Das System: Wie diese Unternehmen miteinander verwoben sind

Das Erschreckende ist nicht die Existenz dieser einzelnen Unternehmen. Das Erschreckende ist, wie sie miteinander ein unsichtbares Netzwerk bilden.

1. Personelle Verflechtungen (Die Drehtür)

Bei CACI International war John S. Mengucci CEO – vorher Präsident bei Lockheed Martin . Bei Northrop Grumman ist Kathy J. Warden CEO – sie war vorher bei General Dynamics . Das ist kein Zufall, sondern System. Die Führungselite dieser Unternehmen wechselt ständig zwischen den Konzernen und kehrt dann in Regierungsämter zurück.

2. Geografische Cluster

Schauen Sie sich die Hauptquartiere an:

  • Booz Allen Hamilton: McLean, Virginia 
  • CACI International: Reston, Virginia 
  • Leidos Holdings: Reston, Virginia 
  • Space Systems Integration: Chantilly, Virginia 
  • Parsons Corporation: Chantilly, Virginia 

Alle liegen sie im Northern Virginia Corridor, einem Gebiet, das auch als „Intel Alley“ (Geheimdienst-Gasse) bekannt ist – nur wenige Kilometer von der CIA-Zentrale in Langley und dem Pentagon entfernt.

3. Internationale Präsenz an strategischen Punkten

Booz Allen hat Niederlassungen in Stuttgart (Deutschland), Chatan (Japan) und Den Haag (Niederlande) . Leidos ist in Ansbach (Deutschland) präsent . Parsons in Manama (Bahrain) . Diese Standorte sind keine Zufälle – sie liegen dort, wo US-Militärbasen sind.

4. Die „Klein-Versionen“ – Spezialisierte Nischenplayer

Es gibt Dutzende kleinerer Firmen, die in Nischen genauso tief reichen:

  • Space Systems Integration: Ein Unternehmen mit nur 51 Mitarbeitern, das aber Systemtechnik und Beratung für den gesamten Luft- und Raumfahrtsektor anbietet .
  • DLH Holdings Corp: Ein weiterer Spezialist für Regierungsdienstleistungen .
  • ICF International: Berät Regierungen in Energie-, Gesundheits- und Sicherheitsfragen .

Die erschreckende Bilanz: Ein ganzer Wirtschaftszweig lebt von der Regierung

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen:

UnternehmenUmsatz (geschätzt)Abhängigkeit von der US-Regierung
Booz Allen Hamilton12 Milliarden USD 98%
Leidos Holdings16,7 Milliarden USD ca. 85-90%
CACI International7,7 Milliarden USD ca. 96%
SAIC7,4 Milliarden USD ca. 95%
Parsons Corporation6,8 Milliarden USD ca. 80%
ManTech International2,9 Milliarden USD ca. 98%

Zusammengerechnet sind das über 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr, die von diesen Unternehmen mit Regierungsaufträgen umgesetzt werden. Und das sind nur die direkten Konkurrenten von Booz Allen – die ganz großen Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin (71 Milliarden USD Umsatz)  kommen noch obendrauf.


Was bedeutet das für uns?

Die erschreckende Wahrheit

  1. Es gibt Hunderte von Unternehmen, die nach demselben Muster funktionieren wie Booz Allen Hamilton.
  2. Sie sind alle miteinander verwoben – personell, geografisch und strategisch.
  3. Sie leben alle von der Regierung – und die Regierung lebt von ihnen. Ohne diese Unternehmen wäre der US-Sicherheitsapparat handlungsunfähig.
  4. Sie agieren alle im Verborgenen – die wenigsten Bürger kennen ihre Namen, obwohl sie über Leben und Tod mitentscheiden.
  5. Sie haben alle Niederlassungen in Deutschland und Europa – und beraten unsere Regierungen, während sie gleichzeitig für US-Militärbasen auf unserem Boden arbeiten.

Die unbequeme Frage

Die eigentliche Frage ist nicht, ob es solche Firmen gibt. Die eigentliche Frage ist: Können Demokratien ohne diesen unsichtbaren Apparat überhaupt noch funktionieren?

Der Militär-Industrie-Komplex, vor dem Präsident Eisenhower 1961 in seiner Abschiedsrede warnte, ist längst zur Realität geworden – nur viel größer, viel undurchsichtiger und viel tiefer verwoben, als er es sich je hätte vorstellen können.

Die Unternehmen, die wir besprochen haben – Booz Allen, CACI, Leidos, Rheinmetall, Thales – sie sind keine bösen Akteure. Sie sind logische Produkte eines Systems, das Sicherheit externalisiert und privatisiert hat. Sie füllen eine Lücke, die der Staat selbst geschaffen hat, weil er nicht mehr über die internen Kapazitäten verfügt, um seine eigenen Geheimdienste und sein Militär zu betreiben.

Das Erschreckende ist nicht die Existenz dieser Firmen. Das Erschreckende ist, dass wir als Bürger kaum eine Chance haben, zu durchschauen, wer hier eigentlich für wen arbeitet – und wer am Ende wirklich die Fäden in der Hand hält.

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