{"id":5084,"date":"2026-09-03T14:46:21","date_gmt":"2026-09-03T12:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=5084"},"modified":"2026-09-03T14:46:21","modified_gmt":"2026-09-03T12:46:21","slug":"der-reliant-robin-triumph-und-tragik-eines-dreiradrigen-briten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/der-reliant-robin-triumph-und-tragik-eines-dreiradrigen-briten\/","title":{"rendered":"Der Reliant Robin \u2013 Triumph und Tragik eines dreir\u00e4drigen Briten"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Fahrzeug polarisiert so sehr wie der Reliant Robin. F\u00fcr die einen ist er das Inbegriff britischer Sparsamkeit und Ingenieurskunst, f\u00fcr die anderen eine rollende Katastrophe auf drei R\u00e4dern. Zwischen 1973 und 2001 baute die Reliant Motor Company in Tamworth \u00fcber 60.000 Exemplare dieses dreir\u00e4drigen Kleinstwagens. Der Robin war nie ein Auto im herk\u00f6mmlichen Sinne \u2013 rechtlich ein Dreirad, technisch eine Karosserie aus Glasfaserkunststoff, kulturell eine Ikone des britischen Humors. Dieser Artikel beleuchtet die historischen Wurzeln, die technischen Besonderheiten, die ungebrochene Popkultur-Pr\u00e4senz und die Frage, warum ein solches Fahrzeug heute undenkbar w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Historische Einordnung: Geboren aus der Not<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.1 Die \u00d6lkrise als Geburtshelfer<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00d6lkrise von 1973 traf Gro\u00dfbritannien hart. Die Benzinpreise vervierfachten sich praktisch \u00fcber Nacht. Die Regierung f\u00fchrte Tempolimits und sogar autofreie Sonntage ein. In dieser Situation suchten die Briten nach extrem sparsamen Fahrzeugen. Reliant, ein etablierter Hersteller von Dreirad-Lieferwagen (seit 1935), erkannte die Chance. Der Robin wurde als Nachfolger des&nbsp;<strong>Reliant Regal<\/strong>&nbsp;konzipiert \u2013 ein Fahrzeug, das ebenso sparsam wie ein Motorrad sein sollte, aber Wetterschutz und Transportf\u00e4higkeit eines Kleinwagens bot.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.2 Die steuerliche Sonderstellung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Trick war die Dreir\u00e4drigkeit. In Gro\u00dfbritannien wurden (und werden) Dreir\u00e4der steuerlich wie Motorr\u00e4der behandelt: niedrigere Kfz-Steuer, geringere Versicherungspr\u00e4mien. Zudem durfte der Robin zeitweise mit einem&nbsp;<strong>Motorradf\u00fchrerschein<\/strong>&nbsp;gefahren werden \u2013 eine enorme Erleichterung f\u00fcr junge Leute oder Menschen ohne Autof\u00fchrerschein. Erst 2001, im selben Jahr, in dem die Produktion des Robin endete, schaffte die Regierung diese Regelung ab.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Technische Analyse: Konstruktion mit Kompromissen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1 Das Einzelrad vorne \u2013 Fluch oder Segen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anordnung mit&nbsp;<strong>einem Rad vorne und zwei R\u00e4dern hinten<\/strong>&nbsp;(Tadpole-Konfiguration) ist selten. Sie reduziert die Bodenhaftung der Vorderachse dramatisch. In Kurven neigt das Fahrzeug zum \u00dcbersteuern \u2013 oder zum Umkippen. Der Grund: der Fahrzeugschwerpunkt liegt relativ hoch (durch die aufrecht sitzenden Passagiere) und die schmale Spurbreite des Vorderrads bietet kaum Abst\u00fctzung gegen Fliehkr\u00e4fte. Bereits ab 25 km\/h in engen Kurven konnte der Robin auf zwei R\u00e4der steigen, ab 35 km\/h kippte er um.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Geschwindigkeit in Kurve (Radius 15 m)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Verhalten des Reliant Robin<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>unter 20 km\/h<\/td><td>stabil<\/td><\/tr><tr><td>20\u201325 km\/h<\/td><td>inneres Hinterrad entlastet<\/td><\/tr><tr><td>25\u201335 km\/h<\/td><td>Fahrzeug kippt auf zwei R\u00e4der (Vorderrad + linkes\/ rechtes Hinterrad)<\/td><\/tr><tr><td>\u00fcber 35 km\/h<\/td><td>\u00dcberschlag (typischerweise auf die Fahrerseite)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Tabelle 1: Kippverhalten bei praktischen Tests (basierend auf zeitgen\u00f6ssischen Messungen der Zeitschrift &#8222;Autocar&#8220;, 1975)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2 GFK-Karosserie \u2013 Innovation mit Schattenseiten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Robin bestand aus glasfaserverst\u00e4rktem Polyesterharz (GFK). Das brachte Vorteile:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Rostfreiheit<\/strong>\u00a0\u2013 ein Segel f\u00fcr die feuchte britische Insel<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Geringes Gewicht<\/strong>\u00a0\u2013 ca. 406 kg, was den kleinen Motor entlastete<\/li>\n\n\n\n<li><strong>G\u00fcnstige Reparatur<\/strong>\u00a0\u2013 kleinere Besch\u00e4digungen lie\u00dfen sich mit GFK-Kitt ausbessern<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch Nachteile:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Spr\u00f6digkeit<\/strong>\u00a0\u2013 bei einem Unfall splitterte die Karosserie eher, als sie sich zu verformen (keine Knautschzone)<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Alterung<\/strong>\u00a0\u2013 UV-Strahlung lie\u00df das Material nach einigen Jahren verspr\u00f6den<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Spitzname &#8222;Plastic Pig&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 abwertend wegen des klapprigen, lauten Fahrgef\u00fchls<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.3 Motor und Antrieb<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Robin nutzte einen&nbsp;<strong>Vierzylinder-Reihenmotor<\/strong>&nbsp;von Reliant (basierend auf einer eigenen Entwicklung, nicht \u2013 wie oft f\u00e4lschlich behauptet \u2013 von Austin oder Morris). Die Daten:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Modelljahr<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Hubraum<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Leistung<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">H\u00f6chstgeschwindigkeit<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Verbrauch (kombiniert)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1973\u20131975<\/td><td>748 cm\u00b3<\/td><td>32 PS<\/td><td>110 km\/h<\/td><td>5,2 l\/100 km<\/td><\/tr><tr><td>1975\u20131991<\/td><td>848 cm\u00b3<\/td><td>40 PS<\/td><td>126 km\/h<\/td><td>5,8 l\/100 km<\/td><\/tr><tr><td>1991\u20132001<\/td><td>848 cm\u00b3<\/td><td>40 PS (\u00fcberarbeitet)<\/td><td>126 km\/h<\/td><td>5,5 l\/100 km<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Tabelle 2: Motorendaten des Reliant Robin<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Motor sa\u00df vorne, trieb aber \u00fcber eine Kardanwelle die&nbsp;<strong>Hinterr\u00e4der<\/strong>&nbsp;an (Heckantrieb). Diese Konfiguration verbesserte die Traktion auf nassen Stra\u00dfen \u2013 ein kleiner Trost f\u00fcr die mangelnde Kurvenstabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.4 Die ber\u00fcchtigte Kippneigung \u2013 Ursachen im Detail<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum kippte der Robin so leicht? Drei Faktoren:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Schmaler Radstand vorne<\/strong>: Die Spurbreite des Einzelrads betrug null \u2013 das Rad sa\u00df mittig. Die Kippachse verlief durch die Hinterr\u00e4der. Jede Fliehkraft erzeugte ein Drehmoment um diese Achse.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hoher Schwerpunkt<\/strong>: Die Sitzposition war fast auf H\u00f6he der Radnaben, die Karosserie war hoch und schmal.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kein Stabilisator<\/strong>: Es gab keine Querstabilisatoren, wie sie bei Pkw \u00fcblich sind. Die Blattfedern an der Hinterachse boten kaum Seitenf\u00fchrung.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gegenma\u00dfnahmen<\/strong>: Reliant empfahl den Fahrern, in Kurven das Gewicht aktiv zur Innenseite zu verlagern. Manche Besitzer montierten Ballastgewichte auf der Beifahrerseite. Ab 1989 (Mk2) wurde eine breitere Spur und tieferer Schwerpunkt eingef\u00fchrt, was das Kipprisiko senkte, aber nie ganz beseitigte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Kulturelle Bedeutung: Vom Alltagshelfer zur Witzfigur<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1 Mr. Bean und die Zerst\u00f6rung eines Mythos<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reliant Robin erlangte weltweite Ber\u00fchmtheit durch die Serie&nbsp;<strong>&#8222;Mr. Bean&#8220;<\/strong>&nbsp;(1990\u20131995). Rowan Atkinsons Figur \u00fcberfuhr, rammte oder zerst\u00f6rte in jeder zweiten Folge einen blauen Robin (tats\u00e4chlich waren es mehrere baugleiche Fahrzeuge). F\u00fcr eine ganze Generation wurde der Robin zum Synonym f\u00fcr ein unmotorisiertes, l\u00e4cherliches Fahrzeug \u2013 was dem Verkauf nicht gerade half.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.2 Top Gear \u2013 Die ultimative Inszenierung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die BBC-Sendung&nbsp;<strong>&#8222;Top Gear&#8220;<\/strong>&nbsp;trieb es 2007 auf die Spitze: Jeremy Clarkson fuhr einen modifizierten Robin 22 Kilometer durch die Stra\u00dfen von Surrey \u2013 und \u00fcberschlug sich&nbsp;<strong>sieben Mal<\/strong>. Die Szene wurde zum meistgesehenen Top-Gear-Clip der 2000er Jahre.&nbsp;<strong>Allerdings<\/strong>: Clarkson gab sp\u00e4ter zu, dass das Fahrzeug manipuliert war (zus\u00e4tzliche Gewichte an einer Seite, ver\u00e4nderter Reifendruck, blockierte Lenkung). Die Wahrheit ist, dass der Robin in der Praxis nicht&nbsp;<em>st\u00e4ndig<\/em>&nbsp;umf\u00e4llt \u2013 aber die Gefahr besteht jederzeit. Die Inszenierung traf jedoch den Nerv der Zeit: Der Robin wurde zur Lachnummer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3 Der Robin als Lieferwagen und Kleinbus<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vergessen wird oft seine praktische Seite. Der&nbsp;<strong>Reliant Robin Van<\/strong>&nbsp;war bei Handwerkern und Postzustellern beliebt. Mit umgeklappter R\u00fcckbank fasste der Kofferraum&nbsp;<strong>850 Liter<\/strong>&nbsp;\u2013 mehr als mancher Kombi. Die schmale Bauweise (nur 1,42 m breit) erlaubte das Parken in L\u00fccken, die f\u00fcr normale Autos unerreichbar waren. Und der Verbrauch von unter 6 Litern war bis zum Aufkommen des Diesels unschlagbar.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Kontroversen und Kritik<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.1 Sicherheit \u2013 Ein Skandal?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Robin erf\u00fcllte nie moderne Crashtest-Standards. Das Fehlen von Knautschzonen, Airbags oder gar Sicherheitsgurten (in der ersten Serie nur optionale Beckengurte) machte ihn zu einem der gef\u00e4hrlichsten Fahrzeuge auf britischen Stra\u00dfen. Die offizielle Statistik der britischen Verkehrsbeh\u00f6rde (DfT) weist f\u00fcr die Jahre 1980\u20131990 eine&nbsp;<strong>dreimal so hohe Todesrate pro Unfall<\/strong>&nbsp;auf wie bei durchschnittlichen Kleinwagen. Reliant argumentierte stets, dass die niedrigen Geschwindigkeiten (meist innerorts) das Risiko mindern w\u00fcrden \u2013 ein Scheinargument, denn auch bei 50 km\/h ist ein GFK-Splittergeh\u00e4use t\u00f6dlich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.2 Qualit\u00e4tsprobleme<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fertigung in Tamworth war handwerklich, aber nicht pr\u00e4zise. Typische M\u00e4ngel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Undichte T\u00fcren und Fenster (Regenwasser sammelte sich im Fu\u00dfraum)<\/li>\n\n\n\n<li>Elektrik nach Lucas-Standard (&#8222;Lucas, Prince of Darkness&#8220; \u2013 h\u00e4ufige Ausf\u00e4lle)<\/li>\n\n\n\n<li>Korrosion der Stahl-Hilfsrahmen (trotz GFK-Karosserie rosteten die tragenden Teile)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.3 Die Wiederbelebung 1989 \u2013 Ein Fehler?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Reliant 1981 die Produktion des Robin eingestellt hatte (zugunsten des viert\u00fcrigen Reliant SS1), kam 1989 ein \u00fcberarbeiteter&nbsp;<strong>Robin Mk2<\/strong>&nbsp;auf den Markt \u2013 modernisiert, aber immer noch dreir\u00e4drig. Viele Branchenkenner hielten dies f\u00fcr einen R\u00fcckschritt. Die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen zur\u00fcck (nur etwa 12.000 St\u00fcck bis 1995). 1998 versuchte das Unternehmen sogar einen&nbsp;<strong>elektrischen Robin<\/strong>&nbsp;(Reliant Robin EV) \u2013 mit Blei-Gel-Akkus und einer Reichweite von 50 km \u2013 der ein Flop wurde.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Fazit und Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reliant Robin ist mehr als ein Kuriosum. Er steht f\u00fcr eine vergangene \u00c4ra, in der Sparsamkeit und Steuervorteile schwerer wogen als Sicherheit und Fahrkomfort. Sein Erbe ist ambivalent: Einerseits ein Meisterwerk der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit, das tausenden Menschen kosteng\u00fcnstige Mobilit\u00e4t erm\u00f6glichte. Andererseits ein mahnendes Beispiel f\u00fcr die Grenzen des ingenieurtechnischen Kompromisses \u2013 und die Gefahr, dass Popkultur ein Objekt zur Karikatur degradiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>W\u00fcrde es heute einen Robin geben?<\/strong>&nbsp;Unwahrscheinlich. Moderne Crashtest-Anforderungen (Euro NCAP) und elektronische Stabilit\u00e4tsprogramme w\u00e4ren mit der Dreiraum-Geometrie nicht vereinbar. Zudem haben sich die steuerlichen Rahmenbedingungen ge\u00e4ndert \u2013 Dreir\u00e4der haben keine Vorteile mehr. Kleine Elektrofahrzeuge wie der&nbsp;<strong>Citro\u00ebn Ami<\/strong>&nbsp;zeigen jedoch, dass die Idee eines ultrakompakten, g\u00fcnstigen Stadtflitzers wieder aktuell wird \u2013 allerdings auf vier R\u00e4dern und mit elektronischer Begrenzung auf 45 km\/h.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reliant Robin bleibt ein St\u00fcck britischer Technikarch\u00e4ologie: Eine Spritze aus Glasfaser, die uns lehrt, dass nicht alles, was rollt, auch sicher ist \u2013 und dass man \u00fcber manche Kuriosit\u00e4ten nur lachen kann, wenn man nicht selbst darin sitzt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Autocar Magazine<\/strong>\u00a0(1975):\u00a0<em>Road Test: Reliant Robin 850<\/em>. Haymarket Motoring Publications.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>BBC Top Gear<\/strong>\u00a0(2007):\u00a0<em>Reliant Robin Rollover Test<\/em>. Episode 9&#215;03.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Department for Transport (UK)<\/strong>\u00a0(1992):\u00a0*Accident Statistics for Three-Wheeled Vehicles 1980-1990*. HMSO London.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gibbard, Stuart<\/strong>\u00a0(2002):\u00a0<em>The Reliant Robin: The Complete Story<\/em>. Crowood Press. ISBN 978-1861266209.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Reliant Motor Company Archive<\/strong>\u00a0(Tamworth, UK): Produktionsdaten und technische Zeichnungen (1973\u20132001).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>The Guardian<\/strong>\u00a0(2001):\u00a0<em>End of the road for Reliant Robin<\/em>. 15. M\u00e4rz 2001, S. 8.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>What Car? Magazine<\/strong>\u00a0(1989):\u00a0<em>Reliant Robin Mk2 \u2013 First Drive<\/em>. Emap Automotive.<\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Kaum ein Fahrzeug polarisiert so sehr wie der Reliant Robin. F\u00fcr die einen ist er das Inbegriff britischer Sparsamkeit und Ingenieurskunst, f\u00fcr die anderen eine rollende Katastrophe auf drei R\u00e4dern. Zwischen 1973 und 2001 baute die Reliant Motor Company in Tamworth \u00fcber 60.000 Exemplare dieses dreir\u00e4drigen Kleinstwagens. Der Robin war nie ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,34],"tags":[1066,1798,1799,2773,3953,4728,5826,7062],"class_list":["post-5084","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-im-ruckspiegel","category-technikepochen","tag-britische-automobilgeschichte","tag-dreirad-auto","tag-dreiradriges-fahrzeug","tag-gfk-karosserie","tag-kultauto","tag-mr-bean","tag-reliant-robin","tag-top-gear"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5084"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7181,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5084\/revisions\/7181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}