Im Schatten des Pi 5: Leistungsstarke Alternativen für 2026

Die weltweite Knappheit an Arbeitsspeicher hat auch den Raspberry Pi 5 erfasst: Statt der ursprünglichen 80 $ für das 8‑GB‑Modell werden inzwisch oft über 130 $ aufgerufen. Das bringt Entwickler, Heimautomatisierer und Homelab‑Betreiber dazu, nach Alternativen zu suchen. Der folgende Überblick stellt drei Preiskategorien vor: günstigere Boards, Modelle im ähnlichen Preisbereich sowie leistungsfähigere (und teurere) Plattformen.


1. Günstiger als der Raspberry Pi 5

BoardSoC / CPUKerneTaktRAMBesonderheitenPreis (ca.)
Radxa Rock 5CRockchip RK3588S8‑Core4×Cortex‑A76 (bis 2,4 GHz)
4×Cortex‑A55 (bis 1,8 GHz)
4 GB / 8 GBNVMe‑Support, 8‑Kerne → höhere Parallelität4 GB <70 $,
8 GB ≈85 $
Odroid M1SRockchip RK35664‑Core4×Cortex‑A55 (bis 1,8 GHz)4 GB / 8 GBSehr effizient, direktes NVMe, ideal für 24/7‑Betrieb (Server, IoT)4 GB ≈64 $
Radxa X4Intel N100 (x86)4‑Corebis 3,4 GHz (Boost)4 GB / 8 GB (LPDDR5)x86‑Kompatibilität, 2,5‑GbE, PCIe für NVMe, verhält sich wie Mini‑PC4 GB ≈66 $,
8 GB ≈100 $

Einordnung:
Die Radxa Rock 5C punktet mit zwei zusätzlichen Kernen gegenüber dem Pi 5 – das spielt bei parallelen Workloads (z. B. Container‑Hosting) ihre Stärke aus. Der Odroid M1S ist der sparsamste Kandidat und dank NVMe‑Anschluss auch ohne µSD‑Karte nutzbar. Die Radxa X4 bricht mit der ARM‑Tradition: Ein Intel‑N100 bietet echten x86‑Komfort, inklusive schnellerem DDR5‑RAM und 2,5‑Gigabit‑Ethernet – eine Alternative für alle, die ein „Pi‑großes x86‑System“ suchen.


2. Preislich auf Augenhöhe mit dem Pi 5

BoardSoC / CPUKerneTaktRAMBesonderheitenPreis (ca.)
Radxa Rock 5BRockchip RK35888‑Core4×Cortex‑A76 (bis 2,4 GHz)
4×Cortex‑A55 (bis 1,8 GHz)
4 GB / 8 GB8K‑Video (Decode/Encode), starke ARM‑Mali‑GPU, PCIe, Formfaktor kompatibel4 GB ≈90 $,
8 GB ≈160 $
Banana Pi M7Rockchip RK35888‑Corewie Rock 5B16 GB + 128 GB eMMC6‑TOPS‑NPU, dual 2,5‑GbE, AI‑Beschleuniger, großzügiger Speicher≈220 $ (16 GB‑Set)

Einordnung:
Beide nutzen den leistungsfähigen Rockchip RK3588 mit deutlich stärkerer GPU als der Pi 5. Der Radxa Rock 5B bleibt im Pi‑Formfaktor und eignet sich für Medienzentren oder Desktop‑Ersatz. Der Banana Pi M7 geht darüber hinaus: Mit integriertem AI‑Accelerator, dualem 2,5‑GbE und 128 GB eMMC ist er eine Komplettlösung für anspruchsvolle Homelab‑ oder Edge‑KI‑Projekte.


3. Höherpreisige Leistungsplattformen

BoardSoC / CPUKerneTaktRAM / SpeicherBesonderheitenPreis (ca.)
Orange Pi 5Rockchip RK3588S8‑Corewie Rock 5C4 GB / 8 GB6‑TOPS‑NPU, 2,5‑GbE, starke GPU, 8K‑Video4 GB ≈115 $,
8 GB ≈175 $
Khadas VIM4Amlogic A311D28‑Core4×Cortex‑A73 (2,2 GHz)
4×Cortex‑A53 (2,0 GHz)
8 GB + 32 GB eMMCHDMI‑Eingang, 8K‑Video, Wi‑Fi 6, M.2‑Slot (SSD/LTE), NPU (3,2 TOPS)≈269 $
ZimaBoard 2Intel N150 (x86)4‑Corebis 3,6 GHz (Boost)8 GB / 16 GB + 32/64 GB eMMCZwei SATA‑Anschlüsse, PCIe‑Slot, 2,5‑GbE, passiv kühlbares Gehäuse, Mini‑Server‑Fokus8 GB‑Variante ≈279 $,
16 GB ≈349 $

Einordnung:
Der Orange Pi 5 ist der direkte Konkurrent zum Pi 5 im oberen ARM‑Segment, setzt aber auf schnellere Peripherie (2,5‑GbE, NPU). Die Khadas VIM4 glänzt mit einem seltenen Feature: HDMI‑Eingang – ideal für Videocapture oder Streaming‑Setups. Die ZimaBoard 2 ist kein klassisches Single‑Board‑Computer, sondern ein kompaktes x86‑Serversystem mit zwei SATA‑Ports und Erweiterungsslot, das sich als privater Cloud‑Server oder NAS nutzen lässt.


Fazit & Ausblick

Die hohe Nachfrage nach dem Raspberry Pi 5 und die angespannte RAM‑Versorgung haben die Preise in eine Region gehoben, in der alternative Boards plötzlich konkurrenzfähig werden – oder sogar überlegen sind. Während der Pi 5 weiterhin durch seine riesige Community und Softwareunterstützung punktet, zeigen die hier vorgestellten Alternativen:

  • x86‑Einstieg ist mit der Radxa X4 oder ZimaBoard 2 möglich – ideal für Nutzer, die auf klassische Linux‑Distributionen oder Windows‑kompatible Software angewiesen sind.
  • Maximale Rechenleistung im ARM‑Lager liefern Boards mit Rockchip RK3588 (Radxa Rock 5B, Banana Pi M7, Orange Pi 5) – sie übertreffen den Pi 5 in GPU, KI‑Fähigkeiten und I/O.
  • Spezialisierung trifft man bei Odroid M1S (extrem sparsam), Khadas VIM4 (HDMI‑In) oder Banana Pi M7 (dual 2,5‑GbE + eMMC).

Die Entscheidung hängt stark vom konkreten Projekt ab: Wer eine große Community und langfristige Softwarepflege sucht, bleibt beim Pi 5. Wer dagegen mehr Kerne, schnellere Schnittstellen oder eine x86‑Umgebung benötigt, findet inzwischen eine breite Auswahl an ernstzunehmenden Alternativen.


Quellen

  • YouTube‑Video: Best Raspberry Pi 5 Alternatives in 2026! – ZMA space, veröffentlicht am 15. März 2026 (URL im Prompt angegeben).
  • Herstellerseiten (für technische Daten, Stand März 2026):

Alle Preisangaben entsprechen den im Video genannten Richtwerten; tatsächliche Marktpreise können je nach Händler und Region variieren.

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