DMG Mori Aktiengesellschaft – Der Weltmarktführer für Werkzeugmaschinen

Einleitung

Die DMG Mori Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Bielefeld ist einer der weltweit führenden Hersteller von spanenden Werkzeugmaschinen . Das Unternehmen ist spezialisiert auf CNC-gesteuerte Dreh- und Fräsmaschinen und bietet darüber hinaus Zukunftstechnologien wie Laserauftragsschweißen und Ultraschallbearbeitung an . Mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und 7.515 Mitarbeitern (Geschäftsjahr 2023) zählt DMG Mori zu den bedeutendsten Unternehmen des deutschen Maschinenbaus und wird als „Hidden Champion“ sowie als Weltmarktführer in seinem Segment geführt . Hauptaktionärin ist mit einem Anteil von ca. 88 Prozent die japanische DMG Mori Company Limited mit Sitz in Tokio, was die tiefe deutsch-japanische Verbindung des Konzerns unterstreicht .

Die folgende Tabelle gibt einen ersten, schnellen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen:

KategorieDetail
FirmennameDMG Mori Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise: DMG MORI AKTIENGESELLSCHAFT)
RechtsformAktiengesellschaft
Gründungsdatum1. Oktober 1870 (als Gildemeister & Comp.) 
HauptsitzBielefeld, Deutschland 
VorstandsvorsitzenderAlfred Geißler (seit Mai 2023) 
Mitarbeiterzahl7.515 (2023) 
Umsatz2,5 Mrd. Euro (2023) 
HauptaktionärDMG Mori Company Limited, Tokio (ca. 88 %) 
BrancheMaschinenbau
ISINDE0005878003 
Websitede.dmgmori-ag.com 

Detaillierte Unternehmensgeschichte

Die Geschichte von DMG Mori ist geprägt von der über 150-jährigen Tradition des deutschen Stammhauses Gildemeister, strategischen Übernahmen und einer einzigartigen, tiefen Partnerschaft mit dem japanischen Unternehmen Mori Seiki, die schließlich in einer freundlichen Übernahme mündete.

1870–2010: Die Ära Gildemeister und der Aufstieg zur DMG

Gründung und frühe Jahre (1870–1945)

Am 1. Oktober 1870 eröffnete der Schlossermeister Friedrich Gildemeister die „Werkzeugmaschinenfabrik Gildemeister & Comp.“ in Bielefeld . Die Fabrik, zunächst am Bahnhof gelegen, expandierte in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich. Ein entscheidender Schritt war die Umwandlung der Offenen Handelsgesellschaft (OHG) in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1899 mit einem Kapital von einer Million Goldmark . Der Börsengang erfolgte im Jahr 1950 . Am 30. September 1944 wurden sämtliche Produktionsanlagen durch einen Bombenangriff vollständig zerstört, doch bereits 1947 begann unter der Führung von Karl Bernhard Grauthoff der Wiederaufbau .

Wachstum und technologische Meilensteine (1960–1990)

In den 1960er Jahren expandierte das Unternehmen räumlich und technologisch. 1964 begann der Bau neuer Produktionshallen in Bielefeld-Sennestadt. 1970 erwarb Gildemeister eine maßgebliche Beteiligung an dem traditionsreichen Hamburger Werkzeugmaschinenhersteller Heidenreich & Harbeck und sicherte sich so das notwendige Know-how für CNC-gesteuerte Drehmaschinen . 1975 wurde die weltweit erste Werkzeugmaschine mit CNC-Steuerung entwickelt; das Programmiersystem „EasyProg“ fand breite Anwendung . 1976 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz an die heutige Adresse Gildemeisterstraße 60 in Bielefeld . In den 1980er Jahren feierte Gildemeister große Erfolge mit der EltroPilot-2-Steuerung, die eine grafische Programmsimulation ermöglichte .

Die Geburtsstunde von DMG (1994)

Ein Wendepunkt war das Jahr 1994, als Gildemeister die in Schwierigkeiten geratene Deckel Maho AG mit Hauptsitz in Pfronten im Allgäu übernahm . Deckel Maho selbst war ein renommierter Hersteller von Fräsmaschinen. Durch die Übernahme und die Zusammenführung der Kompetenzen entstand die Abkürzung DMG (Deckel Maho Gildemeister) , und das Unternehmen stieg zum Weltmarktführer für spanende Werkzeugmaschinen auf .

Weitere Expansion (2000–2010)

In den Folgejahren wurde das Portfolio konsequent erweitert. Mit der Übernahme der Sauer GmbH kamen Laser- und Ultraschall-Maschinen hinzu . Die Gründung der DMG Microset GmbH ergänzte das Angebot um Werkzeugvoreinstellgeräte . Zudem hielt das Unternehmen seit 2002 100 Prozent an der Gildemeister Energy Solutions GmbH, die im Bereich Solartechnik tätig war (dieser Bereich wurde 2019 an den Essener Energiekonzern STEAG verkauft) .

Der Zusammenschluss mit Mori Seiki (ab 2009)

Kooperation und Annäherung (2009–2013)

Im März 2009 schloss die Gildemeister AG eine strategische Kooperationsvereinbarung mit dem japanischen Unternehmen Mori Seiki, einem der größten Werkzeugmaschinenhersteller Japans . Die Zusammenarbeit begann zunächst in Asien und wurde schrittweise auf weitere Märkte wie die USA und Europa ausgeweitet. Auf der EMO 2011 in Hannover traten beide Unternehmen erstmals gemeinsam unter der Marke DMG / Mori Seiki auf .

Angleichung der Firmennamen (2013)

Im März 2013 wurde ein umfassendes „Cooperation Agreement“ geschlossen, das auch die Angleichung der Firmennamen vorsah. Auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2013 stimmten die Aktionäre der Gildemeister AG mit überwältigender Mehrheit von 94,02 Prozent der Umfirmierung in DMG Mori Seiki Aktiengesellschaft zu . Parallel dazu benannte sich Mori Seiki K.K. in Japan in DMG Mori Seiki K.K. um.

Die Übernahme durch die Japaner (2015–2016)

Am 21. Januar 2015 legte die japanische DMG Mori Seiki K.K. ein freiwilliges Übernahmeangebot für die deutschen Anteile vor . Zu diesem Zeitpunkt hielten die Japaner bereits über 20 Prozent der Aktien. Das Bundeskartellamt stimmte der Übernahme zu . Bis zum 6. April 2016 erhöhte die japanische Muttergesellschaft ihre Beteiligung an der DMG Mori AG auf über 75 Prozent . In der Folge wurde ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der deutschen Tochter abgeschlossen, der am 24. August 2016 in Kraft trat . Damit war die Eingliederung der ehemaligen Gildemeister AG in den japanischen Konzernverbund endgültig besiegelt. Der Firmenname wurde schließlich auf die heutige Form DMG Mori Aktiengesellschaft verkürzt .

Unternehmensstruktur und Eigentümer

Eigentümerverhältnisse

Die DMG Mori AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft, befindet sich aber heute mehrheitlich im Besitz ihres japanischen Partners. Die Eigentümerstruktur stellt sich wie folgt dar:

  • DMG Mori Company Limited, Tokio: Ca. 88 % der Anteile .
  • Streubesitz: Die restlichen ca. 12 % der Aktien werden über die Börse gehandelt. Die Aktie (ISIN DE0005878003) war früher im MDAX und SDAX notiert, ist aber seit Dezember 2020 nicht mehr im Prime Standard der Deutschen Börse vertreten .

Vorstand

Der Vorstand der DMG Mori AG unterliegt einem Wandel. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Christian Thönes, der seit 2016 an der Spitze stand und stark auf Digitalisierung setzte, wurde auf Wunsch des japanischen Mehrheitseigners im Mai 2023 abgelöst . Sein Nachfolger ist Alfred Geißler, der seit rund 40 Jahren im Konzern tätig und zuletzt Geschäftsführer der Deckel Maho Pfronten GmbH war . Der Finanzvorstand (CFO) ist laut aktuellem Geschäftsbericht Hirotake Kobayashi .

Mitarbeiterzahlen und Umsatzentwicklung

Mitarbeiterentwicklung

Die Mitarbeiterzahl der DMG Mori AG hat sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

JahrMitarbeiter (Konzern)Quelle
20147.236
20187.503
20237.515
20247.498

Die Zahlen zeigen eine stabile Beschäftigungsentwicklung auf hohem Niveau. Weltweit ist der gesamte DMG Mori Verbund (inklusive der japanischen Produktions- und Vertriebsgesellschaften) natürlich deutlich größer; die deutschen Stammwerke in Bielefeld, Pfronten, Seebach und anderen Standorten bleiben aber das Rückgrat der Produktion.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzentwicklung spiegelt die konjunkturellen Schwankungen im Maschinenbau wider:

JahrUmsatz (Mio. Euro)Quelle
20122.037,4
20132.054,2
20142.229,0
20232.498,6
20242.228,3

Nach einem Umsatzhoch im Jahr 2023 zeigt sich für 2024 eine rückläufige Tendenz, was auf die allgemeine Zurückhaltung bei Investitionsgütern zurückzuführen sein dürfte .

Tätigkeitsfelder und Technologien

Das Angebot von DMG Mori umfasst weit mehr als nur den Verkauf von Maschinen. Es gliedert sich in folgende Kernbereiche:

Werkzeugmaschinen

  • Drehen: Ein komplettes Programm an CNC-Drehmaschinen für verschiedene Anwendungen, von der einfachen Produktionsdrehmaschine bis zur hochkomplexen Gegenspindelmaschine.
  • Fräsen: Das Kerngeschäft umfasst ein breites Spektrum an Fräsmaschinen, darunter 3-Achs-, 5-Achs-Bearbeitungszentren und Großportalfräsmaschinen für die schwere Bearbeitung, die mit fortschrittlichen Steuerungssystemen wie dem CELOS-Betriebssystem ausgestattet sind .
  • Advanced Technologies: Hierunter fallen Zukunftstechnologien wie die Lasertec-Baureihe (Laserauftragsschweißen, Laserschneiden) und die Ultrasonic-Baureihe (Ultraschallbearbeitung für hart-spröde Materialien wie Keramik oder Glas) .
  • ECOLINE: Eine preislich attraktive Einstiegsserie von Maschinen für preissensible Märkte und Einsteiger .

Industrielle Dienstleistungen und Digitalisierung

  • Services: Ein umfassendes Dienstleistungsangebot, das von Wartung und Instandsetzung über Schulungen bis hin zur Retrofit-Modernisierung gebrauchter Maschinen reicht .
  • Software Solutions & Systems: Entwicklung und Bereitstellung von Softwarelösungen für die digitale Fabrik, darunter die app-basierte Bediensoftware CELOS und die Beteiligung an der herstellerneutralen IIoT-Plattform ADAMOS (gemeinsam mit Dürr, Software AG und Zeiss), die 2017 gegründet wurde .

Internationale Präsenz und Standorte

DMG Mori unterhält ein dichtes globales Netzwerk, um kundennah agieren zu können. Die DMG Mori AG als Konzernmutter verantwortet dabei maßgeblich die europäischen Aktivitäten.

  • Produktion in Deutschland und Europa: Die wichtigsten Produktionsstandorte in Deutschland sind Bielefeld (Hauptsitz, Montage), Pfronten (Kompetenzzentrum für Fräsmaschinen), Seebach (Kompetenzzentrum für Drehmaschinen), Stipshausen (Sauer) und Bruckberg (Microset) . Darüber hinaus gibt es Werke in Italien, Polen, Österreich und Russland .
  • Vertrieb und Service: Weltweit unterhält der Konzern 161 internationale Vertriebs- und Servicestandorte in allen wichtigen Industrieregionen, um eine hohe Kundennähe und kurze Reaktionszeiten zu gewährleisten .
  • Globale Produktion: Die japanische Muttergesellschaft betreibt eigene, hochmoderne Produktionsstätten in Japan (z.B. Iga, Nara), die das Produktportfolio perfekt ergänzen. Diese einzigartige „Global One Company“-Struktur ermöglicht es, Technologien und Fertigungskompetenzen aus beiden Welten zu vereinen.

Vergleichbare Unternehmen (Wettbewerber)

Im Bereich der spanenden Werkzeugmaschinen und der Schwermaschinen-Fräsbearbeitung hat DMG Mori eine Reihe von starken internationalen Wettbewerbern . Die folgende Tabelle listet die bedeutendsten auf:

UnternehmenHauptsitzBesondere Stärken
MazakJapanHohe Geschwindigkeit und Präzision, umfassender After-Sales-Support, starke globale Präsenz .
OkumaJapanLanglebigkeit, thermofreundliches Konzept für konstante Genauigkeit, integrierte Software- und Automatisierungslösungen .
Doosan Machine ToolsSüdkoreaBreites Produktportfolio, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, hohe Benutzerfreundlichkeit .
TrumpfDeutschlandWeltmarktführer bei Laseranlagen und Biegemaschinen, starke Konkurrenz im Bereich „Advanced Technologies“.
Haas AutomationUSAEiner der größten Hersteller der Welt, bekannt für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Standardmaschinenbereich.
MakinoJapanSpezialist für Hochgeschwindigkeits- und Hochpräzisionsfräsmaschinen, insbesondere für den Werkzeug- und Formenbau.

DMG Mori hebt sich von diesen Wettbewerbern vor allem durch die enge Verzahnung der deutschen und japanischen Technologiekompetenz sowie das sehr breite Produktportfolio ab, das vom Einstiegsmodell bis zur hochkomplexen, kundenspezifischen Fertigungslösung alles abdeckt .

Aktuelle Entwicklungen

Fokus auf Digitalisierung und Automatisierung

DMG Mori treibt die Digitalisierung der Fertigung weiter voran. Die hauseigene Plattform CELOS und die Beteiligung an ADAMOS sind zentrale Bausteine, um Kunden den Einstieg in die Industrie 4.0 zu erleichtern . Automatisierungslösungen wie Roboterbeladung und fahrerlose Transportsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Kontinuierliche Produktinnovation

Das Unternehmen bringt regelmäßig neue Maschinengenerationen auf den Markt, die auf die aktuellen Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind, wie beispielsweise eine steigende Nachfrage nach nachhaltigeren und energieeffizienteren Produktionslösungen .

Führungswechsel 2023

Die Ablösung von Christian Thönes durch Alfred Geißler im Mai 2023 markiert eine strategische Neuausrichtung. Unter Geißler, einem erfahrenen Produktions- und Technologieexperten, wird erwartet, dass der Fokus wieder stärker auf die operativen Stärken und die Kernkompetenzen in der Fertigung gelegt wird, ohne die Digitalisierungsbemühungen zu vernachlässigen .

Fazit

Die DMG Mori Aktiengesellschaft ist ein Paradebeispiel für gelungene Globalisierung und deutsch-japanische Zusammenarbeit. Aus der traditionsreichen Gildemeister AG aus Bielefeld ist durch die Übernahme von Deckel Maho und die strategische Partnerschaft mit Mori Seiki ein Weltmarktführer entstanden, der heute unter japanischer Führung steht, aber tief in der deutschen Industriekultur verwurzelt ist.

Mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, über 7.500 Mitarbeitern in Deutschland und einem umfassenden Portfolio, das von Hightech-Fräsmaschinen über Lasertechnologie bis hin zu digitalen Lösungen reicht, ist das Unternehmen bestens aufgestellt. Die Herausforderungen der Zukunft – von der Fachkräftesicherung über die weiter voranschreitende Automatisierung bis hin zu nachhaltigeren Produktionsprozessen – wird DMG Mori mit seiner starken globalen Aufstellung und seiner Innovationskraft meistern. Die Rezepte für den anhaltenden Erfolg sind eine klare Fokussierung auf Technologieführerschaft, Kundennähe und die einzigartige Verbindung deutscher Ingenieurskunst mit japanischer Präzision und Effizienz.

Quellenverzeichnis

  1. Wikiwand: DMG Mori Aktiengesellschaft [online]. Verfügbar unter: https://www.wikiwand.com/de/articles/Gildemeister_AG [Zugriff am 14. Februar 2026].
  2. chianmetalworking.com: Welches sind die führenden Hersteller von schweren Maschinen zum Fräsen? [online]. Verfügbar unter: https://de.chianmetalworking.com/blog/what-are-the-leading-manufacturers-of-heavy-machinery-for-milling-2367323.html [Zugriff am 14. Februar 2026].
  3. Jewiki: DMG Mori Aktiengesellschaft [online]. Verfügbar unter: https://www.jewiki.net/wiki/Gildemeister_AG [Zugriff am 14. Februar 2026].
  4. Research and Markets: Mori Seiki Co. Ltd. Fundamental Company Report [online]. Verfügbar unter: https://www.researchandmarkets.com/reports/4121829/mori-seiki-co-ltd-fundamental-company-report [Zugriff am 14. Februar 2026].
  5. Die Deutsche Wirtschaft: DMG MORI AKTIENGESELLSCHAFT (Bielefeld) im Ranking der deutschen Top-Unternehmen [online]. Verfügbar unter: https://die-deutsche-wirtschaft.de/unternehmen/dmg-mori-aktiengesellschaft-bielefeld/ [Zugriff am 14. Februar 2026].

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