{"id":5235,"date":"2026-06-14T05:11:00","date_gmt":"2026-06-14T03:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=5235"},"modified":"2026-06-14T05:11:00","modified_gmt":"2026-06-14T03:11:00","slug":"die-befreiende-lekture-vom-wegnutz-e-reader-zum-selbstbestimmten-begleiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-befreiende-lekture-vom-wegnutz-e-reader-zum-selbstbestimmten-begleiter\/","title":{"rendered":"Die befreiende Lekt\u00fcre: Vom Wegnutz-E-Reader zum selbstbestimmten Begleiter"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was tun mit einem gebrauchten E-Book-Reader, dessen Akku noch h\u00e4lt, dessen Display noch scharf ist \u2013 doch dessen Hersteller l\u00e4ngst keine Updates mehr liefert, dessen Shop sich schloss oder dessen propriet\u00e4re Software einfach nur nervt? Viele Leser kennen das Gef\u00fchl der digitalen Entm\u00fcndigung: Man kauft ein Ger\u00e4t, doch die wahre Kontrolle bleibt beim Hersteller. Genau hier setzt eine Bewegung an, die sich zwischen Elektrotechnik, Digitalkultur und Bastlerethos bewegt. Sie reicht vom simplen Aufspielen alternativer Lese-Software (KOReader) bis hin zum radikalen Selbstbau eines E-Paper-Readers auf ESP32-Basis. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die technischen Hintergr\u00fcnde, die historische Entwicklung und die gegenw\u00e4rtigen M\u00f6glichkeiten, einen E-Book-Reader wirklich zum eigenen Ger\u00e4t zu machen \u2013 egal ob mit L\u00f6tkolben oder nur mit USB-Kabel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Historischer Abriss: Die verpasste Chance der Offenheit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des E-Book-Readers beginnt 2004 mit dem Sony Librie, gefolgt vom Amazon Kindle im Jahr 2007. Von Anfang an verfolgten die Hersteller ein geschlossenes \u00d6kosystem: Hardware, Shop und DRM-gekoppelte Buchformate sollten den Nutzer dauerhaft binden. Doch parallel entstanden Offen-Initiative wie das Open eBook-Format (sp\u00e4ter ePub) und die Open-Source-Lesesoftware FBReader. Die Ger\u00e4te selbst blieben jedoch propriet\u00e4r \u2013 mit wenigen Ausnahmen wie dem fr\u00fchen PocketBook, das eine Linux-Umgebung freigab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Wende brachte die Community. Entwickler wie NiLuJe (Kindle) oder die KOReader-Gruppe begannen, die Firmware zu analysieren. Mit Jailbreaks, Paketmanagern (KUAL f\u00fcr Kindle) und alternativen Launchern entstand eine Parallelwelt. Gleichzeitig entwickelte sich die DIY-Bastelszene: Mit E-Paper-Displays von Waveshare, ESP32-Modulen und SD-Karten lie\u00dfen sich erste minimalistischen Reader selbst bauen. Was einst als exotische Nische begann, ist heute eine ernsthafte Alternative f\u00fcr technisch Interessierte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der pragmatische Weg: Alternative Firmware auf gebrauchten Ger\u00e4ten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die meisten Leser ist der Weg \u00fcber den Erwerb eines g\u00fcnstigen, gebrauchten Readers am sinnvollsten. Ger\u00e4te wie der&nbsp;<strong>PocketBook Basic Lux (2. Gen.)<\/strong>,&nbsp;<strong>Tolino Shine (1.-3. Gen.)<\/strong>&nbsp;oder&nbsp;<strong>Kobo Glo<\/strong>&nbsp;sind auf dem Gebrauchtmarkt (Kleinanzeigen, rebuy) oft f\u00fcr unter 50 \u20ac zu finden. Ihre St\u00e4rken:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Modell<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Typischer Preis (gebraucht)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Speicher<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Erweiterbar?<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Besonderheit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>PocketBook Basic Lux 2<\/td><td>30\u201345 \u20ac<\/td><td>8 GB<\/td><td>microSD (bis 32 GB)<\/td><td>Offenes Linux, KOReader einfach installierbar<\/td><\/tr><tr><td>Tolino Shine (1. Gen.)<\/td><td>20\u201335 \u20ac<\/td><td>4 GB<\/td><td>Nein<\/td><td>Gute Community-Unterst\u00fctzung, Akku tauschbar<\/td><\/tr><tr><td>Kobo Glo<\/td><td>25\u201340 \u20ac<\/td><td>4 GB<\/td><td>Nein<\/td><td>Robuste Hardware, sehr aktive Modding-Szene<\/td><\/tr><tr><td>Sony PRS-T2<\/td><td>15\u201330 \u20ac<\/td><td>2 GB + microSD<\/td><td>Ja (bis 32 GB)<\/td><td>\u00c4lter, aber extrem langlebig<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Ger\u00e4te l\u00e4sst sich&nbsp;<strong>KOReader<\/strong>&nbsp;aufspielen \u2013 eine Open-Source-Lese-Software, die parallel zur Original-Firmware l\u00e4uft. KOReader unterst\u00fctzt unz\u00e4hlige Formate (PDF, DJVU, CBZ, EPUB, MOBI, TXT), bietet ein hochgradig anpassbares Layout, Gestensteuerung, integrierte W\u00f6rterb\u00fccher und eine effiziente Akkuverwaltung. Die Installation ist gut dokumentiert:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>F\u00fcr Kindle<\/strong>: Jailbreak \u00fcber WinterBreak (2024 entdeckte Schwachstelle), dann KUAL und KOReader.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00fcr Kobo und Tolino<\/strong>: Meist ohne Jailbreak \u00fcber einen versteckten Entwicklermodus (Suche nach &#8222;devmodeon&#8220; oder \u00e4hnlichen Codes). Anschlie\u00dfend KOReader von einer SD-Karte oder per USB kopieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00fcr PocketBook<\/strong>: Einfachste Methode \u2013 KOReader als .pbi-Datei direkt installieren, da PocketBook standardm\u00e4\u00dfig Drittanbieter-Apps zul\u00e4sst.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein vollst\u00e4ndiger Ersatz der Hersteller-Firmware ist seltener, aber m\u00f6glich.&nbsp;<strong>Quill OS<\/strong>&nbsp;(ehemals InkBox OS) l\u00e4uft auf \u00e4lteren Kobo-Modellen (Touch, Glo, Mini) und Kindle Touch. Es basiert auf Linux und bietet einen reinen, werbefreien Reader ohne jede Cloud-Anbindung. Die Installation erfordert das Flashen der internen SD-Karte \u2013 ein Schritt, der das Ger\u00e4t \u201ebricken\u201c kann, aber bei sorgf\u00e4ltiger Befolgung der Anleitungen (z.\u202fB. von MobileRead) gelingt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der ambitionierte Weg: Einen E-Reader mit ESP32 selbst bauen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die vollst\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber die Hardware m\u00f6chte, kommt um den Selbstbau nicht herum. Das Herzst\u00fcck ist ein&nbsp;<strong>ESP32<\/strong>&nbsp;\u2013 ein Mikrocontroller mit extrem geringem Stromverbrauch im Tiefschlaf (wenige \u00b5A). Im Gegensatz zu einem Raspberry Pi (der eher als Mini-Computer durchgeht) eignet sich der ESP32 ideal f\u00fcr batteriebetriebene Lese-Ger\u00e4te, da er innerhalb von Millisekunden aus dem Schlaf erwacht und nach dem Umbl\u00e4ttern sofort wieder tiefenentspannt daliegt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hardware-Grundlagen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Selbstbau bieten sich drei Varianten an:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Fertiges Board mit E-Panel<\/strong>\u00a0(empfohlen f\u00fcr Einsteiger): M5Stack Paper S3 (4,7\u2033 E-Paper, ESP32-S3, integrierter Akku) oder LilyGo T5 4.7\u2033 EPD (\u00e4hnlich). Kosten etwa 60\u201380 \u20ac. Sie m\u00fcssen nur noch eine Firmware flashen und ggf. eine SD-Karte anschlie\u00dfen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Komponenten selbst zusammenl\u00f6ten<\/strong>\u00a0(mittlerer Schwierigkeitsgrad): Ein nacktes ESP32-DevKit, ein E-Paper-Display (z.\u202fB. Waveshare 4,2\u2033 oder 2,9\u2033), ein microSD-Karten-Modul, ein LiPo-Akku (300\u20131000 mAh) mit Ladeschaltung (TP4056) und Taster. Gesamtkosten ca. 40\u201360 \u20ac.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kompletter Eigenbau<\/strong>\u00a0(f\u00fcr Profis): Eigene Platine entwerfen, Display ansteuern, Firmware von Grund auf schreiben. Vor allem ein akademisches \u00dcbungsprojekt.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Software-Optionen f\u00fcr den Selbstbau<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier unterscheidet man zwischen fertigen Projekten und eigenen Entwicklungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>CrossPoint Reader<\/strong>: Urspr\u00fcnglich f\u00fcr Xteink-Ger\u00e4te, l\u00e4sst sich auch auf ESP32-basierten Boards betreiben. Unterst\u00fctzt EPUB, FB2, TXT, MD, bietet WiFi-Transfer und ist auf GitHub verf\u00fcgbar.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Atomic14\u2019s ESP32 ePub Reader<\/strong>: Eine Basis-Firmware, die einfache EPUB-Dateien von einer SD-Karte liest und auf E-Paper ausgibt. Ideal zum Lernen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Papyrix<\/strong>\u00a0(von bigbag): Ein auf Espressif-Boards laufender Reader mit Fokus auf minimalistische Bedienung per Taster.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Haken: Keines dieser Projekte erreicht den Komfort von KOReader. Textumbr\u00fcche bei PDF funktionieren nur rudiment\u00e4r, die Bildschirmaktualisierung ist tr\u00e4ge (E-Paper-typisch 0,5\u20131 Sekunde), und die Akkulaufzeit muss selbst getunt werden. Wer einen stabilen Alltags-Reader sucht, ist mit einem gebrauchten PocketBook plus KOReader besser bedient. Wer jedoch das Gef\u00fchl liebt, jeden Befehl selbst geschrieben zu haben, findet im ESP32-Selbstbau eine faszinierende Spielwiese.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontroversen und ethische Implikationen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Debatte um das Modding von E-Readern ber\u00fchrt mehrere Prinzipien:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Recht auf Reparatur vs. Herstellersperren<\/strong>&nbsp;\u2013 Amazon etwa verschl\u00fcsselt die Firmware aktueller Kindle-Modelle, sodass selbst ein Jailbreak immer schwieriger wird. Das Unternehmen argumentiert mit Urheberrechtsschutz (DRM) und Sicherheit. Kritiker sehen darin geplante Obsoleszenz und eine Verletzung des Eigentumsrechts: Wer das Ger\u00e4t gekauft hat, sollte auch die volle Kontrolle \u00fcber seine Software haben. Die EU-Kommission hat mit der \u00d6kodesign-Verordnung (2024) Hersteller verpflichtet, Reparaturen zu erm\u00f6glichen \u2013 doch das Modding bleibt eine Grauzone.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>DRM und legale Grauzonen<\/strong>&nbsp;\u2013 Das Umgehen von Kopierschutz (z.\u202fB. durch Entfernung von Amazon-DRM mit Calibre-Plugins) ist in vielen L\u00e4ndern rechtlich heikel. Die Installation alternativer Firmware an sich ist jedoch meist legal, solange keine gesch\u00fctzten Schl\u00fcssel extrahiert werden. In der Praxis dulden die Hersteller das Modding solange, wie es nicht \u00fcberhandnimmt \u2013 ein stilles Einverst\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nachhaltigkeit<\/strong>&nbsp;\u2013 Ein gebrauchter, mit KOReader aktualisierter Reader kann Jahre l\u00e4nger genutzt werden als ein Ger\u00e4t, das nach drei Jahren keine Updates mehr erh\u00e4lt. Das ist ein Gewinn f\u00fcr die Umwelt. Die Selbstbau-Variante hingegen verbraucht neue Elektronikkomponenten, die oft per Luftfracht aus China kommen \u2013 ein \u00f6kologischer Widerspruch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tabellarische Gegen\u00fcberstellung: Wege zum eigenen Reader<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Weg<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Kosten (ca.)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Technisches K\u00f6nnen<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Zeitaufwand<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Flexibilit\u00e4t<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Alltagstauglichkeit<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Gebrauchtger\u00e4t + KOReader<\/td><td>20\u201350 \u20ac<\/td><td>Gering (USB-Kopieren)<\/td><td>1\u20133 Stunden<\/td><td>Hoch (viele Formate)<\/td><td>Sehr gut<\/td><\/tr><tr><td>Gebrauchtger\u00e4t + Quill OS (vollst\u00e4ndiger Firmware-Ersatz)<\/td><td>20\u201350 \u20ac<\/td><td>Mittel (SD-Karte flashen)<\/td><td>2\u20134 Stunden<\/td><td>Sehr hoch<\/td><td>Gut (experimentell)<\/td><\/tr><tr><td>Fertiges Board (M5Stack) + CrossPoint<\/td><td>60\u201380 \u20ac<\/td><td>Mittel (Code flashen, L\u00f6ten optional)<\/td><td>1\u20132 Tage<\/td><td>Mittel (eingeschr\u00e4nkte Formate)<\/td><td>M\u00e4\u00dfig (f\u00fcr Romane ok)<\/td><\/tr><tr><td>Kompletter Selbstbau (Einzelkomponenten)<\/td><td>40\u201360 \u20ac<\/td><td>Hoch (L\u00f6ten, Programmieren, Debuggen)<\/td><td>1\u20134 Wochen<\/td><td>Sehr hoch (volle Kontrolle)<\/td><td>Gering (Bastelprojekt)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick: Wohin entwickelt sich die Bewegung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zukunft des DIY-E-Readers h\u00e4ngt von mehreren Faktoren ab. Zum einen verbessern sich die E-Paper-Displays rasant \u2013 Farb-E-Paper (E Ink Gallery 3, Spectra 6) ist zwar teuer, aber bereits f\u00fcr Bastler verf\u00fcgbar. Zum anderen w\u00e4chst die Open-Source-Community: Projekte wie&nbsp;<strong>KOReader<\/strong>&nbsp;werden immer professioneller, und mit&nbsp;<strong>ESP32-S3<\/strong>&nbsp;steht ein Chip bereit, der sogar einfache KI-Beschleunigung (z.\u202fB. f\u00fcr Texterkennung) erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch es gibt auch R\u00fcckschritte: Hersteller wie Amazon versch\u00e4rfen ihre Sicherheitsma\u00dfnahmen. Der neueste Kindle Paperwhite (12. Gen.) ist bisher unjailbreakbar. Das bedeutet, dass die Modding-Szene zunehmend auf \u00e4ltere Modelle und Nischen-Hersteller (PocketBook, Tolino) angewiesen sein wird. Parallel entstehen aber auch Open-Hardware-Initiativen wie das&nbsp;<strong>E-Reader-Framework<\/strong>&nbsp;von der Universit\u00e4t Kyoto, das einen vollst\u00e4ndig quelloffenen Reader mit Linux und E-Paper als Bausatz anbieten will \u2013 voraussichtlich ab 2026 f\u00fcr unter 100 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den ambitionierten Heimbastler bleibt der ESP32 attraktiv: Mit der zunehmenden Verbreitung von&nbsp;<strong>Rust<\/strong>&nbsp;f\u00fcr Embedded-Systeme (esp-rs) wird die Software-Entwicklung sicherer und komfortabler. Zudem sinken die Preise f\u00fcr kleine E-Paper-Displays (aktuell ca. 25 \u20ac f\u00fcr 2,9\u2033), sodass ein funktionaler Reader bald f\u00fcr unter 50 \u20ac selbst gebaut werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der beste E-Book-Reader ist nicht der mit dem gr\u00f6\u00dften Speicher oder dem hellsten Licht \u2013 es ist der, der sich Ihren Bed\u00fcrfnissen unterordnet, nicht denen eines Konzerns. Wer ein altes Ger\u00e4t mit KOReader wiederbelebt, handelt nachhaltig, spart Geld und gewinnt Freiheit. Wer selbst zum L\u00f6tkolben greift und einen ESP32-Reader programmiert, erh\u00e4lt tiefe Einblicke in die Elektrotechnik und die Genugtuung, etwas vollkommen Eigenes geschaffen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Wege sind legitim. Sie scheitern nicht an mangelndem Speicher \u2013 denn selbst 4 GB reichen f\u00fcr tausende E-Books \u2013 sondern am Mut, sich von den gro\u00dfen \u00d6kosystemen zu l\u00f6sen. Die Technik ist reif. Die Community ist stark. Die Quellen sind frei. Es liegt an Ihnen, sie zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>MobileRead Wiki: \u201eKOReader Installation Guide\u201c (abgerufen M\u00e4rz 2026),\u00a0<a href=\"https:\/\/wiki.mobileread.com\/wiki\/KOReader\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/wiki.mobileread.com\/wiki\/KOReader<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>iFixit: \u201eTolino Shine Battery Replacement Guide\u201c (2022)<\/li>\n\n\n\n<li>GitHub \u2013 KOReader (<a href=\"https:\/\/github.com\/koreader\/koreader\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/github.com\/koreader\/koreader<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>GitHub \u2013 Quill OS (ehemals InkBox OS) (<a href=\"https:\/\/github.com\/quill-os\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/github.com\/quill-os<\/a>)<\/li>\n\n\n\n<li>Atomic14 (YouTube\/Web): \u201eDIY ESP32 eBook Reader\u201c (2023)<\/li>\n\n\n\n<li>Waveshare Wiki: E-Paper Display technische Spezifikationen (2025)<\/li>\n\n\n\n<li>EU-Verordnung 2024\/1781 (\u00d6kodesign f\u00fcr nachhaltige Produkte) \u2013 Auszug zu Reparaturf\u00e4higkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Chip Redaktion: \u201eTolino Shine Akku wechseln\u201c (2021)<\/li>\n\n\n\n<li>Stiftung Warentest: E-Book-Reader im Test (2024\/2025)<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Was tun mit einem gebrauchten E-Book-Reader, dessen Akku noch h\u00e4lt, dessen Display noch scharf ist \u2013 doch dessen Hersteller l\u00e4ngst keine Updates mehr liefert, dessen Shop sich schloss oder dessen propriet\u00e4re Software einfach nur nervt? 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