endet, in welcher Ausrichtung er vorliegt und ob perspektivische Verzerrungen vorliegen<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende L\u00f6sung fand Hara eines Tages bei einem Spiel in der Mittagspause: dem traditionellen japanischen Brettspiel&nbsp;<strong>Go<\/strong>. Auf dem Go-Brett sind die Spielsteine in einem quadratischen Raster angeordnet \u2013 eine Struktur, die sich hervorragend f\u00fcr eine zweidimensionale Informationsdarstellung eignet<a href=\"https:\/\/open.prodir.com\/de\/2021\/06\/alles-begann-mit-einem-spiel-die-geschichte-des-qr-codes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Allerdings reichte die reine Anlehnung an das Spielbrett nicht aus. Denso Wave schreibt auf seiner Website, dass Haras Team mit einem intensiven Verfahren ermittelte, welches Schwarz-Wei\u00df-Muster am seltensten auf Drucksachen wie Prospekten und Wellpappe vorkommt<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Das Ergebnis war das charakteristische&nbsp;<strong>Positionserkennungsmuster<\/strong>&nbsp;(Position Detection Pattern) mit dem Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis&nbsp;<strong>1:1:3:1:1<\/strong>&nbsp;in den drei Ecken des QR-Codes<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dieses Verh\u00e4ltnis gew\u00e4hrleistet, dass der Scanner den Code selbst dann sicher erkennt, wenn \u00e4hnliche Muster in der Umgebung vorhanden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vollst\u00e4ndige QR-Code \u2013&nbsp;<strong>Quick Response<\/strong>, also &#8222;schnelle Antwort&#8220; \u2013 wurde im Jahr&nbsp;<strong>1994<\/strong>&nbsp;vorgestellt<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Namensgebung war Programm: Der QR-Code enthielt von Anfang an nicht nur die Daten, sondern auch die Metainformationen f\u00fcr seine eigene Lokalisierung, was eine zehnmal schnellere Erfassung erm\u00f6glichte als damals \u00fcblich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die zugrundeliegenden technischen Prinzipien: Struktur, Fehlerkorrektur und Codierungsmodi<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufbau und Versionen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der QR-Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und wei\u00dfen Quadraten, den sogenannten Modulen. Die Gr\u00f6\u00dfe des Codes wird durch seine Version bestimmt: Version 1 umfasst 21\u00d721 Module, Version 2 hat 25\u00d725, und so weiter bis hin zur maximalen Version 40 mit 177\u00d7177 Modulen. Mit jeder Steigerung der Version w\u00e4chst nicht nur die physische Gr\u00f6\u00dfe, sondern auch die Datenkapazit\u00e4t exponentiell. Je nach Version, Codierungsmodus und Fehlerkorrekturlevel kann ein QR-Code zwischen wenigen zehn Zeichen und \u00fcber 7.000 Zeichen speichern<a href=\"https:\/\/open.prodir.com\/de\/2021\/06\/alles-begann-mit-einem-spiel-die-geschichte-des-qr-codes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Positionserkennung und Ausrichtung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was den QR-Code technisch so robust macht, sind seine integrierten Orientierungsmerkmale:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die drei\u00a0<strong>Positionsmarker<\/strong>\u00a0in den Ecken (oben links, oben rechts, unten links) haben das besondere Seitenverh\u00e4ltnis 1:1:3:1:1. Sie erm\u00f6glichen es dem Scanner, die Lage des Codes unabh\u00e4ngig von Rotation oder Verzerrung zu erkennen<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein vierter, kleinerer Marker in der unteren rechten Ecke dient dem\u00a0<strong>Ausgleich perspektivischer Verzerrungen<\/strong>\u00a0\u2013 etwa wenn ein Code schr\u00e4g von der Seite fotografiert wird<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/qr-codes,299822,2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein etwa vier Module breiter wei\u00dfer Rand (die &#8222;Ruhezone&#8220;) grenzt den QR-Code von seiner Umgebung ab, damit der Scanner ihn eindeutig lokalisieren kann<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/qr-codes,299822,2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Zus\u00e4tzlich dienen synchronisations- und timingmuster aus abwechselnd schwarzen und wei\u00dfen Modulen der exakten Positionsbestimmung innerhalb der gesamten Matrix.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehlerkorrektur: Das Reed-Solomon-Verfahren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine besondere Meisterleistung ist die eingebaute Fehlerkorrektur. Der QR-Code nutzt das&nbsp;<strong>Reed-Solomon-Verfahren<\/strong>&nbsp;\u2013 eine mathematische Methode, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr die Kommunikation mit k\u00fcnstlichen Satelliten und Planetensonden entwickelt wurde und auch bei Audio-CDs f\u00fcr die Fehlerkorrektur eingesetzt wird<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es stehen vier Fehlerkorrektur-Level zur Auswahl, die gestaffelte Wiederherstellungsraten bieten<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Level L<\/strong>\u00a0(Low): ca. 7 % Wiederherstellung \u2013 geeignet f\u00fcr saubere Umgebungen mit gro\u00dfen Datenmengen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Level M<\/strong>\u00a0(Medium): ca. 15 % Wiederherstellung \u2013 der am h\u00e4ufigsten eingesetzte Standard<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Level Q<\/strong>\u00a0(Quality): ca. 25 % Wiederherstellung \u2013 etwa f\u00fcr Fabrikumgebungen mit Verschmutzungsrisiko<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Level H<\/strong>\u00a0(High): ca. 30 % Wiederherstellung \u2013 maximale Robustheit auf Kosten der Datenkapazit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Fehlerkorrektur ist nicht nur f\u00fcr den Einsatz in schmutzigen Fabrikhallen konzipiert, sondern bietet auch eine \u00e4sthetische Flexibilit\u00e4t: Bis zu 30 Prozent der Codefl\u00e4che k\u00f6nnen \u00fcberdeckt oder durch Logos, Grafiken oder k\u00fcnstlerische Elemente ersetzt werden, solange die Korrekturf\u00e4higkeit des gew\u00e4hlten Levels dies zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein interessantes Detail der Reed-Solomon-Implementierung ist, dass doppelt so viele Korrektur-Codew\u00f6rter ben\u00f6tigt werden, wie wiederhergestellt werden sollen. Ben\u00f6tigt man beispielsweise die Wiederherstellung von 50 Codew\u00f6rtern, sind 100 Codew\u00f6rter an Reed-Solomon-Daten erforderlich \u2013 eine Tatsache, die die platzeffiziente Gestaltung von QR-Codes vor besondere Herausforderungen stellt<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Codierungsmodi: Die Verarbeitung unterschiedlicher Zeichensysteme<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der QR-Code unterst\u00fctzt verschiedene&nbsp;<strong>Codierungsmodi<\/strong>, die je nach Datenart optimiert sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Numerischer Modus<\/strong>: F\u00fcr reine Ziffernfolgen \u2013 die kompakteste Codierung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Alphanumerischer Modus<\/strong>: F\u00fcr Ziffern, Gro\u00dfbuchstaben und einige Sonderzeichen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Byte-Modus<\/strong>: F\u00fcr beliebige 8-Bit-Bytes, einschlie\u00dflich Text in verschiedenen Kodierungen wie UTF-8.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kanji-Modus<\/strong>: Die besondere St\u00e4rke des QR-Codes: die effiziente Codierung japanischer Schriftzeichen, die urspr\u00fcnglich einer der treibenden Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entwicklung war<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>ECI-Modus<\/strong>\u00a0(Extended Channel Interpretation): Erm\u00f6glicht die Nutzung weiterer Zeichens\u00e4tze und Kodierungen \u00fcber die Grundfunktionen hinaus.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kodierungssoftware w\u00e4hlt selbstt\u00e4tig den optimalen Modus aus, um die Daten so platzsparend wie m\u00f6glich unterzubringen \u2013 ein Prozess, den moderne QR-Code-Generatoren vollautomatisch durchf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der entscheidende Pioniergeist: Die Offenlegung des Patents<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vielleicht entscheidendste Punkt f\u00fcr den sp\u00e4teren Siegeszug des QR-Codes liegt nicht in seiner technischen Brillanz, sondern in einer bewussten unternehmerischen Entscheidung: Denso Wave entschied sich, sein Patent an der Technologie&nbsp;<strong>nicht strikt durchzusetzen<\/strong>. Obwohl das Unternehmen die Patentrechte h\u00e4lt, erkl\u00e4rte es die Nutzung der Technologie faktisch f\u00fcr frei. Auf der offiziellen Website des Unternehmens hei\u00dft es heute noch:&nbsp;<em>&#8222;Die Nutzung des QR-Codes erfordert keine besondere Genehmigung. Solange die JIS\/ISO-Spezifikationen eingehalten werden, kann jeder QR-Codes erstellen und nutzen&#8220;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Masahiro Hara selbst betonte in sp\u00e4teren Interviews mehrfach, dass der Code so weit verbreitet werden sollte, dass er den Menschen im Alltag helfen k\u00f6nne. Dies geschah nicht etwa aus Naivit\u00e4t, sondern aus einer strategischen \u00dcberlegung heraus: QR-Codes sollten als&nbsp;<strong>\u00f6ffentliches Gut<\/strong>&nbsp;etabliert werden, das von der breiten Akzeptanz lebt<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/posts\/sudeep-sagar-uppal-a203b276_in-1994-a-japanese-engineer-named-masahiro-activity-7381727013369307136-0LVs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gro\u00dfz\u00fcgigkeit beinhaltete jedoch eine bemerkenswerte Einschr\u00e4nkung: Obwohl die Nutzung des QR-Codes selbst frei war, behielt Denso Wave sich die Rechte an dem&nbsp;<strong>Wortmarkenbegriff &#8222;QR-Code&#8220;<\/strong>&nbsp;vor. Technisch gesehen ist die korrekte Bezeichnung der Technologie daher &#8222;QR-Code&#8220; (mit gesch\u00fctztem Markenzeichen), w\u00e4hrend der Oberbegriff &#8222;2D-Code&#8220; oder &#8222;Matrixcode&#8220; f\u00fcr frei verwendbare Alternativen steht. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich diese Feinheit jedoch l\u00e4ngst verwischt \u2013 ein Beleg f\u00fcr den enormen Markenerfolg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Standardisierung des QR-Codes als&nbsp;<strong>ISO\/IEC 18004<\/strong>&nbsp;wurde die Technologie auch formal zu einem international anerkannten Standard. Diese Norm definiert alle relevanten Parameter: die Symbolcharakteristiken, die Datenkodierungsverfahren, Symbolformate, Fehlerkorrekturregeln und Referenzdecodierungsalgorithmen. Eine ausdr\u00fcckliche Lizenzierung ist seither weder erforderlich noch vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die lange Reise in den Alltag: Adoption und Verbreitungskurve<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz seiner technischen \u00dcberlegenheit dauerte es fast zwei Jahrzehnte, bis der QR-Code den Sprung aus der industriellen Nische in den Massenmarkt schaffte. In Japan selbst war er bereits Anfang der 2000er-Jahre weit verbreitet: 2002 begannen japanische Mobilfunkhersteller, ihre Telefone mit QR-Code-Scannern auszustatten. Zehn Jahre sp\u00e4ter gaben etwa&nbsp;<strong>85 % der Japaner<\/strong>&nbsp;an, regelm\u00e4\u00dfig QR-Codes zu nutzen<a href=\"https:\/\/api.crossref.org\/works\/10.15358\/1613-0669-2012-3-52\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In Japan fand der QR-Code seinen Weg auf Werbetafeln, Busse, Zeitungen, Visitenkarten, T-Shirts und sogar Kaffeebecher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa und den USA hingegen scheiterte die fr\u00fche Einf\u00fchrung oft an der Technologie: Man ben\u00f6tigte eine separate App zum Scannen, was eine hohe Einstiegsh\u00fcrde darstellte. Eine Studie der Hamburg Media School von 2012 attestierte dem QR-Code in Deutschland eine eher z\u00f6gerliche Verbreitung \u2013 trotz rasant steigender Smartphone-Zahlen<a href=\"https:\/\/api.crossref.org\/works\/10.15358\/1613-0669-2012-3-52\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Wendepunkt: Die Integration in Smartphone-Kameras<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Durchbruch kam mit der Integration der Scan-Funktion direkt in die Smartphone-Kameras. Den Ansto\u00df gab&nbsp;<strong>iOS 11 im Jahr 2017<\/strong>, als Apple die native QR-Code-Erkennung in der hauseigenen Kamera-App einf\u00fchrte<a href=\"https:\/\/thehackernews.com\/2018\/03\/ios-qr-code-camera.html?m=1&amp;template=VERTICAL_LINES\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ab diesem Zeitpunkt reichte es aus, die Kamera auf einen Code zu richten, um eine Benachrichtigung mit dem dahinterstehenden Link zu erhalten \u2013 ohne zus\u00e4tzliche Software. Android folgte mit \u00e4hnlichen Funktionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklung enthielt auf den ersten Blick einen bemerkenswerten Widerspruch: Gerade als QR-Codes f\u00fcr die breite Masse zug\u00e4nglich wurden, trat ein&nbsp;<strong>Sicherheitsproblem<\/strong>&nbsp;zutage, das bis heute nicht vollst\u00e4ndig gel\u00f6st ist. Der Sicherheitsforscher Roman M\u00fcller entdeckte 2018 eine Schwachstelle im QR-Code-Parser von iOS 11: Der Parser erkannte manipulierte URLs nicht korrekt und zeigte dem Nutzer einen anderen Hostnamen an, als tats\u00e4chlich im Code steckte. Ein Angreifer konnte so einen Code erstellen, der in der Vorschau &#8222;<a href=\"https:\/\/facebook.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">facebook.com<\/a>&#8220;&nbsp;anzeigte, den Nutzer aber tats\u00e4chlich auf eine sch\u00e4dliche Website umleitete<a href=\"https:\/\/thehackernews.com\/2018\/03\/ios-qr-code-camera.html?m=1&amp;template=VERTICAL_LINES\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Apple behob diesen spezifischen Bug zwar im Laufe der Zeit, das grundlegende Problem blieb jedoch bestehen:&nbsp;<strong>Ein QR-Code verr\u00e4t seinem Betrachter nicht, wohin er f\u00fchrt<\/strong>. Erst nach dem Scannen und \u00d6ffnen des Links wird erkennbar, ob die Zielseite vertrauensw\u00fcrdig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Renaissance in der Krise: Der QR-Code als Pandemie-Held<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfte Bew\u00e4hrungsprobe und der endg\u00fcltige Triumph des QR-Codes kam mit der&nbsp;<strong>Covid-19-Pandemie ab 2020<\/strong>. In einer Welt, die pl\u00f6tzlich kontaktlos agieren musste, wurde der QR-Code zum Helfer in der Not: der Gastronomie (digitale Speisekarten, Kontaktdatenerfassung), dem Einzelhandel (kontaktloses Bezahlen) und dem \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen (Nachverfolgung von Kontakten, Impfzertifikate). Was jahrelang als umst\u00e4ndliche Technologie bel\u00e4chelt wurde, wurde \u00fcber Nacht zur sozialen Notwendigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen belegen diesen massiven Anstieg: Die Nutzung von QR-Codes stieg von 2021 bis 2023 weltweit um beeindruckende&nbsp;<strong>323 %<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Bis 2025 rechnete Business Insider mit etwa 99,5 Millionen Smartphone-Nutzern allein in den USA, die regelm\u00e4\u00dfig QR-Codes scannen<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In Branchen wie Marketing, Finanzen und Gesundheitswesen setzten Unternehmen das Werkzeug nun fl\u00e4chendeckend ein<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pandemiebeschleunigung f\u00fchrte jedoch auch zu einer verst\u00e4rkten Nutzung von QR-Codes in sensiblen Bereichen: Bankgesch\u00e4fte, mobile Zahlungen und Zugangsdaten f\u00fcr Gesch\u00e4ftskonten wurden nun vermehrt \u00fcber QR-Codes abgewickelt \u2013 ein gefundenes Fressen f\u00fcr Cyberkriminelle.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die dunkle Seite der schwarzen Quadrate: Quishing und Sicherheitsrisiken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technische Unsichtbarkeit des QR-Code-Ziels ist seine gr\u00f6\u00dfte Sicherheitsl\u00fccke. Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft&nbsp;<strong>Quishing (QR-Code-Phishing)<\/strong>&nbsp;inzwischen als&nbsp;<strong>akute Bedrohung<\/strong>&nbsp;ein. Bei dieser Betrugsmasche platzieren Kriminelle manipulierte QR-Codes \u2013 etwa auf Aufklebern, die \u00fcber echte Codes geklebt werden, in gef\u00e4lschten E-Mails von Banken oder an Parkautomaten<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Abonnements\/Newsletter\/Buerger-CERT-Abos\/Newsletter-Einfach-Cybersicher\/Einfach_Cybersicher_260401\/_documents\/Basics_3_Quishing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Opfer werden auf t\u00e4uschend echt nachgebaute Anmeldeseiten weitergeleitet, wo sie ihre Zugangsdaten preisgeben<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Abonnements\/Newsletter\/Buerger-CERT-Abos\/Newsletter-Einfach-Cybersicher\/Einfach_Cybersicher_260401\/_documents\/Basics_3_Quishing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngste Entwicklung dieser Betrugsform ist besonders perfide: Angreifer nutzen inzwischen&nbsp;<strong>KI-generierte Nachrichten<\/strong>, die typische Rechtschreib- und Grammatikfehler eliminieren und den Anschein von Authentizit\u00e4t perfektionieren<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Abonnements\/Newsletter\/Buerger-CERT-Abos\/Newsletter-Einfach-Cybersicher\/Einfach_Cybersicher_260401\/_documents\/Basics_3_Quishing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Klassische Warnsignale, die Nutzer fr\u00fcher als solche erkennen konnten, fallen zunehmend weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BSI empfiehlt daher als zentrale Schutzma\u00dfnahmen: QR-Codes grunds\u00e4tzlich zu hinterfragen, die angezeigte URL vor dem \u00d6ffnen genau zu \u00fcberpr\u00fcfen und, wenn m\u00f6glich, den Zielort manuell in die Adresszeile des Browsers einzugeben<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Abonnements\/Newsletter\/Buerger-CERT-Abos\/Newsletter-Einfach-Cybersicher\/Einfach_Cybersicher_260401\/_documents\/Basics_3_Quishing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sicherheitssoftware-Anbieter wie McAfee bringen inzwischen Echtzeit-Pr\u00fcfungen f\u00fcr QR-Codes auf den Markt, die vor dem \u00d6ffnen pr\u00fcfen, ob ein Link sicher ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gegenwart und Zukunft: Wohin entwickelt sich die Technologie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der QR-Code ist heute l\u00e4ngst mehr als ein reiner Datentr\u00e4ger. Er entwickelt sich zu einem&nbsp;<strong>Interface f\u00fcr komplexe Transaktionen<\/strong>&nbsp;und zu einem gestalterischen Element.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Farben und Design<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klassische Schwarz-Wei\u00df-\u00c4sthetik weicht zunehmend farbigen, kreativen Varianten. Farben werden in modernen QR-Codes genutzt, um die Integration in Markendesigns zu verbessern, ohne die Lesbarkeit zu beeintr\u00e4chtigen. Farbverl\u00e4ufe verleihen dem Code Tiefe und Dimension, m\u00fcssen aber sorgf\u00e4ltig ausgef\u00fchrt werden, um die Scan-Funktionalit\u00e4t nicht zu gef\u00e4hrden. Abgerundete Module lassen die Codes freundlicher und zug\u00e4nglicher wirken, was insbesondere in Lifestyle-Marken und der Hotellerie gut ankommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch technisch geht die Entwicklung weiter: Die Forschung arbeitet an&nbsp;<strong>farbigen QR-Codes mit h\u00f6herer Datendichte<\/strong>, die \u00fcber die reine Schwarz-Wei\u00df-Unterscheidung hinausgehen und zus\u00e4tzliche Farbinformationen nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Abl\u00f6sung des klassischen Barcodes: Sunrise 2027<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der einschneidendsten Ver\u00e4nderungen steht ab 2027 bevor. Unter dem Namen&nbsp;<strong>&#8222;Sunrise 2027&#8220;<\/strong>&nbsp;hat die internationale Standardisierungsorganisation GS1 ein langfristiges Projekt initiiert, um den klassischen, 12-stelligen eindimensionalen Strichcode schrittweise durch 2D-Codes zu ersetzen, die in ihrer Struktur QR-Codes \u00e4hneln. Diese Entwicklung betrifft nahezu jedes verpackte Produkt im Einzelhandel weltweit \u2013 von der Konservendose bis zum Elektronikartikel. Die neue Generation von Codes kann nicht nur mehr Informationen speichern (etwa Chargennummern, Verfallsdaten oder detaillierte Produktinformationen), sondern ist auch wesentlich widerstandsf\u00e4higer gegen Besch\u00e4digungen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SQRC und segmentierte Codes<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denso Wave entwickelte bereits den&nbsp;<strong>Secure QR Code (SQRC)<\/strong>&nbsp;, der eine \u00f6ffentlich lesbare und eine verschl\u00fcsselte, nur f\u00fcr autorisierte Leseger\u00e4te zug\u00e4ngliche Informationsebene besitzt<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Weitere Varianten wie der platzsparendere&nbsp;<strong>Micro-QR-Code<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;oder der rechteckige&nbsp;<strong>iQR-Code<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;sind technisch ausgereift, haben sich im Massenmarkt aber bisher nicht durchgesetzt \u2013 ein Beleg daf\u00fcr, dass der klassische QR-Code in seiner Kompaktheit und Einfachheit kaum zu \u00fcbertreffen ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anwendungsstatistik heute<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine aktuelle Analyse der weltweit meistgenutzten QR-Code-L\u00f6sungen zeigt ein klares Bild: URLs f\u00fchren mit&nbsp;<strong>47,68 %<\/strong>&nbsp;aller Anwendungen, gefolgt von Dateifreigaben (23,71 %) und digitalen Visitenkarten (vCard) mit 13,08 %<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Dominanz der URL-Anwendungen unterstreicht die Hauptfunktion des QR-Codes als Br\u00fccke zwischen Offline- und Online-Welten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einordnung und Fazit: Eine historische Z\u00e4sur im Verborgenen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der QR-Code ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die Kraft von robustem, durchdachtem Design, gepaart mit einer klugen Verbreitungsstrategie. Er wurde in der industriellen Praxis geboren, durch einen Akt der technologischen Gro\u00dfz\u00fcgigkeit verbreitet, durch eine globale Krise gesellschaftlich &#8222;geh\u00e4rtet&#8220; und ist heute auf dem Weg, das allt\u00e4gliche Zahlungs- und Informationsmedium zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer \u00c4ra, in der Patente und geistiges Eigentum oft erbittert verteidigt werden, steht die Geschichte des QR-Codes als leuchtendes Gegenbeispiel. Die bewusste Entscheidung, eine zukunftstr\u00e4chtige Technologie nicht zu privatisieren, sondern als \u00f6ffentliches Gut nutzbar zu machen, hat den QR-Code zu dem gemacht, was er heute ist: eine demokratische Technologie, die von jedem genutzt werden kann \u2013 vom multinationalen Konzern bis zum Stra\u00dfenverk\u00e4ufer, der seinen Zahlungs-QR-Code neben die Obstkisten h\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kosten dieser Offenheit allerdings tragen heute die Nutzer. Solange ein QR-Code sein Ziel nicht preisgibt, solange Scannen eine Vertrauenshandlung bleibt, wird die Technologie anf\u00e4llig f\u00fcr Missbrauch bleiben. Die Industrie ist gefordert, Sicherheitsl\u00f6sungen zu entwickeln, die mit dem wachsenden Einsatz von QR-Codes in sensiblen Bereichen Schritt halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der QR-Code lehrt uns, dass die besten Innovationen oft diejenigen sind, die so selbstverst\u00e4ndlich im Hintergrund funktionieren, dass sie erst dann auffallen, wenn sie nicht mehr da sind. Und vielleicht lehrt er uns auch, dass der gro\u00dfz\u00fcgigste Akt eines Erfinders manchmal darin besteht, seine Erfindung einfach gehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Denso Wave Incorporated:\u00a0<em>QR Code development story\uff5cTechnologies<\/em>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.denso-wave.com\/en\/technology\/vol1.html?trk=article-ssr-frontend-pulse_little-text-block\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Denso Wave:\u00a0<em>Error Correction Feature<\/em>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.qrcode.com\/en\/about\/error_correction.html\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):\u00a0<em>KI-gest\u00fctzte QR-Code-Betr\u00fcgereien<\/em>, B\u00fcrger-CERT Newsletter, 01. April 2026,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bsi.bund.de<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Abonnements\/Newsletter\/Buerger-CERT-Abos\/Newsletter-Einfach-Cybersicher\/Einfach_Cybersicher_260401\/_documents\/Basics_3_Quishing.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>QR Tiger:\u00a0*2025 Globale QR-Code-Trends und Statistikbericht*,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.qrcode-tiger.com\/de\/qr-code-trend\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/brand-feuer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Brand-Feuer.de<\/a>:\u00a0<em>QR-Code: Unterschied zwischen den Versionen<\/em>, Version vom 5. September 2025,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.brand-feuer.de<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.brand-feuer.de\/index.php?title=QR-Code&amp;curid=12532&amp;diff=117012&amp;oldid=116406\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Prodir:\u00a0<em>Alles begann mit einem Spiel: Die Geschichte des QR Codes<\/em>, 15. Juni 2021,\u00a0<a href=\"https:\/\/open.prodir.com\/de\/2021\/06\/alles-begann-mit-einem-spiel-die-geschichte-des-qr-codes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/open.prodir.com\/de\/2021\/06\/alles-begann-mit-einem-spiel-die-geschichte-des-qr-codes\/<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/open.prodir.com\/de\/2021\/06\/alles-begann-mit-einem-spiel-die-geschichte-des-qr-codes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>The Hacker News:\u00a0<em>QR Code Bug in Apple iOS 11 Could Lead You to Malicious Sites<\/em>, 28. M\u00e4rz 2018,\u00a0<a href=\"https:\/\/thehackernews.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/thehackernews.com<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/thehackernews.com\/2018\/03\/ios-qr-code-camera.html?m=1&amp;template=VERTICAL_LINES\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>ChannelPartner:\u00a0<em>Geheimnisvolle Quadrate: QR-Codes<\/em>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/qr-codes,299822,2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/qr-codes,299822,2<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/www.channelpartner.de\/a\/qr-codes,299822,2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>ISO\/IEC 18004:2024 &#8211;\u00a0<em>QR code bar code symbology specification<\/em>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.iso.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.iso.org<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<\/li>\n\n\n\n<li>HereLabel:\u00a0<em>Die Entwicklungsgeschichte des QR-Codes<\/em>,\u00a0<a href=\"https:\/\/hm.hprt.com\/help\/245\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/hm.hprt.com\/help\/245\/<\/a>\u00a0(abgerufen: 29. April 2026)<a href=\"https:\/\/hm.hprt.com\/help\/245\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kleine, quadratische Schwarz-Wei\u00df-Grafik ist aus dem modernen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob auf Werbeplakaten, Speisekarten, Eintrittskarten oder Impfzertifikaten \u2013 der QR-Code verbindet die physische mit der digitalen Welt. Doch was als schn\u00f6de Weiterentwicklung des Strichcodes begann, hat eine \u00fcberraschend vision\u00e4re Entstehungsgeschichte, die tief in der japanischen Unternehmenskultur der 1990er-Jahre verwurzelt ist. 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