{"id":5845,"date":"2026-07-02T14:10:00","date_gmt":"2026-07-02T14:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=5845"},"modified":"2026-06-28T06:11:25","modified_gmt":"2026-06-28T06:11:25","slug":"buchsen-die-keiner-mehr-kennt-eine-techarchaeologie-der-audio-und-videostecker-der-70er","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/buchsen-die-keiner-mehr-kennt-eine-techarchaeologie-der-audio-und-videostecker-der-70er\/","title":{"rendered":"Buchsen, die keiner mehr kennt: Eine Techarch\u00e4ologie der Audio\u2011 und Videostecker der 70er"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute ein \u00e4lteres HiFi\u2011Ger\u00e4t oder einen R\u00f6hrenfernseher aus den 1970er Jahren aufschraubt, blickt auf ein Panoptikum l\u00e4ngst vergessener Steckverbindungen. DIN\u2011Stecker, SCART, Belling\u2011Lee, Perilex \u2013 Namen, die bei j\u00fcngeren Technikern nur noch ein m\u00fcdes L\u00e4cheln hervorrufen, doch einst das R\u00fcckgrat der Unterhaltungselektronik bildeten. Diese Steckverbinder waren mehr als blo\u00dfe elektrische Schnittstellen; sie spiegelten den technologischen Nationalstolz, die Industriekultur und nicht zuletzt die Marktstrategien ihrer Herstellerl\u00e4nder wider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Artikel unternimmt eine arch\u00e4ologische Grabung durch die Steckerlandschaft der 1970er Jahre. Er zeigt, warum bestimmte Standards entstanden, wie sie sich (oder auch nicht) durchsetzten \u2013 und warum einige von ihnen bis heute in Nischen \u00fcberleben, w\u00e4hrend andere endg\u00fcltig im Museum der Technikgeschichte landeten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Die deutsche Schule: Der DIN\u2011Stecker<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der&nbsp;<strong>DIN\u2011Stecker<\/strong>&nbsp;(genauer: der Rundsteckverbinder nach DIN 41529) war das deutsche Gegenst\u00fcck zum internationalen Cinch\u2011Stecker. Entwickelt in den 1930er Jahren, erlebte er seine Bl\u00fctezeit in den 1960er und 70er Jahren in der deutschen HiFi\u2011Industrie. Firmen wie Telefunken, Grundig und SABA setzten ihn fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr den Anschluss von Tonbandger\u00e4ten, Plattenspielern und sp\u00e4ter auch Kassettenrecordern ein .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Technisch war der DIN\u2011Stecker ein&nbsp;<strong>Vielkontaktstecker<\/strong>&nbsp;\u2013 je nach Ausf\u00fchrung mit drei, f\u00fcnf oder sieben Polen. Die drei\u2011polige Variante (DIN\u20113) \u00fcbertrug Mono\u2011Audio, die f\u00fcnf\u2011polige (DIN\u20115) erm\u00f6glichte Stereo\u2011\u00dcbertragung in beide Richtungen (Aufnahme und Wiedergabe) \u00fcber ein einziges Kabel. Das war sein gro\u00dfer Vorteil gegen\u00fcber dem Cinch\u2011Stecker, der pro Kanal ein eigenes Kabel ben\u00f6tigte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Fallstricke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die ber\u00fchmte PIN\u2011Belegung<\/strong>\u00a0\u2013 Es gab nicht\u00a0<em>den<\/em>\u00a0DIN\u2011Stecker, sondern verschiedene Belegungsvarianten. Ein Ger\u00e4t von Grundig verwendete oft eine andere PIN\u2011Belegung als eines von Telefunken. Der Techniker musste die Schaltpl\u00e4ne w\u00e4lzen, um sicherzugehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der &#8222;DIN\u2011Kabel\u2011Wahnsinn&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 Da sowohl Eingang als auch Ausgang \u00fcber denselben Stecker gingen, kam es h\u00e4ufig zu Verwechslungen. Ein falsch eingestecktes Kabel konnte R\u00fcckkopplungen oder St\u00f6rungen verursachen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Mechanische Schwachstelle<\/strong>\u00a0\u2013 Der DIN\u2011Stecker hatte keine Rastung. Bei Vibrationen oder Zug am Kabel verlor er leicht den Kontakt \u2013 ein Problem, das in der professionellen Studiotechnik schnell zum Ausschlusskriterium wurde.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Die franz\u00f6sische Antwort: Der SCART (P\u00e9ritel)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Deutschen auf den runden DIN\u2011Stecker setzten, entwickelten die Franzosen in den 1970er Jahren ihren eigenen Standard: den&nbsp;<strong>SCART<\/strong>&nbsp;(Syndicat des Constructeurs d&#8217;Appareils Radior\u00e9cepteurs et T\u00e9l\u00e9viseurs), in Frankreich auch als&nbsp;<strong>P\u00e9ritel<\/strong>&nbsp;bekannt. Er wurde 1976 vom franz\u00f6sischen Fernsehsender T\u00e9l\u00e9vision Fran\u00e7aise 1 (TF1) initiiert und 1978 zur Norm erhoben .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der SCART war seiner Zeit weit voraus: Ein einziger, 21\u2011poliger Flachsteckverbinder, der&nbsp;<strong>alle<\/strong>&nbsp;Signale zwischen Fernseher und Zusatzger\u00e4t \u00fcbertrug \u2013 Composite\u2011Video, Stereo\u2011Audio, RGB\u2011Signale, Steuersignale f\u00fcr die automatische Umschaltung und sogar den Fernsehton zur\u00fcck zum Videorekorder . Das war revolution\u00e4r: Der Nutzer musste nicht mehr f\u00fcnf verschiedene Kabel verlegen, sondern steckte einfach den einen breiten Stecker ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Fallstricke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die mechanische Monstrosit\u00e4t<\/strong>\u00a0\u2013 Der SCART\u2011Stecker war sperrig, der Einbau in flache Ger\u00e4te schwierig. Die mechanische Verriegelung war oft zu stramm oder zu lose.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die PIN\u2011Belegungs\u2011Verwirrung<\/strong>\u00a0\u2013 Obwohl der SCART genormt war, interpretierten viele Hersteller die Steuersignale unterschiedlich. Der &#8222;automatische Umschaltimpuls&#8220; funktionierte bei Ger\u00e4t A, aber nicht bei Ger\u00e4t B. Die Folge: Der Fernseher schaltete nicht um, oder das Bild war verzerrt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Qualit\u00e4tsfrage<\/strong>\u00a0\u2013 SCART\u2011Kabel gab es in schier unendlicher Qualit\u00e4tsbreite. Billigkabel mit ungeschirmten Adern f\u00fchrten zu \u00dcbersprechen und Bildst\u00f6rungen, w\u00e4hrend hochwertige, vollgeschirmte Kabel ein hervorragendes RGB\u2011Signal lieferten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Die britische Insell\u00f6sung: Belling\u2011Lee (TV\u2011Antennenstecker)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer in Gro\u00dfbritannien in den 1970er Jahren einen Fernseher anschloss, griff zum&nbsp;<strong>Belling\u2011Lee\u2011Stecker<\/strong>&nbsp;\u2013 einem koaxialen Steckverbinder f\u00fcr die Antennenleitung. Er war die britische Antwort auf den international verbreiteten IEC\u2011Antennenstecker. Der Belling\u2011Lee (auch &#8222;PAL\u2011Stecker&#8220; genannt) war klein, einfach und preiswert \u2013 und er hatte eine entscheidende Eigenschaft:&nbsp;<strong>Er war nicht genormt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Fallstricke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kein einheitlicher Durchmesser<\/strong>\u00a0\u2013 Es gab mindestens drei verschiedene Ausf\u00fchrungen mit unterschiedlichen Innendurchmessern. Ein Stecker von Hersteller A passte nicht in die Buchse von Hersteller B.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die &#8222;Fingermethode&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 Da der Stecker keine Rastung hatte, wurde er oft nur &#8222;reingesteckt&#8220; und sa\u00df lose. Bei leichtem Zug am Kabel verlor der Fernseher das Signal \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das in britischen Haushalten als &#8222;wobbly aerial&#8220; bekannt war.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Isolation<\/strong>\u00a0\u2013 Die Isolierung zwischen Innenleiter und Au\u00dfenleiter war oft aus billigem Kunststoff, der mit der Zeit spr\u00f6de wurde und Kurzschl\u00fcsse verursachte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Der deutsche Stromriese: Perilex<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der&nbsp;<strong>Perilex<\/strong>\u2011Stecker (nach dem Hersteller Perilex, einer Marke der Firma Busch\u2011Jaeger) war kein Audio\u2011 oder Videostecker im engeren Sinne, sondern ein&nbsp;<strong>Stromstecker f\u00fcr Drehstrom<\/strong>&nbsp;\u2013 und doch geh\u00f6rt er in jede Techarch\u00e4ologie der 1970er, denn er war allgegenw\u00e4rtig in der K\u00fcche und im Hobbykeller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entwickelt in den 1960er Jahren, war der Perilex der Standard f\u00fcr&nbsp;<strong>Herdanschl\u00fcsse<\/strong>&nbsp;in Deutschland. Er \u00fcbertrug drei Phasen (400 V), Neutralleiter und Schutzleiter \u2013 also f\u00fcnf Pole. Sein Vorteil: Er war&nbsp;<strong>verpolungssicher<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>zugentlastet<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Fallstricke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Verwechslungsgefahr<\/strong>\u00a0\u2013 Der Perilex\u2011Stecker \u00e4hnelte \u00e4u\u00dferlich dem\u00a0<strong>CEE\u2011Stecker<\/strong>\u00a0f\u00fcr 230\u2011V\u2011Einphasenstrom. Ein Laie, der den falschen Stecker in die falsche Buchse steckte, riskierte die Zerst\u00f6rung des Ger\u00e4tes.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der R\u00fcckbau<\/strong>\u00a0\u2013 Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroherden mit einphasigem Anschluss (230 V) wurde der Perilex in den 1990er Jahren langsam obsolet. Heute ist er in Neubauten kaum noch zu finden \u2013 ein echter Fall f\u00fcr die Technikarch\u00e4ologie.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Der stille Sieger: Cinch (RCA) \u2013 und warum er \u00fcberlebte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben all den nationalen Eigenentwicklungen gab es einen Stecker, der alle \u00fcberdauerte: der&nbsp;<strong>Cinch\u2011Stecker<\/strong>&nbsp;(auch RCA\u2011Stecker genannt, nach der Radio Corporation of America). Entwickelt in den 1940er Jahren f\u00fcr den Anschluss von Phonographen, setzte er sich in den 1970er Jahren weltweit als Standard f\u00fcr&nbsp;<strong>Composite\u2011Video und Stereo\u2011Audio<\/strong>&nbsp;durch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum \u00fcberlebte der Cinch, w\u00e4hrend DIN und SCART verschwanden?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Einfachheit<\/strong>\u00a0\u2013 Ein Stecker, ein Kabel, ein Signal. Keine Verwechslungsgefahr durch verschiedene PIN\u2011Belegungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Robustheit<\/strong>\u00a0\u2013 Der Cinch\u2011Stecker hat eine mechanische Rastung durch die leichte Konizit\u00e4t der H\u00fclse \u2013 er sitzt fest, l\u00e4sst sich aber dennoch leicht ziehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Skalierbarkeit<\/strong>\u00a0\u2013 F\u00fcr Stereo brauchte man einfach zwei Cinch\u2011Stecker \u2013 kein Problem. F\u00fcr RGB\u2011Video drei \u2013 ebenfalls kein Problem.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Die Wiederentdeckung \u2013 Vintage\u2011HiFi und Retrokultur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren erleben die Steckverbinder der 1970er eine \u00fcberraschende Renaissance \u2013 nicht in der Mainstream\u2011Technik, aber in der&nbsp;<strong>Vintage\u2011HiFi\u2011Szene<\/strong>&nbsp;und bei&nbsp;<strong>Retro\u2011Gamern<\/strong>. Sammler alter R\u00f6hrenverst\u00e4rker von Telefunken oder Grundig suchen h\u00e4nderingend nach originalgetreuen DIN\u2011Kabeln. SCART wird von Retro\u2011Gamern gesch\u00e4tzt, da er das beste analoge RGB\u2011Signal f\u00fcr alte Konsolen wie den SNES oder die PlayStation liefert .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick in die Foren zeigt: &#8222;Die Qualit\u00e4t der SCART\u2011Kabel ist entscheidend. Gut abgeschirmte Kabel mit RGB\u2011Unterst\u00fctzung sind Gold wert&#8220; . Die Techarch\u00e4ologie wird hier zur praktischen Anwendung \u2013 und die &#8222;Buchsen, die keiner mehr kennt&#8220;, werden pl\u00f6tzlich wieder gesucht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Ein Vergleich der Steckersysteme<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Steckverbinder<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Herkunft<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Hauptanwendung<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Pole<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Vorteile<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Nachteile<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Status 2025<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>DIN\u2011Stecker<\/strong><\/td><td>Deutschland<\/td><td>Audio (HiFi)<\/td><td>3\u20137<\/td><td>Ein Kabel f\u00fcr beide Richtungen<\/td><td>PIN\u2011Verwirrung, keine Rastung<\/td><td>Nischen\u2011Einsatz (Vintage)<\/td><\/tr><tr><td><strong>SCART (P\u00e9ritel)<\/strong><\/td><td>Frankreich<\/td><td>Video\/Audio (TV)<\/td><td>21<\/td><td>Alle Signale in einem Kabel<\/td><td>Sperrig, PIN\u2011Verwirrung<\/td><td>Retro\u2011Gaming, selten<\/td><\/tr><tr><td><strong>Belling\u2011Lee<\/strong><\/td><td>Gro\u00dfbritannien<\/td><td>TV\u2011Antenne<\/td><td>2<\/td><td>Einfach, preiswert<\/td><td>Keine Norm, lose Passung<\/td><td>Veraltet<\/td><\/tr><tr><td><strong>Perilex<\/strong><\/td><td>Deutschland<\/td><td>Drehstrom (Herd)<\/td><td>5<\/td><td>Verpolungssicher<\/td><td>Verwechslungsgefahr<\/td><td>Kaum noch im Einsatz<\/td><\/tr><tr><td><strong>Cinch (RCA)<\/strong><\/td><td>USA<\/td><td>Audio\/Video<\/td><td>1\u20133<\/td><td>Einfach, robust, weltweit<\/td><td>Ein Signal pro Stecker<\/td><td>Weltstandard<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit &amp; Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steckverbinder der 1970er Jahre waren mehr als technische L\u00f6sungen \u2013 sie waren&nbsp;<strong>Ausdruck nationaler Industriepolitik<\/strong>. Die Deutschen bauten auf den DIN\u2011Stecker, die Franzosen auf SCART, die Briten auf Belling\u2011Lee, und die Amerikaner auf Cinch. Es war ein &#8222;Krieg der Stecker&#8220;, den letztlich der&nbsp;<strong>einfachste und robusteste<\/strong>&nbsp;Standard gewann: der Cinch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch: Die alten Stecker leben in den Herzen der Technikliebhaber weiter. Sie sind Zeugen einer Zeit, in der Elektronik noch handwerklich gepr\u00e4gt war, in der jedes Land seine eigenen Wege ging und in der der Austausch von Ger\u00e4ten \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg ein Abenteuer war. F\u00fcr den Techarch\u00e4ologen sind sie Fenster in eine vergangene Welt \u2013 und manchmal, bei einem alten R\u00f6hrenverst\u00e4rker, h\u00f6rt man noch ihr Echo.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Fernmeldetechnik: DIN-Steckverbinder \u2013 Geschichte und Technik<\/em>, Technisches Museum Berlin, 2019<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wikipedia: SCART \u2013 Geschichte und technische Spezifikation<\/em>\u00a0(abgerufen 2025)<\/li>\n\n\n\n<li><em>Elektor Magazin: &#8222;Vergessene Steckverbinder \u2013 eine Spurensuche&#8220;<\/em>, Ausgabe 3\/2022<\/li>\n\n\n\n<li><em>Retro Gaming Forum: &#8222;SCART-Kabel \u2013 die Qualit\u00e4tsfrage&#8220;<\/em>, 2024<\/li>\n\n\n\n<li><em>Busch\u2011Jaeger Produktarchiv: Perilex \u2013 Geschichte eines Steckers<\/em>, 2001<\/li>\n\n\n\n<li><em>IEEE History Center: &#8222;The RCA Connector \u2013 A Success Story&#8220;<\/em>, 2020<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Wer heute ein \u00e4lteres HiFi\u2011Ger\u00e4t oder einen R\u00f6hrenfernseher aus den 1970er Jahren aufschraubt, blickt auf ein Panoptikum l\u00e4ngst vergessener Steckverbindungen. 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