{"id":4832,"date":"2026-09-27T06:10:00","date_gmt":"2026-09-27T04:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=4832"},"modified":"2026-09-27T06:10:00","modified_gmt":"2026-09-27T04:10:00","slug":"gigantomanie-aus-beton-und-stahl-die-technische-vision-der-welthauptstadt-germania","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/gigantomanie-aus-beton-und-stahl-die-technische-vision-der-welthauptstadt-germania\/","title":{"rendered":"Gigantomanie aus Beton und Stahl: Die technische Vision der \u201eWelthauptstadt Germania\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 1936 erhielt Albert Speer von Adolf Hitler den Auftrag, mit der Neugestaltung Berlins zur \u201eWelthauptstadt Germania\u201c zu beginnen<a href=\"https:\/\/www.stadtschnellbahn-berlin.de\/geschichte\/germania\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Was folgte, war eine der ambitioniertesten \u2013 und technisch herausforderndsten \u2013 Stadtplanungsvisionen des 20. Jahrhunderts. Anders als h\u00e4ufig angenommen, verwendete Hitler die beiden W\u00f6rter \u201eWelthauptstadt Germania\u201c nie gemeinsam; er sprach entweder von der \u201eReichshauptstadt\u201c oder von \u201eGermania\u201c. Der Begriff entstand erst in der Nachkriegszeit, um die gigantomanischen Dimensionen der Planungen zu kennzeichnen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Welthauptstadt_Germania\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nachfolgende Darstellung konzentriert sich ausschlie\u00dflich auf die technischen, architektonischen und st\u00e4dtebaulichen Aspekte der Planungen \u2013 die Bauwerke, Verkehrsinfrastrukturen und ingenieurtechnischen Herausforderungen, die zwischen 1937 und 1943 erarbeitet wurden. Von den umfangreichen Konzepten wurde nur ein kleiner Teil realisiert, darunter der Ausbau der Ost-West-Achse und die Verbreiterung der Charlottenburger Chaussee (heute Stra\u00dfe des 17. Juni)<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Germania_(city)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil der Planungen blieb aufgrund des Kriegsverlaufs unvollendet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Achsenkreuz: Nord-S\u00fcd-Achse und Ost-West-Achse<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herzst\u00fcck der Germania-Planungen war ein monumentales Achsenkreuz, das Berlin durchziehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Nord-S\u00fcd-Achse<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nord-S\u00fcd-Achse war als 40 Kilometer lange Verkehrsachse konzipiert. Ihr Kernst\u00fcck bildete eine etwa sechs bis sieben Kilometer lange und 120 Meter breite Prachtstra\u00dfe, die vom heutigen Nordbahnhof bis zum Bahnhof S\u00fcdkreuz verlaufen sollte. Diese Dimension \u00fcbertrifft selbst die breitesten Prachtboulevards europ\u00e4ischer Hauptst\u00e4dte um ein Vielfaches \u2013 die Pariser Champs-\u00c9lys\u00e9es sind beispielsweise nur etwa 70 Meter breit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An ihrem n\u00f6rdlichen Ende war die Gro\u00dfe Halle geplant, am s\u00fcdlichen Ende ein Triumphbogen von noch nie dagewesenen Ausma\u00dfen. Die Achse sollte die Spree auf H\u00f6he des heutigen Hauptbahnhofs queren, wof\u00fcr eine Umleitung des Flusslaufs vorgesehen war<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Sie kreuzte die Ost-West-Achse im Bereich des Gro\u00dfen Tiergartens.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Ost-West-Achse<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ost-West-Achse wurde bereits teilweise realisiert. Sie sollte eine L\u00e4nge von etwa 50 Kilometern erreichen und von Wustermark im Westen bis in den Osten Berlins f\u00fchren. Die Charlottenburger Chaussee wurde im Zuge dieser Planungen von November 1937 bis April 1939 auf eine Breite von 50 Metern aufgeweitet. An ihrem \u00f6stlichen Ende befand sich das Brandenburger Tor, das in die monumentale Gesamtanlage integriert werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden Achsen bildeten somit ein riesiges, rechtwinkliges Kreuz, das die Stadt in vier monumentale Quadranten unterteilte. Der Schnittpunkt der Achsen, etwa auf H\u00f6he der heutigen Siegess\u00e4ule, war als zentraler Aufmarschplatz f\u00fcr Massenveranstaltungen vorgesehen. Heute ist die Siegess\u00e4ule das bekannteste noch erhaltene Element dieser Planungen \u2013 allerdings wurde sie im Zuge des Achsenausbaus von ihrem urspr\u00fcnglichen Standort vor dem Reichstag an ihren jetzigen Platz versetzt<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Germania_(city)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die monumentalen Bauwerke<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entlang der Achsen geplanten Geb\u00e4ude \u00fcbertrafen alles, was zuvor in der Bau- und Architekturgeschichte realisiert worden war.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Gro\u00dfe Halle (Volkshalle \/ Ruhmeshalle)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gro\u00dfe Halle war das zentrale und ambitionierteste Bauprojekt der Germania-Planungen. Ihre Dimensionen suchten weltweit ihresgleichen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten architektonischen Parameter dieses Bauwerks zusammen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Parameter<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Planwert<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Vergleichsgr\u00f6\u00dfe<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Grundfl\u00e4che (Sockel)<\/td><td>315 m \u00d7 315 m<\/td><td>\u2248 9,9 ha (\u2248 14 Fu\u00dfballfelder)<\/td><\/tr><tr><td>H\u00f6he (Gesamt)<\/td><td>320 m<\/td><td>\u2248 3-mal so hoch wie der K\u00f6lner Dom<\/td><\/tr><tr><td>Kuppelh\u00f6he<\/td><td>250 m<\/td><td>\u2248 2,5-mal so hoch wie die Freiheitsstatue<\/td><\/tr><tr><td>Innenraumfassungsverm\u00f6gen<\/td><td>150.000\u2013180.000 Personen<\/td><td>\u2248 2,5-mal das Fassungsverm\u00f6gen des Yankee Stadiums<\/td><\/tr><tr><td>Baukosten (gesch\u00e4tzt)<\/td><td>1 Mrd. Reichsmark<\/td><td>\u2248 5,4 Mrd. Euro (kaufkraftbereinigt)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Innenraum der Halle war als \u201eKultraum\u201c und Kongresshalle gedacht und sollte zwischen 150.000 und 180.000 Besuchern Platz bieten<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Beeindruckend ist dabei das Verh\u00e4ltnis von St\u00fctzenfreiheit zu \u00fcberdachter Fl\u00e4che: Wie das r\u00f6mische Pantheon, das Hitler 1938 privat besichtigte und das ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die Gestaltung hatte<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Volkshalle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>, sollte die Kuppel ohne st\u00f6rende Zwischenst\u00fctzen auskommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technischen Herausforderungen waren immens: Eine Kuppel dieser Dimension hatte noch kein Ingenieur zuvor berechnet. Die Belastungen durch Eigengewicht, Wind- und Schneelasten h\u00e4tten neue Konstruktionsprinzipien erfordert. Die Fertigstellung war f\u00fcr das Jahr 1950 vorgesehen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Bereits 1939\u20131941 begann der Abriss des Alsenviertels in Moabit, um Platz f\u00fcr die Halle zu schaffen, und eine Umleitung der Spree wurde vorbereitet<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Triumphbogen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am s\u00fcdlichen Ende der Nord-S\u00fcd-Achse, auf H\u00f6he der heutigen Dudenstra\u00dfe, sollte ein Triumphbogen entstehen, der den Pariser Arc de Triomphe um ein Vielfaches \u00fcbertroffen h\u00e4tte<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Parameter<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Planwert<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Vergleich (Arc de Triomphe)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>H\u00f6he<\/td><td>117 m<\/td><td>49,5 m<\/td><\/tr><tr><td>Breite<\/td><td>170 m<\/td><td>45 m<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entw\u00fcrfe f\u00fcr dieses \u201eBauwerk T\u201c waren 1939 fertiggestellt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Auf dem Bogen sollten die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten verewigt werden<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Die Dimensionen waren derart gigantisch, dass die Fundamente pro St\u00fctze eine Fl\u00e4che von nur etwa 100 m\u00b2 aufwiesen, bei einer Last von 12.650 Tonnen. Daraus ergab sich ein Bodendruck von etwa 1,26 Meganewton pro Quadratmeter \u2013 ein Wert, der den geologischen Gegebenheiten Berlins nur schwer standgehalten h\u00e4tte<a href=\"https:\/\/www.berliner-unterwelten.de\/verein\/forschungsthema-untergrund\/sonderbauten\/schwerbelastungskoerper.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere geplante Hauptbauten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben diesen beiden dominanten Bauwerken waren entlang der Achsen zahlreiche weitere Monumentalbauten vorgesehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>F\u00fchrerpalast<\/strong>: Direkt neben der Gro\u00dfen Halle geplant, mit einem unterirdischen Gang (Cryptoporticus) mit der Halle verbunden<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Volkshalle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Neue Reichskanzlei<\/strong>: Als monumentaler Verwaltungskomplex konzipiert<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wehrtechnische Fakult\u00e4t<\/strong>: Im Grunewald geplant, Rohbau 1937 begonnen\u00a0(heute durch den Teufelsberg \u00fcberdeckt)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reichstagsgeb\u00e4ude<\/strong>: Umfassender Umbau bzw. Neubau vorgesehen<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Oberkommando der Wehrmacht<\/strong>: Repr\u00e4sentativer Verwaltungsbau an der Achse<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Soldatenhalle<\/strong>: Ein weiterer monumentaler Kultbau im Bereich des Tiergartens<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Verkehrsinfrastruktur: Unterirdische Planungen und die Breitspurbahn<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verkehrskonzept f\u00fcr Germania war ebenso ambitioniert wie die Architektur. Es umfasste sowohl oberirdische Prachtstra\u00dfen als auch umfangreiche unterirdische Verkehrsanlagen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterirdische Stra\u00dfentunnel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter dem Achsenkreuz war ein System von Stra\u00dfentunneln geplant, das eine ampelfreie Kreuzung erm\u00f6glicht h\u00e4tte. Drei dieser Tunnel wurden 1938 auf Weisung Speers begonnen: zwei gebogene Einf\u00e4deltunnel (je 90 m L\u00e4nge) f\u00fcr die geplante Nord-S\u00fcd-Achse sowie ein U-Bahn-Tunnel mit 220 m L\u00e4nge f\u00fcr die Linie G zwischen L\u00fcbars und Marienfelde<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bauarbeiten wurden 1941 kriegsbedingt eingestellt; die Tunnel blieben als Stutzen im Rohbauzustand zur\u00fcck und wurden teilweise f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie und als Luftschutzr\u00e4ume genutzt<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Diese Tunnel existieren noch heute unter der Stra\u00dfe des 17. Juni. Das Gesamtvolumen dieser unterirdischen Hohlr\u00e4ume betr\u00e4gt etwa 15 Millionen Liter<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. In den 1960er Jahren wurden sie wiederentdeckt, saniert und erneut verschlossen<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Aktuell pr\u00fcft der Berliner Senat, ob diese Tunnel als Staukan\u00e4le mit Spreewasser geflutet werden k\u00f6nnen \u2013 eine m\u00f6gliche Nachnutzung, die den urspr\u00fcnglichen Planungen v\u00f6llig fremd war<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">S-Bahn- und U-Bahn-Planungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Germania-Planungen sahen eine umfassende Neuordnung des Berliner Schnellbahnnetzes vor:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unterirdische Ost-West-S-Bahn durch Kreuzberg<\/strong>: Diese Strecke sollte zwischen Anhalter und G\u00f6rlitzer Bahnhof unterirdisch durch Kreuzberg gef\u00fchrt werden. Die Baukosten wurden auf etwa 10 Millionen Reichsmark veranschlagt<a href=\"https:\/\/www.stadtschnellbahn-berlin.de\/geschichte\/germania\/owsbahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nord-S\u00fcd-S-Bahn-Tunnel<\/strong>: Bestehend aus dem bereits existierenden Nord-S\u00fcd-Tunnel der S-Bahn, der in das neue Konzept integriert wurde<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zuggruppe K<\/strong>: Diese Linie sollte in K\u00f6nigs Wusterhausen beginnen und bis zum Pl\u00e4nterwald in der heutigen F\u00fchrung der Linie S46 verlaufen<a href=\"https:\/\/www.stadtschnellbahn-berlin.de\/geschichte\/germania\/owsbahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>S21<\/strong>: Der bereits geplante S-Bahntunnel vom Hauptbahnhof zum Potsdamer Platz \u2013 ein Projekt, das bis heute nicht abgeschlossen ist \u2013 hat seine Wurzeln in den Germania-Planungen<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fernbahntunnel<\/strong>: Unter der Nord-S\u00fcd-Achse sollte ein Tunnel f\u00fcr den Fernverkehr verlaufen; Teile dieser Planung wurden sp\u00e4ter f\u00fcr den heutigen Nord-S\u00fcd-Fernbahntunnel genutzt<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die unterirdischen Planungen waren ingenieurtechnisch \u00e4u\u00dferst anspruchsvoll, da sie sowohl die bestehende Bebauung als auch die geologischen Gegebenheiten Berlins ber\u00fccksichtigen mussten. So waren die Baukosten f\u00fcr den Tunnel in der engen Oranienstra\u00dfe besonders hoch<a href=\"https:\/\/www.stadtschnellbahn-berlin.de\/geschichte\/germania\/owsbahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Breitspurbahn \u2013 Die Eisenbahn der Superlative<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Projekt, das Hitler pers\u00f6nlich vorantrieb, war die Breitspurbahn \u2013 eine Eisenbahn mit einer Spurweite von 3.000 Millimetern, mehr als doppelt so breit wie die europ\u00e4ische Normalspur von 1.435 Millimetern<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitspurbahn_(Nationalsozialismus)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technischen Parameter der Breitspurbahn waren beispiellos:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Parameter<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Planwert<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Vergleich (Normalspur)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Spurweite<\/td><td>3.000 mm<\/td><td>1.435 mm<\/td><\/tr><tr><td>Wagenbreite<\/td><td>8.000 mm<\/td><td>\u2248 3.000 mm<\/td><\/tr><tr><td>Wagenh\u00f6he<\/td><td>7.500 mm<\/td><td>\u2248 4.000 mm<\/td><\/tr><tr><td>Zugl\u00e4nge<\/td><td>bis zu 500 m<\/td><td>300\u2013400 m (Standard)<\/td><\/tr><tr><td>Innenraumvolumen (pro Wagen)<\/td><td>ca. 9-fach<\/td><td>Normalspurwagen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Z\u00fcge waren als Doppelstockwagen mit zwei Decks konzipiert und boten dadurch fast neunmal so viel Innenraum wie ein herk\u00f6mmlicher Zug. Die geplante H\u00f6chstgeschwindigkeit f\u00fcr Personenz\u00fcge lag bei 200 km\/h, f\u00fcr G\u00fcterz\u00fcge bei 100 km\/h<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitspurbahn_(Nationalsozialismus)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Planungen f\u00fcr die Breitspurbahn begannen im Mai 1942 und wurden bis in die letzten Kriegstage 1945 fortgesetzt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breitspurbahn_(Nationalsozialismus)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Das vorgesehene Streckennetz war global: Es sollte von Welthauptstadt Germania ausgehend ganz Europa und dar\u00fcber hinaus erschlie\u00dfen \u2013 von Paris \u00fcber Moskau bis nach Indien, von Nordkap bis zum Mittelmeer<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Nazi_broad_gauge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Im S\u00fcdbahnhof von Berlin waren 20 parallele Gleise f\u00fcr die Breitspurbahn vorgesehen \u2013 eine bis heute unerreichte Dimension.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Eingriffe in die bestehende Stadtstruktur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umgestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania h\u00e4tte tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Stadtstruktur bedeutet. Die Bauarbeiten begannen 1938 und wurden noch bis 1943 fortgesetzt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Welthauptstadt_Germania\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffen waren insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Das Alsenviertel in Moabit<\/strong>: Wurde 1939\u20131941 weitgehend abgerissen, um Platz f\u00fcr die Gro\u00dfe Halle zu schaffen<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gro\u00dfe Teile von Kreuzberg und Sch\u00f6neberg<\/strong>: Die Nord-S\u00fcd-Achse h\u00e4tte mitten durch dicht bebaute Arbeiterviertel gef\u00fchrt<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Gro\u00dfe Tiergarten<\/strong>: Die Achse durchschnitt den Park; die Verbreiterung der Stra\u00dfe des 17. Juni auf 50 m Breite war bereits erfolgt<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Germania_(city)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Spreebogen<\/strong>: F\u00fcr die Gro\u00dfe Halle musste der Flusslauf der Spree ver\u00e4ndert werden, was vorbereitend begonnen wurde<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fe_Halle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bereiche in Tempelhof<\/strong>: Der geplante Triumphbogen erforderte umfangreiche Vorarbeiten, darunter den Bau des Schwerbelastungsk\u00f6rpers<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die genauen Zahlen der f\u00fcr die gesamte Umgestaltung vorgesehenen Abrisse sind nur fragmentarisch \u00fcberliefert. Allein f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Achse war der Abriss von rund 18.000 Wohnungen vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die erhaltenen Relikte: Technische Zeugnisse unvollendeter Planungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des Scheiterns des Gesamtprojekts sind einige bauliche Relikte der Germania-Planungen bis heute erhalten. Sie stellen sowohl ingenieurtechnische Zeugnisse dar als auch Mahnmale.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Schwerbelastungsk\u00f6rper in Tempelhof<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schwerbelastungsk\u00f6rper ist das markanteste erhaltene Bauwerk der Germania-Planungen. Er wurde zwischen 1941 und 1942 als zylindrischer Probek\u00f6rper aus unbewehrtem Beton und Stahlbeton errichtet, um die Belastbarkeit des Berliner Untergrunds f\u00fcr den geplanten Triumphbogen zu testen<a href=\"https:\/\/www.berliner-unterwelten.de\/verein\/forschungsthema-untergrund\/sonderbauten\/schwerbelastungskoerper.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technische Daten des Schwerbelastungsk\u00f6rpers:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Parameter<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Wert<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gesamth\u00f6he<\/td><td>32 m<\/td><\/tr><tr><td>\u00dcberirdische H\u00f6he<\/td><td>14 m<\/td><\/tr><tr><td>Tiefe des Fundaments<\/td><td>18,2 m<\/td><\/tr><tr><td>Durchmesser<\/td><td>21 m<\/td><\/tr><tr><td>Gesamtgewicht<\/td><td>12.650 t<\/td><\/tr><tr><td>Bodendruck<\/td><td>1,26 MN\/m\u00b2<\/td><\/tr><tr><td>Baukosten<\/td><td>400.000 RM (\u2248 1,69 Mio. \u20ac heute)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der K\u00f6rper besteht aus einem Fundament mit einem Durchmesser von 11 Metern, das 18,2 Meter tief in den Boden reicht und Messr\u00e4ume f\u00fcr Instrumente zur Setzungsmessung enthielt<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Auf diesem Fundament wurde der 21 Meter breite und 14 Meter hohe Zylinder errichtet<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist die Nachgeschichte: Eine Auswertung der Messungen erfolgte erst nach Kriegsende, Anfang 1948, und wurde unter dem Titel \u201eMammut-Probebelastung am Pilz\u201c ver\u00f6ffentlicht<a href=\"https:\/\/www.berliner-unterwelten.de\/verein\/forschungsthema-untergrund\/sonderbauten\/schwerbelastungskoerper.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Das Bauwerk steht heute unter Denkmalschutz und dient als Informationsort<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwerbelastungsk%C3%B6rper\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Tunnel unter der Stra\u00dfe des 17. Juni<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die drei unter der Stra\u00dfe des 17. Juni erhaltenen Tunnel wurden 1938 begonnen und blieben unvollendet<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Sie umfassen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zwei gebogene Einf\u00e4deltunnel (je 90 m) f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Achse<\/li>\n\n\n\n<li>Einen U-Bahn-Tunnel (220 m) f\u00fcr die Linie G<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Tunnel besitzen ein Gesamtvolumen von etwa 15 Millionen Litern und werden aktuell auf ihre Eignung als Regenwasserspeicher untersucht<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/15-millionen-liter-passen-rein-berlin-will-drei-nazi-tunnel-fluten-68e3a71c89973cba61e831c8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wehrtechnische Fakult\u00e4t \/ Teufelsberg<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wehrtechnische Fakult\u00e4t wurde am 28. November 1937 begonnen, nachdem Hitler den Grundstein gelegt hatte. Das Geb\u00e4ude blieb als Rohbau unvollendet und wurde nach Kriegsende mit rund 26 Millionen Kubikmetern Tr\u00fcmmerschutt zugedeckt<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teufelsberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Der daraus entstandene Tr\u00fcmmerberg erreicht heute eine H\u00f6he von 120,1 Metern und ist nach den Arkenbergen die zweith\u00f6chste Erhebung Berlins<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teufelsberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Die Ruine darunter ist bis heute als Fundament erhalten und seit 2018 steht der Berg als Gesamtanlage unter Denkmalschutz<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Teufelsberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Germania-Planungen stellen ein einzigartiges Zeugnis ingenieurtechnischer Gigantomanie dar. Die Dimensionen der geplanten Bauwerke \u2013 320 m H\u00f6he f\u00fcr die Gro\u00dfe Halle, 170 m Breite f\u00fcr den Triumphbogen, eine Spurweite von 3.000 mm f\u00fcr die Breitspurbahn \u2013 \u00fcbertrafen alles, was zuvor in der Baugeschichte realisiert worden war. Die technischen Herausforderungen, die sich aus diesen Ma\u00dfst\u00e4ben ergaben, waren beispiellos: die Bodenmechanik des Berliner Untergrunds, die Statik der gr\u00f6\u00dften Kuppel der Welt und die Verkehrsinfrastruktur f\u00fcr eine Stadt, die niemals gebaut wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erhaltenen Relikte \u2013 der Schwerbelastungsk\u00f6rper, die drei Tunnel unter der Stra\u00dfe des 17. Juni und der Teufelsberg \u2013 zeugen nicht nur von der ingenieurtechnischen Planungstiefe, sondern auch von den Grenzen technischer Machbarkeit, die selbst unter den Bedingungen eines totalit\u00e4ren Regimes nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwunden werden konnten. Die Messungen am Schwerbelastungsk\u00f6rper, erst 1948 ausgewertet, zeigten letztlich, dass der Berliner Untergrund f\u00fcr derartige Lasten ohne aufwendige Zusatzma\u00dfnahmen nur begrenzt geeignet gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Planungen f\u00fcr Germania wurden nie vollendet. Die Bauarbeiten, die 1938 begannen, wurden 1943 eingestellt<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Germania_(city)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Die unvollendeten Bauwerke und die begonnenen Abrisse blieben als Narben in der Stadtlandschaft zur\u00fcck \u2013 technische Fragmente eines Projekts, dessen Verwirklichung nicht nur ingenieurtechnische, sondern auch menschliche Grenzen gesprengt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bundesarchiv: Albert Speer, Germania-Planung Berlin. Modell \u201eGro\u00dfe Halle\u201c ca. 1939\/1944, Inv.-Nr. 146\u20131986-029-02.<\/li>\n\n\n\n<li>Degebo (Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Bodenmechanik): Mammut-Probebelastung am Pilz. Mitteilungen der Degebo, 1948.<\/li>\n\n\n\n<li>Larsson, L. O.: Albert Speer \u2013 Planung und Utopie. Berlin, 1978.<\/li>\n\n\n\n<li>Speer, Albert: Erinnerungen. Ullstein, Berlin 1969.<\/li>\n\n\n\n<li>Spotts, Frederic: Hitler und die Macht der \u00c4sthetik. Bergisch Gladbach 2009.<\/li>\n\n\n\n<li>Taylor, Robert R.: Die Architektur des Nationalsozialismus. Berlin 1985.<\/li>\n\n\n\n<li>Berliner Unterwelten e.V.: Forschungsthema Untergrund \u2013 Sonderbauten: Schwerbelastungsk\u00f6rper (<a href=\"https:\/\/berliner-unterwelten.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">berliner-unterwelten.de<\/a>).<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/stadtschnellbahn-berlin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtschnellbahn-Berlin.de<\/a>:\u00a0Der (geplante) Umbau Berlins zur Welthauptstadt Germania sowie: Die unterirdische Ost-West-S-Bahn durch Kreuzberg.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Im Sommer 1936 erhielt Albert Speer von Adolf Hitler den Auftrag, mit der Neugestaltung Berlins zur \u201eWelthauptstadt Germania\u201c zu beginnen. Was folgte, war eine der ambitioniertesten \u2013 und technisch herausforderndsten \u2013 Stadtplanungsvisionen des 20. Jahrhunderts. 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