{"id":6582,"date":"2026-07-17T11:08:59","date_gmt":"2026-07-17T11:08:59","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=6582"},"modified":"2026-07-17T11:09:00","modified_gmt":"2026-07-17T11:09:00","slug":"jim-butterfield-und-der-commodore-64-der-mann-der-einer-maschine-das-sprechen-beibrachte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/jim-butterfield-und-der-commodore-64-der-mann-der-einer-maschine-das-sprechen-beibrachte\/","title":{"rendered":"Jim Butterfield und der Commodore 64: Der Mann, der einer Maschine das Sprechen beibrachte"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist das Jahr 1982. Ein Mann mit Hornbrille und ruhiger Stimme sitzt vor einer beigefarbenen Kunststoffkiste, die an eine \u00fcberdimensionale Tastatur erinnert. Er schaltet das Ger\u00e4t ein, und auf dem angeschlossenen Fernsehbildschirm erscheint der vertraute Willkommensbildschirm des Commodore 64. Dann beginnt er zu reden \u2013 nicht \u00fcber Spiele, nicht \u00fcber Office-Anwendungen, sondern \u00fcber das, was den C64 zu dem machte, was er war: seine Architektur, seinen Speicher, seinen Maschinencode. Der Mann hei\u00dft Jim Butterfield, und f\u00fcr eine ganze Generation von Computernutzern war er derjenige, der die Schleier der Komplexit\u00e4t hob und zeigte, was unter der Haube eines der erfolgreichsten Heimcomputer der Geschichte wirklich steckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfield war kein Manager, kein Marketingstratege und kein Ingenieur im engeren Sinne. Er war ein \u00dcbersetzer \u2013 einer, der die Sprache der Maschine in die Sprache der Menschen \u00fcbertragen konnte. In einer Zeit, in der Computer noch Neuland f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung waren, schuf er mit seinen B\u00fcchern, Artikeln und Lehrvideos das Fundament, auf dem eine ganze Generation von Programmierern ihre ersten Schritte machte. Dieser Artikel beleuchtet das Leben und Wirken Jim Butterfields, seine Bedeutung f\u00fcr die Commodore-\u00c4ra und das bleibende Erbe eines Mannes, den man in Europa einst den \u201eCommodore-Papst\u201c nannte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Werdegang eines Grenzg\u00e4ngers<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von der Pr\u00e4rie zum Mikroprozessor<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frank James Butterfield wurde am 14. Februar 1936 in Ponoka, Alberta, einer Kleinstadt im kanadischen Pr\u00e4rieland, geboren.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Seine Eltern waren aus England eingewanderte Farmer.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Die fr\u00fchen Lebensjahre in der Weite Kanadas schienen wenig auf eine Karriere in der jungen Welt der Mikrocomputer hinzudeuten. Doch Butterfield war von Anfang an ein Suchender. 1953 gewann er ein Franz\u00f6sisch-Stipendium an der Banff School of Fine Arts,<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;studierte sp\u00e4ter an der University of Alberta und der University of British Columbia \u2013 brach das Studium jedoch mangels Interesse ab.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein erster professioneller Kontakt mit geschriebener Sprache war die Arbeit als Radio-Continuity-Autor in Alberta.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Es folgte 1957 eine Anstellung bei Canadian National\/Canadian Pacific Telecommunications, zun\u00e4chst als Ausbilder f\u00fcr Mikrowellentechnik in Whitehorse im Yukon.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Bereits 1959, in einer Zeit, in der Transistoren f\u00fcr Hobbyisten noch Neuland waren, ver\u00f6ffentlichte das&nbsp;<em>Popular Electronics Magazine<\/em>&nbsp;einen Artikel von ihm, der die damals neue Technologie vereinfachte.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wende zum Computer<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Wendepunkt kam mit der Versetzung nach Toronto im Jahr 1962<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und sp\u00e4ter mit der Begegnung mit dem KIM-1, einem der ersten Einplatinencomputer. Butterfield war fasziniert. Er begann, f\u00fcr den KIM-1 zu programmieren und schrieb 1977&nbsp;<em>The First Book of KIM<\/em>,<a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;das erste seiner vielen Werke.&nbsp;Es folgte der Commodore PET, und Butterfield wurde Gr\u00fcndungsmitglied der&nbsp;<em>Toronto PET Users Group<\/em>&nbsp;(TPUG) \u2013 einer der ersten und einflussreichsten Commodore-Anwendergruppen weltweit.<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Commodore erkannte schnell, welches Talent sie in Butterfield hatten. Er wurde von der Firma engagiert, um auf Tourneen den neuen VIC-20 zu pr\u00e4sentieren&nbsp;\u2013 und sp\u00e4ter, als der Commodore 64 auf den Markt kam, um das begleitende Schulungsmaterial zu erstellen. Die ber\u00fchmten Trainingsvideos, deren ikonisches Standbild den Commodore 64 und den Namen Jim Butterfield zeigt, entstanden in dieser Zeit.<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der P\u00e4dagoge der fr\u00fchen Heimcomputer-\u00c4ra<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Maschinensprache f\u00fcr alle<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfields gr\u00f6\u00dftes Verdienst liegt in seiner F\u00e4higkeit, komplexe Sachverhalte verst\u00e4ndlich zu machen. In einer Zeit, in der Computerliteratur oft aus unverst\u00e4ndlichen Fachbegriffen und kryptischen Diagrammen bestand, schrieb Butterfield so, als s\u00e4\u00dfe er neben dem Leser und erkl\u00e4re ihm die Dinge direkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Hauptwerk,&nbsp;<em>Machine Language for the Commodore 64, 128, and Other Commodore Computers<\/em>, erschien in mehreren Auflagen (1984 bei Brady Communications, sp\u00e4ter bei Prentice Hall Press)<a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und wurde zum Standardwerk f\u00fcr alle, die die Maschinensprache des 6502\/6510-Prozessors verstehen wollten. Das Buch erkl\u00e4rte nicht nur die theoretischen Grundlagen \u2013 Adressierungsmodi, Unterprogramme, tempor\u00e4re Speicher&nbsp;\u2013, sondern bot auch praktische Beispiele und \u00dcbungsaufgaben.&nbsp;Es war kein Buch f\u00fcr reine Theoretiker, sondern ein Arbeitsbuch f\u00fcr Menschen, die ihre Computer wirklich verstehen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfield war au\u00dferdem Associate Editor der Zeitschrift&nbsp;<em>COMPUTE!<\/em>&nbsp;und ver\u00f6ffentlichte dort regelm\u00e4\u00dfig Artikel, die tief in die Architektur des Commodore 64 eintauchten. In der Ausgabe 32 vom Januar 1983 f\u00fchrte er die Leser in einem Artikel mit dem Titel \u201eCommodore 64 Architecture\u201c<strong><a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/strong>&nbsp;durch den Aufbau des Rechners \u2013 von den 64 Kilobyte RAM \u00fcber den Videochip 6566 bis hin zur Speicherverwaltung, bei der ROM und I\/O \u00fcber dem RAM \u201egestapelt\u201c werden.<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Im Folgemonat setzte er diese Reise in \u201eCommodore 64 Video \u2013 A Guided Tour\u201c<strong><a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/strong>&nbsp;fort und zeigte, wie man die Video-F\u00e4higkeiten des C64 durch einfache POKE-Befehle manipulieren konnte.<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das zweist\u00fcndige Lehrst\u00fcck<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wohl bekannteste Zeugnis von Butterfields p\u00e4dagogischem Talent ist das rund zweist\u00fcndige Trainingsvideo, das in den fr\u00fchen 1980er-Jahren produziert wurde und auf dessen Cover die Eingangsabbildung dieses Artikels zu sehen ist.<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Es beginnt mit dem Auspacken des Computers<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, f\u00fchrt durch die Innereien des Geh\u00e4uses<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, erkl\u00e4rt die Datenspeicherung auf Diskette und Kassette<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, zeigt die Nutzung von CP\/M<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, demonstriert die Musikf\u00e4higkeiten des ber\u00fchmten SID-Chips<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und endet mit einer Betrachtung von Computerspielen.<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was dieses Video so besonders machte, war nicht nur die inhaltliche Tiefe, sondern der Tonfall. Butterfield sprach nicht wie ein Professor vom Katheder herab, sondern wie ein erfahrener Freund, der sein Wissen teilt. Er erkl\u00e4rte, was die Hauptchips auf dem Motherboard tun,&nbsp;und gab praktische Ratschl\u00e4ge \u2013 etwa die eindringliche Warnung, den C64 niemals auseinanderzubauen \u2013 nur um dann im n\u00e4chsten Moment genau zu zeigen, wie man es richtig macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa wurde er f\u00fcr diese Art der Wissensvermittlung gefeiert: Man nannte ihn den \u201eCommodore Pope\u201c.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die technische Tiefe: Butterfields Blick auf den C64<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um zu verstehen, warum Butterfields Arbeit so bedeutend war, muss man einen Blick auf die technische Komplexit\u00e4t des Commodore 64 werfen \u2013 und darauf, wie Butterfield sie entmystifizierte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die 64K-Grenze und der Bankwechsel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der C64 basierte auf dem MOS Technology 6510-Prozessor, einer Weiterentwicklung des ber\u00fchmten 6502. Dieser Prozessor konnte maximal 64 Kilobyte Speicher adressieren \u2013 eine scheinbar klare Grenze. Doch der C64 hatte mehr zu bieten als nur RAM: Er hatte einen Videochip (VIC-II), einen Soundchip (SID), zwei CIA-Chips f\u00fcr Ein-\/Ausgabe und nicht zuletzt ein Character-ROM mit den eingebauten Zeichens\u00e4tzen. All diese Komponenten mussten irgendwo im Adressraum untergebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfield erkl\u00e4rte dieses scheinbare Paradoxon mit einer einfachen, aber brillanten Analogie: Man \u201estapelt\u201c die Speicherbausteine \u00fcbereinander. Das RAM ist da, aber es wird durch ROM und I\/O \u00fcberdeckt. Mittels eines \u201eSchalters\u201c \u2013 im Wesentlichen das Setzen eines bestimmten Bits im Prozessorstatus \u2013 kann man die \u00dcberlagerung wegklappen und das darunterliegende RAM sichtbar machen.<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;Diese Erkl\u00e4rung machte aus einem komplizierten hardwaretechnischen Detail ein verst\u00e4ndliches Konzept.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Character-Generator und die Grafik<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Beispiel: Der Videochip des C64 holte sich die Zeichen f\u00fcr den Bildschirm aus dem RAM (\u00fcblicherweise ab Adresse hex 0400)<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, brauchte aber zus\u00e4tzlich eine \u201eTabelle\u201c, die beschrieb, wie jedes Zeichen pixelgenau auszusehen hatte \u2013 den sogenannten Character Generator. Standardm\u00e4\u00dfig war dieser im ROM untergebracht, aber Butterfield zeigte, wie man ihn durch eigenes RAM ersetzen konnte, um selbstdefinierte Grafiken zu erzeugen.<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinen&nbsp;<em>COMPUTE!<\/em>-Artikeln ging er noch tiefer: Er erkl\u00e4rte den Fine Scroll (das feine Verschieben des Bildschirms um einzelne Pixel),<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;die Multicolor-Modi<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Farbmodi.<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;F\u00fcr einen Leser im Jahr 1983 war das keine trockene Theorie \u2013 es war eine Einladung zum Experimentieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Mensch hinter der Tastatur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfield war nicht nur Autor und P\u00e4dagoge, sondern auch ein aktives Mitglied der Commodore-Community. Er blieb den Maschinen von Commodore bis zum Ende treu: Er verfolgte die Entwicklung vom C64 \u00fcber den C128 bis hin zum Amiga und besuchte fast j\u00e4hrlich die Commodore Computer Shows in London.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein privates Leben war von Bescheidenheit gepr\u00e4gt. Er lebte mit seiner Frau Vicki in Toronto&nbsp;und blieb zeitlebens der Community verbunden, die er mitaufgebaut hatte. Am 29. Juni 2007 erlag Jim Butterfield im Alter von 71 Jahren einem Krebsleiden.<a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Tod hinterlie\u00df eine L\u00fccke. Auf Nachrufseiten und in Foren wurde er als einer der Gro\u00dfen der fr\u00fchen Heimcomputer-\u00c4ra gew\u00fcrdigt. Brad Templeton, ein fr\u00fcher PET-Nutzer, schrieb: \u201eAnyone who took their Commodore computer at all seriously will have known the name Jim Butterfield.\u201c&nbsp;Wer seinen Commodore ernst nahm, kannte den Namen Jim Butterfield \u2013 diese Aussage fasst sein Verm\u00e4chtnis vielleicht am besten zusammen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verm\u00e4chtnis und zeitgen\u00f6ssische Bedeutung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein P\u00e4dagoge vor seiner Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Butterfields Ansatz, Technologie nicht nur zu erkl\u00e4ren, sondern erfahrbar zu machen, war seiner Zeit weit voraus. W\u00e4hrend andere Handb\u00fccher trockene Referenzwerke waren, schuf er eine Verbindung zwischen Mensch und Maschine, die viele erst zu begeisterten Programmierern machte. Er war der Beweis, dass man kein abgehobenes Genie sein musste, um die Maschinensprache zu verstehen \u2013 man brauchte nur die richtige Anleitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute, in einer Zeit, in der Programmieren oft als esoterische Kunst oder als reine Berufsausbildung betrachtet wird, erinnert Butterfields Arbeit daran, dass das Verst\u00e4ndnis der Maschine ein Akt der Erm\u00e4chtigung sein kann. Der Commodore 64 war nicht nur ein Spielzeug \u2013 er war eine Plattform, auf der Menschen lernen konnten, wie Computer wirklich funktionieren. Butterfield gab ihnen die Werkzeuge dazu.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Wert der Tech-Arch\u00e4ologie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Faszination f\u00fcr Butterfield und seine Arbeit ist kein rein nostalgisches Ph\u00e4nomen. Sie ist Teil einer gr\u00f6\u00dferen Bewegung der Tech-Arch\u00e4ologie, die sich mit den Anf\u00e4ngen der digitalen Kultur besch\u00e4ftigt. Die Videos und B\u00fccher Butterfields sind keine verstaubten Relikte \u2013 sie sind Zeitkapseln, die zeigen, wie eine Generation von Enthusiasten die digitale Welt eroberte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr heutige Entwickler, die mit Abstraktionsebenen aufgewachsen sind, die Butterfield sich nicht h\u00e4tte vorstellen k\u00f6nnen, ist seine Arbeit eine Erinnerung daran, dass es einst notwendig und m\u00f6glich war, seinen Computer bis ins letzte Bit zu verstehen. In einer \u00c4ra der Black Boxes und undurchschaubaren APIs kann diese Perspektive erfrischend und lehrreich sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jim Butterfield war mehr als ein Autor und mehr als ein Programmierer. Er war ein \u00dcbersetzer zwischen zwei Welten \u2013 der Welt der Schaltkreise und der Welt der Menschen. In einer Zeit, in der der Commodore 64 f\u00fcr viele der erste Kontakt mit einem Computer war, gab er ihnen das Selbstvertrauen, nicht nur Benutzer, sondern Gestalter zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine B\u00fccher, seine Artikel und seine Videos sind Dokumente einer \u00c4ra, in der die digitale Revolution noch jung war und jeder Einzelne die M\u00f6glichkeit hatte, Teil von ihr zu werden. Butterfield zeigte, dass Technologie keine Angst machen muss \u2013 dass sie im Gegenteil eine Einladung zum Entdecken sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Commodore 64 ist l\u00e4ngst Geschichte. Die Firma Commodore existiert nicht mehr. Aber die Idee, dass ein Computer mehr sein kann als ein Werkzeug \u2013 dass er ein Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t, Lernen und Verst\u00e4ndigung sein kann \u2013, diese Idee lebt weiter. Jim Butterfield hat dazu beigetragen, sie in die Welt zu tragen. Daf\u00fcr geb\u00fchrt ihm ein Platz in der Geschichte der digitalen Kultur.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>C64-Wiki:\u00a0<em>Jim Butterfield<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.c64-wiki.com\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia:\u00a0<em>Jim Butterfield<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/en.m.wikipedia.org\/wiki\/Jim_Butterfield#Death_and_legacy\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Mental Floss:\u00a0<em>Using Your New Commodore 64 (in 1982)<\/em>. 23. Mai 2013.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mentalfloss.com\/article\/50735\/using-your-new-commodore-64-1982\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>COMPUTE! Magazine, Issue 32, January 1983:\u00a0<em>Commodore 64 Architecture<\/em>\u00a0by Jim Butterfield.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue32\/112_1_COMMODORE_64_ARCHITECTURE.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>COMPUTE! Magazine, Issue 34, March 1983:\u00a0<em>Commodore 64 Video \u2013 A Guided Tour<\/em>\u00a0by Jim Butterfield.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.atarimagazines.com\/compute\/issue34\/084_1_PART_II_COMMODORE_64_VIDEO_---_A_GUIDED_TOUR.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Alchetron:\u00a0<em>Jim Butterfield<\/em>.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>ICPUG:\u00a0<em>Jim Butterfield<\/em>\u00a0(Nachruf).\u00a0<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Es ist das Jahr 1982. Ein Mann mit Hornbrille und ruhiger Stimme sitzt vor einer beigefarbenen Kunststoffkiste, die an eine \u00fcberdimensionale Tastatur erinnert. Er schaltet das Ger\u00e4t ein, und auf dem angeschlossenen Fernsehbildschirm erscheint der vertraute Willkommensbildschirm des Commodore 64. Dann beginnt er zu reden \u2013 nicht \u00fcber Spiele, nicht \u00fcber Office-Anwendungen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,17,19,32],"tags":[9685,1257,9687,3034,9686,4376,6842],"class_list":["post-6582","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-digitalkultur","category-im-herz","category-im-ruckspiegel","category-techarchaologie","tag-6502-assembler","tag-commodore-64","tag-computergeschichte","tag-heimcomputer","tag-jim-butterfield","tag-maschinensprache","tag-tech-archaologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6582","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6582"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6582\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6583,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6582\/revisions\/6583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}