{"id":6701,"date":"2026-08-08T05:09:02","date_gmt":"2026-08-08T05:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=6701"},"modified":"2026-08-08T05:09:02","modified_gmt":"2026-08-08T05:09:02","slug":"der-herrscher-des-goldes-wie-mansa-musa-die-weltwirtschaft-des-14-jahrhunderts-erschuetterte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/der-herrscher-des-goldes-wie-mansa-musa-die-weltwirtschaft-des-14-jahrhunderts-erschuetterte\/","title":{"rendered":"Der Herrscher des Goldes \u2013 Wie Mansa Musa die Weltwirtschaft des 14. Jahrhunderts ersch\u00fctterte"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellen Sie sich einen Herrscher vor, dessen schiere Gro\u00dfz\u00fcgigkeit die W\u00e4hrung eines ganzen Landes f\u00fcr ein Jahrzehnt entwertet. Einen K\u00f6nig, der auf einer Pilgerreise so viel Gold verschenkte, dass er auf dem R\u00fcckweg gezwungen war, sich Geld zu leihen \u2013 weil sein eigenes Metall nichts mehr wert war. Diese paradoxe Geschichte ereignete sich im 14. Jahrhundert und rankt sich um eine der schillerndsten, aber auch r\u00e4tselhaftesten Figuren des mittelalterlichen Afrika:&nbsp;<strong>Mansa Musa I.<\/strong>, den neunten Herrscher (Mansa) des Malireiches<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Name ist heute Synonym f\u00fcr unermesslichen Reichtum. Inflationsbereinigt wird sein Verm\u00f6gen auf bis zu&nbsp;<strong>400 Milliarden US-Dollar<\/strong>&nbsp;gesch\u00e4tzt<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>&nbsp;\u2013 eine Zahl, die ihn in modernen Rankings regelm\u00e4\u00dfig an die Spitze der &#8222;reichsten Menschen aller Zeiten&#8220; setzt. Doch jenseits dieser spekulativen Zahl birgt seine Herrschaft eine faszinierende Geschichte \u00fcber die Macht von Rohstoffen, die Verflechtung von Religion und \u00d6konomie und die Frage, wie ein einzelner Mann durch eine einzige Reise das Weltbild des mittelalterlichen Orients und Europas f\u00fcr immer ver\u00e4ndern konnte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Reich der Mitte: Aufstieg Malis unter der Keita-Dynastie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Bedeutung Mansa Musas zu verstehen, muss man das Reich betrachten, das er regierte. Das Malireich war im 14. Jahrhundert das gr\u00f6\u00dfte und m\u00e4chtigste Reich Westafrikas<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es erstreckte sich \u00fcber Gebiete, die heute zu mehreren modernen Staaten geh\u00f6ren, und kontrollierte die lukrativsten Handelsrouten der Sahara.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Reichtum Malis speiste sich aus zwei essenziellen Quellen:&nbsp;<strong>Gold und Salz<\/strong>. Das Reich lag im Herzen der bedeutendsten Goldfelder der damaligen Welt \u2013 insbesondere in den Regionen Bambuk, Bure und Wangara. W\u00e4hrend Gold im Norden (Europa und der islamischen Welt) als begehrtes Zahlungsmittel und Statussymbol galt, war Salz in den tropischen Regionen Westafrikas ein lebenswichtiges, kaum weniger wertvolles Handelsgut. Die Kontrolle \u00fcber diese beiden Warenstr\u00f6me verschaffte den Herrschern Malis eine beispiellose wirtschaftliche Macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mansa Musa, der entweder Enkel oder Gro\u00dfneffe des Reichsgr\u00fcnders Sundiata Keita war, bestieg den Thron um das Jahr 1307 oder 1312<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Er festigte die Macht der Keita-Dynastie&nbsp;und weitete den Einfluss des Reiches weiter aus. Anders als seine Vorg\u00e4nger bekannte sich Musa offen zum Islam \u2013 eine Entscheidung, die nicht nur religi\u00f6se, sondern vor allem handelspolitische Gr\u00fcnde hatte, da die wichtigsten Partner Malis muslimische Kaufleute waren<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte\/seite-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Es war diese Fr\u00f6mmigkeit und sein Streben nach Prestige, die ihn zu der Reise veranlassen sollten, die ihn unsterblich machen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Pilgerfahrt, die die Welt ersch\u00fctterte: Der Hadsch von 1324\/25<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 17. Jahr seiner Herrschaft, 1324, brach Mansa Musa zu dem auf, was als der&nbsp;<strong>Hadsch<\/strong>&nbsp;bekannt ist \u2013 die muslimische Pilgerfahrt nach Mekka, die jeder gl\u00e4ubige Muslim einmal im Leben unternehmen soll<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Was als fromme Pflicht begann, entwickelte sich zu einem Spektakel, das die Wirtschaftskraft des Malireiches in ihrer ganzen Pracht und mit all ihren Konsequenzen offenbarte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schiere Gr\u00f6\u00dfe der Karawane war atemberaubend. Zeitgen\u00f6ssische arabische Chronisten, allen voran der Gelehrte&nbsp;<strong>Schib\u0101b al-\u02bfUmar\u012b<\/strong>&nbsp;aus Damaskus, \u00fcberliefern folgende Zahlen<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Bestandteil der Karawane<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">\u00dcberlieferte Anzahl<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Gesamte Begleitung<\/strong><\/td><td>ca. 60.000 Menschen<a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Pers\u00f6nliche Diener \/ Sklaven<\/strong><\/td><td>12.000<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Vorauslaufende Sklaven mit Goldst\u00e4ben<\/strong><\/td><td>500<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Kamele mit Gold<\/strong><\/td><td>80 Kamele<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Goldladung pro Kamel<\/strong><\/td><td>ca. 300 Pfund (ca. 136 kg)<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Route f\u00fchrte ihn von seiner Hauptstadt Niani am oberen Niger \u00fcber die Sahara nach Kairo, dem Zentrum des Mamluken-Sultanats<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Dort angekommen, begann er, sein Gold in einer schier unglaublichen Menge zu verteilen. Er beschenkte nicht nur den regierenden Sultan Al-Malik an-Nasir, sondern auch Gelehrte, W\u00fcrdentr\u00e4ger und die arme Bev\u00f6lkerung Kairos<a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die \u00f6konomische Kettenreaktion: Inflation in Kairo<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge dieser gro\u00dfz\u00fcgigen Gaben war ein volkswirtschaftlicher Super-GAU f\u00fcr die Region. Der massive Zufluss an Gold f\u00fchrte zu einer drastischen&nbsp;<strong>Geldentwertung<\/strong>. Der Wert des \u00e4gyptischen Dinars, der auf dem Goldstandard basierte, brach ein. Die Quellen sprechen von einem&nbsp;<strong>R\u00fcckgang um ein Viertel<\/strong>&nbsp;seines Wertes<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>, und es dauerte sch\u00e4tzungsweise&nbsp;<strong>zw\u00f6lf Jahre<\/strong>, bis sich die Wirtschaft davon erholt hatte<a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Ereignis ist ein einzigartiges historisches Dokument einer durch pl\u00f6tzlichen Reichtum ausgel\u00f6sten Inflation \u2013 lange bevor die moderne Volkswirtschaftslehre dieses Ph\u00e4nomen beschrieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Auswirkung<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Beschreibung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Inflationsdauer<\/strong><\/td><td>Mindestens 10 bis 12 Jahre<\/td><\/tr><tr><td><strong>Wertverlust des Dinars<\/strong><\/td><td>Ca. 25 %<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><tr><td><strong>Ironie der Geschichte<\/strong><\/td><td>Auf der R\u00fcckreise war Musas Gold so stark entwertet, dass er bei Kairoer Kaufleuten&nbsp;<strong>Kredite aufnehmen<\/strong>&nbsp;musste<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt allerdings auch eine differenziertere Perspektive. Einige Historiker weisen darauf hin, dass die Wirtschaft \u00c4gyptens bereits vor Musas Ankunft angeschlagen war und es Probleme mit legierten, zu leichten Goldm\u00fcnzen gab<a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Musas Freigiebigkeit war demnach nicht die alleinige Ursache, aber sie war der entscheidende Katalysator, der ein bestehendes Problem eskalieren lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Verm\u00e4chtnis: Timbuktu, Moscheen und eine bleibende Erinnerung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pilgerreise hatte aber nicht nur negative wirtschaftliche Folgen. Sie katapultierte das Malireich ins Rampenlicht der damals bekannten Welt. Noch Jahrzehnte sp\u00e4ter, im&nbsp;<strong>Katalanischen Weltatlas von 1375<\/strong>, ist Mansa Musa mit einem Goldklumpen in der Hand abgebildet \u2013 ein ikonografisches Bild, das den Ruf seines Reiches als Land des Goldes in Europa festigte<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte\/seite-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seiner R\u00fcckkehr nutzte Musa seinen Reichtum und sein Prestige, um sein Reich kulturell und architektonisch zu formen. Er lie\u00df pr\u00e4chtige Moscheen errichten, darunter die ber\u00fchmte&nbsp;<strong>Djinger-ber-Moschee<\/strong>&nbsp;(Freitagsmoschee) in Timbuktu<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich Timbuktu von einer Handelsstadt zu einem der bedeutendsten Zentren islamischer Gelehrsamkeit in Afrika<a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Mansa_Musa#p-lang\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Die Gro\u00dfe Moschee von Djenn\u00e9, heute UNESCO-Weltkulturerbe, geht in ihren Urspr\u00fcngen ebenfalls auf seine Initiative zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Niedergang und Ende einer \u00c4ra<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Quellen zum Tod von Mansa Musa sind unscharf. Er starb vermutlich&nbsp;<strong>1332 oder 1337<\/strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Mansa Magha<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>. Doch die goldene \u00c4ra des Malireiches sollte nicht von Dauer sein. Nach Musas Tod konnten seine Nachfolger das riesige Reich nicht mehr zusammenhalten. Dynastische Streitigkeiten, milit\u00e4rischer Druck von au\u00dfen (u.a. durch die Tuareg und das aufstrebende Songhai-Reich) und klimatische Ver\u00e4nderungen, die die Pferdezucht erschwerten, f\u00fchrten im 15. Jahrhundert zum allm\u00e4hlichen Niedergang des Imperiums<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte\/seite-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit und Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mansa Musa I. bleibt eine schillernde Figur der Weltgeschichte \u2013 ein Herrscher, dessen Reichtum Legendenstatus erlangte. Seine Geschichte ist mehr als nur eine Anekdote \u00fcber einen extrem wohlhabenden K\u00f6nig. Sie ist ein Lehrst\u00fcck \u00fcber die fr\u00fche Globalisierung, die zerst\u00f6rerische Kraft von Inflation und die Tatsache, dass wirtschaftlicher Erfolg ohne nachhaltige Finanzpolitik schnell zur B\u00fcrde werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pilgerfahrt von 1324 war ein Ereignis, das Br\u00fccken zwischen den Kontinenten schlug. Sie zeigte der arabischen und europ\u00e4ischen Welt, dass im Herzen Afrikas ein Reich von beeindruckender Macht und unvorstellbarem Reichtum existierte. Gleichzeitig offenbarte sie die Verwundbarkeit von W\u00e4hrungen, die auf einem einzigen Rohstoff basieren \u2013 ein Problem, das bis heute in rohstoffabh\u00e4ngigen Volkswirtschaften aktuell ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letztlich ist das Erbe von Mansa Musa ein zweischneidiges Schwert: Er war ein frommer F\u00f6rderer des Islam und ein gro\u00dfer Bauherr, der sein Reich kulturell pr\u00e4gte. Doch sein unkontrollierter Umgang mit seinem gr\u00f6\u00dften Kapital \u2013 dem Gold \u2013 f\u00fchrte zu einer der fr\u00fchesten dokumentierten Inflationen der Geschichte und wurde zum Sinnbild f\u00fcr den Fluch des Reichtums, der nicht im Gleichgewicht mit den wirtschaftlichen Realit\u00e4ten seiner Zeit stand.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Britannica, The Editors of Encyclopaedia.<\/strong>\u00a0&#8222;M\u016bs\u0101 I of Mali&#8220;.\u00a0<em>Encyclopedia Britannica<\/em>, 1. Jan. 2025.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali<\/a><a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/biography\/Musa-I-of-Mali\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deutsche Bank AG.<\/strong>\u00a0&#8222;Inflationen der Geschichte&#8220;.\u00a0<em>Deutsche Bank<\/em>, 2022.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html<\/a><a href=\"https:\/\/www.deutsche-bank.de\/ms\/results-finanzwissen-fuer-unternehmen\/international\/04-2022-inflationen-der-geschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Wikipedia.<\/strong>\u00a0&#8222;Mansa Musa&#8220;.\u00a0<em>Wikipedia, Die freie Enzyklop\u00e4die<\/em>.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mansa_Musa\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zeit Online.<\/strong>\u00a0&#8222;Einst gl\u00e4nzte Mali im \u00dcberfluss der Macht&#8220;.\u00a0<em>Die Zeit<\/em>, 22. Jan. 2013.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte<\/a><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2013-01\/mali-afrika-geschichte\/seite-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li><strong>20 Minuten.<\/strong>\u00a0&#8222;Das war der reichste Mensch aller Zeiten&#8220;.\u00a0<em>20 Minuten<\/em>, 16. Okt. 2012.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/das-war-der-reichste-mensch-aller-zeiten-568297892475\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.20min.ch\/story\/das-war-der-reichste-mensch-aller-zeiten-568297892475<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Einleitung Stellen Sie sich einen Herrscher vor, dessen schiere Gro\u00dfz\u00fcgigkeit die W\u00e4hrung eines ganzen Landes f\u00fcr ein Jahrzehnt entwertet. Einen K\u00f6nig, der auf einer Pilgerreise so viel Gold verschenkte, dass er auf dem R\u00fcckweg gezwungen war, sich Geld zu leihen \u2013 weil sein eigenes Metall nichts mehr wert war. 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