{"id":7728,"date":"2026-10-19T03:36:40","date_gmt":"2026-10-19T03:36:40","guid":{"rendered":"https:\/\/technodidact.de\/?p=7728"},"modified":"2026-10-19T03:36:41","modified_gmt":"2026-10-19T03:36:41","slug":"der-neutralleiter-das-unterschaetzte-risiko-im-modernen-stromnetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/technodidact.de\/en\/der-neutralleiter-das-unterschaetzte-risiko-im-modernen-stromnetz\/","title":{"rendered":"Der Neutralleiter: Das untersch\u00e4tzte Risiko im modernen Stromnetz"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L1, L2, L3, N, PE \u2013 f\u00fcnf K\u00fcrzel, die das Fundament jeder Niederspannungsinstallation bilden. Der Neutralleiter (N) galt \u00fcber Jahrzehnte als unkritischer R\u00fcckleiter, dessen Querschnitt notfalls kleiner ausfallen durfte als der der Au\u00dfenleiter. Diese Annahme ist unter dem Einfluss moderner Leistungselektronik nicht mehr haltbar. Oberschwingungsstr\u00f6me, insbesondere die dritte Harmonische und ihre Vielfachen, addieren sich im Neutralleiter, anstatt sich aufzuheben. In der Folge kann der Strom im Neutralleiter den Au\u00dfenleiterstrom \u00fcbersteigen \u2013 mit thermischen Folgen, die von der klassischen Schutztechnik nicht erfasst werden. Parallel dazu stellt die Unterbrechung des Neutralleiters ein eigenst\u00e4ndiges, potenziell zerst\u00f6rerisches Risiko dar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Die Grundordnung und ihre stillen Annahmen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Drehstromsystem mit den Leitern L1, L2, L3, N und PE beruht auf einer Symmetrieannahme: Bei gleichm\u00e4\u00dfiger Belastung der drei Au\u00dfenleiter heben sich die Grundschwingungsstr\u00f6me (50 Hz) im Sternpunkt auf. Der Neutralleiter f\u00fchrt dann theoretisch null Ampere. Er dient als R\u00fcckweg f\u00fcr Unsymmetrien und f\u00fcr einphasige Verbraucher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schutzleiter (PE) folgt einer anderen Logik: Er f\u00fchrt im Normalbetrieb keinen Strom und leitet Fehlerstr\u00f6me ab, um Schutzorgane auszul\u00f6sen. In modernen TN-S-Systemen sind N und PE durchg\u00e4ngig getrennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ordnung setzt lineare Lasten voraus \u2013 eine Pr\u00e4misse, die in B\u00fcrogeb\u00e4uden, Rechenzentren und zunehmend auch in Haushalten nicht mehr zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Oberschwingungen: Die dritte Harmonische als Sonderfall<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichtlineare Lasten \u2013 Schaltnetzteile, LED-Treiber, Frequenzumrichter \u2013 nehmen keinen sinusf\u00f6rmigen Strom auf. Die daraus resultierenden Oberschwingungen sind ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz. F\u00fcr den Neutralleiter sind ausschlie\u00dflich die <strong>durch drei teilbaren Ordnungszahlen<\/strong> relevant: die 3. (150 Hz), 9. (450 Hz), 15. (750 Hz) usw. .<a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15844&amp;type=fachartikel&amp;uid=4590#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15842&amp;uid=4589#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der physikalische Grund: Diese Harmonischen sind in allen drei Au\u00dfenleitern <strong>phasengleich<\/strong>. W\u00e4hrend sich die Grundschwingungen (120\u00b0 versetzt) im Sternpunkt aufheben, addieren sich die dritten Harmonischen <strong>arithmetisch<\/strong>. Der Neutralleiterstrom ergibt sich daher zu:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>I_N = 3 \u00d7 I_3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wobei I_3 der Strom der dritten Harmonischen in jedem Au\u00dfenleiter ist .<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/content\/pdf\/bbm:978-3-8348-9405-2\/1#30#17\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der theoretische und der praktische Maximalwert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der theoretische Extremfall \u2013 drei identische, rein nichtlineare Lasten mit einem sehr kleinen Stromflusswinkel \u2013 ergibt einen Neutralleiterstrom vom <strong>Dreifachen<\/strong> des Au\u00dfenleiterstroms. In der Praxis sind derartige Bedingungen selten. Der Elektropraktiker f\u00fchrt aus, dass bei \u00fcblichen Gleichrichterlasten (KLL, LED bis 25 W) n\u00e4herungsweise das <strong>1,6-Fache<\/strong> des Au\u00dfenleiterstroms erreicht wird, im ung\u00fcnstigsten Fall bei Phasenanschnittsteuerungen jedoch bis zum <strong>1,73-Fachen<\/strong> (\u221a3) .<a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/nachrichten\/nachricht\/neutralleiterauslegung-bei-oberschwingungen?p=all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktische Messungen in Anlagen mit NF-Leistungsverst\u00e4rkern ergaben den <strong>2,5-Fachen<\/strong> Strom im Neutralleiter gegen\u00fcber einem Au\u00dfenleiter . Die Diskrepanz zwischen theoretischem Maximum (3) und Praxiswerten (1,6\u20132,5) erkl\u00e4rt sich aus der \u00dcberlagerung verschiedener Lasttypen und der D\u00e4mpfung durch die Netzimpedanz.<a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15844&amp;type=fachartikel&amp;uid=4590#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15842&amp;uid=4589#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine differenzierte Betrachtung ist hier geboten: Die pauschale Aussage \u201eder Neutralleiterstrom ist immer das 1,73-Fache&#8220; ist ebenso unpr\u00e4zise wie die Gegenbehauptung, das Problem sei rein theoretisch. Entscheidend ist der <strong>tats\u00e4chliche Oberschwingungsgehalt der konkreten Anlage<\/strong> \u2013 eine Messung, keine Sch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Normative Behandlung: Dimensionierung nach IEC 60364-5-52<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die internationale Norm IEC 60364-5-52 (in Deutschland als DIN VDE 0100-520 umgesetzt) adressiert das Problem in Anhang E. Die Logik ist gestuft:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Anteil der 3. Harmonischen am Au\u00dfenleiterstrom<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Dimensionierung nach Au\u00dfenleiterstrom<\/th><th class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Dimensionierung nach Neutralleiterstrom<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>0\u201315 %<\/td><td>Faktor 1,0<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>&gt;15\u201333 %<\/td><td>Faktor 0,86<\/td><td>\u2013<\/td><\/tr><tr><td>&gt;33\u201345 %<\/td><td>\u2013<\/td><td>Faktor 0,86<\/td><\/tr><tr><td>&gt;45 %<\/td><td>\u2013<\/td><td>Faktor 1,0<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: IEC 60364-5-52:2009, Tabelle E.52.1 <a href=\"https:\/\/www.eaton.com.cn\/content\/dam\/eaton\/products\/low-voltage-power-distribution-controls-systems\/low-voltage-switchgear\/xspider\/eaton-xspider-3.2.6-manual-de-de.pdf#44#5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/assets.new.siemens.com\/siemens\/assets\/api\/uuid:49d015ab58fbdd0162b3b209263a85f71339750d\/version:1519229906\/ausgabe-14-einfluss-moderner-technik-auf-oberschwingungen-im-ver.pdf#3#3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Schwelle liegt bei <strong>33 %<\/strong>. Wird dieser Anteil \u00fcberschritten, schreibt die Norm vor, den Querschnitt <strong>nach dem Neutralleiterstrom<\/strong> zu bemessen . Der Neutralleiter muss dann mindestens den gleichen Querschnitt wie die Au\u00dfenleiter aufweisen.<a href=\"https:\/\/assets.new.siemens.com\/siemens\/assets\/api\/uuid:49d015ab58fbdd0162b3b209263a85f71339750d\/version:1519229906\/ausgabe-14-einfluss-moderner-technik-auf-oberschwingungen-im-ver.pdf#3#3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15844&amp;type=fachartikel&amp;uid=4590#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Punkt: Die Norm verlangt in DIN VDE 0100-430 (Abschnitt 9.2) eine <strong>\u00dcberstromerfassung im Neutralleiter<\/strong> f\u00fcr den Fall, dass dessen \u00dcberlastung m\u00f6glich ist. Diese muss die Au\u00dfenleiter abschalten \u2013 nicht zwingend den Neutralleiter selbst . In der Praxis ist dies ein h\u00e4ufiges Vers\u00e4umnis: Der Leitungsschutzschalter \u00fcberwacht nur den Au\u00dfenleiter.<a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15844&amp;type=fachartikel&amp;uid=4590#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Die Unterbrechung des Neutralleiters: Sternpunktverschiebung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig von Oberschwingungen existiert ein zweites, gravierendes Risiko: der <strong>Ausfall des Neutralleiters<\/strong> \u2013 durch lose Klemmen, Korrosion oder mechanische Besch\u00e4digung .<a href=\"https:\/\/www.zajadacz.de\/cdnprod\/654cbab9f4e62f39b3874405\/698c34f3c937fd425dae2373_Vortrag%20Doepke%20Ralf%20Bruns%20Planet%20Wissen%2016-9.pdf#4#3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei intaktem Neutralleiter liegt an jedem einphasigen Verbraucher die Spannung zwischen seinem Au\u00dfenleiter und dem Neutralleiter an (230 V). F\u00e4llt der Neutralleiter aus, verlieren die Verbraucher ihren Bezugspunkt. Die Spannung teilt sich nun <strong>umgekehrt proportional zu den Impedanzen<\/strong> der Verbraucher auf:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ein Verbraucher mit <strong>hoher Impedanz<\/strong> (geringe Last, z. B. Router, PC, TV) erh\u00e4lt eine <strong>\u00dcberspannung<\/strong>, die bis zur verketteten Spannung von 400 V reichen kann.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Verbraucher mit <strong>niedriger Impedanz<\/strong> (hohe Last, z. B. Heizger\u00e4t) erh\u00e4lt <strong>Unterspannung<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge: Zerst\u00f6rung empfindlicher Elektronik, im ung\u00fcnstigsten Fall Brand . Doepke dokumentiert, dass dies \u201eeine der h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr Sch\u00e4den an elektronischen Ger\u00e4ten&#8220; ist .<a href=\"https:\/\/www.doepke.de\/uploads\/tx_doepkeproducts\/informationsmaterial\/web\/doepke_5962034_neutralleiterueberwachung_web_de.pdf#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.doepke.de\/fileadmin\/\/user_upload\/Downloads-Inhalte\/161225_Netzueberwachung_web.pdf#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.zajadacz.de\/cdnprod\/654cbab9f4e62f39b3874405\/698c34f3c937fd425dae2373_Vortrag%20Doepke%20Ralf%20Bruns%20Planet%20Wissen%2016-9.pdf#4#3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schutzma\u00dfnahme ist eindeutig: Der Neutralleiter darf <strong>niemals unter Last getrennt<\/strong> werden. In TN-C-Systemen, in denen N und PE als PEN gemeinsam gef\u00fchrt werden, ist die Unterbrechung des PEN besonders kritisch, da dann auch der Schutzleiterpotenzialbezug verloren geht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. \u00dcberschwingungen und Resonanz: Abgrenzung zum station\u00e4ren Ph\u00e4nomen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den station\u00e4ren Oberschwingungen zu unterscheiden sind <strong>transiente \u00dcberschwingungen<\/strong> \u2013 kurzzeitige Spannungsspitzen beim Schalten induktiver oder kapazitiver Lasten. Sie dauern Mikrosekunden bis Millisekunden und sind ein separates Ph\u00e4nomen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Relevant f\u00fcr den Neutralleiter ist jedoch ein dritter Effekt: <strong>Resonanz in Kompensationsanlagen<\/strong>. Kondensatoren zur Blindleistungskompensation bilden mit der Netzimpedanz einen Schwingkreis. Bei bestimmten Frequenzen (abh\u00e4ngig von Kapazit\u00e4t und Induktivit\u00e4t) k\u00f6nnen Oberschwingungen verst\u00e4rkt werden. Dies f\u00fchrt zu \u00dcberstr\u00f6men und \u00dcberspannungen, die sowohl Kondensatoren als auch Neutralleiter belasten. Die Auslegung von Kompensationsanlagen muss daher die zu erwartenden Oberschwingungsfrequenzen ber\u00fccksichtigen \u2013 eine reine 50-Hz-Betrachtung ist unzureichend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">6. Schutztechnik: RCD-Typen und ihre Grenzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) gilt: Der <strong>Typ A<\/strong> ist der Standard f\u00fcr Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerstr\u00f6me. Er erfasst jedoch <strong>keine glatten Gleichfehlerstr\u00f6me<\/strong> und keine Fehlerstr\u00f6me mit stark abweichender Frequenz .<a href=\"https:\/\/library.e.abb.com\/public\/fd3a817687204b54aa2eff3e62cbeab0\/2CDC001003C0111_Kap_3.pdf#39#27\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Typ F<\/strong> wurde f\u00fcr einphasige Frequenzumrichter (z. B. in Haushaltsger\u00e4ten) entwickelt und erfasst Frequenzgemische bis 1 kHz. Er ist <strong>kein Ersatz<\/strong> f\u00fcr Typ B bei dreiphasigen Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Typ B<\/strong> ist erforderlich, wenn glatte Gleichfehlerstr\u00f6me auftreten k\u00f6nnen \u2013 etwa bei dreiphasigen Frequenzumrichtern, Photovoltaik-Wechselrichtern, Elektrofahrzeug-Ladeeinrichtungen und unterbrechungsfreien Stromversorgungen . DIN VDE 0100-530 schreibt Typ B f\u00fcr Anlagen mit Betriebsmitteln vor, die glatte Gleichfehlerstr\u00f6me verursachen k\u00f6nnen .<a href=\"https:\/\/www.elektrofachkraft.de\/sicheres-arbeiten\/allstromsensitiver-fi-schutzschalter?pdf=5024&amp;t=elektrofachkraft-de_Welcher+FI-Schutzschalter+ist+der+richtige#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/images.eaton.com\/content\/dam\/eaton\/markets\/residential\/fire-safety\/documents\/eaton-AFDD%2B-Sortiment-brochure-de-de.pdf#3#2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die pauschale Empfehlung \u201eTyp B oder F&#8220; ist daher irref\u00fchrend: Typ F deckt ein spezifisches, engeres Einsatzfeld ab. F\u00fcr dreiphasige Leistungselektronik ist Typ B erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">7. Praktische Konsequenzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Analyse ergeben sich klare Handlungsanweisungen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dimensionierung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bei erwartetem Anteil der 3. Harmonischen >33 %: Neutralleiterquerschnitt mindestens gleich dem Au\u00dfenleiterquerschnitt, Bemessung nach Neutralleiterstrom .<a href=\"https:\/\/www.eaton.com.cn\/content\/dam\/eaton\/products\/low-voltage-power-distribution-controls-systems\/low-voltage-switchgear\/xspider\/eaton-xspider-3.2.6-manual-de-de.pdf#44#5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><a href=\"https:\/\/assets.new.siemens.com\/siemens\/assets\/api\/uuid:49d015ab58fbdd0162b3b209263a85f71339750d\/version:1519229906\/ausgabe-14-einfluss-moderner-technik-auf-oberschwingungen-im-ver.pdf#3#3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Bei >45 %: Vollst\u00e4ndige Bemessung nach Neutralleiterstrom, Faktor 1,0.<\/li>\n\n\n\n<li>Die vereinfachende Annahme \u201eN darf kleiner sein&#8220; gilt nur bei nachgewiesen geringem Oberschwingungsgehalt (\u226415 %).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schutz:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00dcberstromerfassung im Neutralleiter vorsehen, wenn \u00dcberlastung m\u00f6glich ist (DIN VDE 0100-430) .<a href=\"https:\/\/www.elektropraktiker.de\/downloads\/download\/?file=15844&amp;type=fachartikel&amp;uid=4590#1#1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/a><\/li>\n\n\n\n<li>RCD Typ B f\u00fcr dreiphasige Leistungselektronik, Typ F nur f\u00fcr einphasige Frequenzumrichter.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Installation:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Neutralleiter niemals unter Last trennen.<\/li>\n\n\n\n<li>Klemmen des Neutralleiters auf festen Sitz pr\u00fcfen \u2013 lose Kontakte bleiben bei geringer Stromf\u00fchrung oft unentdeckt.<\/li>\n\n\n\n<li>Bei Sanierungen: Neutralleiterquerschnitt an die tats\u00e4chliche Lastsituation anpassen, nicht an historische Annahmen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Messung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Den tats\u00e4chlichen Oberschwingungsgehalt (THD und Anteil der 3. Harmonischen) messen, nicht sch\u00e4tzen. Die Norm bietet Korrekturfaktoren, aber die Eingangsgr\u00f6\u00dfe \u2013 der Harmonischenanteil \u2013 muss bekannt sein.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Neutralleiter ist kein Nebenleiter. Er ist der Ort, an dem sich die Unsymmetrien und Oberschwingungen des modernen Netzes sammeln. Die dritte Harmonische und ihre Vielfachen addieren sich im Sternpunkt und k\u00f6nnen den Neutralleiterstrom \u00fcber den Au\u00dfenleiterstrom treiben \u2013 ein Effekt, den die klassische Dimensionierung nach Au\u00dfenleiterstrom nicht erfasst. Die Normung hat mit den Korrekturfaktoren der IEC 60364-5-52 reagiert, doch die Umsetzung in der Praxis bleibt l\u00fcckenhaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt das eigenst\u00e4ndige Risiko der Neutralleiterunterbrechung: eine Sternpunktverschiebung mit potenziell zerst\u00f6rerischen \u00dcberspannungen an empfindlichen Ger\u00e4ten. Beide Probleme \u2013 \u00dcberlastung durch Harmonische und Unterbrechung \u2013 erfordern ein Umdenken: Der Neutralleiter verdient dieselbe Aufmerksamkeit bei Dimensionierung, Schutz und Installation wie die Au\u00dfenleiter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>IEC 60364-5-52:2009, <em>Low-voltage electrical installations \u2013 Part 5-52: Selection and erection of electrical equipment \u2013 Wiring systems<\/em>, Anhang E, Tabelle E.52.1.<\/li>\n\n\n\n<li>DIN VDE 0100-520:2013-06, <em>Errichten von Niederspannungsanlagen \u2013 Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel \u2013 Kabel- und Leitungsanlagen<\/em>, Beiblatt 3.<\/li>\n\n\n\n<li>DIN VDE 0298-4:2013-06, <em>Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen f\u00fcr Starkstromanlagen \u2013 Teil 4: Empfohlene Werte f\u00fcr die Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li>DIN VDE 0100-430:2010-10, <em>Errichten von Niederspannungsanlagen \u2013 Teil 4-43: Schutzma\u00dfnahmen \u2013 Schutz von Kabeln und Leitungen bei \u00dcberstrom<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li>DIN VDE 0100-530:2018-06, <em>Errichten von Niederspannungsanlagen \u2013 Teil 5-53: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel \u2013 Schaltger\u00e4te und Steuerger\u00e4te<\/em>.<\/li>\n\n\n\n<li>Doepke Schaltger\u00e4te GmbH: <em>Neutralleiter im Fokus \u2013 Schaltger\u00e4te mit Netz\u00fcberwachung<\/em>, technische Information.<\/li>\n\n\n\n<li>Eaton: <em>XSpider Handbuch<\/em>, Kapitel 3.2.6, Dimensionierung bei Oberschwingungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Elektropraktiker: \u201eNichtlineare Lasten am Drehstromnetz&#8220;, Leseranfrage, abrufbar \u00fcber <a href=\"https:\/\/elektropraktiker.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">elektropraktiker.de<\/a>.<\/li>\n\n\n\n<li>Fassbinder, S.: \u201eNeutralleiterauslegung bei Oberschwingungen&#8220;, in: <em>Elektropraktiker<\/em>, Ausgabe 04\/2015, sowie Leseranfrage 01\/2016.<\/li>\n\n\n\n<li>ABB: <em>Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen \u2013 Auswahl und Einsatz<\/em>, technisches Handbuch, Kapitel 3.<\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung L1, L2, L3, N, PE \u2013 f\u00fcnf K\u00fcrzel, die das Fundament jeder Niederspannungsinstallation bilden. 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