Thorens – Klang gewordene Zeitgeschichte
Von DerSchneider
Es gibt nur wenige Marken, deren Geschichte so untrennbar mit der Entwicklung der Musikwiedergabe verbunden ist wie Thorens. Wer heute einen Plattenspieler dieses Namens erwirbt, schließt nicht einfach ein Gerät an seine Anlage an – er wird Teil einer Erzählung, die 1883 in einer kleinen Schweizer Uhrenmacherstadt ihren Anfang nahm und sich bis ins digitale Zeitalter fortschreibt. Diese Erzählung handelt von handwerklichem Stolz, technischen Umbrüchen, wirtschaftlichen Krisen und der seltenen Fähigkeit, aus der eigenen Vergangenheit heraus immer wieder neu zu erfinden, was analoge Musikwiedergabe bedeuten kann.
Einleitung: Vom Spielwerk zum Klassiker
Die Wiederentdeckung der Schallplatte ist längst keine Randerscheinung mehr. In Zeiten streamender Musikdienste, in denen Millionen von Titeln jederzeit verfügbar sind, mag es paradox erscheinen, dass Ausgerechnet das analoge Medium Vinyl ein bemerkenswertes Comeback feiert. Doch gerade die physische Erfahrung, das Ritual des Auflegens und die klangliche Wärme scheinen Bedürfnisse zu stillen, die das Digitale nicht befriedigen kann.
In dieser Renaissance spielt ein Name eine Hauptrolle, der fast so alt ist wie die kommerzielle Tonaufzeichnung selbst: Thorens. Wer die Buchstabenfolge T-D-1-2-4 oder T-D-1-6-0 hört, bei dem schwingt bei Eingeweihten sofort Anerkennung mit. Doch Thorens ist mehr als eine Ansammlung legendärer Modellnummern. Das Unternehmen ist ein lebendiges Museum der Audiotechnik, ein Phönix, der mehrfach aus der Asche auferstand, und heute, unter neuer Führung, ein faszinierendes Beispiel dafür, wie man Tradition und Innovation in Einklang bringen kann. Dieser Artikel unternimmt eine tiefgreifende Zeitreise durch die Thorens’sche Klangwelt – von den Anfängen als Spieluhrenmanufaktur im Schweizer Jura bis hin zu den High-End-Produkten von heute, die in Bergisch Gladbach konzipiert werden.
Im Rückspiegel: Die Pionierjahre im Schweizer Jura (1883–1960er Jahre)
Die Geburtsstunde in Sainte-Croix
Die Geschichte von Thorens beginnt nicht mit Plattenspielern, sondern mit dem, was man als die ersten mechanischen Speichermedien der Musikgeschichte bezeichnen könnte: Spieldosen und Musikwerke. Im Jahr 1883 ließ der talentierte Mechaniker und Unternehmer Hermann Thorens sein Unternehmen im schweizerischen Sainte-Croix ins Handelsregister eintragen . Der Ort im Jura war damals ein Zentrum der feinmechanischen Industrie – eine ideale Umgebung für einen Tüftler und Erfindergeist.
Hermann Thorens erkannte früh, dass die Zukunft nicht allein in der mechanischen Musikautomatik lag. Als Edison den Phonographen erfand und Emile Berliner das Grammophon, war klar, dass die Reproduktion von Musik eine neue Ära einläuten würde. Thorens stellte daher bereits 1903 die Weichen neu und begann mit der Fertigung von Walzenphonographen, wenig später auch von Trichtergrammophonen für Schellackplatten . Die Firma wuchs schnell, stellte zeitweise sogar Mundharmonikas und später mechanische Rasierapparate her – ein Zeichen für die Vielseitigkeit des Unternehmens, aber auch für den ständigen Druck, sich neue Märkte zu erschließen .
Erste Patente und der Geist der Innovation
Bereits in den 1920er Jahren zeigte sich, was Thorens auszeichnen sollte: der Wille zur technischen Vorreiterschaft. 1928 brachte das Unternehmen einen der ersten elektrischen Grammophonmotoren auf den Markt, wenig später folgte ein Tonabnehmer auf Magnetbasis . Ein bemerkenswertes Dokument aus dieser Zeit ist ein Patent von 1929, das einen Direktantrieb für Plattenspieler beschreibt . Man stelle sich das vor: Jahrzehnte bevor Direktantriebe in den 1970er Jahren durch Technics populär wurden, hatte Thorens bereits die Grundidee zu Papier gebracht.
Die wirtschaftliche Blütezeit Ende der 1920er Jahre war beeindruckend. Thorens beschäftigte zeitweise bis zu 1.200 Mitarbeiter und exportierte in die ganze Welt . In Kooperation mit der deutschen Firma Strassfurt-Imperial entstanden zudem hochwertige Radiogeräte und Musikschränke, die sogenannten „Discophone“ – eine Art Vorläufer der späteren Musiktruhen .
Der Durchbruch: Der TD 124
Wenn man einen einzigen Moment in der Thorens-Geschichte benennen müsste, der die Marke zur Legende machte, dann ist es das Jahr 1957. In diesem Jahr wurde der TD 124 vorgestellt, ein Gerät, das bis heute als einer der bedeutendsten Plattenspieler aller Zeiten gilt .
Der TD 124 war eine technische Meisterleistung. Er war kein einfacher Plattenspieler für den Massenmarkt, sondern ein hochpräzises Laufwerk, das sowohl für anspruchsvolle Heimnutzer als auch für den professionellen Einsatz in Rundfunk- und Tonstudios konzipiert war . Das Herzstück war ein ausgeklügelter Antrieb: Ein Motor trieb über einen Riemen ein Schwungrad an, das wiederum über ein Gummireibrad den eigentlichen Plattenteller in Rotation versetzte. Diese Kombination sorgte für einen extrem gleichmäßigen Lauf und entkoppelte Motorvibrationen nahezu perfekt vom Teller. Hinzu kam ein zweiteiliger, satte 4,5 Kilogramm schwerer Teller, der als Schwungmasse diente und für unvergleichliche Laufruhe sorgte .
Der TD 124 war aber nicht nur klanglich, sondern auch in seiner Flexibilität ein Meilenstein. Dank eines auswechselbaren Tonarmbretts (ein Thorens-Patent) konnten verschiedenste Tonarme von 9 bis 12 Zoll montiert werden . Dies machte ihn zur idealen Basis für anspruchsvolle Audiophile, die ihr System nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen wollten. Bis 1968, als die Produktion auslief, wurden knapp 95.000 Exemplare des TD 124 gebaut . Dass er heute auf Auktionsplattformen Höchstpreise erzielt und von Spezialisten wie Schopper oder Riverside aufwändig restauriert wird, spricht für seine zeitlose Qualität.
Die Ära des Subchassis: Von Lahr aus in die Welt (1960er–1990er Jahre)
Die technische Revolution des TD 150
Die 1960er Jahre brachten nicht nur technische, sondern auch unternehmerische Veränderungen. 1963 fusionierte Thorens mit der Paillard SA, einem Hersteller von Kameras (Bolex) und Schreibmaschinen . Für die Produktion bedeutete dies einen tiefgreifenden Einschnitt: 1966 verlegte die neu gegründete Thorens-Franz AG die Fertigung ins deutsche Lahr im Schwarzwald, wo auch die renommierte Firma EMT (Elektromesstechnik) Wilhelm Franz GmbH beheimatet war .
In Lahr entstand 1965 ein Entwurf, der das Unternehmen für die nächsten Jahrzehnte prägen sollte: der TD 150 . Mit ihm führte Thorens das Prinzip des gefederten Subchassis in die Serienfertigung ein. Die Idee war ebenso einfach wie genial: Plattenteller und Tonarm sind auf einem eigenen, federnd gelagerten Chassis montiert, das unabhängig von der äußeren Zarge schwingt. Erschütterungen und Vibrationen, die über das Gehäuse oder den Motor übertragen werden, haben so kaum eine Chance, die Nadelabtastung zu stören . Kombiniert wurde dies mit einem Riemenantrieb, der ebenfalls zur Entkopplung beitrug.
Der TD 150 wurde zum Blaupause für eine ganze Generation von Plattenspielern. Seine Konstruktion war so überzeugend, dass sie nicht nur bei Thorens Schule machte. Der Schotte Ivor Tiefenbrun, Gründer von Linn Products, übernahm Anfang der 1970er Jahre das Subchassis-Prinzip des TD 150 für seinen legendären Linn Sondek LP12 – ein Gerät, das bis heute als Inbegriff des High-End-Plattenspielers gilt und immer noch produziert wird . Dies ist vielleicht der größte Ausweis für die Güte der Thorens’schen Ingenieurskunst: dass ein Konstruktionsprinzip zum Fundament eines anderen Kultprodukts wurde.
Die goldene Ära: TD 125, TD 160 und der Reference
Auf dem Fundament des TD 150 baute Thorens sein Programm in den folgenden Jahren konsequent aus. 1968 löste der elektronisch geregelte TD 125 den in die Jahre gekommenen TD 124 ab . 1972 folgte dann der TD 160, der zum meistgebauten und bekanntesten Thorens überhaupt werden sollte . Er war die konsequente Weiterentwicklung des Subchassis-Prinzips und bot in seinem schlichten, aber eleganten Holzgehäuse eine Klangqualität, die weit über seinem damaligen Preis stand. Bereits 1975 hatte sich der TD 160 mehr als eine halbe Million Mal verkauft .
Das Modellprogramm weitete sich nach oben hin aus. Der TD 126, ab 1974 gebaut, galt zeitweise als der beste Serienplattenspieler der Welt . Und dann, 1979, setzte Thorens mit dem „Reference“ ein Denkmal: ein 90 Kilogramm schweres Laufwerk, das ohne Rücksicht auf Kosten und Produktionsaufwand als das Nonplusultra der analogen Wiedergabe konzipiert wurde . Der Reference war die Antwort auf die Frage, was technisch möglich ist, wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen – ein Schweizer Präzisionsinstrument für den High-End-Olymp.
Die Krise der CD-Ära
Doch der Höhenflug sollte nicht ewig währen. Mit der Einführung der Compact Disc (CD) Anfang der 1980er Jahre brach für die gesamte Plattenspielerindustrie eine schwere Zeit an. Die CD galt als unverwüstlich, praktisch und klanglich überlegen – so zumindest die vorherrschende Meinung. Der Markt für analoge Laufwerke brach dramatisch ein.
Thorens durchlebte in den folgenden zwei Jahrzehnten eine wechselvolle und schwierige Phase. Mehrere Eigentümerwechsel, die Auslagerung von Produktionsteilen und ein allmählicher Bedeutungsverlust prägten das Bild . Zwar entstanden weiterhin Modelle wie der DJ-Plattenspieler TD 524 oder der professionelle TD 226, doch der Glanz der 1960er und 1970er Jahre war verblasst. 1997 erfolgte der Umzug des Firmensitzes endgültig nach Deutschland, und 1999 meldete die Thorens Audio Vertriebs GmbH Insolvenz an . Das Kapitel schien für immer beendet.
Neuanfang und Kontinuität: Die Ära Rohrer (2001–2018)
Doch Marken mit einer solchen Geschichte sterben selten leise. 2001 übernahm der Schweizer Unternehmer Heinz Rohrer die Rechte an Thorens und hauchte dem Namen neues Leben ein . In Deutschland entstanden wieder hochwertige Modelle. Rohrer versuchte, an die alten Tugenden anzuknüpfen, aber auch neue Wege zu gehen. Die TD 900er Serie etwa experimentierte mit luftgefederten Subchassis, und die Acryl Line (TD 2015, TD 2035) brachte einen modernen, transparenten Designansatz . Unter Rohrer entstanden zudem eigene Elektroniklinien mit Röhrenverstärkern, die durchaus positive Resonanz in der Fachpresse fanden.
Die Rohrer-Ära war eine Zeit der Konsolidierung und des behutsamen Wiederaufbaus. Sie bewies, dass es noch immer einen Markt für Thorens-Produkte gab, und hielt die Marke im Bewusstsein der Audiophilen wach. Doch der ganz große Wurf gelang nicht mehr. Das Unternehmen blieb ein Nischenanbieter, und der Schritt zurück in die erste Liga der High-End-Hersteller gelang nicht.
Tradition neu gedacht: Die Ära Kürten (seit 2018)
Rückkehr zu den Wurzeln
Am 1. Mai 2018 begann das bislang letzte und vielleicht spannendste Kapitel der Thorens-Geschichte. An diesem Tag nahm die neu gegründete Thorens GmbH mit Sitz in Bergisch Gladbach ihren Betrieb auf . Neuer Eigentümer und Geschäftsführer wurde Gunter Kürten, ein Urgestein der Branche und ehemaliger CEO von Elac Electroacustic .
Kürten verfolgte von Anfang an eine klare Strategie: „Zurück zur DNA“. Es ging nicht darum, einfach alte Modelle neu aufzulegen, sondern den Geist der klassischen Thorens-Entwicklungen mit modernster Technik und zeitgemäßen Fertigungsmethoden zu neuem Leben zu erwecken . Die Produktentwicklung wurde wieder konsequent in Deutschland angesiedelt, die Fertigung erfolgt in enger Partnerschaft mit spezialisierten Zulieferern, die höchste Qualitätsansprüche erfüllen.
Die Wiederbelebung der Ikonen: TD 124 DD und TD 1500
Die neue Strategie ließ nicht lange auf sich warten. Ein erstes großes Signal war die Wiederbelebung der absoluten Ikone: des TD 124. Doch anstatt eine bloße Retro-Version zu bauen, präsentierte Thorens den TD 124 DD. Der Name verrät die entscheidene Neuerung: DD steht für Direktantrieb. Man hatte den Mut, das überkommene, aber wartungsintensive Reibrad-Antriebskonzept des Originals zu verwerfen und durch einen hochmodernen, elektronisch geregelten Direktantriebsmotor zu ersetzen, der für höchste Drehmomentstabilität sorgt . Das Design blieb dem Original verpflichtet, die Technik ist jedoch auf der Höhe der Zeit.
Parallel dazu wurde die Subchassis-Tradition neu interpretiert. Mit dem TD 1500 erschien 2023/24 eine Hommage an den legendären TD 150 von 1965 . Auch hier das Prinzip: die klassische Konstruktion mit drei von oben justierbaren Kegelfedern, kombiniert mit einem elektronisch überwachten Gleichstrommotor, der Drehzahlabweichungen aktiv korrigiert. Hinzu kamen ein neuer TP 150 Tonarm und ein ab Werk montiertes Ortofon 2M Bronze System . Besonders bemerkenswert: Der TD 1500 bietet neben den üblichen Cinch-Buchsen auch symmetrische XLR-Ausgänge – ein Feature, das man in dieser Preisklasse (ca. 2.000 Euro) sonst vergeblich sucht und das die professionelle Ambition des Geräts unterstreicht .
Die Neuauflage des Bestsellers: Der TD 1601
Der nächste logische Schritt war die Wiederbelebung des erfolgreichsten Modells der Firmengeschichte. 2024/25 präsentierte Thorens den TD 1601 . Wie seine Vorgänger setzt er auf ein an drei Federn aufgehängtes Subchassis, das für hervorragende Trittschallunempfindlichkeit sorgt. Doch auch hier hält modernste Technik Einzug: Die Motorsteuerung wurde vom Plattenspieler-Experten Walter Fuchs entwickelt und versorgt den Motor mit synthetisch erzeugten Wechselspannungen, die exakt auf das jeweilige Aggregat abgestimmt sind . Das Ergebnis ist ein extrem geräuscharmer Lauf.
Ein besonderes Detail ist die berührungslose Endabschaltung: Ein optischer Sensor unter dem Tonarm erkennt, wenn die Nadel die Innenrille erreicht, und hebt den Tonarm sanft an, während der Motor stoppt . Dies schont Nadel und Schallplatte und ist ein Komfortgewinn, der in dieser Klasse keineswegs selbstverständlich ist. Der TD 1601 zeigt, wie man Tradition nicht museal konserviert, sondern in die Gegenwart holt. Die Fachpresse, etwa das Online-Magazin LowBeats, zeigte sich begeistert und attestierte dem Gerät ein „sauber-ausdrucksstarkes, natürliches Klangbild“ .
Ein Blick auf das Gesamtportfolio
Heute bietet Thorens ein breit gefächertes Sortiment, das von Einstiegsmodellen mit integriertem Phono-Vorverstärker und sogar USB-Anschluss (wie der TD 202) bis hin zu den genannten High-End-Geräten reicht . Selbst Lautsprecher, die an die historischen SoundWall-Modelle anknüpfen, sind wieder im Programm. Die neue SoundWall HP 600 ist ein hochmoderner Dipol-Lautsprecher nach dem Open-Baffle-Prinzip, der die Vorzüge dieser Bauweise mit modernster Chassis-Technologie verbindet . Diese Produktvielfalt zeigt, dass Thorens unter Kürten nicht nur in der Nische der Retro-Laufwerke denkt, sondern als vollwertiger HiFi-Hersteller auftreten will.
Analyse: Was macht Thorens heute aus?
Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, lassen sich einige charakteristische Merkmale der aktuellen Thorens-Philosophie erkennen:
- Design als Wiedererkennung: Die neuen Modelle zitieren bewusst die Formensprache ihrer historischen Vorbilder. Die abgerundeten Holzkanten, die klaren Linien, die typische Anordnung der Bedienelemente – all das schafft eine visuelle Kontinuität, die Kenner sofort erkennen und schätzen. In einer Zeit, in der viele HiFi-Komponenten futuristisch oder nüchtern-funktional daherkommen, setzt Thorens auf eine warme, vertraute Ästhetik, ohne altbacken zu wirken.
- Technologische Weiterentwicklung: Die neue Linie ist kein Retro-Kitsch. Unter dem vertrauten Äußeren arbeitet modernste Technik: elektronisch geregelte Motoren mit aktiver Drehzahlkorrektur, präzise Lager, aufwändig resonanzgedämpfte Teller und hochwertige Tonarme. Die Integration von XLR-Ausgängen ist ein klarer Hinweis auf den Anspruch, in der audiophilen Oberklasse mitzuspielen.
- Das Subchassis-Prinzip: Thorens bleibt dem Prinzip des federnd gelagerten Subchassis treu, wo es sinnvoll ist. Während viele Wettbewerber auf Masselaufwerke setzen, die Vibrationen durch schiere Masse zu unterdrücken versuchen, geht Thorens weiterhin den Weg der konsequenten Entkopplung. Dies ist ein Bekenntnis zu einer bestimmten Klangphilosophie, die auf Lebendigkeit und Lockerheit abzielt.
- „Designed in Germany“: Die Rückführung der Entwicklung und Unternehmensführung nach Deutschland unterstreicht den Anspruch auf Qualitätskontrolle und technische Kompetenz. Der Sitz in Bergisch Gladbach und die enge Zusammenarbeit mit hiesigen Spezialisten schafft Vertrauen in einer Branche, in der „Made in Germany“ nach wie vor ein wichtiges Gütesiegel ist.
Fazit und Ausblick: Die Zukunft des Analogen
Die Geschichte von Thorens ist mehr als die Chronik eines Unternehmens. Sie ist ein Spiegelbild der wechselvollen Beziehung des Menschen zur Musik und ihrer technischen Reproduktion. Von den ersten vorsichtigen Tönen einer Spieluhr über das raue Kratzen der Schellackplatte im Trichtergrammophon bis hin zur subtilen Klangdifferenzierung eines High-End-Plattenspielers – Thorens war immer dabei, oft vorneweg und manchmal auch ganz vorn.
Dass das Unternehmen heute, in Zeiten von Streaming und künstlicher Intelligenz, nicht nur überlebt, sondern mit beeindruckender Vitalität agiert, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer klugen Strategie, die das Erbe nicht als Last, sondern als Verpflichtung und Inspiration begreift. Gunter Kürten und sein Team ist es gelungen, den Wert des Analogen nicht zu verklären, sondern neu zu verhandeln. Ein Thorens-Plattenspieler ist heute kein Akt der Nostalgie, sondern eine bewusste Entscheidung für eine bestimmte Art des Musikerlebens – für das Ritual, das Handwerk, den Klang.
Die aktuellen Modelle TD 1500, TD 1601 und TD 124 DD sind keine Musealstücke, sondern lebendige Musikinstrumente. Sie zeigen, dass Innovation nicht immer die Erschaffung von etwas vollkommen Neuem bedeuten muss, sondern auch in der Perfektionierung und Neuinterpretation des Bewährten liegen kann. Die Zukunft von Thorens liegt darin, diese Balance zu halten: den Geist der Vergangenheit zu bewahren, ohne in ihm zu erstarren, und die Technik der Gegenwart zu nutzen, ohne der reinen Messbarkeit zu verfallen. Solange es Menschen gibt, die Musik nicht nur hören, sondern erleben wollen, wird es einen Platz geben für Geräte, die mit solcher Hingabe gebaut werden. Die Geschichte von Thorens wird also weitergehen – auf jedem Plattenteller, der sich heute und morgen dreht.
Quellen
- Thorens GmbH, Unternehmenswebsite, „Thorens steht für hohe Qualität und Innovation“, www.thorens.com
- connect.de, „Thorens TD 404 DD: High-End-Plattenspieler mit bewährten Komponenten und Direktantrieb“, 14. Mai 2025
- Thorens GmbH, „Geschichte • Thorens GmbH“, www.thorens.com/geschichte.html
- LowBeats.de, „Das Beste zum Fest: Subchassis-Plattenspieler Thorens TD 1601“, 17. Dezember 2025
- Mister Hifi, „Thorens TD 1500 Turntable“, Produktbeschreibung, mister-hifi.nl
- Hifinews.ru, „Thorens“ (Unternehmensprofil)
- Thorens GmbH, „Plattenspieler“ (Produktübersicht), thorens.com/de/support/15-kategorie-de-de/produkte/plattenspieler.html
- Thorens GmbH, „Firmenporträt • Thorens GmbH“, www.thorens.com/de/firmenportr%C3%A4t.html
- Wikipedia, „Thorens“, de.wikipedia.org/wiki/Thorens (abgerufen am 14. März 2026)
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