23 – Prüfgeräte im Überblick: Was muss ein Installationsprüfgerät können?

Autor: DerSchneider

Einleitung: Der gute Satz Messgeräte ist Gold wert

Ein Installationsprüfgerät (oft „Installationstester“ genannt) kombiniert mehrere Messfunktionen in einem Gerät. Doch nicht jedes Multimeter ist dafür geeignet. Für die normgerechte Prüfung nach VDE 0100-600 und VDE 0105-100 benötigen Sie spezielle Messgeräte, die bestimmte Prüfspannungen und Messverfahren beherrschen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die notwendigen Messgeräte und ihre Funktionen.

1. Die Mindestausstattung für die Elektrofachkraft

GerätBenötigte Messfunktionen
Installationsprüfgerät (kombiniert)Isolationswiderstand (250/500/1000 V), Schleifenimpedanz (L-PE, L-N), RCD-Test (Auslösezeit, Auslösestrom), Durchgangsprüfung, Spannungsmessung
Stromzange (ggf. separat)Wechselstrom (A), ggf. Leckstrom (mA)
Zweipoliger Spannungsprüfer (duspol)Spannungsfreiheitsprüfung, Drehfeld, Durchgang

Praxistipp: Investieren Sie in ein hochwertiges Kombigerät (z. B. Gossen Metrawatt, Benning, Fluke). Es ersetzt mehrere Einzelgeräte und ist genauer.

2. Wichtige Messfunktionen im Detail

MessfunktionAnforderung nach NormTypische Messspannung / -strom
Isolationswiderstand250 V (für SELV/PELV), 500 V (für 230-V-Kreise), 1000 V (für 400-V-Kreise)Messstrom ca. 1 mA
Schleifenimpedanz (L-PE)Für TN- und TT-SystemeMessstrom > 10 A (für genaue Werte)
Netzimpedanz (L-N)Zur Berechnung des KurzschlussstromsMessstrom > 10 A
RCD-Auslösezeit1× IΔn, 5× IΔn, mit 0° und 180° PhasenlagePrüfstrom entsprechend IΔn
RCD-Auslösestrom (Rampe)Von 0 bis 1,5× IΔn in StufenPrüfstrom linear ansteigend
Erdungswiderstand (nur für TT)Dreipunkt-Messverfahren (selten im Kombigerät)Messfrequenz > 100 Hz

3. Kombigeräte vs. Einzelgeräte

| Kombigerät (z. B. Gossen MetraHit, Benning IT 105) | Vorteile: alle Messungen in einem Gerät, geringes Gewicht. Nachteil: teuer (1000–3000 €). |
| Einzelgeräte (separates Isolationsmessgerät, separater Schleifenimpedanzmesser) | Vorteil: günstiger (insgesamt 500–1000 €). Nachteil: mehrere Geräte, mehr Batterien. |

Für den Profi ist ein Kombigerät die bessere Wahl.

4. Sonderfunktionen für spezielle Anwendungen

FunktionBenötigt für
DC-empfindlicher RCD-Test (für Typ B)PV-Anlagen, Wallboxen (mit Gleichfehlerstrom)
Messung von Schutzleiterströmen (mA)Fehlersuche bei sporadischen RCD-Auslösungen
Thermografie-Kamera (separat)Früherkennung von Überhitzungen (siehe Artikel 28)

5. Prüfmittelfrist – Kalibrierung

Nach DIN VDE 0105-100 müssen Messgeräte regelmäßig kalibriert werden (meist jährlich oder alle 2 Jahre). Die Kalibrierung erfolgt durch ein akkreditiertes Labor. Der Nachweis (Kalibrierschein) muss im Prüfbuch dokumentiert werden.

Praxistipp: Kaufen Sie Geräte mit automatischer Kalibriererinnerung (Displayanzeige).

Checkliste für die Praxis

  • Verfügt das Installationsprüfgerät über alle notwendigen Funktionen (Isolation, Schleife, RCD)?
  • Sind die Messspannungen (250/500/1000 V) einstellbar?
  • Ist die letzte Kalibrierung nicht älter als 1–2 Jahre?
  • Wird ein zweipoliger Spannungsprüfer (duspol) für die Spannungsfreiheitsprüfung verwendet (kein einpoliger Phasenprüfer!)?
  • Sind die Messleitungen in gutem Zustand (keine Brüche, Isolierung intakt)?

Fazit und Ausblick

Ein gutes Prüfgerät ist die Grundlage jeder Messung. Wer spart, riskiert falsche Messwerte. Die regelmäßige Kalibrierung ist kein Luxus, sondern Pflicht.

Im nächsten Artikel (24) vertiefen wir eine Kernmessung: „Schleifenimpedanz- und Netzimpedanzmessung: Verfahren und Fallstricke“.

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