{"id":5515,"date":"2026-06-21T10:41:50","date_gmt":"2026-06-21T08:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/g7itchme.wordpress.com\/?p=5505"},"modified":"2026-06-21T10:41:50","modified_gmt":"2026-06-21T08:41:50","slug":"die-grose-tauschung-warum-die-mathematik-dem-ki-hype-einen-spiegel-vorhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-grose-tauschung-warum-die-mathematik-dem-ki-hype-einen-spiegel-vorhalt\/","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe T\u00e4uschung? \u2013 Warum die Mathematik dem KI-Hype einen Spiegel vorh\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachricht schlug im Mai 2026 wie eine Bombe ein: OpenAI gab bekannt, dass ein neuartiges KI-Modell das 80 Jahre alte &#8222;Unit Distance Problem&#8220; des ber\u00fchmten Mathematikers Paul Erd\u00f6s eigenst\u00e4ndig gel\u00f6st habe&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.it-daily.net\/shortnews\/ki-mathematischer-durchbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Zum ersten Mal in der Geschichte habe eine Maschine ein bedeutendes, ungel\u00f6stes Problem der reinen Mathematik geknackt. Die Fachwelt reagierte mit Faszination, aber auch mit tiefem Unbehagen. Dieses Unbehagen hat nun zu einem bemerkenswerten Veto gef\u00fchrt \u2013 der &#8222;Leidener Erkl\u00e4rung \u00fcber k\u00fcnstliche Intelligenz und Mathematik&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einspruch aus der Wissenschaft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 150 internationale Mathematiker und Wissenschaftshistoriker haben unter der Schirmherrschaft der International Mathematical Union (IMU) ein elfseitiges Dokument verfasst, das den von Tech-Konzernen propagierten Narrativen wissenschaftlicher Durchbr\u00fcche durch KI entschieden widerspricht&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Es ist der Versuch einer Disziplin, ihre Seele gegen die \u00dcbergriffe einer milliardenschweren Industrie zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterzeichner sehen die Mathematik zunehmend als Marketinginstrument. Die Unternehmen w\u00fcrden mathematische F\u00e4higkeiten f\u00e4lschlicherweise als Ma\u00dfstab f\u00fcr allgemeine Intelligenz vermarkten und ihre Modelle nicht nach wissenschaftlichen Standards, sondern nach &#8222;Markttimelines&#8220; pr\u00e4sentieren, so der Mitautor der Erkl\u00e4rung, Michael Harris von der Columbia University. Es gehe inzwischen um einen &#8222;Konkurrenzkampf auf Leben und Tod zwischen den gro\u00dfen Laboren&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die f\u00fcnf S\u00e4ulen der Kritik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leidener Erkl\u00e4rung identifiziert f\u00fcnf zentrale Gefahren, die von der unkontrollierten Invasion der KI in die Mathematik ausgehen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Gefahr<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Beschreibung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Unzuverl\u00e4ssige Beweise<\/strong><\/td><td>KI-Modelle sind Meister der Plausibilit\u00e4t, nicht der Wahrheit. Sie generieren \u00fcberzeugend wirkende, aber subtil fehlerhafte Argumente, die das gesamte, auf fr\u00fcheren Ergebnissen aufbauende Wissensgeb\u00e4ude gef\u00e4hrden&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Fehlende Zuschreibung<\/strong><\/td><td>Die Systeme werden mit \u00f6ffentlichen Forschungsergebnissen trainiert, ohne die urspr\u00fcnglichen Autoren korrekt zu zitieren. Dies untergr\u00e4bt die Grundpfeiler wissenschaftlicher Fairness und Anerkennung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Monopolisierung von Wissen<\/strong><\/td><td>Der Zugang zu Hochleistungs-KI liegt in den H\u00e4nden weniger Tech-Konzerne. Dies widerspricht dem Prinzip der Transparenz und Offenheit, das f\u00fcr die mathematische Gemeinschaft seit Jahrhunderten von zentraler Bedeutung ist&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.it-daily.net\/shortnews\/ki-mathematischer-durchbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><strong>&#8222;Proof Slop&#8220; und die Flut der Unwahrheit<\/strong><\/td><td>Die Posteing\u00e4nge der Fachzeitschriften f\u00fcllen sich schneller mit KI-generierten Beweisen, als Redaktionen sie pr\u00fcfen k\u00f6nnen. Die Angst vor &#8222;Proof Slop&#8220; \u2013 einer Kontamination der wissenschaftlichen Literatur mit schwer erkennbaren Fehlern \u2013 ist real&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Verlust wissenschaftlicher Autonomie<\/strong><\/td><td>Die von Unternehmen priorisierten Probleme (wie der Erd\u00f6s-Beweis) dienen oft mehr der Eigeninszenierung der Modelle als der Weiterentwicklung der Mathematik. Es besteht die Gefahr, dass Forschung nur noch auf KI-gest\u00fctzte Fragestellungen ausgerichtet wird, um F\u00f6rdergelder zu erhalten&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Fall Erd\u00f6s: Triumph und die Schattenseite<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von OpenAI gemeldete Erfolg ist symptomatisch f\u00fcr das Problem. Zwar best\u00e4tigten namhafte Mathematiker wie Noga Alon von der Princeton University und Thomas Bloom von der University of Oxford, dass die KI in diesem Einzelfall tats\u00e4chlich einen origin\u00e4ren und korrekten Beweis f\u00fcr ein schwieriges Problem geliefert hat&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.it-daily.net\/shortnews\/ki-mathematischer-durchbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Der Beweis war neu und ging \u00fcber menschliche Annahmen hinaus&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Art und Weise der Verk\u00fcndung und die dahinterstehenden Mechanismen sind es, die die Gem\u00fcter erhitzen. Die Ank\u00fcndigung erfolgte, noch bevor der Beweis in einer begutachteten Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht war&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Zudem hatte OpenAI erst wenige Monate zuvor mit einer gef\u00e4lschten Erfolgsmeldung (angebliche L\u00f6sungen f\u00fcr zehn Erd\u00f6s-Probleme durch GPT-5) f\u00fcr einen gro\u00dfen Reputationsschaden gesorgt und die Kritik von Konkurrenten wie Yann LeCun und Demis Hassabis auf sich gezogen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.it-daily.net\/shortnews\/ki-mathematischer-durchbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Die aktuelle, korrekte L\u00f6sung mag ein Durchbruch sein, doch sie ist auch ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie kommerzielle Interessen den wissenschaftlichen Diskurs dominieren. Der Anthropologe Rodrigo Ochigame, Mitautor der Erkl\u00e4rung, bringt es auf den Punkt: &#8222;Die Arbeiten von Mathematikern, die nie beabsichtigt hatten, zur KI-Entwicklung beizutragen, werden ohne ihr Einverst\u00e4ndnis daf\u00fcr genutzt. Das ist eine zutiefst beunruhigende Situation.&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein historischer Konflikt: Algebraisierung vs. &#8222;sch\u00f6ne Mathematik&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Konflikt ist nicht neu. Historisch betrachtet war die Mathematik schon immer ein Schlachtfeld von Denkstilen. Die geometrische Methode galt lange als der Inbegriff des Beweises, bis Ren\u00e9 Descartes und Pierre de Fermat zeigten, dass geometrische Wahrheiten auch algebraisch \u2013 durch reines Operieren mit Symbolen \u2013 bewiesen werden k\u00f6nnen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Im 19. Jahrhundert algebraisierte George Boole die Logik selbst. In dieser Algebraisierung war bereits der Computer angelegt \u2013 als Maschine, die in algorithmischen Operationen dem Menschen weit \u00fcberlegen ist&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute geht es um nichts weniger als die Frage, ob das maschinelle Operieren mit Symbolen dem menschlichen Denken im Kern der Mathematik gleichkommt. F\u00fcr viele Traditionsbewahrer, wie den deutschen Zahlentheoretiker Gerd Faltings, der betont, er arbeite lieber mit &#8222;Kugelschreiber und Kopf&#8220;, ist dies eine Bedrohung der &#8222;sch\u00f6nen Mathematik&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grenzen des Machbaren \u2013 Die mathematische Antwort<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Mathematik selbst liefert auch die Argumente gegen die Omnipotenz der KI. Lothar Sebastian Krapp von der Universit\u00e4t Konstanz forscht \u00fcber die mathematischen Grenzen neuronaler Netze. Aus seiner Sicht ist klar, dass KI prinzipielle Grenzen hat. Er verweist auf die Unvollst\u00e4ndigkeitss\u00e4tze von Kurt G\u00f6del, die zeigen, dass es mathematische Wahrheiten gibt, die von keinem Computer bewiesen werden k\u00f6nnen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.campus.uni-konstanz.de\/wissenschaft\/die-mathematischen-grenzen-kuenstlicher-intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. In seiner Forschung konstruiert er bewusst Funktionen, die von neuronalen Netzen zwar theoretisch, aber in der Praxis niemals gefunden werden k\u00f6nnen. Aufgaben, die ein Student im vierten Semester im Handumdrehen l\u00f6st, \u00fcberfordern die KI kategorisch \u2013 selbst nach Tagen oder Jahren&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.campus.uni-konstanz.de\/wissenschaft\/die-mathematischen-grenzen-kuenstlicher-intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese mathematische N\u00fcchternheit kontrastiert stark mit der vision\u00e4ren Sprache der KI-Propheten. Der deutsche Mathematiker und Philosoph Rainer M\u00fchlhoff warnt davor, dass der Hype um eine &#8222;Allgemeine K\u00fcnstliche Intelligenz&#8220; (AGI) von tats\u00e4chlichen Gefahren ablenke, dem die Politik mitunter sogar noch Vorschub leiste, und vergleicht die Rhetorik mit einer ideologischen Verschleierung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20250826\/wie-ki-propheten-den-techno-hype-missbrauchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kein Verbot, sondern eine neue Kooperation<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leidener Erkl\u00e4rung ist kein Aufruf zur Technologieverweigerung. Die Mathematikhistorikerin Ursula Martin und Fields-Medaillen-Tr\u00e4ger Terence Tao sehen die Entwicklung nicht als Untergang, sondern als Chance&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Tao prognostiziert eine Hochskalierung der mathematischen Arbeit auf ein &#8222;industrielles&#8220; Niveau, bei dem komplexe Probleme zerlegt, von vielen bearbeitet und vom Computer gegengecheckt werden&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Marc Lackenby von der Universit\u00e4t Oxford hat bereits erfolgreich mit KI zusammengearbeitet, um ein offenes Problem der Gruppentheorie zu l\u00f6sen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.drweb.de\/mathematiker-schlagen-alarm-ki-holt-beim-beweisen-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das neue Bild des Mathematikers k\u00f6nnte das eines &#8222;Problem-Prompters&#8220; sein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Er wird zum Trickreichen Fragetechniker, der dem System unausgegorene Ideen, erste Vermutungen und alternative Beweisrouten als Input gibt. Das KI-System liefert dann Alternativen, skaliert die Suche und beschleunigt die Forschung. Mensch und Maschine bilden eine kreative Schleife \u2013 vorausgesetzt, die Rahmendaten stimmen: Transparenz, \u00dcberpr\u00fcfbarkeit und Offenheit&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Eine gute Krise<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mathematik, diese Dom\u00e4ne des strengen Beweises, steckt in einer tiefgreifenden Krise \u2013 aber vielleicht, wie der NZZ-Journalist Eduard Kaeser treffend bemerkt, in einer &#8222;guten Krise&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Sie zwingt die Gemeinschaft, \u00fcber ihre Fundamente nachzudenken, so wie es die Paradoxien der Mengenlehre vor \u00fcber einem Jahrhundert taten. Was damals zu einem \u00fcppigen Gedeihen neuer Disziplinen f\u00fchrte, k\u00f6nnte heute zu einer Renaissance der mathematischen Kultur f\u00fchren. Denn eines macht die Leidener Erkl\u00e4rung unmissverst\u00e4ndlich klar: Der maschinelle Beweis verlangt nach menschlicher Intelligenz \u2013 mehr denn je.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Spektrum der Wissenschaft: &#8222;Leitlinien: Mathematiker wollen Einsatz von KI in ihrem Fach eind\u00e4mmen&#8220; (2026)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/leitlinien-mathematiker-wollen-einsatz-von-ki-in-ihrem-fach-eindaemmen\/2327655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>IT-Daily: &#8222;KI widerlegt Erd\u00f6s-Vermutung: OpenAI meldet mathematischen Durchbruch&#8220; (2026)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.it-daily.net\/shortnews\/ki-mathematischer-durchbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Dr. Web: &#8222;Mathematiker schlagen Alarm: KI holt beim Beweisen auf&#8220; (2026)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.drweb.de\/mathematiker-schlagen-alarm-ki-holt-beim-beweisen-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Neue Z\u00fcrcher Zeitung (NZZ): &#8222;K\u00fcnstliche Intelligenz l\u00f6st ein 80 Jahre altes Mathe-R\u00e4tsel. &#8218;Problem-Prompting&#8216; k\u00f6nnte die Zukunft der Mathematik sein&#8220; (2026)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/kuenstliche-intelligenz-loest-ein-80-jahre-altes-mathe-raetsel-problem-prompting-koennte-die-zukunft-der-mathematik-sein-ld.10010491\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Falter: &#8222;Wissen und Macht: Wie KI-Propheten den Techno-Hype missbrauchen&#8220; (2025)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20250826\/wie-ki-propheten-den-techno-hype-missbrauchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/campus.kn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">campus.kn<\/a>\u00a0(Universit\u00e4t Konstanz): &#8222;Die mathematischen Grenzen k\u00fcnstlicher Intelligenz&#8220; (Interview mit Lothar Sebastian Krapp)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.campus.uni-konstanz.de\/wissenschaft\/die-mathematischen-grenzen-kuenstlicher-intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Die Nachricht schlug im Mai 2026 wie eine Bombe ein: OpenAI gab bekannt, dass ein neuartiges KI-Modell das 80 Jahre alte &#8222;Unit Distance Problem&#8220; des ber\u00fchmten Mathematikers Paul Erd\u00f6s eigenst\u00e4ndig gel\u00f6st habe&nbsp;. 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