{"id":5881,"date":"2026-06-29T05:22:06","date_gmt":"2026-06-29T05:22:06","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=5881"},"modified":"2026-06-29T05:22:06","modified_gmt":"2026-06-29T05:22:06","slug":"die-kunst-der-zwei-schluessel-wie-asymmetrische-verschluesselung-unsere-digitale-welt-zusammenhaelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-kunst-der-zwei-schluessel-wie-asymmetrische-verschluesselung-unsere-digitale-welt-zusammenhaelt\/","title":{"rendered":"Die Kunst der zwei Schl\u00fcssel \u2013 Wie asymmetrische Verschl\u00fcsselung unsere digitale Welt zusammenh\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde geschieht etwas scheinbar Magisches: Ein Smartphone installiert ein Betriebssystem-Update, eine Kreditkartenzahlung wird autorisiert, eine E-Mail mit vertraulichem Anhang erreicht ihr Ziel \u2013 und in all diesen Momenten wird eine Frage beantwortet, die so alt ist wie die Kommunikation selbst:&nbsp;<em>Wie kann ich sicher sein, dass nur der richtige Empf\u00e4nger meine Botschaft versteht?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort darauf ist ein Meisterwerk mathematischer Raffinesse: die asymmetrische Verschl\u00fcsselung. Was im Alltag unsichtbar im Hintergrund arbeitet, ist in Wahrheit eine der bedeutendsten technologischen Errungenschaften des sp\u00e4ten 20. Jahrhunderts \u2013 ein Fundament, auf dem die digitale Wirtschaft, die globale Kommunikation und nicht zuletzt unser aller Privatsph\u00e4re ruhen. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Grundlagen, die Geschichte, die mathematischen Wunderwerke und die Zukunft dieser Schl\u00fcsseltechnologie.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Grundproblem: Der Fluch des geteilten Geheimnisses<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum asymmetrische Kryptografie \u00fcberhaupt notwendig ist, muss man einen Schritt zur\u00fccktreten. Die Menschheit verschl\u00fcsselt seit Jahrtausenden \u2013 von der Caesar-Verschl\u00fcsselung im alten Rom bis zur Enigma im Zweiten Weltkrieg. All diese Verfahren hatten eines gemeinsam:&nbsp;<strong>Sie waren symmetrisch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Es gibt&nbsp;<em>einen<\/em>&nbsp;Schl\u00fcssel, der sowohl zum Verschl\u00fcsseln als auch zum Entschl\u00fcsseln dient. Wer den Schl\u00fcssel kennt, kann lesen&nbsp;<em>und<\/em>&nbsp;schreiben. Das Problem ist offensichtlich: Wie bringt man den Schl\u00fcssel sicher zum Empf\u00e4nger, ohne dass ein Dritter ihn abf\u00e4ngt? Dieses&nbsp;<strong>Schl\u00fcsselverteilungsproblem<\/strong>&nbsp;ist so alt wie die Kryptografie selbst und war bis in die 1970er Jahre ungel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man stelle sich vor: Zwei Diplomaten in verschiedenen L\u00e4ndern wollen geheime Botschaften austauschen. Sie k\u00f6nnten einen Boten mit einem Koffer voller Schl\u00fcssel schicken \u2013 aber was, wenn der Bote abgefangen wird? Sie k\u00f6nnten den Schl\u00fcssel in mehreren Teilen verschicken \u2013 aber das ist aufwendig und nie wirklich sicher. Dieses Dilemma schien fundamental. Bis eine kleine Gruppe von Mathematikern und Kryptografen eine geradezu revolution\u00e4re Idee hatte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geburt einer Revolution: Von geheimen Laboren und Stanford-Tr\u00e4umern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der asymmetrischen Verschl\u00fcsselung ist eine Geschichte von parallelen Entwicklungen, Geheimhaltung und letztlich der Befreiung des Wissens.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der britische Vorl\u00e4ufer: Clarks geheimnisvolle Erfindung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es begann im Jahr 1973, tief im britischen Government Communications Headquarters (GCHQ), dem Pendant zur US-amerikanischen NSA. Der britische Mathematiker&nbsp;<strong>Clifford Cocks<\/strong>&nbsp;entwickelte dort einen Algorithmus f\u00fcr die Public-Key-Kryptografie \u2013 im Grunde das, was sp\u00e4ter als RSA bekannt werden sollte<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Doch die Arbeit war streng geheim. Cocks\u2018 Erfindung wurde klassifiziert, nie ver\u00f6ffentlicht und blieb der \u00d6ffentlichkeit bis 1997 vorenthalten<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Welt musste noch vier Jahre warten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der \u00f6ffentliche Durchbruch: Diffie, Hellman und die &#8222;New Directions&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1976 ver\u00f6ffentlichten&nbsp;<strong>Whitfield Diffie<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Martin Hellman<\/strong>&nbsp;von der Stanford Universit\u00e4t ihr bahnbrechendes Paper&nbsp;<em>&#8222;New Directions in Cryptography&#8220;<\/em><a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sie schlugen erstmals \u00f6ffentlich das Konzept der&nbsp;<strong>Public-Key-Kryptografie<\/strong>&nbsp;vor \u2013 also die Idee, dass es zwei verschiedene Schl\u00fcssel geben k\u00f6nnte: einen \u00f6ffentlichen zum Verschl\u00fcsseln und einen privaten zum Entschl\u00fcsseln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie nannten dieses Konzept eine&nbsp;<strong>&#8222;Fallt\u00fcr-Funktion&#8220;<\/strong>&nbsp;(Trap Door Function)<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;\u2013 eine mathematische Operation, die leicht in eine Richtung zu berechnen ist, aber ohne einen geheimen &#8222;Trick&#8220; (die Fallt\u00fcr) praktisch nicht umkehrbar<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Analogie: Es ist einfach, zwei Primzahlen zu multiplizieren. Es ist aber extrem schwer, aus dem Produkt wieder die urspr\u00fcnglichen Primzahlen zu finden<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem: Diffie und Hellman hatten die Theorie, aber noch keinen praktikablen Algorithmus, der dieses Prinzip wirklich umsetzte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1977: Der Triumph von MIT \u2013 Die Geburt von RSA<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jahr sp\u00e4ter, 1977, gelang am Massachusetts Institute of Technology (MIT) der entscheidende Durchbruch. Die drei Mathematiker&nbsp;<strong>Ronald Rivest, Adi Shamir<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Leonard Adleman<\/strong>&nbsp;entwickelten den ersten praktisch einsetzbaren Public-Key-Algorithmus \u2013 das&nbsp;<strong>RSA-Kryptosystem<\/strong><a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte ist fast legend\u00e4r: Die drei versuchten zun\u00e4chst, die Theorie von Diffie und Hellman zu widerlegen. Als ihnen das nicht gelang, entwickelten sie aus den \u00dcberlegungen heraus ein eigenes Verfahren<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Der Name RSA setzt sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen zusammen \u2013 bemerkenswerterweise in nicht-alphabetischer Reihenfolge, weil Adleman seinen Anteil als gering einsch\u00e4tzte und anfangs gar nicht als Autor genannt werden wollte<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1983 lie\u00dfen Rivest, Shamir und Adleman das Verfahren patentieren<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;\u2013 ein Patent, das erst im September 2000 auslief<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Bis dahin dominierte RSA die Welt der asymmetrischen Kryptografie und wurde zum De-facto-Standard f\u00fcr sichere Kommunikation im Internet<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Mathematik dahinter: Wie RSA wirklich funktioniert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Genialit\u00e4t von RSA zu verstehen, muss man sich die Mathematik ansehen. Sie ist \u00fcberraschend elegant und fu\u00dft auf einem Prinzip, das jeder Grundsch\u00fcler beherrscht: der Primfaktorzerlegung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Schl\u00fcsselerzeugung \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Prozess der Schl\u00fcsselerzeugung l\u00e4sst sich in f\u00fcnf Schritten beschreiben<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wahl zweier gro\u00dfer Primzahlen<\/strong>: Man w\u00e4hlt zwei zuf\u00e4llige, gro\u00dfe Primzahlen\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>\u00a0und\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>. In der Praxis haben diese hunderte von Stellen<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. F\u00fcr ein Beispiel nehmen wir\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><mo>=<\/mo><mn>61<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>=61\u00a0und\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><mo>=<\/mo><mn>53<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>=53.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Berechnung des Moduls<\/strong>: Man multipliziert die beiden Primzahlen:\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>n<\/mi><mo>=<\/mo><mi>p<\/mi><mo>\u22c5<\/mo><mi>q<\/mi><mo>=<\/mo><mn>61<\/mn><mo>\u22c5<\/mo><mn>53<\/mn><mo>=<\/mo><mn>3233<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>n<\/em>=<em>p<\/em>\u22c5<em>q<\/em>=61\u22c553=3233. Diese Zahl\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>n<\/em>\u00a0wird Teil\u00a0<em>beider<\/em>\u00a0Schl\u00fcssel \u2013 des \u00f6ffentlichen und des privaten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Berechnung der Eulerschen Phi-Funktion<\/strong>: Man berechnet\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><mo>=<\/mo><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>p<\/mi><mo>\u2212<\/mo><mn>1<\/mn><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><mo>\u22c5<\/mo><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>q<\/mi><mo>\u2212<\/mo><mn>1<\/mn><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><mo>=<\/mo><mn>60<\/mn><mo>\u22c5<\/mo><mn>52<\/mn><mo>=<\/mo><mn>3120<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>)=(<em>p<\/em>\u22121)\u22c5(<em>q<\/em>\u22121)=60\u22c552=3120. Diese Zahl ist das\u00a0<em>geheime<\/em>\u00a0Herzst\u00fcck des Verfahrens. Nur wer\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>\u00a0und\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>\u00a0kennt, kann sie berechnen<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wahl des \u00f6ffentlichen Exponenten<\/strong>: Man w\u00e4hlt eine Zahl\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>e<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>e<\/em>, die teilerfremd zu\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math><em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>)\u00a0ist, also keinen gemeinsamen Teiler mit 3120 hat. In der Praxis wird h\u00e4ufig\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>e<\/mi><mo>=<\/mo><mn>65537<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>e<\/em>=65537\u00a0verwendet, weil es eine Primzahl ist und die Verschl\u00fcsselung besonders effizient macht. Der\u00a0<strong>\u00f6ffentliche Schl\u00fcssel<\/strong>\u00a0ist das Paar\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo separator=\"true\">,<\/mo><mi>e<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(<em>n<\/em>,<em>e<\/em>), also\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mn>3233<\/mn><mo separator=\"true\">,<\/mo><mn>17<\/mn><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(3233,17)\u00a0in unserem Beispiel<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Berechnung des privaten Exponenten<\/strong>: Man findet eine Zahl\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>d<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>d<\/em>, sodass\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>e<\/mi><mo>\u22c5<\/mo><mi>d<\/mi><mo>\u2261<\/mo><mn>1<\/mn><mspace><\/mspace><mspace width=\"0.4444em\"><\/mspace><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mrow><mi mathvariant=\"normal\">m<\/mi><mi mathvariant=\"normal\">o<\/mi><mi mathvariant=\"normal\">d<\/mi><\/mrow><mspace width=\"0.3333em\"><\/mspace><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math><em>e<\/em>\u22c5<em>d<\/em>\u22611(mod<em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>))\u00a0gilt. Das bedeutet:\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>e<\/mi><mo>\u22c5<\/mo><mi>d<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>e<\/em>\u22c5<em>d<\/em>\u00a0geteilt durch\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math><em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>)\u00a0ergibt den Rest 1. In unserem Beispiel ist\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>d<\/mi><mo>=<\/mo><mn>2753<\/mn><\/mrow><\/semantics><\/math><em>d<\/em>=2753. Der\u00a0<strong>private Schl\u00fcssel<\/strong>\u00a0ist das Paar\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo separator=\"true\">,<\/mo><mi>d<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(<em>n<\/em>,<em>d<\/em>), also\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mn>3233<\/mn><mo separator=\"true\">,<\/mo><mn>2753<\/mn><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(3233,2753)<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ver- und Entschl\u00fcsselung \u2013 Die Magie der Potenzrechnung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hat man die Schl\u00fcssel, ist die Anwendung einfach:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Verschl\u00fcsseln<\/strong>\u00a0einer Nachricht\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>m<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>m<\/em>\u00a0(als Zahl dargestellt) mit dem \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo separator=\"true\">,<\/mo><mi>e<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(<em>n<\/em>,<em>e<\/em>):<br><math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>c<\/mi><mo>=<\/mo><msup><mi>m<\/mi><mi>e<\/mi><\/msup><mtext>\u200a<\/mtext><mo lspace=\"0.22em\" rspace=\"0.22em\"><mrow style=\"border-color: currentcolor;\"><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">m<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">o<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">d<\/mi><\/mrow><\/mo><mtext>\u200a<\/mtext><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>c<\/em>=<em>m<\/em><em>e<\/em>mod<em>n<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Entschl\u00fcsseln<\/strong>\u00a0des Geheimtextes\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>c<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>c<\/em>\u00a0mit dem privaten Schl\u00fcssel\u00a0<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo separator=\"true\">,<\/mo><mi>d<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(<em>n<\/em>,<em>d<\/em>):<br><math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>m<\/mi><mo>=<\/mo><msup><mi>c<\/mi><mi>d<\/mi><\/msup><mtext>\u200a<\/mtext><mo lspace=\"0.22em\" rspace=\"0.22em\"><mrow style=\"border-color: currentcolor;\"><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">m<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">o<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">d<\/mi><\/mrow><\/mo><mtext>\u200a<\/mtext><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>m<\/em>=<em>c<\/em><em>d<\/em>mod<em>n<\/em><a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mathematik garantiert, dass diese Operationen invers zueinander sind \u2013 dank des Satzes von Euler-Fermat. Die Sicherheit beruht auf einer einzigen, aber entscheidenden Annahme:&nbsp;<strong>Dass es praktisch unm\u00f6glich ist,&nbsp;n<em>n<\/em>&nbsp;in seine Primfaktoren&nbsp;p<em>p<\/em>&nbsp;und&nbsp;q<em>q<\/em>&nbsp;zu zerlegen<\/strong><a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Einwegfunktion \u2013 Das Herz der Sicherheit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Multiplikation von&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>&nbsp;und&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>&nbsp;zu&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>n<\/em>&nbsp;ist trivial. Die Umkehrung \u2013 aus&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>n<\/em>&nbsp;wieder&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>&nbsp;und&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>&nbsp;zu finden \u2013 ist bei gro\u00dfen Zahlen mit heutiger Technik praktisch unm\u00f6glich<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Diese&nbsp;<strong>Asymmetrie<\/strong>&nbsp;der Rechenaufwand ist das, was Kryptografen eine&nbsp;<strong>Einwegfunktion<\/strong>&nbsp;nennen<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man stelle sich vor: Ein Angreifer sieht den \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo separator=\"true\">,<\/mo><mi>e<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math>(<em>n<\/em>,<em>e<\/em>). Um den privaten Schl\u00fcssel&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>d<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>d<\/em>&nbsp;zu berechnen, br\u00e4uchte er&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math><em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>). Um&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>\u03c6<\/mi><mo stretchy=\"false\">(<\/mo><mi>n<\/mi><mo stretchy=\"false\">)<\/mo><\/mrow><\/semantics><\/math><em>\u03c6<\/em>(<em>n<\/em>)&nbsp;zu berechnen, br\u00e4uchte er&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>&nbsp;und&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>. Um&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>p<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>p<\/em>&nbsp;und&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>q<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>q<\/em>&nbsp;zu bekommen, m\u00fcsste er&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>n<\/em>&nbsp;faktorisieren. Und genau daran scheitert er \u2013 bei einer 2048-Bit-Zahl (etwa 617 Stellen) br\u00e4uchte der schnellste Supercomputer l\u00e4nger als das Universum alt ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Schl\u00fcsselgr\u00f6\u00dfe (Bit)<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Dezimalstellen<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Faktorisierungsaufwand (gesch\u00e4tzt)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>512<\/td><td>ca. 155<\/td><td>1999 geknackt<\/td><\/tr><tr><td>768<\/td><td>ca. 231<\/td><td>2009 geknackt<\/td><\/tr><tr><td>1024<\/td><td>ca. 308<\/td><td>extrem aufwendig, nicht mehr empfohlen<\/td><\/tr><tr><td>2048<\/td><td>ca. 617<\/td><td>mit heutiger Technik praktisch unm\u00f6glich<\/td><\/tr><tr><td>4096<\/td><td>ca. 1233<\/td><td>als langfristig sicher geltend<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Tabelle 1: \u00dcbersicht \u00fcber RSA-Schl\u00fcssell\u00e4ngen und deren Faktorisierbarkeit. Quelle: BSI-Empfehlungen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die zwei Gesichter der asymmetrischen Kryptografie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Asymmetrische Verfahren wie RSA k\u00f6nnen zwei grundlegend verschiedene Aufgaben erf\u00fcllen \u2013 und das ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre enorme Bedeutung<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gesicht 1: Vertraulichkeit \u2013 Verschl\u00fcsselung f\u00fcr alle<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klassische Anwendung:&nbsp;<strong>Jeder kann verschl\u00fcsseln, nur einer kann entschl\u00fcsseln<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Alice eine vertrauliche Nachricht an Bob senden will, nimmt sie Bobs \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel, verschl\u00fcsselt die Nachricht damit und sendet sie ab. Nur Bob, der im Besitz des zugeh\u00f6rigen privaten Schl\u00fcssels ist, kann sie lesen<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Selbst wenn ein Angreifer die Nachricht abf\u00e4ngt \u2013 ohne Bobs privaten Schl\u00fcssel bleibt sie unlesbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Eigenschaft ist die Grundlage f\u00fcr:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>SSL\/TLS<\/strong>\u00a0(das &#8222;S&#8220; in HTTPS), das jede sichere Webseiten-Verbindung absichert<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sichere E-Mail<\/strong>\u00a0mit PGP oder S\/MIME<\/li>\n\n\n\n<li><strong>VPN-Verbindungen<\/strong>\u00a0und viele andere Protokolle<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gesicht 2: Authentizit\u00e4t \u2013 Digitale Signaturen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite, mindestens ebenso wichtige Anwendung:&nbsp;<strong>Nur einer kann unterschreiben, jeder kann pr\u00fcfen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier dreht man die Schl\u00fcssel einfach um. Alice signiert eine Nachricht mit&nbsp;<em>ihrem privaten Schl\u00fcssel<\/em>. Jeder, der Alices \u00f6ffentlichen Schl\u00fcssel besitzt, kann die Signatur \u00fcberpr\u00fcfen und sich so vergewissern, dass:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Nachricht tats\u00e4chlich von Alice stammt (<strong>Authentizit\u00e4t<\/strong>),<\/li>\n\n\n\n<li>Die Nachricht seit der Signatur nicht ver\u00e4ndert wurde (<strong>Integrit\u00e4t<\/strong>)<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese digitale Unterschrift ist heute allgegenw\u00e4rtig:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Software-Updates<\/strong>\u00a0werden von Herstellern signiert \u2013 Ihr Smartphone pr\u00fcft die Signatur, bevor es ein Update installiert.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>App-Stores<\/strong>\u00a0verifizieren die Herkunft jeder App.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kryptow\u00e4hrungen<\/strong>\u00a0nutzen Signaturen f\u00fcr Transaktionen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>SSL-Zertifikate<\/strong>\u00a0sind im Kern digitale Signaturen, die die Identit\u00e4t einer Webseite best\u00e4tigen<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die hybride Praxis: Warum wir beides brauchen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Asymmetrische Verschl\u00fcsselung hat einen entscheidenden Nachteil:&nbsp;<strong>Sie ist langsam<\/strong>. Die Potenzrechnung mit riesigen Zahlen (etwa&nbsp;<math xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/1998\/Math\/MathML\"><semantics><mrow><mi>c<\/mi><mo>=<\/mo><msup><mi>m<\/mi><mi>e<\/mi><\/msup><mtext>\u200a<\/mtext><mo lspace=\"0.22em\" rspace=\"0.22em\"><mrow style=\"border-color: currentcolor;\"><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">m<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">o<\/mi><mi mathvariant=\"normal\" style=\"border-color: currentcolor;\">d<\/mi><\/mrow><\/mo><mtext>\u200a<\/mtext><mi>n<\/mi><\/mrow><\/semantics><\/math><em>c<\/em>=<em>m<\/em><em>e<\/em>mod<em>n<\/em>) ist rechenintensiv. Symmetrische Verfahren wie AES sind dagegen um Gr\u00f6\u00dfenordnungen schneller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00f6sung ist ein&nbsp;<strong>Hybridverfahren<\/strong>, das in der Praxis bei nahezu jeder sicheren Verbindung zum Einsatz kommt:<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Schl\u00fcsselaustausch<\/strong>\u00a0mit asymmetrischer Kryptografie: Die beiden Parteien tauschen sicher einen\u00a0<em>symmetrischen<\/em>\u00a0Schl\u00fcssel aus \u2013 zum Beispiel mit RSA oder Diffie-Hellman.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Daten\u00fcbertragung<\/strong>\u00a0mit symmetrischer Verschl\u00fcsselung: Die eigentlichen Daten werden mit dem ausgetauschten symmetrischen Schl\u00fcssel (z.B. AES) verschl\u00fcsselt \u2013 schnell und effizient.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Mal, wenn Sie eine HTTPS-Verbindung aufbauen, l\u00e4uft genau dieses Zusammenspiel im Hintergrund ab. Sie merken nichts davon \u2013 aber es ist das Fundament Ihrer digitalen Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bedrohung von morgen: Quantencomputer und das Ende von RSA?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So elegant RSA auch ist \u2013 seine Sicherheit beruht auf einer Annahme, die m\u00f6glicherweise nicht f\u00fcr alle Zeit gilt:&nbsp;<strong>Dass kein effizienter Algorithmus zur Faktorisierung gro\u00dfer Zahlen existiert<\/strong><a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Shors Algorithmus \u2013 Der Quantenhammer<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1994 zeigte der Mathematiker&nbsp;<strong>Peter Shor<\/strong>, dass ein leistungsf\u00e4higer Quantencomputer gro\u00dfe Zahlen in polynomialer Zeit faktorisieren k\u00f6nnte. Das bedeutet: Ein Quantencomputer mit ausreichend vielen Qubits k\u00f6nnte RSA in Minuten oder Stunden brechen \u2013 eine Aufgabe, f\u00fcr die klassische Computer Jahrtausende br\u00e4uchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bedrohung ist real und wird von Sicherheitsbeh\u00f6rden weltweit ernst genommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Reaktion: Post-Quanten-Kryptografie (PQC)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Februar 2026 neue, wegweisende Empfehlungen ver\u00f6ffentlicht<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Verschluesselungs-Empfehlungen-des-BSI-Das-Ende-fuer-RSA-und-ECC-naht-11172624.html?view=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Kernaussage:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Bis Ende 2031<\/strong>\u00a0sollen klassische asymmetrische Verfahren wie RSA und ECC (Elliptic Curve Cryptography)\u00a0<strong>nicht mehr alleine<\/strong>\u00a0eingesetzt werden<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Verschluesselungs-Empfehlungen-des-BSI-Das-Ende-fuer-RSA-und-ECC-naht-11172624.html?view=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Stattdessen empfiehlt das BSI\u00a0<strong>hybride Verfahren<\/strong>, die klassische Kryptografie mit\u00a0<strong>Post-Quanten-Kryptografie (PQC)<\/strong>\u00a0kombinieren<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr h\u00f6chstsensitive Anwendungen soll die Umstellung bereits\u00a0<strong>bis Ende 2030<\/strong>\u00a0erfolgen<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fcr digitale Signaturen ist eine Abk\u00fcndigung der alleinigen Nutzung bis\u00a0<strong>Ende 2035<\/strong>\u00a0geplant<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BSI-Pr\u00e4sidentin Claudia Plattner betont:&nbsp;<em>&#8222;Die Umstellung auf Verfahren der Post-Quanten-Kryptographie ist alternativlos&#8220;<\/em><a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA hat bereits im August 2024 vier Post-Quanten-Algorithmen standardisiert. Die Welt bereitet sich auf die Zeit nach RSA vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Meilenstein<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Datum<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Bedeutung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>1973<\/td><td>Clifford Cocks entwickelt Public-Key-Krypto bei GCHQ (geheim)<\/td><td>Erste praktische Umsetzung<\/td><\/tr><tr><td>1976<\/td><td>Ver\u00f6ffentlichung von &#8222;New Directions in Cryptography&#8220;<\/td><td>\u00d6ffentliche Theorie der Public-Key-Krypto<\/td><\/tr><tr><td>1977<\/td><td>Entwicklung von RSA am MIT<\/td><td>Erster praktikabler Public-Key-Algorithmus<\/td><\/tr><tr><td>1983<\/td><td>RSA-Patent erteilt<\/td><td>Kommerzielle Verwertung<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>Shor ver\u00f6ffentlicht Quantenalgorithmus<\/td><td>Theoretische Bedrohung f\u00fcr RSA<\/td><\/tr><tr><td>2000<\/td><td>RSA-Patent l\u00e4uft aus<\/td><td>Freie Nutzung m\u00f6glich<\/td><\/tr><tr><td>2024<\/td><td>NIST standardisiert PQC-Algorithmen<\/td><td>Erste quantensichere Standards<\/td><\/tr><tr><td>2026<\/td><td>BSI empfiehlt Ende klassischer Verfahren<\/td><td>Konkreter Zeitplan f\u00fcr Migration<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Tabelle 2: Historische Meilensteine der asymmetrischen Kryptografie.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die asymmetrische Verschl\u00fcsselung ist eine der gro\u00dfen intellektuellen Leistungen des 20. Jahrhunderts \u2013 vergleichbar mit der Entdeckung der DNS-Struktur oder der Entwicklung des Transistors. Sie hat die Art und Weise, wie wir kommunizieren, grundlegend ver\u00e4ndert und erst die digitale Wirtschaft erm\u00f6glicht, wie wir sie heute kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was 1973 in den geheimen Laboren des GCHQ begann und 1977 am MIT der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurde, ist heute das unsichtbare R\u00fcckgrat unserer vernetzten Welt<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Jedes Mal, wenn wir eine Webseite aufrufen, eine Nachricht verschl\u00fcsseln oder eine digitale Unterschrift leisten, stehen wir auf den Schultern von Rivest, Shamir, Adleman, Diffie, Hellman \u2013 und nicht zuletzt Clifford Cocks, dessen Arbeit drei Jahrzehnte lang ein Geheimnis blieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Geschichte geht weiter. Die \u00c4ra von RSA und ECC, wie wir sie kennen, neigt sich ihrem Ende entgegen<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Verschluesselungs-Empfehlungen-des-BSI-Das-Ende-fuer-RSA-und-ECC-naht-11172624.html?view=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Bedrohung durch Quantencomputer ist real, und die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie ist eine der gr\u00f6\u00dften technologischen Herausforderungen der kommenden Jahre<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es geht nicht um die Frage&nbsp;<em>ob<\/em>, sondern&nbsp;<em>wann<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>wie<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch: Das Prinzip bleibt. Die Idee, dass man zwei Schl\u00fcssel nutzen kann \u2013 einen zum Teilen, einen zum Geheimhalten \u2013 wird uns noch lange begleiten. Sie ist zu elegant, zu m\u00e4chtig, zu fundamental, um einfach verschwinden zu k\u00f6nnen. Die Algorithmen m\u00f6gen sich \u00e4ndern, die Mathematik wird komplexer \u2013 aber der Kern, die Einwegfunktion, die Fallt\u00fcr, die asymmetrische Beziehung zwischen Verschl\u00fcsseln und Entschl\u00fcsseln, wird bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kunst der zwei Schl\u00fcssel hat unsere Welt ver\u00e4ndert. Und sie wird sie weiter ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Rivest, R. L., Shamir, A., &amp; Adleman, L. (1978). &#8222;A Method for Obtaining Digital Signatures and Public-Key Cryptosystems&#8220;. Communications of the ACM, 21(2), 120-126.\u00a0<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Diffie, W., &amp; Hellman, M. (1976). &#8222;New Directions in Cryptography&#8220;. IEEE Transactions on Information Theory, 22(6), 644-654.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/computerweekly.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ComputerWeekly.de<\/a>:\u00a0&#8222;RSA-Algorithmus (Rivest-Shamir-Adleman)&#8220; \u2013 Definition und Erkl\u00e4rung.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/RSA-Algorithmus-Rivest-Shamir-Adleman?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/computerweekly.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ComputerWeekly.de<\/a>:\u00a0&#8222;Asymmetrische Kryptografie (Public-Key-Kryptografie)&#8220; \u2013 Grundlagen und Geschichte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.computerweekly.com\/de\/definition\/Asymmetrische-Kryptografie-Public-Key-Kryptografie?vgnextfmt=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia: &#8222;RSA-Kryptosystem&#8220; \u2013 Umfassende Darstellung des Verfahrens.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RSA-Kryptosystem\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): &#8222;BSI empfiehlt Ende klassischer asymmetrischer Verschl\u00fcsselungsverfahren&#8220; \u2013 Pressemitteilung vom 11. Februar 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bsi.bund.de\/DE\/Service-Navi\/Presse\/Pressemitteilungen\/Presse2026\/260211_Ende_klassischer_Verschluesselungsverfahren.html?utm_source=thenextgentechinsider.com&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=post_article\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Heise online: &#8222;Neue Verschl\u00fcsselungs-Empfehlungen des BSI: Das Ende f\u00fcr RSA und ECC naht&#8220; \u2013 Berichterstattung vom 11. Februar 2026.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Neue-Verschluesselungs-Empfehlungen-des-BSI-Das-Ende-fuer-RSA-und-ECC-naht-11172624.html?view=print\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Shor, P. W. (1994). &#8222;Algorithms for Quantum Computation: Discrete Logarithms and Factoring&#8220;. Proceedings of the 35th Annual Symposium on Foundations of Computer Science, 124-134.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>RSA Laboratories: &#8222;Cryptography FAQ \u2013 What is the RSA cryptosystem?&#8220; \u2013 Technische Grundlagen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www2.math.upenn.edu\/~kazdan\/210S19\/Notes\/crypto\/RSA_cryptosystem.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von DerSchneider Einleitung Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde geschieht etwas scheinbar Magisches: Ein Smartphone installiert ein Betriebssystem-Update, eine Kreditkartenzahlung wird autorisiert, eine E-Mail mit vertraulichem Anhang erreicht ihr Ziel \u2013 und in all diesen Momenten wird eine Frage beantwortet, die so alt ist wie die Kommunikation selbst:&nbsp;Wie kann ich sicher sein, dass nur der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,17,18,1,37],"tags":[8264,1673,8269,8268,8267,8266,8265],"class_list":["post-5881","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-digitalkultur","category-im-herz","category-im-kopf-methoden-werkzeuge","category-uncategorized","category-wissenspeicher","tag-asymmetrische-verschluesselung","tag-digitale-signatur","tag-einwegfunktion","tag-post-quanten-kryptografie","tag-primfaktorzerlegung","tag-public-key-kryptografie","tag-rsa-algorithmus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5881"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5882,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5881\/revisions\/5882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}