{"id":5342,"date":"2026-06-14T05:27:00","date_gmt":"2026-06-14T03:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=5342"},"modified":"2026-06-14T05:27:00","modified_gmt":"2026-06-14T03:27:00","slug":"der-kiq-eine-neue-intelligenz-fur-das-zeitalter-der-maschinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/der-kiq-eine-neue-intelligenz-fur-das-zeitalter-der-maschinen\/","title":{"rendered":"Der KIQ \u2013 Eine neue Intelligenz f\u00fcr das Zeitalter der Maschinen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft: Santner und Papadopoulos definieren den Umgang mit KI als messbare Kernkompetenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Von DerSchneider<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die digitale Transformation ist kein Selbstzweck mehr \u2013 sie ist l\u00e4ngst zur existenziellen Frage geworden. W\u00e4hrend in den 2010er-Jahren vor allem die Rede von \u201eDigitalkompetenz\u201c und \u201eIndustrie 4.0\u201c die Runde machte, zeigt sich heute: Es geht um mehr als die Bedienung von Ger\u00e4ten oder das Verst\u00e4ndnis von Algorithmen. Es geht um eine v\u00f6llig neue Form des Denkens, die der geb\u00fcrtige \u00d6sterreicher und Journalist Christoph Santner gemeinsam mit der KI- und Marketingexpertin Christine Papadopoulos in ihrem aktuellen Werk&nbsp;<em>KIQ \u2013 Der K\u00fcnstliche Intelligenz Quotient<\/em>&nbsp;erstmals umfassend beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch, erschienen im April 2026 im Goldmann Verlag, ist kein weiterer oberfl\u00e4chlicher Ratgeber. Es ist der Versuch, eine messbare menschliche F\u00e4higkeit zu definieren, die nach \u00dcberzeugung der Autoren \u00fcber Erfolg oder Scheitern in Bildung, Beruf und pers\u00f6nlicher Entwicklung entscheiden wird: den&nbsp;<strong>K\u00fcnstliche-Intelligenz-Quotienten<\/strong>, kurz&nbsp;<strong>KIQ<\/strong>. Was auf den ersten Bl\u00e4ttern wie eine geschickte Wortsch\u00f6pfung klingt, entpuppt sich bei genauerer Lekt\u00fcre als durchdachtes Konstrukt, das auf aktueller Forschung, historischen Analogien und einer \u00fcberraschend einfachen, aber eleganten Formel beruht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel beleuchtet die Kernkonzepte des Buches, ordnet sie technikhistorisch ein und fragt, ob der KIQ tats\u00e4chlich das Zeug hat, zum Standard der kommenden Arbeitswelt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist der KIQ? \u2013 Eine Definition jenseits des Hypes<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Santner und Papadopoulos stellen klar: Der KIQ ist nicht etwa die Intelligenz einer Maschine, obwohl auch dieser Aspekt eine Rolle spielt. Vielmehr definieren sie ihn als&nbsp;<strong>\u201edie Intelligenz und Kompetenz von Mensch und Maschine, zu kooperieren und gemeinsam L\u00f6sungen zu finden\u201c<\/strong>. Das Entscheidende ist das Bindewort&nbsp;<em>und<\/em>&nbsp;\u2013 nicht&nbsp;<em>oder<\/em>, nicht&nbsp;<em>gegen<\/em>. Es geht um Symbiose, nicht um Substitution.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch unterscheidet zwei fundamentale Dimensionen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Dimension<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Beschreibung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Maschinen-KIQ (Ma-KIQ)<\/strong><\/td><td>Die messbare Intelligenz eines KI-Systems, etwa gemessen an standardisierten IQ-Tests. Die Autoren verweisen auf die Arbeit von Maxim Lott (<a href=\"https:\/\/trackingai.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">trackingai.org<\/a>),&nbsp;wonach Spitzenmodelle wie GPT-5.2 Pro oder Gemini 3 Pro Mitte 2025 IQ-Werte um 140 erreichen \u2013 im Bereich des Hochbegabten.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Human-KIQ (Hu-KIQ)<\/strong><\/td><td>Die F\u00e4higkeit eines Menschen, mit KI-Systemen effektiv, kritisch und kreativ zu interagieren. Dieser Wert ist nach Darstellung der Autoren nicht angeboren, sondern trainierbar \u2013 ein \u201eMuskel\u201c, den man durch \u00dcbung wachsen lassen kann.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zweiteilung ist mehr als ein akademischer Kunstgriff. Sie erm\u00f6glicht es, die oft emotional gef\u00fchrte Debatte \u201eMensch gegen Maschine\u201c zu verlassen und hin zu einer produktiven Frage zu gelangen: Wie gelingt die optimale Zusammenarbeit?<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die KIQ-Formel \u2013 Ein Modell f\u00fcr den Synergiegewinn<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck des Buches ist eine bemerkenswert klare Formel, die den Human-KIQ aus vier Komponenten berechnet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Human-KIQ = ((IQ + Ma-KIQ) \/ 2) \u00d7 SF \u00d7 TF<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Variablen im Einzelnen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>IQ<\/strong>\u00a0\u2013 der klassische menschliche Intelligenzquotient (nicht als absolute Zahl, sondern als Platzhalter f\u00fcr die Summe multipler Intelligenzen nach Gardner).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ma-KIQ<\/strong>\u00a0\u2013 die Intelligenz des genutzten KI-Systems, ermittelt \u00fcber etablierte Benchmarks.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>SF<\/strong>\u00a0\u2013 der\u00a0<strong>Synergiefaktor<\/strong>\u00a0(Wertebereich 0 bis 2). Er beschreibt die Qualit\u00e4t der Zusammenarbeit: blinde \u00dcbernahme (SF=0,5) versus iterativen, strategischen Dialog (SF=2,0).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>TF<\/strong>\u00a0\u2013 der\u00a0<strong>Zeitfaktor<\/strong>\u00a0(ebenfalls 0 bis 2). Er misst die Geschwindigkeitsgewinne durch KI-Unterst\u00fctzung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren betonen mehrfach, dass es sich nicht um eine streng wissenschaftliche Messvorschrift handelt, sondern um ein&nbsp;<strong>didaktisches Werkzeug<\/strong>&nbsp;\u2013 einen Kompass, der zeigt, wo die Hebel f\u00fcr pers\u00f6nliche Verbesserung ansetzen. Gerade die Multiplikation mit SF und TF macht deutlich: Ein durchschnittlicher Mensch mit exzellentem Synergiefaktor kann einen hochbegabten Einzelk\u00e4mpfer \u00fcberfl\u00fcgeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Beispiel aus dem Buch:<\/strong>&nbsp;Eine Anw\u00e4ltin mit IQ 120 und einer spezialisierten KI (Ma-KIQ 130) erreicht bei SF=1,5 und TF=1,5 einen Human-KIQ von&nbsp;<strong>281<\/strong>&nbsp;\u2013 ein Wert, der weit \u00fcber dem liegt, was selbst das gr\u00f6\u00dfte Genie ohne KI erreichen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die zwei S\u00e4ulen: Yin und Yang der Intelligenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch greift bewusst das chinesische Yin-Yang-Prinzip auf, um die ideale Balance zu veranschaulichen.&nbsp;<strong>Yin<\/strong>&nbsp;(das Verborgene, Intuitive, Emotionale) steht f\u00fcr die menschlichen Anteile \u2013 Empathie, Kreativit\u00e4t, ethische Urteilskraft.&nbsp;<strong>Yang<\/strong>&nbsp;(das Offene, Klare, Logische) repr\u00e4sentiert die maschinellen St\u00e4rken \u2013 Pr\u00e4zision, Geschwindigkeit, unbegrenzte Speicherkapazit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autoren argumentieren, dass eine echte Symbiode nicht in der Dominanz einer Seite besteht, sondern in einem dynamischen Tanz: Mal f\u00fchrt der Mensch, mal die Maschine. Dieses Bild entstammt nicht nur philosophischer Spekulation, sondern wird durch die historische Entwicklung des&nbsp;<strong>Zentauren-Schachs<\/strong>&nbsp;gest\u00fctzt \u2013 eine Schachvariante, bei der Mensch und Computer gemeinsam spielen. Die Forschergruppe um Jackson G. Lu (MIT) wies nach, dass schw\u00e4chere Spieler mit besserem Synergiefaktor regelm\u00e4\u00dfig st\u00e4rkere Einzelspieler besiegten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die f\u00fcnf Sets der KIQ-Methode<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den eigenen KIQ praktisch zu steigern, schlagen Santner und Papadopoulos eine f\u00fcnfstufige Methode vor, die sie als \u201edie Finger der Hand\u201c beschreiben \u2013 jede Ebene ist einzeln trainierbar, erst im Zusammenspiel entfaltet sich die volle Kraft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Set<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Bedeutung<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Konkrete \u00dcbung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Mind-Set<\/strong><\/td><td>Mentale Grundhaltung: Neugier, Offenheit, Fehlertoleranz<\/td><td>T\u00e4gliche Reflexion eigener Glaubenss\u00e4tze \u00fcber KI<\/td><\/tr><tr><td><strong>Skill-Set<\/strong><\/td><td>F\u00e4higkeiten wie Prompt Engineering, kritisches Hinterfragen<\/td><td>Aufbau einer pers\u00f6nlichen Prompt-Bibliothek nach der PITCH-Methode<\/td><\/tr><tr><td><strong>Tool-Set<\/strong><\/td><td>Kenntnis und Auswahl der richtigen KI-Werkzeuge<\/td><td>Test von mindestens f\u00fcnf verschiedenen KI-Tools aus unterschiedlichen Kategorien<\/td><\/tr><tr><td><strong>Do-Set<\/strong><\/td><td>Umsetzung im Alltag, reale Projekte<\/td><td>Durchf\u00fchrung eines \u201eKI-Content-Sprints\u201c (z.\u202fB. Erstellung eines kompletten Blogartikels mit KI in einer Stunde)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Life-Set<\/strong><\/td><td>Integration in den Alltag, ohne die eigene Menschlichkeit zu verlieren<\/td><td>Bewusster KIQ-Tag: bewusster Einsatz von KI, aber auch bewusste Pausen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders hervorzuheben ist das&nbsp;<strong>Life-Set<\/strong>, das die Autoren als Dreh- und Angelpunkt des gesamten Konzepts verstehen. Es erinnert daran, dass KI kein Selbstzweck ist, sondern Raum f\u00fcr menschliche Begegnungen, Kreativit\u00e4t und Sinnstiftung schaffen soll.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Historische Einordnung: Vom Computerpionier zum KIQ<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technikhistorisch betrachtet steht der KIQ in einer langen Tradition der Auseinandersetzung mit \u201eintelligenten\u201c Maschinen. Schon Konrad Zuse sprach 1937 in seinen Tageb\u00fcchern vom \u201emechanischen Gehirn\u201c. Alan Turing formulierte 1950 die Frage \u201eK\u00f6nnen Maschinen denken?\u201c und entwickelte den nach ihm benannten Test. Die Dartmouth Conference von 1956 gilt als Geburtsstunde der KI-Forschung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch \u00fcber Jahrzehnte blieb die K\u00fcnstliche Intelligenz ein Nischenthema. Erst mit dem \u00f6ffentlichen Launch von ChatGPT am 30. November 2022 \u00e4nderte sich dies fundamental. Innerhalb weniger Tage hatten Millionen Menschen Zugang zu einem System, das scheinbar \u00fcber jedes Thema sprechen, Texte verfassen, programmieren und kreativ sein konnte. Genau hier, so die Autoren, entstand die Notwendigkeit f\u00fcr einen neuen Intelligenzbegriff: Nicht mehr die reine Rechenleistung der Maschine steht im Vordergrund, sondern die Qualit\u00e4t der Mensch-Maschine-Interaktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Buch zitiert an dieser Stelle den ehemaligen Schachweltmeister Garri Kasparow, der nach seiner Niederlage gegen Deep Blue (1997) zum Vordenker der Kooperation wurde: \u201eWarum sollten Menschen und Computer gegeneinander k\u00e4mpfen, wenn sie zusammenarbeiten k\u00f6nnten?\u201c Kasparows Gesetz \u2013 ein schw\u00e4cherer Mensch mit \u00fcberlegenem Prozess schl\u00e4gt einen st\u00e4rkeren Menschen mit schlechterem Prozess \u2013 ist der verborgene Kern der KIQ-Formel.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontroversen und offene Fragen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz aller Begeisterung f\u00fcr das Konzept bleibt der Rezensent nicht kritiklos. Das Buch selbst weist mehrfach auf die Grenzen seiner eigenen Formel hin \u2013 ein Zeichen intellektueller Redlichkeit. Dennoch ergeben sich einige Fragen:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Messbarkeit in der Praxis:<\/strong>\u00a0Die Autoren r\u00e4umen ein, dass es noch keinen standardisierten KIQ-Test gibt. Die im Buch vorgeschlagenen Selbstassessments sind hilfreich, aber subjektiv. Eine wissenschaftliche Validierung steht aus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der IQ als Teil der Formel:<\/strong>\u00a0Die Verwendung des klassischen IQ-Werts ist problematisch, da dieser selbst umstritten ist (kulturelle Verzerrung, mangelnde Erfassung multipler Intelligenzen). Die Autoren relativieren dies, indem sie den IQ als Platzhalter f\u00fcr ein ganzes Spektrum an Intelligenzen verstehen \u2013 doch in der Formel bleibt er eine einzelne Zahl.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gefahr des \u201eCognitive Offloading\u201c:<\/strong>\u00a0Das Buch zitiert Studien, die belegen, dass unkritische KI-Nutzung das kritische Denkverm\u00f6gen verk\u00fcmmern lassen kann. Die Autoren warnen davor, aber die Frage bleibt: Wie verhindert man, dass der bequeme Weg (alles von der KI erledigen zu lassen) den m\u00fchsamen Weg des eigenen Denkens verdr\u00e4ngt?<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Faktor Zeit:<\/strong>\u00a0Der Zeitfaktor TF ist sicherlich praxisrelevant, aber seine Multiplikation in der Formel f\u00fchrt zu extremen Werten (wie im Anwalts-Beispiel). Hier w\u00e4re eine degressive Skalierung (z.\u202fB. logarithmisch) m\u00f6glicherweise realistischer gewesen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser Einw\u00e4nde \u00fcberwiegt der Eindruck, dass die Autoren sich ihrer Vereinfachungen bewusst sind. Die KIQ-Formel ist als \u201eKompass, nicht als exakte Landkarte\u201c gedacht \u2013 und als solcher ist sie wertvoll.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der KIQ ist mehr als ein weiteres Modewort. Santner und Papadopoulos gelingt es, ein komplexes, vielschichtiges Thema auf eine einpr\u00e4gsame Formel zu bringen, ohne die Nuancen preiszugeben. Das Buch \u00fcberzeugt durch eine klare Sprache, zahlreiche konkrete Beispiele (von der Juristin bis zum Sch\u00fcler) und eine durchg\u00e4ngig positive, aber nicht naive Grundhaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig: Die Autoren betonen, dass der KIQ kein Eliteprojekt ist. Er ist erlernbar \u2013 f\u00fcr die Sch\u00fclerin, die ihren IQ von 110 mit gutem Prompting auf das Niveau einer Professorin hebt, ebenso wie f\u00fcr den Rentner, der mit KI-Assistenten seine geistige Fitness trainiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wir uns in einer historischen Phase des \u00dcbergangs befinden. Der klassische IQ, \u00fcber ein Jahrhundert der Goldstandard f\u00fcr kognitive Leistungsf\u00e4higkeit, verliert an Alleinstellung. Der EQ hat ihn erg\u00e4nzt. Nun kommt der KIQ hinzu \u2013 als Br\u00fccke zwischen menschlicher Intuition und maschineller Pr\u00e4zision.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob der KIQ sich dauerhaft etablieren wird, h\u00e4ngt weniger von der akademischen Exaktheit der Formel ab als von ihrer praktischen N\u00fctzlichkeit. Das Buch liefert reichlich Argumente, dass genau diese N\u00fctzlichkeit gegeben ist. Wer die kommenden Jahre nicht als Passagier, sondern als aktiver Gestalter erleben m\u00f6chte, sollte sich mit dem Konzept vertraut machen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Lu, J. G. et al. (2024):\u00a0<em>Artificial Intelligence Quotient (AIQ)<\/em>. MIT Sloan School of Management &amp; Sun Yat-sen University. (SSRN)<\/li>\n\n\n\n<li>Lott, M. (2025):\u00a0<em>Tracking AI IQ \u2013 Benchmarking gro\u00dfer Sprachmodelle<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/trackingai.org\/IQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/trackingai.org\/IQ<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Kasparow, G. (2017):\u00a0<em>Deep Thinking \u2013 Wo Maschine und Mensch verschmelzen<\/em>. Heyne Verlag.<\/li>\n\n\n\n<li>Gardner, H. (1983):\u00a0<em>Frames of Mind \u2013 The Theory of Multiple Intelligences<\/em>. Basic Books.<\/li>\n\n\n\n<li>Gerlich, M. (2025):\u00a0<em>AI Tools in Society: Impacts on Cognitive Offloading and the Future of Critical Thinking<\/em>. SBS Swiss Business School. (SSRN)<\/li>\n\n\n\n<li>Haider, Z. et al. (2024):\u00a0<em>Study How AI Can be Used to Enhance Cognitive Functions<\/em>. Bulletin of Business and Economics.<\/li>\n\n\n\n<li>Chollet, F. (2019):\u00a0<em>On the Measure of Intelligence<\/em>. arXiv:1911.01547.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch, das den Nerv der Zeit trifft: Santner und Papadopoulos definieren den Umgang mit KI als messbare Kernkompetenz Von DerSchneider Einleitung Die digitale Transformation ist kein Selbstzweck mehr \u2013 sie ist l\u00e4ngst zur existenziellen Frage geworden. 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