{"id":6265,"date":"2026-07-23T06:12:45","date_gmt":"2026-07-23T06:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=6265"},"modified":"2026-07-31T14:32:52","modified_gmt":"2026-07-31T14:32:52","slug":"der-deutsche-walfang-von-der-arktis-in-die-antarktis-und-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/der-deutsche-walfang-von-der-arktis-in-die-antarktis-und-zurueck\/","title":{"rendered":"Der deutsche Walfang: Von der Arktis in die Antarktis und zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des deutschen Walfangs ist eine Geschichte zweier Pole \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes. Sie reicht von den eisigen Weiten der Arktis, wo hanseatische Kaufleute und friesische Seeleute \u00fcber Jahrhunderte ein gef\u00e4hrliches Handwerk betrieben, bis in die 1930er Jahre, als Deutschland unter nationalsozialistischer Regie kurzzeitig zur drittgr\u00f6\u00dften Walfangnation der Welt aufstieg. Es ist ein Kapitel deutscher Wirtschafts- und Technikgeschichte, das von der Jagd nach einem scheinbar unersch\u00f6pflichen Rohstoff, von wirtschaftlicher Abh\u00e4ngigkeit, politischer Hybris und den fatalen Folgen f\u00fcr die Natur erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u00c4ra der Arktis: Ein gef\u00e4hrliches Handwerk (17.\u201319. Jahrhundert)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ursprung des organisierten deutschen Walfangs liegt im 17. Jahrhundert. Angelehnt an die Niederl\u00e4nder, die als erste systematisch Walfang-Expeditionen nach Spitzbergen unternahmen, zogen auch Deutsche von den norddeutschen K\u00fcsten ins Nordmeer&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Hamburg war eine treibende Kraft. Bereits 1643 schickte die Hansestadt erste Schiffe auf &#8222;Gr\u00f6nlandfahrt&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, und Bremen folgte 1653&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. In der Hochzeit um 1675 fuhren allein von Hamburg aus 75 Schiffe ins Eismeer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Jagd war archaisch und lebensgef\u00e4hrlich. Jahrhundertelang \u00e4nderte sich die Technik kaum: Von den Mutterschiffen aus wurden kleine Ruderboote zu Wasser gelassen. Die Harpuniere stie\u00dfen dem Wal eine Harpune mit Leine in den K\u00f6rper. &#8222;Wenn der Wal ersch\u00f6pft war, konnte man sich mit der Leinenverbindung heranziehen, und dann wurde das Tier mit etwa zwei Meter langen Lanzen erstochen&#8220;, beschreibt der Historiker Klaus Barthelmess den blutigen Akt&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tausende M\u00e4nner \u2013 viele von den Nordfriesischen Inseln wie F\u00f6hr, Borkum oder Amrum \u2013 gingen diesem Beruf nach. Historiker sch\u00e4tzen, dass einige tausend Jungen und M\u00e4nner aus Deutschland zum Arktis-Walfang zogen, manche von ihnen im Alter von nur elf Jahren&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Reisen waren nicht nur eine Frage der Tradition, sondern des \u00dcberlebens in den oft kargen K\u00fcstenregionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel der Jagd waren vor allem der&nbsp;<strong>Gr\u00f6nlandwal<\/strong>&nbsp;und der&nbsp;<strong>Nordkaper<\/strong>, zwei Bartenwalarten, die wegen ihres dicken Specks und ihrer langsamen Schwimmweise begehrt waren&nbsp;<a href=\"https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/list.php?page=Infothek_artikel&amp;extra=&amp;artikel_id=130980&amp;inhalt=klett71prod_1.c.1770408.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Ausbeute war vielf\u00e4ltig: Aus dem Speck wurde&nbsp;<strong>Tran<\/strong>&nbsp;gewonnen \u2013 der wichtigste Rohstoff f\u00fcr Beleuchtung und Schmiermittel, bevor Petroleum aufkam&nbsp;<a href=\"https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/list.php?page=Infothek_artikel&amp;extra=&amp;artikel_id=130980&amp;inhalt=klett71prod_1.c.1770408.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Barten, das sogenannte&nbsp;<strong>Fischbein<\/strong>, fanden im 18. und 19. Jahrhundert Verwendung in Korsetts und Regenschirmen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/list.php?page=Infothek_artikel&amp;extra=&amp;artikel_id=130980&amp;inhalt=klett71prod_1.c.1770408.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch der Niedergang dieser \u00c4ra war bereits im 19. Jahrhundert absehbar. Die Best\u00e4nde in der Arktis waren dezimiert, und mit der Entdeckung des&nbsp;<strong>Petroleums<\/strong>&nbsp;Mitte des Jahrhunderts verlor Waltran als Leuchtmittel und Schmiermittel an wirtschaftlicher Bedeutung&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. 1872 kehrte das letzte Bremer Walfangschiff aus der Arktis zur\u00fcck&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein Kapitel schien f\u00fcr immer geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die &#8222;Fettl\u00fccke&#8220; und der Aufstieg unter dem Hakenkreuz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vermeintliche Endg\u00fcltigkeit w\u00e4hrte nur wenige Jahrzehnte. Die Industrie des Deutschen Reiches, insbesondere die Margarine- und Seifenproduktion, war in den 1920er und 1930er Jahren auf die massive Einfuhr von Wal\u00f6l angewiesen. Die deutschen Firmen waren die weltweit gr\u00f6\u00dften Importeure \u2013 allein die Margarine-Industrie hatte einen riesigen Bedarf&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, gepr\u00e4gt vom&nbsp;<strong>Vierjahresplan<\/strong>, erkl\u00e4rte die&nbsp;<strong>Autarkie<\/strong>&nbsp;zur obersten Maxime. Die Abh\u00e4ngigkeit von Importen, insbesondere von den Norwegern, sollte beendet werden. Die sogenannte&nbsp;<strong>&#8222;Fettl\u00fccke&#8220;<\/strong>&nbsp;\u2013 der chronische Mangel an heimisch produzierten Fetten und \u00d6len \u2013 sollte durch einen eigenen Walfang geschlossen werden&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dsm.museum\/pressebereich\/geschichte-im-ersten-walfang-unterm-hakenkreuz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. 1935 fiel die Entscheidung, als die Norweger den Wal\u00f6lpreis nahezu verdoppelten&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Firmen, die dieses Gesch\u00e4ft vorantrieben, waren die namhaften Industriegiganten der Zeit. Die D\u00fcsseldorfer Firma&nbsp;<strong>Henkel<\/strong>&nbsp;investierte 3,25 Millionen Reichsmark in die&nbsp;<strong>&#8222;Erste Deutsche Walfang-Gesellschaft&#8220; (EDWG)<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Margarinefabrik&nbsp;<strong>Walter Rau<\/strong>&nbsp;gr\u00fcndete seine eigene Walfang AG. Auch Unilever, das britisch-niederl\u00e4ndische Unternehmen, war \u00fcber die Unitas Deutsche Walfang-Gesellschaft beteiligt&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurde eine beeindruckende Flotte aufgebaut.&nbsp;<strong>Sieben Walfang-Flotten<\/strong>&nbsp;mit \u00fcber&nbsp;<strong>50 Fangbooten<\/strong>&nbsp;entstanden, betrieben von vier Gesellschaften&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Schiffe wurden von Werften wie Blohm &amp; Voss in Hamburg oder Deschimag in Bremerhaven gebaut oder zu Walkocherei-Fabrikschiffen umgebaut, wie die ber\u00fchmte&nbsp;<strong>&#8222;Jan Wellem&#8220;<\/strong>&nbsp;und die&nbsp;<strong>&#8222;Walter Rau&#8220;<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Deutschland wurde zur drittgr\u00f6\u00dften Walfangnation der Welt&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Unternehmen<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Kurzbeschreibung<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Flotte<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Erste Deutsche Walfang-Gesellschaft (EDWG)<\/strong><\/td><td>Gegr\u00fcndet 1935, ma\u00dfgeblich von Henkel finanziert.<\/td><td>Mutterschiff &#8222;Jan Wellem&#8220;, 8 Fangboote (Treff I\u2013VIII)&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Walter Rau Walfang AG<\/strong><\/td><td>Gegr\u00fcndet von Margarinefabrikant Walter Rau.<\/td><td>Mutterschiff &#8222;Walter Rau&#8220;, 8 Fangboote (Rau I\u2013VIII)&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Unitas Deutsche Walfang-Gesellschaft<\/strong><\/td><td>Ableger des britisch-niederl\u00e4ndischen Unilever-Konzerns.<\/td><td>Eigene Flotte&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Hamburger Walfang-Kontor GmbH<\/strong><\/td><td>Bereederte Charterschiffe f\u00fcr verschiedene Eigent\u00fcmer.<\/td><td>Insgesamt vier Flotten&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den drei Jahren von 1936 bis 1939 wurden in der Antarktis mehr als&nbsp;<strong>30.000 Blau- und Finnwale<\/strong>&nbsp;allein von deutschen Schiffen erlegt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dsm.museum\/pressebereich\/geschichte-im-ersten-walfang-unterm-hakenkreuz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Jagd war hochindustrialisiert: Flugzeuge fahndeten nach den Walen, dieselbetriebene Fangboote waren schnell, und die Harpunen standen unter Strom, um die Tiere sofort zu bet\u00e4uben&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fangquoten-fuer-den-rohstoff-wal-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. An Bord der Fabrikschiffe wurde der Wal vollst\u00e4ndig verwertet \u2013 aus dem \u00d6l wurde Margarine, aus den Knochen D\u00fcnger&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fangquoten-fuer-den-rohstoff-wal-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Ein Zeitzeuge beschrieb das grausige Treiben an Bord: &#8222;<em>Der Gestank ist m\u00f6rderisch zwischen den Bergen von Innereien, die die Matrosen mit Schneeschiebern \u00fcber die Kante schippen<\/em>&#8220;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dsm.museum\/pressebereich\/geschichte-im-ersten-walfang-unterm-hakenkreuz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ende und die Nachkriegszeit: Ein stummer Nachhall<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brach der kommerzielle Walfang im S\u00fcdpolarmeer abrupt zusammen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dsm.museum\/pressebereich\/geschichte-im-ersten-walfang-unterm-hakenkreuz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Walfangflotten wurden von der Kriegsmarine requiriert. Die Fangboote der Treff-Klasse etwa dienten fortan als&nbsp;<strong>U-Boot-J\u00e4ger<\/strong>&nbsp;(UJ), die &#8222;Jan Wellem&#8220; wurde zum St\u00fctzpunktschiff&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Viele dieser Schiffe gingen im Krieg verloren&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 1945 war es Deutschland verboten, Walfang zu betreiben und Schiffe zu bauen&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die EDWG wurde jedoch nicht liquidiert. Ihr Direktor, Dietrich Menke, suchte nach Wegen, das Gesch\u00e4ft fortzuf\u00fchren \u2013 mit einer List. Er lie\u00df im Auftrag des griechischen Reeders&nbsp;<strong>Aristoteles Onassis<\/strong>&nbsp;einen Tanker zum Walfangmutterschiff&nbsp;<strong>&#8222;Olympic Challenger&#8220;<\/strong>&nbsp;umbauen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Flotte fuhr unter panamaischer Flagge, die Bereederung und Organisation erfolgte jedoch von Hamburg aus&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Bis 1956 wurden etwa&nbsp;<strong>22.000 Wale<\/strong>&nbsp;von dieser Flotte verarbeitet, bevor sie an Japan verkauft wurde&nbsp;<a href=\"https:\/\/p.dw.com\/de\/deutsche-waren-leidenschaftliche-walf%c3%a4nger\/a-5724016\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die EDWG wurde 1956 aufgel\u00f6st&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erste_Deutsche_Walfang-Gesellschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Mit diesem stillen, aber intensiven Nachspiel endete die aktive deutsche Beteiligung am industriellen Walfang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick: Ein Erbe der Verantwortung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des deutschen Walfangs ist ein Lehrst\u00fcck \u00fcber den Raubbau an der Natur, getrieben von wirtschaftlichem und politischem Kalk\u00fcl. Was einst als kleinteiliges, gef\u00e4hrliches Handwerk in der Arktis begann, m\u00fcndete in eine hochtechnisierte, skrupellose Massent\u00f6tung, die ganze Walbest\u00e4nde an den Rand der Ausrottung brachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist Deutschland in einer ganz anderen Rolle: Es ist eines der L\u00e4nder, die das&nbsp;<strong>Walfang-Moratorium<\/strong>&nbsp;der IWC unterst\u00fctzen und sich f\u00fcr den Schutz der Meeress\u00e4uger einsetzen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www2.klett.de\/sixcms\/list.php?page=Infothek_artikel&amp;extra=&amp;artikel_id=130980&amp;inhalt=klett71prod_1.c.1770408.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Fangboote von einst, wie die&nbsp;<strong>&#8222;Rau IX&#8220;<\/strong>, liegen als Museumsst\u00fccke im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven \u2013 stumme Zeugen einer grausamen Vergangenheit&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/bremen\/kiefer-fluke-schiffe-arktis-855382.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die deutsche Geschichte mahnt, dass technischer Fortschritt und wirtschaftlicher Ertrag nicht blind vor den \u00f6kologischen Konsequenzen gemacht werden d\u00fcrfen. Die Best\u00e4nde der gro\u00dfen Wale haben sich bis heute nicht von den massiven Eingriffen des 20. Jahrhunderts erholt \u2013 eine bleibende Verantwortung f\u00fcr den Erhalt dieser faszinierenden Gesch\u00f6pfe.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Die Geschichte des deutschen Walfangs ist eine Geschichte zweier Pole \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes. 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