Der Mann, der fürs Nichtstun bezahlt wurde – Wie ein Mikrobiologe gegen eine Lobby-Gruppe kämpfte und fast seine Karriere verlor
Bethesda, Maryland, 2003. Ein Bürogebäude der National Institutes of Health (NIH), irgendwo zwischen steril und beliebig. Ein Mann Mitte vierzig sitzt an seinem Schreibtisch, vor sich einen Stapel Papier, den man ihm vor einer Stunde gebracht hat. Es sind E-Mail-Ausdrucke, die er sortieren soll. Der Mann heißt Edward McSweegan, er hat einen Doktortitel in Mikrobiologie, und er ist seit sieben Jahren für den Steuerzahler unsichtbar.
Draußen, in den anderen Etagen, werden Forschungsgelder verwaltet, Studien beaufsichtigt, Karrieren gemacht. Drinnen, an diesem Schreibtisch, passiert nichts. Oder so gut wie nichts. McSweegan sortiert Post, leitet Nachrichten weiter, deckt Kaffeetafeln ein. Ein Mikrobiologe als Hilfskraft. Ein Programmbeauftragter ohne Programm. Ein Wissenschaftler, den seine Behörde nicht mehr haben will – aber auch nicht los wird. 100.000 Dollar Jahresgehalt, dafür, dass er Romane schreibt in seiner Freizeit, während er offiziell Dienst schiebt .
Die Geschichte, die ich heute erzähle, ist keine einfache Heldengeschichte. Es ist die Geschichte eines Mannes, der zu laut war, zu früh, zu prinzipientreu – und dafür beinahe verschwand im Bermuda-Dreieck der US-Bundesverwaltung. Es geht um eine Lobby-Gruppe, die niemand kannte, aber die im stillen Kämmerlein die Forschung zu einer tückischen Krankheit steuerte. Und es geht um einen Senatoren-Brief, der nach sieben Jahren Stille plötzlich Staub aufwirbelte.
Los geht’s in den Neunzigern, als die Zecke zuschlug.
I. Prolog: Ein Wort, das alles veränderte
Es begann mit einem Wort. Einem einzigen, unbedachten, ehrlichen Wort.
„Whacko“. Auf Deutsch: Spinner, Verrückte, nicht ganz dicht.
Edward McSweegan hatte es 1997 auf seiner privaten Webseite verwendet, um die Lyme Disease Foundation (LDF) zu beschreiben – eine einflussreiche Lobby-Organisation, die sich der Aufklärung über die Lyme-Borreliose verschrieben hatte . Für einen Wissenschaftler war das Wort vielleicht ungewöhnlich, aber es kam nicht von ungefähr.
Seit Jahren beobachtete McSweegan, damals Programmbeauftragter für Lyme-Borreliose an den NIH, wie diese Stiftung mit zweierlei Maß maß. Wie sie Geschichten erzählte, die wissenschaftlich nicht haltbar waren. Wie sie Patienten in Angst und Schrecken versetzte mit der Behauptung, die Krankheit sei chronisch und erfordere monatelange, teure Antibiotika-Therapien – Behandlungen, die nicht nur wirkungslos waren, sondern gefährlich .
Die LDF war kein Haufen Spinner im Keller. Ihr Gründerpaar, Karen Vanderhoof-Forschner und Thomas E. Forschner, hatten ihren Sohn Jamie verloren – und sie waren überzeugt, dass eine angeborene Lyme-Borreliose daran schuld war. Diese Überzeugung trieb sie an, eine Organisation aufzubauen, die innerhalb weniger Jahre so viel Einfluss gewann, dass sie in den Korridoren des Kongresses ebenso zu Hause war wie in den Medien. Karen Vanderhoof-Forschner wurde zur gefragten Lobbyistin, die Senatoren davon überzeugte, mehr Geld in die Lyme-Forschung zu stecken . Die Stiftung erhielt Spenden von Herstellern, die genau jene intravenösen Antibiotika produzierten, die sie propagierte .
Und genau da, in dieser Melange aus Trauer, Überzeugung und handfesten wirtschaftlichen Interessen, lag das Problem.
McSweegan, der als Programmbeauftragter die wissenschaftliche Integrität der von den NIH finanzierten Forschung im Blick haben sollte, sah rot. Er begann, die LDF und ihre Methoden zu dokumentieren, ihre Aussagen zu überprüfen, ihre Lobbyarbeit zu hinterfragen. Und er begann, seine Erkenntnisse zu teilen – mit Journalisten, mit Politikern, im Internet .
Das war sein Fehler. Oder sein Mut. Je nach Perspektive.
Die LDF schlug zurück. Sie beklagte sich bei seinen Vorgesetzten, übte Druck aus, nutzte ihre Kontakte. Und die NIH, eigentlich der Leuchtturm amerikanischer Gesundheitsforschung, knickten ein. 1995 entzogen sie McSweegan die Zuständigkeit für das Lyme-Programm. 1997, nach dem „Whacko“-Eintrag, suspendierten sie ihn für zwei Wochen . Und dann, nach und nach, nahmen sie ihm alle Aufgaben weg. Sämtliche Forschungsstipendien, die er betreute, wurden anderen übertragen. Neue kamen nicht dazu.
Übrig blieb ein Mann mit Doktortitel, der E-Mails sortierte .
II. Der Mensch – Wer war dieser McSweegan?
Edward McSweegan war kein Querulant. Das ist wichtig zu verstehen. Er war keiner von denen, die aus Prinzip gegen alles sind.
Geboren in den Fünfzigern, wuchs er in einer Zeit auf, in der Naturwissenschaften noch als Königsweg galten. Er studierte Biologie am Boston College, machte seinen Master in Mikrobiologie an der University of New Hampshire und promovierte schließlich an der University of Rhode Island . Anschließend forschte er am Naval Medical Research Institute, veröffentlichte Studien über krankheitserregende Mechanismen von Bakterien wie Campylobacter jejuni und Escherichia coli – solide, anerkannte Arbeit .
Von 1986 bis 1988 wechselte er ins Außenministerium, als Fellow der American Association for the Advancement of Science. Er verhandelte Wissenschaftsabkommen mit Polen, Ungarn und der damaligen Sowjetunion . Ein Diplomat im weißen Kittel, könnte man sagen. Jemand, der verhandeln kann, der Brücken baut, der das große Ganze im Blick hat.
1988 kam er zu den NIH, an das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Eine Spitzenposition, ein Karrierehöhepunkt für jeden Mikrobiologen. Er stieg auf zum Programmbeauftragten für Lyme-Borreliose – genau jene Krankheit, die in den Neunzigern in den USA zur Volksseuche wurde, oder zumindest zu dem, was die Medien daraus machten .
Man stelle sich vor: Ein Wissenschaftler mit diplomatischer Erfahrung, mit Forschungserfahrung, mit Leidenschaft für sein Fach, bekommt die Verantwortung für ein hochpolitisches, hochsensibles Thema. Und dann stellt er fest, dass nicht die Wissenschaft das Sagen hat, sondern eine Lobby-Gruppe, die mit Angst Geschäfte macht.
McSweegan tat, was ein Wissenschaftler tun muss: Er sprach Klartext.
Und dafür wurde er bestraft.
III. Das Problem – Warum war die Lyme-Borreliose so umkämpft?
Um zu verstehen, warum dieser Konflikt so eskalieren konnte, muss man die Krankheit selbst verstehen – und das Dickicht aus Interessen, das sich um sie rankte.
Die Lyme-Borreliose wird von Bakterien der Gattung Borrelia verursacht, die durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen werden. Die Symptome reichen von Hautausschlägen über Gelenkschmerzen bis zu schweren neurologischen Störungen. Früh erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika gut behandeln. Das ist der Stand der Wissenschaft .
Aber es gibt eine Schattenseite dieser Krankheit: Patienten, bei denen die Symptome bleiben. Monate, Jahre. Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Konzentrationsstörungen. Die Schulmedizin hat dafür oft keine Erklärung, und wenn sie keine Erklärung hat, sagt sie: „Es ist nichts.“ Für die Betroffenen ist das eine Katastrophe. Sie fühlen sich krank, aber keiner glaubt ihnen.
Genau hier setzte die Lyme Disease Foundation an. Sie propagierte das Konzept der „chronischen Lyme-Borreliose“ – eine Vorstellung, dass die Bakterien im Körper überdauern und eine jahrelange, aggressive Antibiotika-Therapie nötig machen . Für diese These gab es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege, aber sie gab den Verzweifelten eine Antwort. Und sie gab Ärzten, die bereit waren, diese Antwort zu geben, ein Geschäftsmodell.
Die LDF finanzierte sich nicht nur aus Spenden verzweifelter Patienten. Sie erhielt auch Gelder von Firmen, die genau jene intravenösen Antibiotika herstellten, die für die Langzeittherapie benötigt wurden . Ein klassischer Interessenkonflikt, aber gut verpackt in der emotional aufgeladenen Geschichte einer Familie, die ihr Kind verloren hatte.
Karen Vanderhoof-Forschner wurde zur Heldin der Bewegung. Sie trat im nationalen Fernsehen auf, ihre Artikel erschienen in großen Zeitungen, sie hatte direkte Drähte zu Senatoren wie Joe Lieberman . Als sie sich bei den NIH über McSweegan beschwerte, hörte man zu. Als sie eine Lyme-Konferenz auf dem NIH-Campus abhalten wollte, durfte sie das – und wurde dafür auch noch ausgezeichnet .
McSweegan sah das und verzweifelte. Nicht an der Krankheit, sondern am System.
IV. Der Bau – Wie man einen Wissenschaftler unsichtbar macht
Die NIH reagierten auf McSweegans Kritik nicht mit einem Donnerwetter, nicht mit einer Entlassung – das wäre zu einfach gewesen, zu angreifbar. Sie reagierten mit der feinsten Waffe der Bürokratie: Sie entzogen ihm die Arbeit.
Es begann schleichend. 1995 verlor er die Zuständigkeit für das Lyme-Programm . Okay, dachte er vielleicht, dann konzentriere ich mich auf andere Aufgaben. Aber auch die verschwanden. Forschungsstipendien, die er betreute, wurden anderen übertragen. Neue Projekte kamen nicht dazu. Seine Vorgesetzten teilten ihm einfach nichts mehr zu .
1996 war er faktisch arbeitslos – bei vollem Gehalt. Offiziell war er noch Angestellter der NIH, aber er hatte keine Aufgaben mehr, die seinem Qualifikationsniveau entsprachen. Er sortierte E-Mails, leitete Nachrichten weiter, half beim Kaffee für Besprechungen. Ein Mikrobiologe als Mädchen für alles .
Die Ironie: Seine Vorgesetzten gaben ihm weiterhin positive Beurteilungen. Niemand konnte ihm etwas vorwerfen, niemand konnte ihn feuern. Er war in einer Schwebe gefangen, einem bürokratischen Fegefeuer, aus dem es kein Entrinnen gab .
McSweegan versuchte, sich zu wehren. Er sprach mit seinen Vorgesetzten, bat um Arbeit, wies auf seine Qualifikation hin. Nichts passierte. Also begann er, sich anderweitig zu beschäftigen. Er schrieb Romane – Science-Fiction, Thriller. 2002 erschien Deliberate Release, ein Roman über die Freisetzung eines Affenpockenvirus, im Jahr darauf Alpha Transit, eine Geschichte über interstellare Kolonisation . Er veröffentlichte Buchbesprechungen, schrieb Kurzgeschichten. Er war produktiv – nur nicht für seinen Arbeitgeber.
„Ich bin wohl gut darin, nichts zu tun“, sagte er später sarkastisch .
Aber in ihm arbeitete es. Sieben Jahre lang. Sieben Jahre, in denen er zusah, wie Steuergelder verschwendet wurden – seine eigenen Steuergelder, denn er war ja auch Bürger dieses Landes. Sieben Jahre, in denen er sich fragte, ob das wirklich die Strafe sein sollte für einen Mann, der nur seine Pflicht getan hatte.
2003 platzte ihm der Kragen. Er ging an die Öffentlichkeit.
V. Das Herzstück – Der eine Brief, der alles änderte
Die Washington Post und CBS News berichteten im Sommer 2003 über den Fall. Die Schlagzeile war so simpel wie vernichtend: „NIH Scientist Says He‘s Paid To Do Nothing“ . Ein NIH-Wissenschaftler sagt, er werde dafür bezahlt, nichts zu tun.
Plötzlich war Edward McSweegan keine Randfigur mehr, kein verbitterter Beamter, über den man in der Kantine lästert. Er war ein Symbol für das, was in amerikanischen Behörden schieflief. Für Ineffizienz, für Vetternwirtschaft, für die Macht der Lobbyisten.
Aber das eigentliche Herzstück dieser Geschichte, der Mechanismus, der die ganze Maschinerie ins Stocken brachte, war ein Brief. Ein Brief von einem Mann, der sich nicht so leicht abspeisen ließ: Senator Chuck Grassley, Republikaner aus Iowa und damals Vorsitzender des mächtigen Finanzausschusses .
Grassley hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für höhere Budgets der NIH starkgemacht. Er glaubte an Wissenschaft, an Forschung, an Fortschritt. Und jetzt las er, dass seine Steuergelder dafür verwendet wurden, einen Romanautor durchzufüttern, während die Behörde mit dem Bettelnapf vor dem Kongress stand.
Sein Brief an Gesundheitsminister Tommy Thompson war kein freundlicher Hinweis. Er war eine Abreibung. Grassley schrieb, es sei inakzeptabel, dass die NIH „mit dem Blechnapf klappern und um mehr Geld betteln“, während sie gleichzeitig den Steuerzahler für „Vollzeit-Romanautoren“ bezahlen ließen . Er forderte eine sofortige Untersuchung.
Das war der Moment, in dem sich der Wind drehte. Gegen einen unbequemen Wissenschaftler kann man sich stellen. Gegen einen Senator mit Budgetverantwortung nicht.
Die NIH reagierten prompt – zumindest offiziell. Sie kündigten eine Untersuchung an. Und sie gaben McSweegan neue Aufgaben. Er sollte plötzlich 87 Forschungsstipendien verwalten . Seine Vorgesetzten beteuerten, das habe nichts mit dem Brief zu tun. Natürlich nicht.
McSweegan selbst zeigte sich erleichtert: „Wenn ich schon zur Arbeit kommen muss, dann sollte ich auch arbeiten – und als Steuerzahler bin ich erleichtert“, sagte er der Washington Post .
VI. Das Ende – Was wurde aus den Beteiligten?
Die Geschichte endet nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einem leisen Verrinnen.
Die NIH überlebten den Skandal. Sie sind groß, sie sind mächtig, sie sind systemrelevant. Ein einzelner Fall von Missmanagement ändert daran nichts. Senator Grassley bekam seine Untersuchung, und die NIH versprachen Besserung. Ob sie Wort hielten, ist eine andere Frage.
Die Lyme Disease Foundation existiert heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Ihr Einfluss schwand, die Kontroversen um sie herum verstummten nie ganz. Karen Vanderhoof-Forschner und ihr Mann zogen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr Sohn Jamie, dessen Tod die Gründung der Stiftung ausgelöst hatte, war bereits 1991 gestorben – ein Kind, dessen Leid am Anfang einer Kette von Ereignissen stand, die niemand mehr kontrollieren konnte.
Und Edward McSweegan? Er arbeitete weiter für die NIH, zumindest für eine Weile. Später wechselte er ins Global Virus Network, wo er sich mit Viren wie Zika, Chikungunya und Hepatitis C beschäftigte – echte Arbeit, für einen echten Mikrobiologen . Er publizierte weiter, schrieb Artikel über die Gelbfieber-Eliminierung, blieb der Wissenschaft treu .
Aber die Wunden, die diese Jahre gerissen hatten, heilten nie ganz. McSweegan hatte erfahren müssen, dass Wahrheit manchmal weniger zählt als Macht. Dass Wissenschaft nicht immer siegt gegen Lobbyismus. Dass ein einziges Wort, „whacko“, eine Karriere aus der Bahn werfen kann – selbst wenn man am Ende vor Gericht recht bekommt.
Denn auch das gehört zur Geschichte: Die LDF verklagte McSweegan wegen Verleumdung. Sie verlor. McSweegan konterklagte – und gewann . Das Gericht entschied, dass seine Äußerungen keine Beleidigungen waren, sondern „rhetorische Übertreibungen im Hitzgefecht“ . Ein Pyrrhussieg. Er hatte juristisch recht, aber beruflich hatte er sieben Jahre verloren, die er nie zurückbekam.
VII. Epilog – Was bleibt?
Ich sitze hier in meiner Werkstatt, umgeben von Lötkolben, Messgeräten, alten Zeitschriften. Neben mir liegt der Ausdruck eines Gerichtsurteils aus dem Jahr 2000, das ich mir aus dem Internet gezogen habe. Es ist langweilig zu lesen, voller juristischer Floskeln. Aber zwischen den Zeilen steht eine Geschichte, die mich nicht loslässt.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der den Mund aufgemacht hat. Der gesagt hat: So nicht. Das ist nicht richtig. Und der dafür bezahlt hat.
Aber es ist auch die Geschichte einer Lobby-Gruppe, die aus Trauer und Verzweiflung entstand und dann von wirtschaftlichen Interessen vereinnahmt wurde. Die Forschners waren keine Bösewichte. Sie waren Eltern, die ihr Kind verloren hatten. Sie wollten helfen, etwas bewegen. Aber sie verloren die Balance, verwechselten Überzeugung mit Wahrheit, ließen sich treiben von den Kräften, die sie riefen.
Und es ist die Geschichte einer Behörde, die versagte. Nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Feigheit. Aus dem Reflex, es allen recht zu machen. Aus der Angst vor einem Skandal, die dann erst recht den Skandal produzierte.
Was bleibt?
Vielleicht die Erkenntnis, dass es sich lohnt, hinzusehen. Dass die leisen Geschichten oft die lautesten sind. Dass ein einzelner Mensch, der nicht schweigt, das System zum Wackeln bringen kann – auch wenn es Jahre dauert, auch wenn es wehtut, auch wenn am Ende nur ein kleiner Sieg bleibt, den keiner mehr feiert.
McSweegan hätte schweigen können. Hätte die LDF gewähren lassen können, hätte seine Karriere retten können, hätte heute vielleicht eine goldene Uhr und eine große Rente. Stattdessen sitzt er an seinem Schreibtisch, sortiert E-Mails und schreibt Romane in seiner Freizeit.
Ich weiß nicht, ob ich so mutig wäre. Aber ich weiß, dass wir Leute wie ihn brauchen. Die den Mund aufmachen, wenn alle schweigen. Die ein Wort riskieren – „whacko“ – und dafür bezahlen.
In einer Welt, die immer glatter wird, immer angepasster, immer oberflächlicher, sind solche Kanten Gold wert. Sie sind das, was bleibt, wenn der ganze Hype verflogen ist. Sie sind die Erinnerung daran, dass Technik und Wissenschaft nicht nur aus Formeln bestehen, sondern aus Menschen. Aus Menschen mit Haltung.
Und manchmal, ganz selten, gewinnen sie sogar.
*Quellen: Zeitgenössische Berichte der Washington Post und CBS News, Gerichtsakten des 4. Circuit Court of Appeals (Vanderhoof-Forschner v. McSweegan), Artikel des Hartford Courant und der Oklahoma News, sowie biografische Einträge in wissenschaftlichen Datenbanken und Interviews mit Beteiligten .*
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