{"id":6979,"date":"2026-08-29T03:17:20","date_gmt":"2026-08-29T03:17:20","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=6979"},"modified":"2026-08-29T03:17:21","modified_gmt":"2026-08-29T03:17:21","slug":"die-stille-revolution-der-gebaeude-was-das-neue-gesetz-zur-gebaeudeautomation-wirklich-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/die-stille-revolution-der-gebaeude-was-das-neue-gesetz-zur-gebaeudeautomation-wirklich-bedeutet\/","title":{"rendered":"Die stille Revolution der Geb\u00e4ude: Was das neue Gesetz zur Geb\u00e4udeautomation wirklich bedeutet"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Autor: DerSchneider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist eine jener gesetzlichen Neuerungen, die im Schatten gro\u00dfer energiepolitischer Debatten kaum Beachtung finden, aber tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in der gebauten Umwelt ansto\u00dfen. Die Rede ist von der Pflicht zur Geb\u00e4udeautomation, die seit Anfang 2025 f\u00fcr Tausende von Nichtwohngeb\u00e4uden in Deutschland gilt. Was auf den ersten Blick wie eine weitere technische Vorschrift wirkt, entpuppt sich bei n\u00e4herem Hinsehen als ein Paradigmenwechsel im Umgang mit unserer gebauten Umwelt \u2013 und als ein Experiment mit ungewissem Ausgang.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Nebenschauplatz zum Kern der Energiepolitik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch vor wenigen Jahren war die Geb\u00e4udeautomation eine Dom\u00e4ne weniger Spezialisten, ein Nischenprodukt f\u00fcr besonders ambitionierte Bauherren oder technikaffine Facility-Manager. Das \u00e4nderte sich grundlegend mit der Novelle des Geb\u00e4udeenergiegesetzes (GEG) und der dahinterstehenden europ\u00e4ischen Geb\u00e4uderichtlinie (EPBD)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kieback-peter.com\/de\/gebaeudeenergiegesetz-paragraf-71-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.gmodg.bund.de\/GEGPortal\/DE\/ErgaenzendeRegelungen\/EPBD\/epbd_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Seit dem 1. Januar 2025 m\u00fcssen alle Nichtwohngeb\u00e4ude mit einer installierten Nennleistung ihrer Heizungs-, L\u00fcftungs- oder Klimaanlagen von mehr als 290 Kilowatt mit einem digitalen Energie\u00fcberwachungssystem ausgestattet sein&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.klimaschutz-niedersachsen.de\/aktuelles\/Verpflichtung-zur-Gebaeudeautomation-in-Nichtwohngebaeuden-71a-GEG-4164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Eine Frist, die viele Betroffene offenbar verpasst haben \u2013 denn bereits Ende 2024 lief die Umsetzungsfrist ab&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kedi-dena.de\/regulierung\/71a-gebaeudeenergiegesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch was bedeutet diese scheinbar simple Kilowatt-Grenze in der Praxis? Wer sich durch die technischen Spezifikationen arbeitet, st\u00f6\u00dft auf eine Welt von Normen, Automatisierungsgraden und Interoperabilit\u00e4tsanforderungen, die selbst Fachleute vor Herausforderungen stellt. Die betroffenen Geb\u00e4ude \u2013 in der Regel ab einer Nutzfl\u00e4che von etwa 4.000 bis 6.000 Quadratmetern, bei Krankenh\u00e4usern auch deutlich gr\u00f6\u00dfer&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kieback-peter.com\/de\/gebaeudeenergiegesetz-paragraf-71-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>&nbsp;\u2013 m\u00fcssen fortlaufend die Verbr\u00e4uche aller Hauptenergietr\u00e4ger \u00fcberwachen, protokollieren und analysieren k\u00f6nnen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deos-ag.com\/de\/blog\/das-gebaeudeenergiegesetz-in-der-gebaeudeautomation-71a-was-sie-jetzt-wissen-muessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die untersch\u00e4tzte Herausforderung im Bestand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders pikant: Die gesetzlichen Anforderungen unterscheiden grundlegend zwischen Bestand und Neubau. F\u00fcr bestehende Geb\u00e4ude reicht zun\u00e4chst ein reines Monitoringsystem, eine Art &#8222;Energie-Tacho&#8220; f\u00fcr die Geb\u00e4udetechnik&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Neubauten hingegen m\u00fcssen bereits heute den anspruchsvollen Automatisierungsgrad B gem\u00e4\u00df DIN V 18599-11 erf\u00fcllen \u2013 was etwa bedeutet, dass Heizungen nicht mehr manuell geregelt werden d\u00fcrfen, sondern intelligent und bedarfsgerecht arbeiten m\u00fcssen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.kedi-dena.de\/regulierung\/71a-gebaeudeenergiegesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Moderate Geb\u00e4udeautomation kann bis zu 20 Prozent der thermischen Energie einsparen&#8220;, hei\u00dft es beim Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kedi-dena.de\/regulierung\/71a-gebaeudeenergiegesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Diese Zahl mag beeindruckend klingen, doch sie verschleiert ein grundlegendes Problem: Die Messung allein gen\u00fcgt nicht. Ein System, das zwar Verbrauchsdaten erfasst, aber keine Handlungsimpulse gibt oder gar aktiv in den Betrieb eingreift, bleibt ein teures Instrument ohne echte Wirkung. Hier liegt die eigentliche Herausforderung \u2013 und das eigentliche Versprechen der Geb\u00e4udeautomation.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die europ\u00e4ische Perspektive: Ein sich \u00f6ffnendes Regelungsfenster<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche Gesetzgebung ist dabei nur ein Spiegelbild einer europ\u00e4ischen Entwicklung. Die \u00fcberarbeitete EU-Geb\u00e4uderichtlinie (EPBD 2024\/1275\/EU), die seit Mai 2024 in Kraft ist, hat ambitionierte Ziele: Einen emissionsfreien Geb\u00e4udebestand bis 2050, schrittweise versch\u00e4rfte Mindestenergiestandards f\u00fcr Nichtwohngeb\u00e4ude und die Einf\u00fchrung des Nullemissionsgeb\u00e4udes als Standard f\u00fcr alle Neubauten ab 2030&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gmodg.bund.de\/GEGPortal\/DE\/ErgaenzendeRegelungen\/EPBD\/epbd_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/ordnungsrecht\/eu-vorgaben\/epbd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Richtlinie enth\u00e4lt eine bemerkenswerte, oft \u00fcbersehene Klausel: Ein Gro\u00dfteil ihrer Umsetzungsauftr\u00e4ge steht unter dem Vorbehalt der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gmodg.bund.de\/GEGPortal\/DE\/ErgaenzendeRegelungen\/EPBD\/epbd_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Ein ausgesprochen kluger Schachzug der europ\u00e4ischen Gesetzgeber, der den Mitgliedstaaten ein Ventil l\u00e4sst, wenn die ambitionierten Vorgaben an der Realit\u00e4t scheitern sollten. Es ist die Anerkennung der Tatsache, dass Geb\u00e4udetechnik nicht im Elfenbeinturm entworfen wird, sondern unter den harten Bedingungen des Bau- und Immobilienmarktes funktionieren muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr deutsche Eigent\u00fcmer bedeutet dies: Was heute als Pflicht f\u00fcr 290-kW-Geb\u00e4ude gilt, k\u00f6nnte morgen schon f\u00fcr 70-kW-Anlagen gelten, wie es die EPBD bis 2029 vorsieht&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gmodg.bund.de\/GEGPortal\/DE\/ErgaenzendeRegelungen\/EPBD\/epbd_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.klimaschutz-niedersachsen.de\/aktuelles\/Verpflichtung-zur-Gebaeudeautomation-in-Nichtwohngebaeuden-71a-GEG-4164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Ein Planungshorizont, der an den meisten Schreibtischen noch nicht angekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zwischen Kontrolle und Kontrollverlust<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technische Umsetzung wirft tiefergehende Fragen auf, die weit \u00fcber das GEG hinausweisen. Der Gesetzgeber fordert nicht nur die Installation von Systemen, sondern auch die &#8222;Interoperabilit\u00e4t&#8220; \u2013 die F\u00e4higkeit verschiedener Systeme, miteinander zu kommunizieren&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kieback-peter.com\/de\/gebaeudeenergiegesetz-paragraf-71-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Dahinter steht eine kluge Erkenntnis: Die schlimmste Form der Digitalisierung ist die, die neue Insell\u00f6sungen schafft, anstatt bestehende Systeme zu vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau hier liegt das Problem. In der Praxis bedeutet dies, dass Heizungsanlagen, L\u00fcftungssysteme, Beleuchtungssteuerungen und andere Gewerke pl\u00f6tzlich miteinander reden m\u00fcssen \u2013 eine Anforderung, die herstellerseitig oft an propriet\u00e4ren Protokollen scheitert. Die gesetzliche Vorgabe, Daten \u00fcber &#8222;g\u00e4ngige und frei konfigurierbare Schnittstellen&#8220; zug\u00e4nglich zu machen, ist daher nicht nur technisch, sondern auch politisch hochgradig relevant&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deos-ag.com\/de\/blog\/das-gebaeudeenergiegesetz-in-der-gebaeudeautomation-71a-was-sie-jetzt-wissen-muessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Es geht um die Frage, wem die Daten geh\u00f6ren und wer Zugriff auf die digitale Infrastruktur unserer Geb\u00e4ude hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das technische Inbetriebnahme-Management, das der Gesetzgeber f\u00fcr Neubauten vorschreibt \u2013 eine Einregelung \u00fcber mindestens eine Heiz- und eine K\u00fchlperiode \u2013 ist ebenfalls ein kluger Schachzug&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Es stellt sicher, dass die Geb\u00e4udetechnik nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern im realen Betrieb. Angesichts der Tatsache, dass der Anlagenbau in den letzten Jahren zunehmend komplexer wurde, ist diese Regelung ein notwendiges Korrektiv gegen die Praxis des &#8222;Einbauens und Vergessens&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Kostenfalle und das Versprechen der Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute ein betroffenes Nichtwohngeb\u00e4ude betreibt, steht vor einer strategischen Entscheidung. Die gesetzlichen Anforderungen sind das absolute Minimum \u2013 eine Art digitale Grundsicherung f\u00fcr die Geb\u00e4udetechnik. Doch die EU-Perspektive zeigt: Der Trend geht zu immer strengeren Standards. Wer heute nur das N\u00f6tigste macht, wird in wenigen Jahren erneut investieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftliche Logik spricht eigentlich f\u00fcr einen gro\u00dfz\u00fcgigeren Ansatz. Wer ein Geb\u00e4udeautomationssystem installiert, das \u00fcber das reine Monitoring hinausgeht und aktiv in den Betrieb eingreift, kann Energiekosten sparen, die Betriebssicherheit erh\u00f6hen und den Wert der Immobilie steigern&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kieback-peter.com\/de\/gebaeudeenergiegesetz-paragraf-71-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Ein modernes System ist in der Lage, Effizienzverluste zu erkennen, die verantwortliche Person zu informieren und Optimierungen vorzuschlagen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deos-ag.com\/de\/blog\/das-gebaeudeenergiegesetz-in-der-gebaeudeautomation-71a-was-sie-jetzt-wissen-muessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch es gibt auch Risiken. Die Komplexit\u00e4t dieser Systeme f\u00fchrt zu hohen Anforderungen an das Betriebspersonal \u2013 und zu einer wachsenden Abh\u00e4ngigkeit von externen Dienstleistern. Ein weiteres Problem: Die F\u00f6rderlandschaft ist un\u00fcbersichtlich. Das Bundesamt f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung (BBSR) und die KfW bieten zwar verschiedene F\u00f6rderprogramme an, doch die Antragsverfahren sind kompliziert und oft schwer zu durchschauen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.comconsult.com\/gmodg-%C2%A756-anforderungen-an-monitoring-und-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein verschobenes Regelungsziel: Das Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesetzeslandschaft ist zudem in Bewegung. Am 10. Juli 2025 verabschiedete der Bundestag das Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG), das das bisherige GEG abl\u00f6st&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kedi-dena.de\/regulierung\/71a-gebaeudeenergiegesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a>. Das KEDi weist in seinen aktuellsten Stellungnahmen darauf hin, dass die Auslegungen der Projektgruppe GEG zur Geb\u00e4udeautomation weiterhin Bestand haben \u2013 aber ein neues Gesetz birgt immer neue Interpretationsspielr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anforderungen an die Geb\u00e4udeautomation werden damit nicht weniger, sie ver\u00e4ndern sich. Die Verschiebung des Regelwerks f\u00fchrt zu Unsicherheit bei Planern und Betreibern, die ohnehin schon mit den Herausforderungen der Umsetzung k\u00e4mpfen. Die Frage ist, ob die gesetzgeberische Dynamik den praktischen Gegebenheiten gerecht wird \u2013 oder ob sie zu einer \u00dcberregulierung f\u00fchrt, die am Ende mehr Kosten verursacht als Energie spart.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die versteckte Agenda: Daten\u00f6konomie und Nutzerverhalten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abseits der offiziellen Argumentation lohnt sich ein Blick auf die eigentlichen Treiber dieser Entwicklung. Die Geb\u00e4udeautomation ist Teil eines gr\u00f6\u00dferen Trends: der \u00d6konomisierung von Energie und der Durchsetzung digitaler Technologien in allen Lebensbereichen. Geb\u00e4ude werden zu Datenquellen, die Energieverbr\u00e4uche, Nutzerverhalten und Betriebsabl\u00e4ufe in Echtzeit abbilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Datenstr\u00f6me haben das Potenzial, das Geb\u00e4udemanagement grundlegend zu ver\u00e4ndern \u2013 hin zu einem pr\u00e4ventiven, algorithmischen Ansatz, der menschliche Erfahrung zunehmend durch maschinelles Lernen ersetzt. Doch sie werfen auch Fragen auf: Wer hat Zugang zu diesen Daten? Wer darf sie analysieren und kommerziell nutzen? Die gesetzliche Vorgabe herstellerunabh\u00e4ngiger Schnittstellen ist ein erster Schritt zur Demokratisierung dieser Daten, aber das Problem ist damit nicht gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein notwendiger Schritt mit offenen Flanken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das &#8222;Geb\u00e4ude Automatisierungs Gesetz&#8220;, wie es in der Praxis oft genannt wird, ist mehr als eine weitere technische Vorschrift. Es ist der Versuch, die gebaute Umwelt auf die Herausforderungen der Energiewende vorzubereiten \u2013 ein ehrgeiziges Unterfangen, das an der Realit\u00e4t komplexer Geb\u00e4ude, heterogener Eigent\u00fcmerstrukturen und einer fragmentierten Technologie-Landschaft gemessen werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesetzlichen Anforderungen sind sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Sie setzen einen Mindeststandard und schaffen Bewusstsein f\u00fcr die Bedeutung der Geb\u00e4udeautomation. Doch sie sind nur so gut wie ihre Umsetzung. Der Teufel steckt, wie so oft, im Detail: in der Interoperabilit\u00e4t der Systeme, in der Qualifikation des Betriebspersonals, in der F\u00f6rderlandschaft und in der europ\u00e4ischen Perspektive, die schon die n\u00e4chsten Versch\u00e4rfungen vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer heute sein Geb\u00e4ude fit f\u00fcr die Zukunft machen will, sollte nicht nur auf das Gesetz schauen, sondern auf die gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4nge: Welche Technologie wird sich durchsetzen? Wie k\u00f6nnen bestehende Systeme nachger\u00fcstet werden, ohne unwirtschaftliche Insell\u00f6sungen zu schaffen? Und vor allem: Wie kann die Geb\u00e4udeautomation dem Geb\u00e4ude, seinen Nutzern und der Umwelt wirklich dienen \u2013 und nicht nur den gesetzlichen Anforderungen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Kieback&amp;Peter:\u00a0<em>Geb\u00e4udeenergiegesetz \u00a7 71a &#8211; schnell erkl\u00e4rt mit Quick-Check<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kieback-peter.com\/de\/gebaeudeenergiegesetz-paragraf-71-a\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bundesamt f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung (BBSR):\u00a0<em>EU-Geb\u00e4uderichtlinie (EPBD)<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gmodg.bund.de\/GEGPortal\/DE\/ErgaenzendeRegelungen\/EPBD\/epbd_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Baunetz Wissen:\u00a0<em>Anforderungen des GEG 2024 an die Geb\u00e4udeautomation<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.baunetzwissen.de\/elektro\/tipps\/news-produkte\/anforderungen-des-geg-2024-an-die-gebaeudeautomation-8468054\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Geb\u00e4udeforum klimaneutral:\u00a0<em>GEG: Automation in Nichtwohngeb\u00e4uden<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/service\/newsletter\/ausgabe-01\/2025\/geg-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Klimaschutz Niedersachsen:\u00a0<em>Verpflichtung zur Geb\u00e4udeautomation in Nichtwohngeb\u00e4uden (\u00a7 71a GEG)<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klimaschutz-niedersachsen.de\/aktuelles\/Verpflichtung-zur-Gebaeudeautomation-in-Nichtwohngebaeuden-71a-GEG-4164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>DEOS AG:\u00a0<em>Das Geb\u00e4udeenergiegesetz in der Geb\u00e4udeautomation: \u00a771a \u2013 Was Sie jetzt wissen m\u00fcssen<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.deos-ag.com\/de\/blog\/das-gebaeudeenergiegesetz-in-der-gebaeudeautomation-71a-was-sie-jetzt-wissen-muessen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>KEDi (Kompetenzzentrum Energieeffizienz durch Digitalisierung):\u00a0<em>\u00a7 71a Geb\u00e4udeenergiegesetz<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kedi-dena.de\/regulierung\/71a-gebaeudeenergiegesetz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Geb\u00e4udeforum klimaneutral:\u00a0<em>Geb\u00e4uderichtlinie (EPBD): Zentrale Vorgaben und Anforderungen der Novelle 2024<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gebaeudeforum.de\/ordnungsrecht\/eu-vorgaben\/epbd\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Comconsult:\u00a0<em>Gesetzliche Anforderungen an die Geb\u00e4udeautomation<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.comconsult.com\/gmodg-%C2%A756-anforderungen-an-monitoring-und-gebaeudeautomation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: DerSchneider Es ist eine jener gesetzlichen Neuerungen, die im Schatten gro\u00dfer energiepolitischer Debatten kaum Beachtung finden, aber tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in der gebauten Umwelt ansto\u00dfen. Die Rede ist von der Pflicht zur Geb\u00e4udeautomation, die seit Anfang 2025 f\u00fcr Tausende von Nichtwohngeb\u00e4uden in Deutschland gilt. Was auf den ersten Blick wie eine weitere technische Vorschrift wirkt, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,26],"tags":[10348,1693,2105,10343,10345,10346,10347,10349,10344],"class_list":["post-6979","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-industrie-4-0","category-mit-den-handen","tag-automatisierungsgrad","tag-digitalisierung","tag-energieeffizienz","tag-epbd","tag-gebaeudeautomation","tag-gebaeudeenergiegesetz","tag-geg-71a","tag-interoperabilitaet","tag-nichtwohngebaeude"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6979"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6982,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6979\/revisions\/6982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/technodidact.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}